Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > >

Den Spott zum Schaden

: Den Spott zum Schaden - Kapitel 21
Quellenangabe
typefarce
authorverschiedene
titleDen Spott zum Schaden
editorSiegfried Arnim Neumann
publisherVEB Hirnstorff Verlag Rostock
senderhille@abc.de
created20071118
Schließen

Navigation:

Julius Wilhelm Zincgref

Apophthegmata
1626

Von einem Jüngling, der kein Schalk warÜberschrift vom Herausgeber

Ein teutscher Jüngling hatte bei zehn Jahren zu Rom verzehret, damit er etwa ein gute Pfründ erlangen möchte, mußte aber unverrichteter Sach, mit leerem Beutel, wieder heimziehen. Und weil er sonst redlich und geschickt war, hätt ihm seiner Mitbürger einer gern ein Tochter verheiratet, besorgt jedoch, weil er so lang zu Rom gewesen, er wäre zu einem Schalk geworden.

Wie er sich derohalben mit seiner guten Freund einem beratschlagt, antwortet ihm derselbig: »Lasse dich dieses nicht irren, sondern gebe sie ihm kecklich: Denn wenn er zu Rom ein Schalk worden wäre, so hätte er gewißlich auch ein feiste Pfründ davongebracht.«

(155)

Von Wein und WasserÜberschrift vom Herausgeber

Ein Wirt hatte einem Fuhrmann ein Fuder Wein zu kaufen geben. Der Fuhrmann fragt ihn, wieviel das Fuder könnte Wasser leiden.

Der Wirt antwortet: »Zween Eimer.«

Der Fuhrmann gießt zween Eimer darein. Als er aber den Wein verkaufen will und ihn niemand kaufen wollt, weil er fast alles Wasser war, kommt er wieder zu dem Wirt und will ihn mit Recht vornehmen.

Der Wirt fragt ihn, wieviel er denn Wasser hineingeschüttet hätte.

Er antwortet: »Zween Eimer.«

»Ja«, sagt der Wirt, »so hab ich zuvor auch zween hineingegossen, das sein vier. Nun hab ich Euch nur von zween Eimern gesagt, die das Fuder leiden könnte, und nicht von vieren.«

(156)

Erkannte DomherrenÜberschrift vom Herausgeber

Auf ein Zeit spazierten zween Domherren zu Mainz im Kreuzgang des Doms, von ihren Köchinnen redend, nämlich H.R.P. und einer von E.

Ein blinder Bettler, so dabei saß, ruft ihnen zu: »Ach, ihr hochwürdigen Domherren, gebt einem armen blinden Mann etwas um Gottes willen!«

Sie fragten ihn, woher er wisse, wer sie wären, angesehen er stockblind wäre.

Denen antwortet er: »Ach ihr Herren, soll ich's nicht an Eurem christlichen Gespräch abnehmen?«

(157)

Von gutem und schlechtem GeldÜberschrift vom Herausgeber

Als vor kurzen Jahren bei Anfang des Kriegswesens die leichten Münzen aufkamen und ein Durchreisender in der Markgrafschaft einen Bauren, bei dem er gezehrt, mit seines Herrn, des Markgrafen, neuen Sechsbätznern, die schon etwas kupfericht aussahen, bezahlen, der Bauer es aber nicht annehmen wollte, sagte der Gast, es wäre ja seines Landesherrn eigne Münz, es stünde ja desselben Bildnis darauf.

Der Bauer leugnet, es wäre nicht seines Herrn Bildnis. »Denn«, sagt er, »unser Herr hat keine so rote Nase.«

(158)

 << Kapitel 20  Kapitel 22 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.