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Denk- und Glaubwürdigkeiten - Jugenderinnerungen - Abenteuer in der Heimat

Hermann Kurz: Denk- und Glaubwürdigkeiten - Jugenderinnerungen - Abenteuer in der Heimat - Kapitel 12
Quellenangabe
typenarrative
authorHermann Kurz
titleDenk- und Glaubwürdigkeiten ? Jugenderinnerungen ? Abenteuer in der Heimat
publisherMax Hesse's Verlag
seriesSämtliche Werke in zwölf Bänden
volumeElfter Band
editorHermann Fischer
year
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20081014
projectidbb16b740
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Fünftes Buch.

Erstes Kapitel.

Doch mein liebes Ich zupft mich, zürnt mir und meint, ich sei auf eine bedenkliche Weise von meinem Wege abgekommen. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, daß diese meine Denkwürdigkeiten ausschließlich von mir allein handeln sollten, und jetzt habe ich, unter meiner Person zwar, bei Licht besehen eine ganze Völkerwanderung kleiner und großer Leser geschildert, die mehr oder weniger den gleichen Weg mit mir durch die Wüste des Geschmacks und ihre Oasen gezogen sind. Was kommt dabei für mich heraus? Die Anmaßung des Memoirenschreibens wird mir darum doch nicht verziehen, und ein Tor ist, wer, der sichern Pön verfallen, dieselbe nicht vorher noch nach Herzenslust zu verdienen sucht.

Kehren wir also zu mir selbst zurück.

Wenn ich sagte, die Lorbeeren des Lichtenstein haben mich nicht schlafen lassen, so würde ich mir unrecht tun; denn mein Epos hat ja einen Helden, der über Raffs Naturgeschichte nur ein ganz klein wenig hinaus und höchstens so weit fortgeschritten ist, um Erd- und Himbeeren, diese »Blumenblumer,« jenen »Fruchtlaubern,« wie sie dazumal in Meißen wuchsen, vorderhand noch vorzuziehen.Vgl. Naturgeschichte für den öffentlichen und häuslichen Schulunterricht, nach Oken, von M. Joh. Gottl. Mauke, Meißen 1824.

Dennoch aber ließen mir die Geister des in das Echatztal hereinragenden Felsenschlößchens keine Ruhe, sie spukten Tag und Nacht um mich, und der nächste Regensonntag, den ich vermutlich im dunklen Gefühl gewählt hatte, daß sotanes Zauberwerk nicht von der Sonne beschienen werden dürfe, sah – mit ehrerbietigem Grauen vor mir selbst erzähle ich es – mein erstes Kapitel eines historischen Romans entstehen.

Wer sich meiner früheren Erzählungen aus jener großen Epoche meines Lebens erinnert, wer also weiß, wie mir damals Kopf und Herz vor reichs- und vaterstädtischer Romantik zu springen drohten, der errät den Titel des Romans von selbst; denn selbstverständlich hieß er: » Die Belagerung von Reutlingen«.

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