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Das Mandelhaus

Hermann Stehr: Das Mandelhaus - Kapitel 18
Quellenangabe
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typefiction
authorHermann Stehr
titleDas Mandelhaus
publisherPaul List Verlag
firstpub
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20120207
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17

Die Absicht des Meisters war kaum in der Gegend bekanntgeworden, als auch von allen Seiten Bestellungen in einer solchen Anzahl eingingen, daß der ganze Winter nicht hingereicht hätte, ihnen zu entsprechen und wäre Mandel im Besitz von einem halben Dutzend Händen gewesen. Denn sein Ansehen stand damals gerade in der höchsten Blüte, weil er dem schiefen Ransener, der allgemein wegen seiner Grobheit verhaßt war, so mannhaft die Tür gewiesen hatte. Er wählte sich also mit klugem Bedacht die besten Anerbietungen: den Herrenfrenzel oberhalb des Röhrsdorfer Kessels, den kleinen Just auf dem Ranser, den großen Just in Oberröhrsdorf, den Müller vom Sauerborn und den Rathmann in den Berghäusern, genannt das Täubchen. Die Anwesen lagen in den verschiedensten Teilen des weit verzweigten Gemeinwesens, und Mandel glaubte so, seinem Eusebius sicher auf die Spur zu kommen, mochte er wo immer hin entwichen sein.

Er bereitete sich auf seine Ausfahrt vor, arbeitete schnell alles auf, versah Maruschka mit allen möglichen Verhaltungsmaßregeln und klärte den Amadeus so gut es gehen wollte über sein Vorhaben auf. Der Knabe hörte mit der ihm eigenen Versonnenheit zu und war sichtlich stolz, daß sein Vater wieder eine weite Reise und noch dazu mit einem Pferde unternehme, wie es nur Bauern und Herren können. Als aber Eusebius im Laufe des Gesprächs den Namen Ransern erwähnte, überkam den Kleinen die Sorge, daß sein Vater dem bösen Tautz in die Hände falle, der ihn beinahe hier in der Stube gehauen hätte, und er kramte aus seiner Tasche jenen Zettel, den er nach dem Entweichen des schiefen Scholzen vor dem Schuppen draußen mit seinen seltsamen, krausen Tonzeichen beschrieben hatte. Vielleicht dachte Amadeus, das Lied, das damals in ihm aufgeklungen war, habe den Tautz-Bauern aus dem Hause vertrieben, und wenn sein Vater es nun bei sich trage, werde er vor allen Verunglimpfungen dieses Unholdes sicher sein. Davon sagte er aber nichts, sondern bestand nur darauf, daß Eusebius den Zettel zu sich stecke.

In der letzten Nacht, die Eusebius unter seinem Dache zubrachte, peinigte ihn noch einmal aller Spuk, der ihn die letzten Wochen so auseinandergewürgt hatte: es krachte gegen die Wand, das Tierweinen schluchzte im Finstern über ihm, ein buntes Leuchten schweifte unausgesetzt um sein Bett, es trieb ihn auf die Bodenstiege, und während er saß und wartete, kam es ihm ein, Maruschka liege indessen bequem in ihrem Bette. Groß und stark sah er sie vor sich, weich und massig. Irgend etwas Heißes, Zornerfülltes rang wieder mit ihm, ein Ende zu machen. Aber wenn er sich erhob und wie trunken mit den Füßen in die Höhe zu tasten begann, klang aus unendlicher Ferne eine leise flehende Kinderstimme, und es wurde ihm elend zumute. Während alles dieses an ihm geschah, spürte er doch gleichzeitig, daß er gleich einem Pfahl hilflos eingerammt sei inmitten einer grauen öden Erde.

 

*

 

Gegen neun Uhr am anderen Morgen hielt der Schlitten des Bauern vor seinem Fenster, der Knecht pochte mit dem Peitschenstiel an die Wand, das Pferd trat herüber und schnob mit seinem Brodem die Eisblumen von der Fensterscheibe. Eifrig stürzte sich der Meister in seine letzten Vorbereitungen, sägte mit der Rechten eilig für Maruschka die letzten Anweisungen aus der Luft und verließ, nachdem er fast achtlos von Amadeus Abschied genommen, fluchtartig das Mandelhaus, und die Tür fuhr hinter ihm mit einem Knall zu. Erst als er außerhalb des Dorfes war, auf der Chaussee, die sich nach dem Bauerröhrsdorfer Kessel zu senkte, kam es wie ein Aufatmen über ihn.

Alles lag unter einem einförmig grauen Himmel tief in einem trostlos stumpfen Schnee begraben, die Hütten von Oberröhrsdorf, die wie Maulwurfshaufen dalagen, verschwanden eben hinter einem Hügel, auf dem ihn einst Maruschka nach einer seiner wirren »Touren« in die Dörfer erwartet hatte. Mit schmerzendem Zorn erinnerte er sich, daß sie damals sein ganzes Haus mit ihrem Rock verdeckt hatte. Plötzlich brach sich die Sonne ein leuchtendes Tor in das Gewölk, und auf dem Schneefelde tauchten vereinzelte Bäume mit glitzerndem Behang auf, vornübergebeugt wie Riesen, die mitten im Gang erfroren waren.

Der Knecht neben ihm, ein alter, grobgedübelter Mann, redete zwischen Hott und Hüh wie zu sich selber mit trockener eintöniger Stimme. Die Giebel der Höfe von Bauerröhrsdorf tauchten auf. Da unterbrach der Knecht die Erzählung, auf die der Schneider gar nicht achtete, und erhub ein lustig Geknall, und als Mandel erschreckt zu ihm herumfuhr, sagte der Graukopf: »Dort drüben der dritte Hof, das ist Resel Damians seiner. Dort habe ich vor zehn Jahren gedient.« Das sagte er mit einem warmen Klang im Ton und schickte ein behagliches Lachen hinterdrein, denn das war die Zeit seines Lebens gewesen, da auch er unter ein Schürzlein geguckt hatte. Wenige Schritte später begann die lange Lehne anzusteigen. Der fette Gaul gab seinen schütternden Trab auf, und der Schlitten ruckte im langsamsten Tempo knirschend vorwärts. Der Knecht steckte den Peitschenstock ins Futteral, die Hände in die Taschen und fing wieder an zu reden. Mandel erkannte nach den ersten Sätzen, daß er fortwährend über die bevorstehende Scholzenwahl gesprochen hatte, und da er meinte, daß es für ihn, nun er unter die Leute ging, von Wichtigkeit sei, sich in die Neuigkeiten einzuweihen, ließ er sich in einen Disput ein.

Dieses Röhrsdorf war ein eigentümliches Gemeinwesen. Wie alle Gebirgsdörfer war es so weitläufig und zerstreut, daß eigentlich niemand seine Grenzen genau kannte. Als Oberröhrsdorf führte es auf einer welligen mageren Hochfläche mit Kätnereien, Feldgärtnerstellen und winzigen Häuslein einen wirren Wirbel auf; als Bauerröhrsdorf lagerte es mit strotzenden Höfen um die Teiche eines fruchtbaren Kessels; mit seinen Berghäusern kletterte es über einen steilen Abhang bis in den Langen Busch hinauf, und da waren auch noch Ransern mit seiner aufsässigen Bauernsippe und der liederliche Sauerborn. In ruhigen Zeitläufen kümmerte sich eigentlich kein Teil um den anderen: die Leute von den Berghäusern melkten schweigsam die grüne Kuh; die Oberröhrsdorfer lagen sich in ewigen Prozessen in den Haaren, die Ransener schlugen sich mit den Peitschen ihre Meinungen um die Ohren, die Sauerborner tanzten um die Schürze, und in Bauerröhrsdorf ritt man auf dem Geldsack um die Wette. Jede gemeinsame Angelegenheit brachte alle die Einsamen und Getrennten in einer allgemeinen Feindseligkeit nahe. Jetzt, da die Scholzenwahl nahe war, lebte der uralte Streit wieder auf, ob Bauerröhrsdorf oder Oberröhrsdorf die Ehre zukomme, als Mittelpunkt des weit verzweigten Gemeinwesens zu gelten. Verschimmelte Urkunden wurden hervorgesucht, alte Spöttereien neu aufgebügelt. Die Oberröhrsdorfer beriefen sich in der Behauptung ihres Vorranges auf Friedrich den Großen. Dieser sollte während einer vorübergehenden Retirade vor den Österreichern im Siebenjährigen Kriege bei dem Lindenwirt, der heutigen Moserschenke, genächtigt und der Hausfrau Morgensüpplein mit viel Behagen genossen haben. Zum Dank dafür sei der damals noch kleinen Siedlung von ihm die Dorfgerechtsame nebst freier Hutung im Walde und die Holznutzung im königlichen Forst verliehen worden. Die Bauerröhrsdorfer meinten, das mit dem Übernachten beim Lindenwirt habe allerdings seine Richtigkeit. Allein die eine Nacht im Bett des Lindenwirts hätte dem alten Rexen mehr Blut gekostet als eine Schlacht, und vor der Suppenschüssel der Hausschlampe habe er am anderen Morgen die Flucht ergriffen, weil darin mehr Russen gewesen als bei der Zorndorfer Schlacht, und wenn der König nicht zu Bauerröhrsdorf einen wohlbesetzten Tisch gefunden, so wäre er verhungert, und in Schlesien wieherten heute noch die Pferde auf pandurisch.

Das alles erzählte der Knecht so ausführlich, als handle es sich um eine Neuigkeit von gestern. Der Schneider aber, der geglaubt hatte, in Ungewöhnliches eingeweiht zu werden, verlor über diesem tausendmal aufgewärmten Gericht das Interesse, hörte nur noch mit halbem Ohre zu und versank geheim in Gedanken über seinen Plan. Während er die Luft durch die Nase blies oder irgend etwas murmelte, Ja und Nein dazwischen warf, kriegte er heraus, daß dieser Trubel seinem Vorhaben eigentlich außerordentlich förderlich sei, denn wie er seinen alten Eusebius kannte, war dieses bunte Treiben für ihn das rechte Wetter. Da konnte er ungesehen die Feuer anblasen, verschmitzte Bosheiten anbringen und verwirrend bald dem, bald jenem mit bunten Fabelfahnen winken, und er, der einschichtige verlassene Mandel, machte sich ihn geneigt, da er mitten in diesen Handel hineinkutschierte.

Jetzt war der Schlitten auf der Höhe der langen Lehne. Der Knecht hatte zu reden aufgehört und sah ärgerlich auf den verhutzelten Schneider, den er innerlich einen verwirrten Fadensack nannte, weil der Meister nur immer vor sich hin murmelte und manchmal mit der Nase einen Laut hervorbrachte wie ein alter Rabe, der gedankenvoll mit seinem Schnabel knipst.

So kamen sie dem Hofe des Frenzelbauern immer näher. Der stand wie eine finstere, trutzliche Burg an einem jähen Abhang. Insbesondere das Wohnhaus hob sich mit grämlichen Fenstern hoch auf, als mache es den Versuch, für einen Turm zu gelten. Nirgends war jene wohnliche Unordnung von halben Wagen oder geschältem Holz, wie man sie wohl um die meisten Höfe trifft. Wie in sich zusammengezogen, in mürrischer Hochfahrenheit lag das Gebäudeviereck da, und Mandel spähte vergebens nach einem lauschigen Eckchen oder einem verschwiegenen Strauch über einer heimlichen Bank oder einem verschmitzten Pförtlein für seinen bunten Eusebius.

Zwei riesige, winterkahle Linden, jede von einem eisernen Spitzenstaket umlaufen, standen neben dem Tor, das sich mit seiner Sandsteineinfassung ein wenig Mühe gab, für eine herrschaftliche Einfahrt gehalten zu werden. Im Hofe aber herrschte eine Verwirrung, als habe Noah den ganzen Plunder seiner Arche abgeladen. Die Wagen waren durcheinandergefahren, allerhand Maschinen standen verschneit umher. Die Tore hingen schief an den Scheuern, der Dünger war überall herumgeschloppt. Das Wohnhaus mit seinen vier roten bauchigen Säulen über der breiten Treppe wahrte allein in dem Verfall eine gewisse brüchige Würde. Über einen gewölbten dunklen Flur gelangte der Schneider in ein großes, saalartiges Zimmer. Seine drei hohen Fenster ließen durch dunkle Vorhänge nur wenig Licht in den weiten Raum, der durchaus in der Weise eines herrschaftlichen Wohngemaches ausgestattet war.

Mandel blickte sich scheu um, und als er das Büfett bemerkte, das wie eine große Orgel aussah, hustete er verlegen. Denn er dachte, es müsse doch wer kommen. Eben als er Miene machte, wieder hinauszuschleichen, bewegte sich der Vorhang einer der tiefen Fensternischen, und ein kleiner Mann, nur weniges größer als er, trat hinter einem Tischchen, an dem er gesessen, hervor, ein paar Schritte ihm entgegen. Das war der Frenzelbauer, der wegen seiner Art, sich von allen Besitzern der Umgegend fernzuhalten, den Spottnamen der Herrenfrenzel erhalten hatte. Ein hochzugeknöpfter Gehrock hing von dem fast viereckigen Oberkörper herab, und gewichste Langschäfter wanden sich in vielen Falten an den mageren langen Beinen hinauf. Sein Haar war nach der Mode der Zeit über den Ohren peinlich sauber in Schnecken gedreht und das große quadratische Gesicht glatt rasiert. Eine Weile maß er den Schneider mit unbeweglichen Knopfaugen und beschrieb dann mit der Rechten einen Bogen nach dem Stuhle hin, aus dem der Meister die Aufforderung, sich zu setzen, entnahm. Als er auf der äußersten Kante Platz genommen hatte, nickte Frenzel und sagte dann: »Gesetztermaßen ... ihr seid der Mandelschneider. Gut.« Darauf machte er etwas wie eine Verbeugung und verließ mit kurzen, hackenden Schritten das Zimmer.

Der Meister hatte schon mancherlei über die Sonderbarkeit des Bauern gehört. Nun er ihn gesehen hatte, kam ihm der Mann und der ganze Hof gespenstisch vor. Aber er tröstete sich damit, daß es ihm, der in all den Monaten so viel Spuk erlebt hatte, nur so vorkäme, und es würde schon besser werden, wenn er sich nur zusammenhalte. Es konnte ja auch sein, daß sich sein listenreicher Eusebius gerade des komischen Mannes bedienen wollte, mit ihm wieder ins reine zu kommen. Deswegen nahm er sich vor, es mit dem Frenzel in keiner Weise zu verderben. Kaum hatte er diesen Vorsatz in sich aufgerichtet, so tat sich die hohe Tür schlagend weit auf, und Frenzel führte am Arm eine lange magere Frau herein, die in einem weiten schwarzen Seidenkleide steckte. Sie beugte sich vornehm ein wenig vor dem Meister, als sei er der König von Preußen, und sank auf einem Fensterstuhl in rauschende Falten. Nachdem sie noch einen schnuppernden Blick auf Mandel geworfen hatte, vertiefte sie sich in eine Handarbeit.

Der Herrenfrenzel war nach dieser Darstellung seiner Bedeutung zurückgetreten und beobachtete, welchen Eindruck er auf den Mandelschneider gemacht habe. Als er bemerkte, daß dieser wie verdutzt auf der Kante seines Stuhles hing, war er offenbar zufrieden und trat einige feierliche Rundgänge in der Stube an. Danach hielt er an, nahm seine milchweißen Hände herauf, besah sich die Nägel und begann dann mit klangloser Stimme: »Ich habe gehört, daß Ihr dem Flötz, dem Ransener Tautz, die Tür gewiesen habt. Deswegen habe ich Euch herbestellt. Ihr seht ein, daß

ein Knüttel sich nicht zum Scholzen schickt. Früher, Schneider, waren Euch die kleinen Leute genug. Nun wollt Ihr höher hinaus, das ist schön. Man ist kein Stein. Gesetztermaßen muß das Schicksal aus einem heraus. Denn das Kalb saugt auch nur, solange es keine Zähne hat ...«

So ging es lange fort. Mandel verstand schon bald nichts mehr. Der Bauer meinte wohl auch nichts, sondern schwelgte nur darin, seinen aufgestauten Stolz wieder einmal von sich geben zu können. Aufrecht und würdevoll stand er da, nahm bald die Hände auf den Rücken, bald streckte er die rechte wie ein Feldherr aus, trat einen Schritt zurück oder krümmte das Knie und stellte den Fuß auf die Spitze. So sprach er von seiner großen Bedeutung, an die niemand in der Umgebung heranreiche, weil sein Urgroßvater Offizier im Befreiungskriege gewesen war.

Der Meister, der sich von seiner Ausfahrt einen tröstlichen Ausblick erhofft hatte, vertrocknete in dem leeren Klang dieser Worte wieder und wurde von ihnen wie von einem grauen Schimmel überzogen. Endlich war Frenzel fertig, begab sich auf seinen Platz und setzte sich einen Zwicker auf die Nase. In der Verhandlung über die Arbeit, die nun begann, war des Schneiders Zunge wie eine Rinde, und er brachte kaum ein vernünftiges Wort hervor. Er sah den Pelz, den er überziehen sollte, das schöne blaue Tuch, die seidene Borte und saß mit bedrücktem Lächeln da. Wie zerstört ließ er sich dann in sein Arbeitszimmerchen führen. Es war ein schlundartiger Raum mit einem Bett, einem Stuhl und einem Tisch. Und als er allein war, überfiel ihn eine solche Niedergeschlagenheit, daß er sich den Stuhl an den Tisch rückte, den Kopf in die Hände stützte und beinahe »Malangpüh« gesagt hätte.

 

*

 

Nach zehn arbeitswütigen Tagen verließ Christoph Eusebius nicht anders als ein geschlagener Mann, mit Lob überschüttet und klingendem Lohn im Hosensack, den Hof des Frenzelbauern. Es war rein zum Närrischwerden. Ein Kleidungsstück nach dem anderen war ihm fehlerlos unter den Händen hervorgegangen, und hätte er schließlich nicht so viel Galle in sich aufgespeichert gehabt, daß sie ihm überlief, als der Bauer zu guter Letzt noch mit einem Mantelstoff herausrückte, den Mandel erst verächtlich musterte und dann bockbeinig als nicht ausreichend von sich wies, obwohl er genau wußte, daß dem nicht so war, wäre es dem unglücklichen Eusebius wohl nicht erspart geblieben, sich bald weit und breit als der beste Mantelschneider gepriesen zu sehn. Nein, alledem mußte ein Ende gemacht werden, und das sofort. Hinter dem ganzen Plan mit der Hofe-Schneiderei, das hatte sich erwiesen, steckte die gleiche unbegreifliche Teufelei, die ihn seit der vermaledeit gelungenen Hübnerjacke verfolgte. Und konnte er eben des alten bunten Eusebius auch fern dem Mandelhause nicht habhaft werden, dünkte es ihm immer noch bequemer, sich in sein Schneidergehäuse zu vergraben und abzuwarten, bis sich vielleicht doch eines Tages der niederträchtige Spuk in seinen vier Wänden greifen und unschädlich machen ließ. Mit diesem Entschluß kletterte Eusebius auf den Schlitten und ließ sich nach Hause kutschieren, ohne noch einmal umzublicken.

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