Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Johann Nestroy >

Das Mädl aus der Vorstadt

Johann Nestroy: Das Mädl aus der Vorstadt - Kapitel 12
Quellenangabe
typecomedy
booktitleDas Mädl aus der Vorstadt
authorJohann Nestroy
year1994
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-008553-5
titleDas Mädl aus der Vorstadt
pages1-85
created19981225
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1841
Schließen

Navigation:

Vierzehnte Szene

Gigl. Dann Schnoferl. Dann Frau von Erbsenstein. Die Vorige.

Gigl (eilig aus dem Haus kommend). Unglückliche, du rennst in dein Verderben, die Furie is da!

Thekla (erschrocken). Wer?

Gigl. Laufen wir auf und davon, das is 's Gescheiteste – zu spät, da is sie!

(Frau von Erbsenstein kommt.)

Schnoferl (eilig aus dem Hause kommend). Fassung, Mamsell Thekla! Fassung, sie ist in der schrecklichsten Stimmung, aber ich schütz' Ihnen gegen den ersten Anfall ihrer Wut.

Thekla. Himmel, was wird –

Frau von Erbsenstein (zu Thekla). Mamsell, ich hab' gestern mich in der Aufwallung des Zorns zu Äußerungen hinreißen lassen, die ich von ganzem Herzen bereue –

Thekla (Frau von Erbsenstein die Hand küssen wollend, was diese jedoch nicht geschehen läßt). Gnädige Frau –

Schnoferl (ganz verblüfft). Gigl –

Gigl (ebenso). Schnoferl –

Frau von Erbsenstein (zu Thekla). Ich hab' mich genau um Sie erkundigt und gesehen, wie sehr ich Ihnen unrecht getan. Lassen Sie mich jetzt, um es gut zu machen, Ihre aufrichtigste Freundin, Ihre eifrigste Beschützerin sein. (Schließt sie in ihre Arme.)

Schnoferl (für sich). Ha, das Weib ist ein Stern erster Größe, und ich Stockfisch hab' sie einer kleinlichen Rachsucht fähig gehalten, die mit ihr einen Kontrast bildet wie der Olymp mit 'n Naschmarkt! (Zur Frau von Erbsenstein.) Heraus muß es jetzt, gnädige Frau, was seit, ich weiß gar nicht wie viel Jahren, in mir wogt: Sie sind das Götzenbild im heiligen Hain meiner Gefühle, Sie sind das Omlett, was ich unsichtbar um den Hals getragen und so mich stärkte in jeglicher Gefahr!

Frau von Erbsenstein (welche bisher immer mit Thekla gesprochen). Zu was strapazieren Sie sich da? Arrangieren S' lieber wo eine Abendunterhaltung!

Schnoferl (niedergedonnert, für sich). Die vermudelt mich schön!

Gigl. Thekla, liebe Thekla

Frau von Erbsenstein (zu Thekla). Erzählen Sie weiter!

Thekla. So hab' ich also meinen Vater an dem verhängnisvollen Abend besucht. Auf einmal sagt er: »Ich hab' was vergessen in der Schreibstuben, ich komm' gleich wieder zurück«, und geht fort. Nach einer Viertelstund' kommt er wieder, totenblaß, und sinkt mit den Worten: »Thekla, ich bin verloren!« in einen Sessel. Wie er sich erholt hat, sagt er: »Die Kassa vom Herrn von Kauz is erbrochen und ausgeraubt, auf niemand kann der Verdacht kommen als auf mich, man wird mich einziehen, ich komm' in Untersuchung und hab' nichts, mit was ich mich rechtfertigen kann! Mir bleibt kein Ausweg als Flucht!« Auf das is er fort und erst nach einiger Zeit hat er mir geschrieben, unter welchem Namen und wo er verborgen lebt – wie er lebt, das können Sie sich denken, denn er hat nichts als das wenige, was ich ihm schicken kann.

Frau von Erbsenstein. Armes Kind –!

Schnoferl (gerührt, zur Frau von Erbsenstein). Hab' ich mich nicht für ein gutes Geschöpf interessiert? Ich bin so fest überzeugt, daß ihr Vater unschuldig is –

Frau von Erbsenstein. Wie aber der Welt es beweisen?

Gigl. Ich brauch' keine Welt, ich heirat' sie, und wenn auch ihr Vater nicht unschuldig wär', ihr Vater is ja majorenn und kann folglich schnipfen, was er will.

Frau von Erbsenstein. Sie reden wieder in den Tag hinein!

Gigl. Wenn auch der Vater lange Finger hat, was geht das die Hand der Tochter an?

Thekla. Der Herr Schnoferl hat mir versprochen, heut' wichtige Entdeckungen –

Frau von Erbsenstein (zu Schnoferl). Haben Sie was getan in der Sach'? Das könnt' Ihnen wieder heben in meiner Freundschaft.

Schnoferl. Ich war heut' vormittag bei dem Mann, der Näheres um die Sache wissen muß, bin aber zu spät gekommen. Ein ältlicher Mann war heut' in aller Fruh dort, hat zwei Stund' mit ihm gesprochen; auf das is er abg'reist, kein Mensch weiß, wohin!

Frau von Erbsenstein (Schnoferl verächtlich messend). Also zu spät gekommen? Natürlich, früher hat halt der ausgebreitete Geschäftsmann wichtigere Sachen zu tun gehabt. Adieu, Herr Schnoferl, das war Ihr Gnadenstoß! (Zu Thekla.) Kommen Sie mit mir, meine Liebe! (Zu Gigl.) Gigl, schaun S', daß mein Wagen vorfahrt. (Zu Thekla, im Abgehen.) Wir werden schon Leute finden, die sich um Ihre Sache tätig annehmen sollen. (Mit Thekla ins Haus ab.)

Fünfzehnte Szene

Schnoferl. Gigl.

Schnoferl (ganz niedergeschmettert). Ah, wie diese Frau mich in den Schlamm der Vernichtung schleudert und umtritt auf mir – das is arg! Da is ja jedes Wort eine moralische Blausäure, mein Inneres zerfallt wie Zunder, ich trag' meine Seel' in Schnopftüchel heim. So verkannt zu werden! Ich, der ich alles so gern in Güte ausgleichen möcht', der ich gegen die ganze Welt so dienstwillig, so hilfleistig bin –

Gigl (für sich). Sie fahrt mit der Erbsenstein und ich mit 'n Fiaker, da fahr' ich alle Augenblick' vor und kokettier' hinein in Wagen! – (Zu Schnoferl.) Du, Schnoferl, da nimm die Brieftaschen, ich hab' s' von der Rosali zum Aufheben. Eigentlich g'hört s', glaub' ich, der Sabin'. (Gibt sie ihm.)

Schnoferl. Die Brieftaschen der Sabin'?

Gigl. Na, ja, verstehst denn nicht Deutsch, jetzt muß ich wegen die Wägen schaun. (Geht durchs Gittertor ab.)

Sechzehnte Szene

Schnoferl (allein).

Schnoferl (die Brieftasche besehend). Die Brieftaschen is von der Sabin'? – Das is doch keine Damenportifölie, diese Brieftaschen is offenbar männlichen Geschlechts. – Hm – wie kommt sie da dazu? – Eigentlich geht's mich nix an – (öffnet die Brieftasche) den Namen des Eigentümers möcht' ich vor allem – (die Papiere durchblätternd) ah, da is ein offner Brief – da werden wir die Adress' – (liest) »An Herrn Kä – Käfer« – is es möglich? »An Herrn Käfer«? – Und die Unterschrift? (Entfaltet den Brief.) Keine da – Macht nix, da muß die Sabin' Auskunft wissen. – Was steht denn in Brief? – (Liest murmelnd den Brief, indem er bisweilen durch Exklamationen sich unterbricht.) Was –!? – Was wär' das –!? – Teufel hinein! – (Den Brief wieder zusammenlegend.) Triumph! Triumph! Gigl! Mamsell Thekla! Frau von Erbsenstein! Triumph! Mamsell Gigl! Mussi Thekla! Triumph!

Siebzehnte Szene

Frau von Erbsenstein. Gigl. Thekla. Der Vorige.

Gigl (durchs Gitter zurückkommend). Die Wagen sind b'stellt.

Schnoferl. Triumph! Schrei Triumph, Gigl, ich bitt' dich!

Gigl (schreit). Triumph! – Aber du, wegen was denn?

Frau von Erbsenstein (mit Thekla aus dem Hause). Was is denn g'schehn?

Schnoferl. Gnädige Frau! Mamsell Thekla, ich bitt' Sie um alles in der Welt, schreien Sie Triumph! Aber aus vollem Hals, Sie haben gar nix zu tun als Triumph zu schreien, alles andere hab' ich schon getan.

Frau von Erbsenstein. Werden S' jetzt g'scheit werden oder nicht?

Schnoferl (zu Thekla). Die Ehre Ihres Vaters is gerettet!

Thekla. Wär's möglich –?!

Schnoferl. Ich hab' einen Brief entdeckt, der seine Unschuld sonnenklar beweist. Hören Sie nur! (Liest.) »Lieber Käfer! Heut' muß die Sach' geschehn, ich bin auf ein paar Tage aufs Land, um jede Idee von mir abzulenken. Der alte Stimmer geht täglich um sieben Uhr aus der Schreibstube, halb acht Uhr is also die beste Stund'. Die Schlüssel zu Vortür und Zimmer hast du, du brichst die Kassa auf, wie verabredet, bringst mir heute noch den Inhalt derselben, nachdem du dir deine Belohnung per zweihundert Dukaten abgezogen, und die Komödie is in Ordnung.« – Das is ein Einbruch durch Prokuration, und der nennt das eine Komödi!

Frau von Erbsenstein. Ja, von wem ist denn der Brief?

Schnoferl. Keine Unterschrift, aber wir kommen schon drauf. Offenbar is der Käfer der Helfershelfer, und der, der den Brief geschrieben hat, is der Täter.

Frau von Erbsenstein (einen Blick in den Brief werfend, welchen Schnoferl noch in Händen hält). Wenn man nur die Schrift erkennen könnt' –! (Heftig erschreckend, beiseite.) Um Gottes willen, das is mein' Onkel seine Schrift –

Schnoferl (welcher gegen Thekla gewendet war, sich zu Frau von Erbsenstein kehrend). Was sagen Sie?

Frau von Erbsenstein (sich zu fassen suchend). Nichts, ich – kenn' die Schrift nicht –

Schnoferl. Na freilich, wie sollen Euer Gnaden einem jeden Halunken seine Schrift kennen, ich kenn' s' auch nicht! Aber nur Geduld, wir kommen schon auf 'n Grund.

Achtzehnte Szene

Madame Storch. Rosalie. Peppi. Sabine. Kauz. Vorige.

Kauz (tritt, mit den Frauenzimmern zankend, von Seite rechts auf). Erlauben Sie mir, das is keine Sach', um ein' Spaß z' machen.

Madame Storch, Peppi, Rosalie. So sein Sie nur nicht so kindisch!

Kauz. Was, kindisch? Eine Brieftaschen is kein Gegenstand zu einem Jux.

Sabine. Sie werden Ihre Brieftasche gleich wieder kriegen.

Schnoferl (für sich). Ihm g'hört die Brieftaschen? – Ha, Stearin-, Milly-, Apollo-Licht, was mir aufgeht –!

Sabine (zu Kauz). Wie ich Ihnen sag', ich hab' s' der Rosali geben.

Kauz. Und die Rosalie –?

Rosalie. Ich hab' s' dem Herrn von Gigl gegeben.

Kauz. Also, Gigl, heraus damit!

Gigl. Ich hab' s' dem Schnoferl aufz'heben geb'n.

Kauz (erschreckend). Dem Schnoferl –? (Mit erzwungener Fassung.) Herr Schnoferl, hab'n S' die Güte, meine Brieftaschen –

Schnoferl. Gleich, gleich, 's pressiert ja nicht! Wissen Sie, Herr von Kauz, daß Ihr Landhaus wirklich eine scharmante Lage hat?

Kauz (sehr unruhig). Ja, ja – aber –

Schnoferl. Diese herrliche Luft, mitten im Sommer so kühl, gar nicht schwül, ich begreif' nicht, warum Sie so schwitzen?

Kauz (seine Unruhe verbergen wollend). Begreif's selbst nicht – aber geben Sie jetzt –

Schnoferl. Sehen Sie, wohl verwahrt!

Kauz (ihn beiseite ziehend). Herr Schnoferl –

Schnoferl (leise zu ihm, indem er ihm den Brief zeigt). Diese Handschrift ist Ihnen ohne Zweifel bekannt?

Kauz (ganz kleinlaut). Herr Schnoferl, Sie werden doch nicht –

Schnoferl (leise, ihn stark fixierend). Sie haben sich durch die dritte Hand selbst beraubt, um einen Vorwand zu haben, sich arm zu stellen und Ihren Seitenverwandten den Erbschaftsteil nur zizerlweis hinauszuzahlen?

Kauz (leise zu Schnoferl). Eine verunglückte Spekulation!

Schnoferl (wie oben). Schaut's, der Herr von Kauz! (Laut.) Mir sehr angenehm, daß Zeugen vorhanden sind, Zeugen, die die Sach' gewiß in alle Weltgegenden verbreiten werden.

Kauz (leise, bittend). Schnoferl –

Schnoferl (laut). Der Vater von diesem armen Mädl hier war unschuldig in Verdacht, seine Ehre is unbefleckt wie der Tag, niemand kann daran zweifeln, denn der Herr von Kauz is gar nicht bestohlen worden.

Thekla. Ich bin überglücklich!

Gigl. Thekla –!

Frau von Erbsenstein (in größter Angst leise zu Schnoferl). Um's Himmels willen, tun S' unserm Haus die Schand' nicht an – ich bin seine Nichte –

Schnoferl (leise zu Frau von Erbsenstein). Gerechtigkeit is das erste, strenge Gerechtigkeit! (Laut.) Das Geld nämlich hat der Herr von Kauz –

Kauz (in Desperation, leise zu Schnoferl). Wollen Sie mich unglücklich machen –?

Schnoferl. Das Geld hat der Herr von Kauz nur verlegt.

Alle. Verlegt

Schnoferl. Sehen Sie, an seinem verlegnen G'sicht sieht man's, daß das Ganze nur verlegt war. Soeben hat er mir angezeigt, daß er in dieser Brieftaschen alles wiedergefunden. (Zu Kauz, ihm die Brieftasche gebend, nachdem er vorher den Brief herausgenommen.) Da haben Sie's, (leise) den Brief behalt' ich aber noch!

Sabine. Kurios, wir haben sie doch durchsucht –

Schnoferl. Ja, es muß ganz ein verborgenes Fach sein –

Kauz. Ich fang' an, Atem zu schöpfen, aber noch nicht recht.

Frau von Erbsenstein (leise zu Schnoferl). Sie sind ein Engel –

Schnoferl (leise zu Kauz). Jetzt kommen aber erst die Bedingungen, unter denen ich schweigen und Ihnen auch den Brief zuruckgeben will. (Laut.) Schön, Herr von Kauz, schön, das macht Ihnen Ehre. (Sich zu den andern wendend.) Der Herr von Kauz versichert mich soeben, daß er seinen Seitenverwandten ihren ganzen Erbschaftsanteil sogleich, samt sechsprozentigen Interessen für die Zeit, als das Geld verlegt war, herauszahlen wird. Mir zahlt er ebenfalls meine dreitausend Gulden, na, das versteht sich von selbst. Übrigens, das is alles nur Schuldigkeit! jetzt kommt aber erst das Edle –

Kauz (beiseite). Was denn noch

Schnoferl (laut zu allen). Der Tochter des Mannes, der unschuldig im Verdacht war, schenkt er zehntausend Gulden zur Aussteuer.

Kauz (beiseite). Verdammt

Schnoferl (wie oben). Ihrem Vater aber, der am meisten bei der G'schicht' gelitten, fünfzehntausend Gulden als Entschädigung für ausgestandenes Ungemach.

Kauz (wie oben). Verfluchter Kerl –!

Schnoferl (wie oben). Das is schön, Herr von Kauz, wirklich schön, und extra noch –

Kauz (leise zu Schnoferl). Ja, ist's denn noch nicht g'nug?

Schnoferl (wie oben). Extra noch, weil sich die Sach' so glücklich gestaltet hat, schenkt er zehntausend Gulden an die Armen.

Kauz (desperat, leise zu Schnoferl). Mensch, Hyäne, du ruinierst mich –!

Schnoferl (Kauz umarmend). Edler Mann, du rührst mich! (Zu den Anwesenden.) Das is großartig; er sagt, zehntausend Gulden sind zu wenig, er will durchaus zwölftausend Gulden an die Armen zahlen.

Kauz (für sich). Ich fahr' aus der Haut! (Leise zu Schnoferl.) Satansschnoferl, ausgezeichneter Folterknecht von der Seelentortur –

Schnoferl (zu Kauz, leise). Wie S' ein Wort reden, sag' ich: fünfzehntausend Gulden, ich hab' Ihnen ja in der Hand. (Zeigt den Brief, laut.) Über alles dieses wird der Herr von Kauz noch in dieser Stund' mir die nötigen Dokumente ausstellen. (Leise zu Kauz.) Dann kriegen S' Ihren Brief.

Sabine. Ich bin neugierig, weil der Herr von Kauz heut' seinen großmütigen Tag hat, wie er sich bei seinen Freundinnen einstellen wird.

(Die Mädchen und Madame Storch nähern sich.)

Kauz (sehr ärgerlich). Gehn Sie zum – ihr seid's schuld an allem!

Die Mädchen und Madame Storch. Was –!?

Rosalie, Sabine. Was wär' das?!

Madame Storch (böse zu Kauz). So eine Aufnahme sind wir nicht g'wohnt. Kommt's, Mädln!

Sabine. Wir verbieten uns aber alle ferneren Besuche.

Madame Storch und Die Mädchen (im Abgehen). Schaut's den impertinenten Menschen an! (Zum Gittertor ab.)

Neunzehnte Szene

Die Vorigen ohne Madame Storch und die Mädchen.

Frau von Erbsenstein. Lieber Schnoferl, wie soll ich Sie für Ihr schonendes Benehmen lohnen?

Schnoferl. Durch einen gnädigen Blick, wenn S' einen bei der Hand haben.

Frau von Erbsenstein. Ich hab' einen, wie ich glaub', Ihnen angenehmeren Lohn bei der Hand – die Hand selbst, wenn Sie s' wollen! –

Schnoferl (aufs höchste überrascht). Is – is das Ihr Ernst?

Frau von Erbsenstein. Mein völliger Ernst!

Schnoferl (in Ekstase). Ha, so zerschmettert, ihr Kniescheiben! Stürz' nieder, Winkelagent! So eine Seligkeit kann der Mensch nicht als a stehender ertragen! (Stürzt der Frau von Erbsenstein zu Füßen und küßt ihr die Hand.)

Kauz (grimmig, beiseite). Jetzt kommt der Kerl noch in meine Familie hinein!

Schnoferl (aufstehend). Also hier (auf Thekla und Gigl zeigend) steht ein glückliches Paar; hier (auf sich und Frau von Erbsenstein zeigend) ein gar enorm glückliches; und Sie, Herr von Kauz, klauben sich unter die Sprichwörter: »Der Krug geht so lang zum Brunnen, bis er bricht«, oder »Tue recht und scheue niemand!«, oder »Nichts ist so fein gesponnen, es kommt dennoch an die Sonnen«, oder »Ehrlich währt am längsten« – unter diesen Sprichwörtern suchen Sie sich das passendste als Moral heraus!

(Während ein paar Takten fröhlicher Musik im Orchester fällt der Vorhang.)

 << Kapitel 11 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.