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Das Teutsche Dichterroß

Hanns Freiherr von Gumppenberg: Das Teutsche Dichterroß - Kapitel 67
Quellenangabe
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typepoem
authorHanns von Gumppenberg
titleDas Teutsche Dichterroß
publisherVerlag Georg D. W. Callwey
printrunUnveränderte Fassung der achten, vermehrten Auflage
year1918
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20120514
projectid3c492ec4
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Im Spiegelturmgemach

Im grauen Schloß,
Umschlichen vom Glasglast
Der hohen Klause
Hinter den Schattenriegeln,
Über und unter den Spiegeln
Laß uns schweigend beharren
Und bis zum Grund der Schwindelgründe starren.

Sei nicht erschrocken
Von den Gedankenträumen –
Lasse dich locken
Von den getrunknen Räumen!
Ihr Stürzen ist Ragen –
Laß dich tragen
Und fallen
Von allen zu allen!

Aber denke der Tiefe nach!
Du mußt es spüren,
Wie sie dich führen
Dahin, wo keiner dich riefe,
Weil jeder schliefe –
Das ist die Tiefe.

Denk', o denke der Tiefe nach,
Denk' an die Schauerferne der Nähe –
Sieh, dann erhebt sich das Spiegelgemach,
Weib, und wir stiegen zur Höhe!
Denn dann ist es, wies damals war,
Als mein gesamtes Mobiliar
Erst mahnend gekracht,
Dann auf sich gemacht
Mit mir in die Nacht,
In die Höhen der Gründe,
Wo ich mein Schweigen verkünde.

 

Nach                           Wilhelm von Scholz

 

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