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Das Malaienschiff

William Russell: Das Malaienschiff - Kapitel 17
Quellenangabe
authorClark Russell
titleDas Malaienschiff
publisherVerlag von Robert Lut
printrunFünfte Auflage
yearo.J.
translatorAlfred Peuker
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20170403
projectid21934c39
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Wir treffen ein Schiff!

Am Nachmittag saß ich an Deck und rauchte meine Pfeife. Bei unserem Mittagsmahl um ein Uhr, das wieder durch Kapitän Buntings endloses, langweiliges Salbadern gewürzt worden war, hatten wir beide uns sehr schweigsam verhalten. Als der Kapitän sich nach dem Essen in seine Kabine zurückgezogen hatte, saßen Helga und ich noch eine halbe Stunde über dem Brettspiel, dann ging auch sie hinunter.

Mr. Jones stapfte auf und ab, während ein scheußlicher gelber Kerl mit seinen nervigen Fäusten das Rad hielt. Ich musterte eingehend seine monströse Häßlichkeit, obgleich er mich unverwandt anstierte.

Nun, Mr. Jones, sagte ich zu dem Steuermann, dessen kleine Kartoffelnase so komisch unter dem Mützenrande aus seinem blassen Gesicht herausleuchtete, feiner Wind für Sie, aber für mich taugt er nichts. Ich bin nun schon beinahe elf Tage unterwegs und möchte nach Hause.

Das sagen alle, die auf See sind, antwortete er, nur diejenigen nicht, die keine Heimat haben, und das ist bei mir der Fall.

Wo stammen Sie denn her?

Aus Whitechapel. Wenn ich an Land bin, wohne ich in einem Seemannsheim. Und ich bin immer froh, wenn es wieder an Bord geht.

Das Seemannsleben ist hart, härter als es nötig wäre; das denken Nakier und seine Leute sicherlich auch, Mr. Jones.

Oho! Was für englische Matrosen gut genug ist, muß auch für die Malaien gut sein. Das Schweinefleisch ist außerdem besser als das Rindfleisch an Bord.

Aber die Religion der armen Kerle! wandte ich ein.

Ach was Religion! Sie sollten die Bande nur 'mal auf Englisch fluchen hören. Weiter nichts, wie ein Grund, sich zu beschweren. Das ist nun 'mal so Brauch bei allem, was auf dem Vorderdeck herumkriecht. Die Hautfarbe ist dabei ganz egal.

Hier war nichts zu machen.

Hat der Kapitän Sie beauftragt, ein passierendes Schiff anzurufen? fragte ich.

Er verneinte.

Es wäre aber sehr bedauerlich für uns, wenn wir die Gelegenheit verpaßten, während der Kapitän vielleicht unten ist oder schläft.

Ja, aber ohne seine Anordnung darf ich nichts tun, sagte er mit einem Lächeln, aus dem ich schloß, daß er seine stillen Beobachtungen gemacht haben mußte. Da der Wind mir die Pfeife ausblies, suchte ich auf der Leeseite ein geschützteres Plätzchen und entdeckte dabei Jakob, der etwas am Tauwerk ausbesserte. Ich fragte ihn, wie es ihm hier gefiele?

Er war des Lobes voll; täglich bekomme er sein Glas Grog, das Essen sei gut, und drei Pfund monatlich seien auch nicht zu verachten. So könne er wenigstens etwas mit nach Hause bringen und den Verlust der »Morgenfrühe« leichter verschmerzen.

So haben Sie und Abraham also wirklich für die Reise angemustert? fragte ich.

Ja, heute nachmittag haben wir den Kontrakt unterschrieben. Ein feiner Gentleman, der Kapitän. So was trifft man selten; sonst wird man auf dieser Sorte von Schiffen wie ein Hund behandelt.

Es freut mich für Sie, wenn Sie sich hier wohl fühlen, sagte ich. Schade, daß der arme Thomas nicht dabei ist.

Verzeihung, Herr! dürfen ich ein Wort mit Euch sprechen? flüsterte plötzlich eine Stimme neben mir.

Es war Nakier, hinter dem noch ein anderes kupferfarbenes Gesicht auftauchte, das aber sofort wieder verschwand.

Was wollt Ihr, Nakier?

Können Ihr mir Schiffsgesetze sagen, Herr?

Wieder sah das andere Gesicht über Nakiers Schulter, suchte sich aber möglichst zu verbergen.

Ich weiß, was Ihr meint, kann Euch aber keinen Rat geben, erwiderte ich. Daß wir mit der Handlungsweise des Kapitäns nicht einverstanden sind, habt Ihr ja heute von der Dame gehört.

Ach! sie sein gut, sie sein gut! rief er aus. Ist Gesetz unter Engländer, ihn zu bestrafen, für uns geben zu essen, was sein verboten?

Das weiß ich nicht, antwortete ich erleichtert, die Leute vom Gesetz sprechen zu hören! Sahen sie doch alle so aus, als wenn die Handhabung ihres Gesetzes in der Scheide ihrer Dolchmesser ruhte. In Capstadt gibt es aber sicher Rechtsgelehrte, die Euch darüber Auskunft erteilen können. Wartet so lange und denkt einstweilen, Euer Kapitän ist – ich griff mit einer bezeichnenden Handbewegung an meine Stirn.

Die bösen Augen in dem Kupfergesicht hinter Nakier funkelten noch drohender, dann verschwanden sie. Nakier zuckte mit den Achseln.

Danke, Herr! Dann fragte er, wie es komme, daß ich Schiffbruch gelitten, da ich doch kein Seemann sei.

Ich erzählte ihm kurz meine Abenteuer, als Jakobs rauhe Stimme mich unterbrach.

Es sieht nicht aus, als ob Sie bald nach Hause kommen werden, Mr. Tregarthen. Nichts zu seh'n! In weitem Bogen spuckte er über Bord.

Bitte Verzeihung, Herr! Verstehen Ihr Schiffahrt? fragte Natter.

Verwundert, daß er dieselbe Frage an mich richtete wie Punmeamootty heute morgen, verneinte ich.

Aber Mr. Vise ihm verstehen?

Ich schüttelte den Kopf.

Und die junge Herrin?

Auch für Fräulein Nielsen kann ich nicht gut sagen.

Gerade in diesem Augenblick sah ich Helga auf der Leeseite. Sie winkte mir, und fast gleichzeitig rief Jakob:

Ich will verdammt sein, wenn das nicht der Rauch eines Dampfers ist.

Rasch eilte ich zu Helga hinüber, die den spinnwebfeinen Streifen am Horizont bereits bemerkt hatte. Wenn er nicht östlich oder westlich abbog, mußte er uns direkt entgegenkommen; denn daß wir, bei unsern sechs bis sieben Knoten Fahrt, den Dampfer etwa eingeholt haben sollten, war ja völlig ausgeschlossen.

Ich nahm das Fernrohr aus den Klammern, konnte aber auch ganz hinten, dort, wo die dunkelblaue Farbe des Meeres in Opalton überging, nichts weiter als ein feines, hellblaues Äderchen wahrnehmen. Doch da der Rauch andauernd aus derselben Stelle blieb, unterlag es für mich keinem Zweifel mehr, daß der Dampfer uns entgegenfuhr.

Möchten Sie wohl so gut sein, dem Kapitän zu melden, daß ein Dampfer in Sicht ist? ersuchte ich Mr. Jones höflich.

Ich habe keinen Befehl, den Kapitän zu rufen, nur weil ein Schiff in Sicht ist, lehnte er jedoch kurz ab.

Das mag sein, Mr. Jones, aber hier bietet sich uns vielleicht eine Gelegenheit, heimzukommen. Der Kapitän muß es daher erfahren.

Ich kann's nicht ändern, Herr, erwiderte er achselzuckend, es verträgt sich nicht mit meiner Instruktion.

Damit ließ er uns stehen.

Es ist keine Zeit zu verlieren, Helga, sagte ich. Ich werde selbst den Kapitän aufsuchen.

Als ich an seine Tür klopfte und meinen Namen nannte, rief er: Bitte, kommen Sie nur herein, wenn Sie allein sind.

Er lag in Hemdärmeln auf seinem Bett, richtete sich aber sofort auf und griff nach seinem Rock.

Was wünschen Sie, Mr. Tregarthen?

Verzeihung, daß ich Sie störe, sagte ich. Der Rauch eines Dampfers ist in Sicht. Und da Mr. Jones sich weigerte, Ihnen dies zu melden, erlaubte ich mir, es selbst zu tun. Ich bitte Sie, dem Schiffer zu signalisieren, daß es Fräulein Nielsen und mich an Bord nehme.

Ich habe nichts dagegen, Sie überzusetzen, Mr. Tregarthen, sagte er in seinem gewöhnlichen sanften Tonfall, aber Sie können wirklich nicht verlangen, daß ich mich so schnell von ihrer reizenden Gefährtin trenne.

Ich verlasse das Schiff unter keinen Umständen ohne sie.

Das sollen Sie ja auch garnicht. Sie sollen eine kleine Vergnügungstour mit mir machen. Sie fühlen sich hier doch hoffentlich wohl?

Sehr wohl, aber trotz allem muß ich Sie dringend ersuchen, Kapitän Bunting, daß Sie dem Dampfer Signale geben. Ich muß darauf bestehen!

Er lächelte milde.

Die Macht eines Kapitäns an Bord seines Schiffes ist unumschränkt; sein Wille ist Gesetz; niemand außer ihm hat das Recht, auf etwas zu bestehen. Doch wir wollen uns nicht ereifern, sondern Freunde bleiben.

Kapitän Bunting, entgegnete ich, auch mir liegt daran, mit Ihnen in Gutem auseinander zu kommen. Aber ich mache Sie darauf aufmerksam, daß, wenn Sie uns zwingen, die Reise fortzusetzen, Sie dies auf Ihre Gefahr tun. Ich werde Sie auf Entschädigung verklagen, und was Fräulein Nielsen anbetrifft, so werden Sie wohl wissen, daß Freiheitsberaubung eine strafbare Handlung ist.

Er wehrte mit beiden Händen ab.

Dies ist doch keine Freiheitsberaubung! Ich begreife Ihre Ungeduld, aber ich könnte von Ihnen doch wohl eine etwas edelmütigere Auslegung meiner Wünsche beanspruchen. Weshalb denn diese Eile?

Sie können wirklich nicht verlangen, daß ich die Antwort auf diese Frage zum hundertsten Male wiederhole! rief ich, mich mit äußerster Anstrengung zur Ruhe zwingend.

Natürlich! Sie sind in Sorge um Ihre arme Mutter. Wie wäre es, wenn wir ihr durch den Dampfer Nachricht von Ihnen übermitteln ließen? Sein Gesicht strahlte vor Freude über diesen neu entdeckten Ausweg. Wo sind Sie doch gleich zu Hause? Ah, – Tintrenale.

Soll ich das so verstehen, daß Sie sich weigern, uns übersetzen zu lassen?

Weshalb diesen harten Ausdruck? Sie wissen doch, welche Wünsche ich im Herzen hege.

Unter dieser unerschütterlichen Sanftmut barg sich eine eiserne Entschlossenheit. Ich sah ein, daß ich nichts bei ihm erreichen würde und wandte mich nach der Tür.

Bitte, haben Sie die Güte, mir Mr. Jones zu schicken, rief der Kapitän mir noch nach.

Ich entledigte mich dieses Auftrages und teilte dann Helga in dürren Worten die Weigerung des Kapitäns mit.

Das darf er nicht, rief sie erbleichend.

Daran kehrt er sich nicht! Wenn wir nicht über Bord springen wollen, müssen wir wohl oder übel hier bleiben!

Könnten wir nicht die Mannschaft zu Hilfe rufen? stammelte Helga.

Ich starrte auf den sich schnell nähernden Dampfer und zermarterte mein Gehirn, wie ich mich ihm bemerkbar machen könnte. Voll Bitterkeit und ohnmächtigen Zornes sah ich den stattlichen Postdampfer – denn als solcher erwies er sich schon durch seine Schnelligkeit – näher kommen. Kapitän Bunting ließ sich nicht sehen, doch Mr. Jones trat an mich heran und zeigte mir ein schwarzes Brett, auf dem in großen, deutlichen Buchstaben mit Kreide geschrieben stand:

Hugh Tregarthen aus Tintrenale, in der Nacht des 21. Oktober aus der Bucht getrieben, ist sicher an Bord des Schiffes »Licht der Welt«! Bunting, Kapitän nach Capstadt. Bitte zu berichten.

Es ist gut so, sagte ich kühl.

Was soll das? fragte Helga.

Man wird die Schrift vom Dampfer aus lesen, die Notiz weiter berichten, und meine Mutter erfährt auf diese Weise, daß ich noch lebe.

Das war ein guter Gedanke, Hugh. Die Nachricht wird Ihre Mutter ebenso schnell erreichen, als wenn Sie selbst mit dem Dampfer heimreisten. Das beruhigt mich ein wenig! sagte Helga erfreut.

Ja, ein guter Gedanke, erwiderte ich, aber ist es nicht geradezu ungeheuerlich, daß wir auf diese Weise hier gefangen gehalten werden? Seine Bewunderung für Sie macht den Kapitän zum gewissenlosen Schurken. Er wollte mich allein hinüberbringen lassen, vorausgesetzt, daß Sie hier bleiben.

Instinktiv klammerte Helga sich schutzsuchend an meinen Arm.

Ich habe einen großen Fehler begangen, fuhr ich fort. Ich hätte ihm sagen sollen, daß wir verlobt wären, dann hätte er uns vielleicht ziehen lassen.

Helga antwortete nicht; mit zusammengepreßten Lippen sah sie nach dem Dampfer hinüber.

Ein schönes Schiff! sagte Mr. Jones. In sechs Tagen liegt es bereits im Dock. Es geht doch nichts über den Dampf.

Weshalb signalisiert der Kapitän nicht? fragte ich scharf. Es würde uns sicher aufnehmen.

Das ist seine Sache.

Wo ist Ihr Flaggenschrank? schrie ich. Ich übernehme die Verantwortung dafür, die Flagge Halbmast zu hissen.

Nicht ohne Befehl des Kapitäns, Mr. Tregarthen!

Was geht der Kapitän mich an! Er hat mir garnichts zu sagen! schrie ich wütend, doch Helga besänftigte mich.

Streiten Sie nicht mit ihm, Hugh. Wir müssen eben Geduld haben.

Der Dampfer hatte sich bis auf wenige Kabellängen genähert. Ich überlegte einen Augenblick, ob ich vielleicht auf die Reeling springen, winken und schreien sollte, verwarf diesen Gedanken aber sofort. Es hätte doch nichts genützt, denn der Steuermann hätte mich gewiß mit Gewalt daran verhindert und mittlerweile wäre die Gelegenheit versäumt, die Botschaft zu übermitteln. Mr. Jones stand vorn und hielt das Brett hoch, während der Dampfer mit einer Geschwindigkeit von zwölf bis dreizehn Knoten an uns vorüberfuhr, ein herrlicher Anblick voll Leben und Schönheit.

Das von weißem Zeltdach überspannte Promenadendeck wimmelte von Passagieren, darunter viele Damen in hellen Kleidern, die lustig im Winde flatterten. Ein Dutzend Ferngläser richteten sich auf uns, darunter auch das des Kapitäns, der von der Kommandobrücke aus die Schrift auf dem Brett studierte. In den rötlichen Strahlen der sinkenden Sonne funkelten die Knöpfe und Litzen seiner Uniform, und in den runden Fenstern des Dampfers schienen Flammen zu glühen. Wie armselig sah dagegen unsere kleine Bark mit ihren rohen Verzierungen und der Auslese gelber Vogelscheuchen aus, die alles stehen und liegen ließen, um nach dem fremden Schiff zu gaffen.

Als das Schiff uns passiert hatte, winkte der Kapitän auf der Kommandobrücke, zum Zeichen, daß er die Botschaft gelesen hätte, worauf Mr. Jones das Brett sinken ließ.

Na, es ist auch Zeit. Im Buchstabieren scheinen sie drüben nicht groß zu sein.

Helga, die sich selbst überzeugen wollte, sah durch das Teleskop, wie der Kommandant etwas in sein Taschenbuch schrieb, und war nun erst befriedigt und beruhigt. Mein Herz schwoll vor Heimweh, als ich dem schnell weiter dampfenden Schiffe nachblickte, das mit jeder Umdrehung der Schraube kleiner und kleiner wurde. Bald sah es nur noch wie ein Spielzeug aus und war kurz danach unseren Augen für immer entschwunden. Da es eben acht Glas schlug, kam Abraham, um Mr. Jones abzulösen.

Da haben Sie eine schöne Gelegenheit verloren, Mr. Tregarthen, sagte er.

Wir werden hier wider unseren Willen zurückgehalten und müssen bleiben, solange es dem Kapitän gefällt, entgegnete ich.

Was will er denn von Ihnen?

Ich hielt es für das Beste, ihm reinen Wein einzuschenken.

Geradeaus gesagt, Abraham, der Kapitän hat sich in Fräulein Nielsen verliebt.

Helga hörte so gleichmütig zu, als ob sie an der ganzen Sache unbeteiligt wäre.

Aber in Sie hat er sich doch nicht verliebt? Weshalb behält er Sie denn beide?

Sie können sich doch denken, daß ich die Dame hier auf dem Schiff nicht allein lassen werde, rief ich.

Weshalb denn nicht? Sie sind doch auch keine Dame und leisten ihr trotzdem Gesellschaft. Wenn ich damit auch nicht sagen will, daß ein Mann so gut ist wie der andere, sehe ich doch nicht ein, weshalb Sie hier bleiben.

Und wer soll Fräulein Nielsen beschützen?

Wenn der Kapitän ihr Beschützer sein will, ist das nicht genug?

Abraham, Sie sind wohl ganz verdreht? sagte Helga mit unwilligem Erröten.

Er sah verständnislos von einem zum andern. Es tut mir leid, wenn ich Sie beleidigt habe, Fräulein, aber der Kapitän ist ein ehrenwerter Mann und sucht eine Frau. Weshalb soll er nicht die Stelle von Mr. Tregarthen einnehmen?

Lieber ginge ich ins Wasser, ehe ich hier allein bliebe, rief Helga mit blitzenden Augen.

Auf Abrahams ledernem Gesicht begann ein ahnungsvolles Lächeln aufzudämmern.

Dann entschuldigen Sie man, Fräulein: wenn schon einer da ist, brauchen Sie allerdings keinen zweiten, und der Kapitän sollte Sie lieber beide nach Hause geschickt haben.

Ihr Dealer kennt doch das Seemannsrecht, sagte ich, auf Abrahams krause Gedankengänge nicht weiter eingehend. Hat der Kapitän das Recht, uns wider unseren ausdrücklichen Wunsch und Willen mitzunehmen?

Was heißt Recht auf hoher See? Was ein Kapitän will, das tut er. Er blickte sich vorsichtig um und dämpfte seine Stimme. Ich würde an Ihrer Stelle auf seine Kosten essen und trinken – was Zeug und Leder hält – denn einen besseren Rum kriegen Sie nirgends zu Wasser und zu Lande – dabei würde ich ihm aber alle Tage zum Frühstück und zum Abendbrot erzählen, daß Sie nach Hause wollen. Wenn Sie in einen Hafen kommen, so verklagen Sie ihn, und für die Entschädigungssumme reisen Sie nach Hause, mit ein paar Pfund extra in der Tasche.

Damit machte er Kehrt und marschierte nach hinten. Gleich darauf ertönte auch die Stimme des Kapitäns.

Was für ein prachtvolles Wetter! Ihre Botschaft ist aufgenommen worden, Mr. Tregarthen, wie Mr. Jones mir berichtet hat, und wir können hoffentlich annehmen, daß unser gemeinschaftlicher Freund jetzt vollkommen beruhigt ist, Fräulein Nielsen.

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