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Den Spott zum Schaden

: Den Spott zum Schaden - Kapitel 48
Quellenangabe
typefarce
authorverschiedene
titleDen Spott zum Schaden
editorSiegfried Arnim Neumann
publisherVEB Hirnstorff Verlag Rostock
senderhille@abc.de
created20071118
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Verfasser unbekannt

Die neue lustige Gesellschaft
1813

Bildliche ErklärungÜberschrift vom Herausgeber

Ein Bauer hatte eine Klage, konnte aber von seinem Amtmann kein Recht bekommen, resolvierte sich derowegen, die Sache bei dem höhern Gerichte vorzubringen. Ging also gen Hofe, fragte, wo der Mann wäre, der nächst dem Fürsten regierte. Er meinte aber den Kanzler.

Als er nun zu demselben gewiesen wurde, ward er endlich vorgelassen und redete ihn also an: »O allerunwürdigster Herr Statthalter.«

Hier fiel ihm der Statthalter ins Wort und sagte: »Du titulierst mich sehr wohl.«

»Ja«, sagte der Bauer, »Herre, Ji sind et ok wert«, fuhr damit fort und sprach: »Eck hure, wenn use Fürst nich tau Hues is, sau sind Ji de Düüwel sülwest. Eck bidde Juu, helpet mi doch von miener Sake.«

»Nun, nun«, sagte der Kanzler, »ich will dir davon helfen. Sage an!«

Der Bauer sagte hierauf: »Uses Nabers Sue hat mi den Kohl obgefreten, un hei will meck den Kohl nich betahlen.«

Hierauf frag der Kanzler: »Wie das?«

Der Bauer antwortete: »Eck höre wohl, dat Ji dat nich recht innehmet. Seiht, wenn dit de Tuen wäre« (hiermit zeigte er an die Wand) »un Ji wören die Sue un kröpen da dörch un freten mi den Kohl af. Seiht, sau is et.«

Der Kanzler fing hierüber an zu lachen und ließ ihm Recht widerfahren.

(353)

Eignung zum AdvokatenÜberschrift vom Herausgeber

Ein lustiger Mann, der ehedem Advokat gewesen war, erzählte die Geschichte, wie er zu diesem Stande gekommen war, folgendergestalt:

»Ich war schnell auf den Füßen. Mein Vater glaubte, daß ich zu nichts besser als zu einem Läufer taugen würde. Ich ward in die Lehre gegeben. Vor allen Dingen mußte mir die Milz ausgeschnitten werden. Der fatale Chirurgus aber, der die Operation vornehmen sollte, versah sich und schnitt mir statt der Milz das Gewissen aus. Was war zu tun? Nun taugte ich zu nichts als zum Advokaten.«

(354)

Das gute GesetzÜberschrift vom Herausgeber

Ein Straßenräuber hielt einen Fremden mit der Pistole an und nahm ihm all sein bares Geld ab.

»Wahrhaftig«, sagte der Beraubte, »das ist eine schöne Art, Geld zu erwerben, wenn nur kein Gesetz dagegen wäre.«

»Gott sei Dank, daß das Gesetz dagegen da ist«, sagte der Kerl, »denn sonst würden so viele sich drauf legen, daß kein ehrlicher Mann mehr was damit verdienen könnte.«

(355)

Die glückliche ExekutionÜberschrift vom Herausgeber

Ein Soldat, der schon zum drittenmal desertiert war, sollte nunmehr hängen. Er stand unterm Galgen, der Henker legte ihm den Strick um und zog ihn in die Höhe. Ehe er aber ganz hinauf kam, riß der Strick, und der Kerl stand wieder unten.

Der Henker fluchte und sagte: »Tausend Teufel, das ist mir in meinem Leben nicht passiert!«

»Mir auch noch nicht«, erwiderte der Soldat.

(356)

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