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Den Spott zum Schaden

: Den Spott zum Schaden - Kapitel 49
Quellenangabe
typefarce
authorverschiedene
titleDen Spott zum Schaden
editorSiegfried Arnim Neumann
publisherVEB Hirnstorff Verlag Rostock
senderhille@abc.de
created20071118
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Verfasser unbekannt

Der lustige und possierliche Historienschreiber
ca. 1830

Die rechten BerufeÜberschrift vom Herausgeber

In einer gewissen Stadt klagte ein Vater seinem Nachbarn, wie daß er drei übel geratene Söhne hätte und wüßte nicht, was er mit ihnen anfangen sollte.

Der Nachbar fragte, was sie denn für Untugenden hätten.

»Ach«, antwortete jener, »ich schäme mich, dieses zu sagen.«

Dieser aber machte ihm ein gut Herz, er sollte ihm solches offenbaren, vielleicht könnte er ihm einen guten Rat mitteilen.

Hierauf fing der Vater an und erzählte ihm die bösen Gewohnheiten seiner drei Söhne und sprach, der älteste sei ein Lügner, der mittlere ein Schmarotzer und der dritte mache lange Finger.

Wie nun der Vater ausgeredet, sprach der Nachbar, er sollte sich's nicht leid sein lassen, der Sache könnte schon geholfen werden, und gab ihm einen Anschlag, was er machen sollte, nämlich: Er sollte den ersten einen Prokurator werden lassen, denn die könnten brav lügen. Aus dem zweiten sollte er einen Wirt machen, so könnte er mit seinen Gästen immer schmarotzen. Den dritten sollte er das Müllerhandwerk lernen lassen, so könnte er nach der Müller Gewohnheit seine langen Finger gebrauchen. Und damit wären alle drei versorget.

(357)

Der vorausschauende EhemannÜberschrift vom Herausgeber

Ein Edelmann hatte sich in eines vornehmen Kaufmanns Frau verliebet, konnte aber derselben Gegenliebe nicht erhalten, wollte sich dennoch mit bloßem Anschauen und Andenken belustigen, schickte also einen Porträtmaler in des Kaufmanns Haus, daß er dessen Frau abkonterfeien sollte.

Als nun der Maler in der besten Arbeit begriffen war, kommt der Kaufmann dazu, ergreift einen Prügel und schlägt den Maler aus dem Hause, sprechend: »Es ist nicht ratsam, daß ich solches gestatte. Denn wenn dein Junker die Kopie bekäme, so möchte er hernachmals das Original mit größerer Begierde verlangen und abdrucken wollen, welches ich für mich allein behalten will.«

(358)

Der Hut des HahnreisÜberschrift vom Herausgeber

Ein gewisser Herr hatte einen Gärtner, der sehr einfältig und wohl nicht mit zu vielem Witz beschlagen war. Den wollte er eines Tages vexieren und sprach: »Sage mir, Gärtner, wo hast du diesen Hut bekommen» Es muß ihn gewiß ein Hahnrei getragen haben?«

Der Gärtner sagte: »Ach lieber Herr, Eure Frau hat ihn mir gegeben, und ist einer von den alten Hüten, so Ihr getragen habt.«

(359)

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