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Das Verrätertor

Edgar Wallace: Das Verrätertor - Kapitel 24
Quellenangabe
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typefiction
authorEdgar Wallace
titleDas Verrätertor
publisherWilhelm Goldmann Verlag
printrun9. Auflage
isbn3-442-00045-9
translatorRavi Ravendro
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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projectid65702eb2
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23

Es ist ein alter Grundsatz, daß Regierungen über dem bürgerlichen Gesetz stehen. Vier Leute warteten in verschiedener Stimmung, daß sich die zermalmenden Räder der Gerechtigkeit in Bewegung setzten. Graham Hallowell war sehr schwach – und gleichgültig gegen seine Umgebung, als er sich langsam wieder erholte. Er hatte nur eine Klage.

»Es wäre fürchterlich, wenn ich jetzt, wo ich dich erst richtig kennengelernt habe, Diana, wieder ins Gefängnis müßte.«

Sie lächelte ihn an.

»Das wird nicht geschehen, Graham«, sagte sie. »Ich fühle, daß es nicht geschehen kann. Sie haben ja ihre Krone zurück, und kein Wort davon ist in die Zeitung gekommen. Ich glaube nicht, daß sie jetzt noch einen Prozeß anstrengen werden. Aber wenn sie es doch tun sollten –«

Sie vollendete den Satz nicht. Sie wußte, daß das Leben keinen Wert mehr für sie hatte, wenn man ihr dieses neue, tiefe Gefühl für Graham nahm.

Tiger Trayne wußte, daß er dauernd von der Polizei beobachtet wurde, aber er wartete mit der Ruhe eines Mannes, der sehr viel weiß. Jeden Morgen, wenn der Diener ihm die Zeitung brachte, schaute er nach dem Wetterbericht. Zum Frühstück beklagte er sich wie stets über die Qualität des Kaffees. Wenn er ausging, folgte ihm ein Schatten, aber das störte seinen Gleichmut und seine gute Stimmung nicht.

Dick Hallowell war ärgerlicher denn je, obgleich er von seinem Vorgesetzten informiert worden war, daß der Vorfall als abgeschlossen betrachtet wurde.

Da machte ihm Lady Cynthia eines Nachmittags einen unerwarteten Besuch.

»Ich habe Sie gestern abend im Ritz gesehen«, sagte sie. »Sicherlich war die reizende junge Dame Hope Joyner?«

»Jawohl, gnädige Frau«, sagte Dick kurz.

»Wann werden Sie mit ihr Ihren Besuch bei mir machen?«

Dick warf ihr einen überraschten Blick zu.

»Ich wußte nicht, daß Sie Hope wirklich sehen wollen, Lady Cynthia.«

Doch sie nickte ihm freundlich zu.

»Ich möchte die Bräute doch kennenlernen, bevor sie ins Regiment kommen. Sie kommt doch?«

»Ich nehme meinen Abschied, Lady Cynthia.«

»Das werden Sie nicht tun«, entgegnete sie in ihrer alten, würdevollen Haltung. »Ich würde mich sehr freuen, wenn Hope zu uns käme. Ich möchte ihr eine – eine Mutter sein.«

So viel Zärtlichkeit lag in dem Ton ihrer Stimme, daß Dick nur noch verwundert den Kopf schütteln konnte.

*

ENDE

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