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Den Spott zum Schaden

: Den Spott zum Schaden - Kapitel 42
Quellenangabe
typefarce
authorverschiedene
titleDen Spott zum Schaden
editorSiegfried Arnim Neumann
publisherVEB Hirnstorff Verlag Rostock
senderhille@abc.de
created20071118
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Daniel Elias Helmhack

Fabel-Hans
1729

Der entdeckte MesserdiebstahlÜberschrift vom Herausgeber

Als einem Wirt ein paar Messer gestohlen wurden, klagte er es einem guten Freund, welcher sich erbot, gegen eine freie Zeche ihm die Messer wieder zu schaffen.

Der Wirt versprach die Zeche, und der Gast sagte: »Gilt's, ihr Herren, ich will's noch herausbringen, welcher unter Ihnen dem Wirt aus Kurzweil seine Messer genommen! Verbindet mir die Augen, ich will ihn greifen!« – Hierauf sagte er: »Nun stecket alle die Köpfe unter den Tisch!« – Nach einer kleinen Weile sagte er: »Habt Ihr die Köpfe alle drunten?«

Sie sagten alle: »Ja.«

»Auch der, welcher die Messer hat?«

Er schrie: »Ja.«

Und damit ward offenbar, wer die Messer hatte, und gaben sie dem Wirt wieder.

(264)

Die strafbare NachrichtÜberschrift vom Herausgeber

Ein junger Edelmann hatte einen Papagei, der ihm allerhand Kurzweil machte. Als er nun auf eine Zeit eine weite Reise antrat und eine Braut suchen wollte, dazu er alle seine Bedienten mitnahm. Unterdessen aber befahl er seinen Bauren, wechselweis den Vogel zu warten, und befahl ihnen auf das allerschärfste, sie sollten ihn ja nicht verhungern noch verderben lassen, denn wer bei seiner Wiederkunft kommen und sagen würde: »Der Vogel ist tot«, der solle ohn alle Gnade zwanzig Taler Strafe geben.

Darauf zog der Edelmann fort, und der Vogel verdarb und starb alsobald bei dem ersten Bauren. Dieser Bauer nun wußte vor Jammer nicht, was er anfangen soll, wenn sein Junker wieder nach Haus kommt.

Allein der Müller tröstete ihn und sagte, er wollte die Sache schon gut machen, man sollte ihn nur gehen lassen. Wenn der Junker wiederkam, so wollte er in das Schloß hinaufgehen und mit dem Junker des Vogels wegen schon einen Diskurs führen.

Indessen kam der Junker. Der Müller ging gleich zu ihm und bewillkommte ihn mit einem freundlichen Gruß und meldete anbei, daß der Vogel bei ihm wäre.

»Was macht er denn?« fragte der Edelmann.

Der Müller antwortete: »Ich weiß nicht: Er sauft nicht, er frißt nicht, er spielt nicht, er pfeift nicht, er springt nicht, er singt nicht...«

»Ei, der Vogel ist tot«, fiel ihm der Edelmann in die Rede.

Darauf sagte der Müller: »Haha, Junker, gebt nun zwanzig Taler Straf her: Ihr habt bei Eurer Abreise ausdrücklich gesagt, wer bei Eurer Wiederkunft sagen würde: ,Der Vogel ist tot', der soll ohne Gnad zwanzig Taler Straf geben.«

(265)

Bauren-Arglistigkeit

Als in langwierigen Kriegszeiten die Leute ziemlich in Armut geraten waren, gingen zween ganz im Grund verderbte Bauren in eine vornehme Stadt, Hilfe zu suchen, daß sie ihr Hauswesen wieder anfangen konnten.

Einer unter ihnen sprach seinen guten Freund und Bekannten an und bat, so hoch er immer konnte, ihm mit etwas Geld an die Hand zu gehen, er wollte es mit großem Dank wieder erstatten.

Der Bürger entschuldigte sich und sagte, daß er jetzt selbst nicht bei Geld wäre, er könnte ihm nicht helfen.

Ungeachtet dessen hielt er doch immer auf das beweglichste an.

Als dieses sein Nachbar hörte, sagte er zu dem Bauren: »Wie magst du diesen Mann so hoch bitten? Und wenn er mir so viel schenken sollte, ich wollte das nicht tun.«

Dem antwortete der Bauer: »Ihr versteht den Handel nicht.

Könnte ich ihn nur bereden, daß er mir in dieser Not hülfe und das Geld vorstreckte, er sollte mich wohl tausendmal höher und inständiger bitten, bis ich es ihm wieder geben wollte.«

(266)

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