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Gutenberg > William Shakespeare >

Das Trauerspiel vom Macbeth.

William Shakespeare: Das Trauerspiel vom Macbeth. - Kapitel 17
Quellenangabe
typetragedy
booktitleDas Trauerspiel, vom Macbeth.
authorWilliam Shakespeare
translatorChristoph Martin Wieland
year1995
publisherHaffmans Verlag
addressZürich
isbn3-251-20152-2
titleDas Trauerspiel vom Macbeth.
pages3-121
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1765
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Dritter Aufzug.

Erste Scene.

Ein Zimmer im Palast.

Banquo tritt auf.

Banquo. So hast du's also? Glamis, Cawdor, König, alles was dir die Zauberinnen versprochen haben; ich fürchte sehr, du bist auf keine gute Art dazu gekommen; und doch wurde gesagt, es sollte nicht bey deinen Nachkommen bleiben, sondern ich selbst sollte die Wurzel und der Stammvater vieler Könige seyn. Wenn Wahrheit von ihnen kommen kan, (wie ihre Anrede an dich, Macbeth, zu beweisen scheint) warum können sie nicht eben so wohl meine Orakel seyn, und mich zu Hoffnung anfrischen? – – Doch stille! nichts mehr hievon.

Trompeten. Macbeth als König, Lady Macbeth, Lenox, Rosse, Lords und Hofdiener.

Macbeth. Hier ist unser vornehmster Gast.

Lady. Wenn er vergessen worden wäre, so hätte es wie eine gähnende Lüke in unserm Fest ausgesehen, und alles andre entstellt.

Macbeth. Wir haben auf die Nacht ein festliches Gastmal, Sir, und ersuchen euch um eure Gegenwart.

Banquo. Nach eurer Hoheit Befehl; an deren jeden meine Pflicht durch ein unauflößliches Band auf ewig geknüpft ist.

Macbeth. Ihr verreiset diesen Nachmittag?

Banquo. Ja, mein gnädigster Herr.

Macbeth. Wir wollten uns sonst euren guten Rath (der allezeit weise und glüklich war) in der heutigen Raths-Versammlung ausgebetten haben, doch es ist morgen früh genug dazu. Geht die Reise weit?

Banquo. So weit, daß ich die ganze Zeit zwischen izt und dem Nachtessen dazu gebrauchen werde. Wenn mein Pferd nicht das beste thut, so werd' ich noch eine oder zwoo dunkle Stunden von der Nacht entlehnen müssen.

Macbeth. Bleibet ja nicht von unserm Gastmal aus.

Banquo. Mein gebietender Herr, ich will nicht fehlen.

Macbeth. Wir hören, unsre blutigen Vettern haben sich nach England und Irland gemacht, läugnen ihren grausamen Vater-Mord, erfüllen ihre Hörer mit seltsamen Erfindungen – – Doch, hievon morgen, mit andern Angelegenheiten, die den Staat betreffen, und unsre vereinigte Aufmerksamkeit fodern. Geht ihr zu Pferde! Adieu, bis auf die Nacht. Geht Fleance mit euch?

Banquo. Ja, gnädigster Herr, wir können nicht länger verweilen – –

Macbeth. Ich wünsche euern Pferden schnelle und sichre Füsse, und hiemit empfehl' ich euch ihrem Rüken. Lebet wohl. (Banquo geht ab.) Laßt bis Abends um sieben Uhr, jedermann Meister von seiner Zeit seyn; das Vergnügen der Gesellschaft desto besser zu schmeken, wollen wir selbst bis zum Abendessen allein seyn; bis dahin, sey Gott mit euch!

(Lady Macbeth und Lords gehen ab.)

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