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De Reis' nah Bellingen

Fritz Reuter: De Reis' nah Bellingen - Kapitel 11
Quellenangabe
authorFritz Reuter
titleDe Reis' nah Bellingen
typenarrative
sendertorsten_schertel@talknet.de
created19990827
firstpub1858
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Kapittel 10.

As s’ Alltausamen slepen in,
Un wer sei in den Holt dor fünn.

As de Gesellschaft wedder sitt,
So geiht dat dörch den deipen Sand
Un in ‘ne gläugenige Hitt
Ganz sachting vörwarts Schritt vör Schritt. –
De Sand, de mahlt un pufft un stöhmt,
De Hitt, de drückt, de Sünn, de gläuht,
De ganz Gesellschaft sitt un drömt,
As ‘t sachting dörch de Dannen geiht.
So ruhig gahn de beiden Mähren, –
Sei sünd all beid’ in vullen Sweit –
Jehann, de klappt, doch blot man in de Luft
Üm ehr de Fleigen aftauwehren;
Denn stahn s’ mal still un schüdden mit de Schuft
Un pitschen mit den Start de Flanken.
So krupen sei den Holt entlanken,
So mäud’, so mäud’, so sacht, so eben.
Oll Witt, de sitt un rokt: Püh! Paff!
Sin Pip sackt ut den Mund em ‘raf!
Oll Nahwer Swart, de sitt dorneben
Un hujahnt lud’, dunn reckt hei sick,
Un endlich snorkt hei fürchterlich.
Corl Witt, de sitt un nickt un kickt
So aewerögschen in de Welt,
Bet dat sin Köpp in Vaders Schot ‘rin föllt.
Fritz Swart, de wackelt hen un her
Un dacht an dat, wat Dürten säd,
Un wo ‘t ehr doch so leiflich let,
As gistern sei so bi em set,
So woll un will
So tru un still;
Un wo dat doch so sonderbor,
Dat so ein armes Minschenpor
Hir up de Ird’
So gaut sick wir;
Un as hei d’raewer nah hett dacht,
Un doch den rechten Grund nich fünn,
Dunn slep hei sacht
Un selig in,
Un drömt von Glück und Leiw’ un Dürt –
Ein wunderschönes Drömen wir ‘t –
Wo hei mit ehr set still tausamen
Un ehr noch einmal säd’: Adjü!
Un wenn dat an up em wir kamen,
Denn hadd’ hei drömt bet morgen früh.
Jehann säd’ af un an noch: Jüh!
Un rögt noch af un an de Swep.
Doch as de ganz Gesellschaft slep,
Dunn kunn hei ok nich wedderstahn
Un let de Pird’ tau ‘m Deuwel gahn.
Un as de nu gewohr dat warden,
Dat Allens slöppt in gaude Rauh,
Seggt Lott tau Lischen: "Je, wo tau? –
Wi wiren doch wahrhaftig grote Narren,
Wenn wi up eigen Hand noch wider tögen.
Wi willen ut de Läus’ rut bögen
Un in dat Holt uns verlustiren,
Wat sael wi Beid’ uns afstrapziren?!"
Un Lott bögt hott, herinner in den Holt,
Un Lischen folgt, un kum sünd sei herin,
Dunn maken s’ in den Käuhlen holt,
So dat de Wagen buten stünn,
Recht in de presse Middagssünn.
So stahn denn nu de schawernackschen Mähren
Un freu’n sick, wo de Annern smören.
Oll Witt un Swart, de wackeln hen un her,
Binah von ‘n Wagen ‘runne fallen s’;
Corl Witt liggt langs, un Fritz verquer,
So sitt un liggt un slöppt dat Allens. –
Hornissen un so ‘n blage Brümmer,
De brummen üm ehr Uhren ‘rümmer;
Schulpusen, un wo s’ süs noch heiten,
Un ‘t ganz oll daemlich Fleigenwesen,
De sitten dick up ehre Näsen,
Un sei, sei liggen dor un sweiten,
As hadden sei von nicks Gefäuhl.
Un in den Holt, dor is ‘t so käuhl,
Dor is ‘t so ruhig as de Nacht;
Dat Low dat rögt sick in den Bom
Un flustert still un flustert sacht,
As leg’ de Welt all in den Drom.
Heuspringer singt in ‘t käuhle Musch;
As Heimken up den Füerhird;
De Draußel in den Hasselbusch,
De singt dat schöne Wächterlid:
Dormit kein Schaden Jug geschüht;
De Specht, de klappt de Laden tau:
Dormit Ji liggt in seker Rauh;
Un Kukuk bläkt mit lude Stimm
As Hofhund üm dat Hus herüm;
Un ganz von Firn den Holt entlang,
Dor klingt en lustigen Gesang,
As wenn bi Sommertiden späd’
Musik in ‘t Dörp noch wesen ded’. –
Twei Burßen dörch den Holt lang teihn,
Den Fautstig wannern sei entlang
Un sing’n den lustigen Gesang.
Denn sung de Ein irst ganz allein,
Denn klung ‘t, as wenn de Draußel süng,
Denn föll de Anner mit herin,
Denn klung ‘t, as ded’ de Stormwind weih’n.
Sei sungen von den willen Wald,
Un wo de Lust so grot doch wir,
Wenn ‘t rings herüm so hall’t un schall’t
In ‘t gräune, frische Jagdrevir.
Sei sungen von den käuhlen Grund,
Sei sungen von den käuhlen Win,
Un von den roden Rosenmund,
Wo de müßt schön tau küssen sin.
Sei sungen von den Storm un Wind,
Un von dat Stüwken still un warm,
Un von dat schöne Jägerkind,
Un wo ‘t sick rauht in ehren Arm.
Wo klung dät doch so schön un hell
Doch as sei kamen tau de Stell,
Wo s’ All up ehren Wagen legen,
Oll Nahwer Swart un sin Collegen,
Dunn sweg de schöne Melodi
Un mit dat Singen was ‘t vörbi,
Un beid’ tau lachen fangen s’ an
Un heimlich flustern s’ beid’ tausam:
"Je, geiht dat woll? Süll ‘t ok woll gahn?"
"Ih, woll! Kumm lising mit heran!"

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