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Gutenberg > William Shakespeare >

Das Trauerspiel vom Macbeth.

William Shakespeare: Das Trauerspiel vom Macbeth. - Kapitel 34
Quellenangabe
typetragedy
booktitleDas Trauerspiel, vom Macbeth.
authorWilliam Shakespeare
translatorChristoph Martin Wieland
year1995
publisherHaffmans Verlag
addressZürich
isbn3-251-20152-2
titleDas Trauerspiel vom Macbeth.
pages3-121
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1765
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Sechste Scene.

Vor Dunsinan.

Malcolm, Siward, Macduff und ihr Kriegsheer, mit Zweigen.

Malcolm. Nun sind wir nahe genug; werft eure laubichten Schirme weg, und zeigt euch als diejenigen die ihr seyd. Ihr, Ehrwürdiger Oheim, sollt mit meinem Vetter, euerm edeln Sohn, unser erstes Treffen anführen; und Macduff und ich wollen, nach euern Befehlen, das übrige auf uns nehmen, was zu thun seyn wird.

Siward. Gehabt euch wohl; finden wir nur noch vor Nacht die Schaaren des Tyrannen, so laßt uns geschlagen werden, wenn wir nicht fechten.

Macduff. Laßt alle unsre Trompeten zum Angriff blasen.

(Sie gehen ab. Man bläßt zum Angriff.)

Macbeth tritt auf.

Macbeth. Sie haben mich an einen Pfosten angebunden, ich kan nicht entfliehen, sondern muß, wie ein gehezter Bär, für mein Leben fechten. Wer ist der, den kein Weib gebohren hat? Ich will ihn fürchten, sonst keinen.

Der junge Siward tritt auf.

Junge Siward. Wie ist dein Name?

Macbeth. Du würdest zittern wenn du ihn hörtest.

Junge Siward. Das würd' ich nicht, und wenn du dir gleich einen heissern Namen gäbest, als irgend einer in der Hölle.

Macbeth. Mein Nam' ist Macbeth.

Junge Siward. Der Teufel selbst könnte mir keinen verhaßtern nennen.

Macbeth. Und keinen furchtbarern.

Junge Siward. Du lügst, du verworfner Tyrann, mit meinem Schwerdt will ich beweisen, daß du es gelogen hast.

Sie fechten, und der junge Siward fällt.

Macbeth. Dich hat ein Weib gebohren – – Ich lächle nur zu Schwerdtern, die von Weiber-Söhnen geschwungen werden.

(Er geht.)

Das Kriegs-Getümmel daurt fort. Macduff tritt auf.

Macduff. Von daher kommt das Getümmel: Tyrann, zeige dein Gesicht; wenn du von einer andern als meiner Hand gefallen bist, so werden die Geister meines Weibes und meiner Kinder mir keine Ruhe lassen. Ich kan nicht auf diese armseligen Kernen schlagen, deren Aerme gedungen sind ihre Speere zu tragen; du must es seyn, Macbeth, oder ich steke mein Schwerdt unbesudelt wieder in die Scheide – – dort solltest du seyn; dieser grosse Lerm scheint einen vom ersten Rang anzukünden. Laß mich ihn finden, Glük, mehr verlang' ich nicht.

(Er geht ab.)

Getümmel. Malcolm und Siward treten auf.

Siward. Gnädigster Herr, auf dieser Seite ist das Schloß unser: Des Tyrannen Leute fechten mehr für uns als für ihn; die edeln Thanes halten sich vortreflich; noch eine kleine Arbeit, so ist der Tag euer.

Malcolm. Wir haben mit Feinden zu thun, deren Streiche alle neben uns vorbey gehen.

Siward. Wir wollen in das Schloß hinein, Gnädigster Herr.

(Sie gehen ab.)

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