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Das Lied von Bernadette

Franz Werfel: Das Lied von Bernadette - Kapitel 47
Quellenangabe
typefiction
authorFranz Werfel
titleDas Lied von Bernadette
publisherBertelsmann-Lesering
printrun1.-220. Tausend
year1953
firstpub1941
correctorJosef Muehlgassner
secondcorrectorHerbert Niephaus
senderwww.gaga.net
created20150220
modified20170428
projectidb222f8e3
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Kapitel Fünfundvierzig. Der Teufel bedrängt Bernadette

In den beiden letzten Lebensjahren ist Bernadettens Körper abgemagert bis zu einem Hauch. Dennoch aber scheint die Krankheit selbst zum Stillstand oder, besser gesagt, zu einer Art Erschöpfung ihrer selbst gekommen zu sein. Seltener werden die Nächte der Schmerzen. Dagegen stellt sich eine seltsame psychische Anfälligkeit ein. In ihren gesunden Tagen war Bernadette niemals eine Beute von Skrupeln und übertriebenem Schuldgefühl. Im Gegenteil. Es war der bestrickende Reiz dieser Seele, daß sie dahinlebte in unangefochtener Geborgenheit. Jetzt aber wird sie unvermittelt und plötzlich zur Waage für das leiseste Feingewicht des Gewissens. Je mehr in der unendlichen, äußeren Inhaltlosigkeit des Krankenlebens die Vergangenheit hervortritt, Lourdes, die Welt von ehmals, um so mehr verschärfen sich die reuigen Anwandlungen des Herzens. Allmählich verschmilzt das Seiende und das Gewesene zu einem empfindsamen Einerlei. Es kann zum Beispiel geschehen, daß Nathalie an Bernadettens Bett tritt und sie in Tränen gebadet findet:

»Um Christi willen, ma Sœur, was ist Ihnen zugestoßen?«

»Oh, ich hab mich doch so abscheulich benommen, ma Sœur ...«

»Was reden Sie da, meine Freundin? Gegen wen könnten Sie sich abscheulich benehmen?«

»Aber ja doch, Nathalie! Gegen meine Mutter hab ich mich abscheulich benommen. Grade vorhin ...«

»Ihre Mutter ist mehr als zehn Jahre tot, Marie Bernarde ...«

»... Und sie hat eine Zwiebelsuppe gehabt und mir einen Teller vollgeschenkt. Und ich war ärgerlich, Gott weiß warum, und hab geschimpft: Bleib mir endlich vom Hals mit deiner Zwiebelsuppe, ich kann's ja nicht einmal mehr riechen. Und das hab ich wirklich gesagt ...«

»Aber das ist doch schon so lange her, mehr als sechzehn Jahre mindestens«, schüttelt Nathalie verwundert den Kopf.

»Nichts, gar nichts ist lange her, alles ist immer da«, schluchzt Bernadette. »Oh, meine arme Mutter, wie schlecht hat sie's gehabt im Leben, und auch ich war abscheulich zu ihr ...«

Ein andermal blinzelt sie Marie Thérèse Vauzous an:

»Das wissen Sie gar nicht, ma Mère, daß ich aus meinem Katechismus zwei Blätter herausgerissen hab ...«

»Von welchem Katechismus reden Sie da, ma Sœur?«

»Aber doch von meinem Katechismus aus der Schule ...«

»An den erinnern Sie sich noch, mon cher enfant?«

»Erinnern, ma Mère? Dort ist er noch, unter meinen Sachen. Und die beiden Seiten hab ich nur aus Zorn herausgerissen. Ich war so zornig über Jeanne Abadie, weil die so viel mit dem Lernen dahermachte, die ganze Zeit, immerzu ...«

Neben der Mutter ist es die alte Sœur Sophie, deren reines Angedenken von solchen Schuldgefühlen beschattet wird.

»Oh, sie ist neben mir gesessen stundenlang«, sagt Bernadette mehr als einmal zur Sœur Nathalie, »und ich zeichne und sticke wie eine Wilde, und sie kann doch nicht sprechen, die Ärmste, und sich nicht ausdrücken, und sie bewegt immer den Mund, weil sie etwas sagen will. Ich aber paß drauf gar nicht auf und denk mir, ich versteh dich ja doch nicht, und helfe ihr nicht, Nathalie, ich helfe ihr nicht. Jesus Maria, wie kann man nur so böse sein ...«

Viele solche Sündchen treten an den Tag wie kleine Blutstropfen. Jede andere, die sich mit dergleichen Nichtigkeiten wehleidig abquälte, würde man für unwahr und affektiert halten. In Bernadette aber werden sie von solcher Lebenswahrheit hervorgestoßen, daß Nathalie und die andern Zeugen selbst Tränen in die Augen bekommen. Je mehr aber das Vergangene Farbe annimmt, um so blässer wird das Gegenwärtige. Als Bernadette das Telegramm ihrer Brüder erhält, das den Tod des Müllers François Soubirous meldet, bekreuzt sie sich still und sagt kein Wort.

Eine andere, sehr ungewöhnliche Prüfung aber bleibt ihr noch vorbehalten, die im Kloster der heiligen Gildarde keinen geringen Schrecken erregt. Die menschliche Seele, die so sehr nach dem Licht dürstet, streckt ihre Wurzeln ins Nächtige und Grauenhafte. Auch Bernadettens Seele macht keine Ausnahme davon. Schon in ihrer Kindheit, lange bevor sie die Himmlische erblicken durfte, besaßen ihre Seheraugen die Gabe, Gesichter und Gesichte in den Rahmen der Dinge hineinzusehen. Die feuchten Flecken an der Wand des Cachots. Die Wolken von Bartrès. Blätter, die sich in einem schwachen Wind bewegen. Die weißen Steine im Gave und in den Bächen. Die Flammenzungen in der Feuerstelle. All das bildete wahrhaftig die Einfassung für die Bilderflucht, die aus dem Inneren des Kindes hervordrängte. Die meisten Bilder aber gehörten nicht dem Bereich des Lieblichen, des Gefälligen, ja auch nur des Gleichgültigen an, sondern ganz und gar dem Gegenbereich, wie wenig das auch bei dem Schönheitsdurst des Mädchens verständlich sein mag. Der Flecken an der Wand war Orphide, der Ziegenbock. Die zittrige Lücke im Laub nahm die Gestalt eines koboldhaften Unwesens an. Die Steine im Fluß wurden zu Totenschädeln Ertrunkener. Und all das zusammen war ein Vehikel für die unsägliche Weltangst im Herzen des Pyrenäenkindes. Schon sehr früh lernte Bernadette diese ihre Weltangst mit Wesenheit und Namen des Bösen übereinzubringen.

Jetzt aber, da der Strom ihres Lebens sich durch den letzten Engpaß drängt, mehren sich die Wirbel dieser Angst in schrecklichem Gefälle. Man könnte meinen, die von der Gnade erfaßte Seele müsse im höheren Auftrag alle Grauensbilder, die auch auf ihrem Grunde lauern, unter Qualen erbrechen, ehe sie die Erde verlassen kann. Wie noch nie belebt sind die weißgetünchten Wände der Zelle, des Krankenzimmers, die Baumgestalten im Fenster, die Formen und Schatten jedes Gegenstandes in der Dämmerung.

War nicht die Grotte Massabielle eine Stätte des Unrats und des Abscheus gewesen, ehe sie erlöst und erhöht wurde? Hatte nicht das Weh- und Wutgeheul des Gave gegen die Entrechtung des Dämonischen aufbegehrt? Hatte nicht die Dame selbst dieses Dämonische mit einem strengen Blick zur Ruhe verweisen müssen, als es selbst in ihrer Gegenwart über den wütenden Fluß dahinbrauste? Immer ist es nahe gewesen und der Seele durch die Angst verbunden.

Mit andern Worten: Bernadette wird vom Teufel geplagt. Es ist ein armseliger Teufel, der nichts zu bieten hat. Er kann der Soubirous-Tochter nicht die Reiche der Welt zeigen, denn diese Lockung würde sie nicht verstehen. Er kann sie nicht einmal mit einem saftigen Pfirsich versuchen, ein Spiel, das bei der Nonne Vauzous vielleicht noch immer gelänge. Der hinsiechende Leib Marie Bernardes aber kennt kein anderes Begehren mehr als Schmerzlosigkeit. Das Böse hat es schwer mit ihr. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als einen ganz primitiven Teufel auszusenden, einen urtümlichen Teufel, der in den Schluchten der Pyrenäen, unter den Gletschern des Pic du Midi oder des Vignemal daheim ist und nicht mit verfeinerten Verführungskünsten arbeitet, sondern mit würgender Angst und nacktem Schreck. Das Volkskind Bernadette, das die höchsten Grade seelischer Feinheit erreicht hat, ist einem gehörnten und geschwänzten Teufel ausgesetzt, wie sich ihn das einfältige Volk von Bigorre seit Jahrhunderten vorstellt. Er poltert als Gave an ihrem Bett vorbei und grölt sein »Pack dich!« und »Rette dich!«. Mit schwarzen Säuen wälzt er sich grunzend über ihre kurzatmige Brust. Er nimmt die scheußlichsten menschlich-tierischen Formen und Zusammensetzungen an. Manchmal aber ist er nur ein buntscheckiger Hampelmann, der sie mit einem Feuerbrand versengen will. Manchmal gleicht er auch Vital Dutour, dem kaiserlichen Staatsanwalt, welchem zwei krumme Bockshörner aus der gelben Glatze wachsen. Es ist merkwürdig, daß von allen ihren Verfolgern der Teufel gerade die Gestalt Dutours wählt, von dem sie doch viel weniger unmittelbar zu leiden hatte als von Jacomet, dem Untersuchungsrichter Rives, dem Lockspitzel oder dem rotbärtigen Professor.

»Überleg dir genau, was du aussagst, Kleine«, rät der Teufel Dutour, dem die höllische Schnupfennase rot aus dem Gesicht tritt. Bernadette stöhnt. Der Teufel Dutour ist ganz freundlich:

»Ich hoffe, du stößt die Hand nicht zurück, die ich dir im letzten Augenblick biete ...«

»Apage Satanas!« schreit Bernadette, wie sie's gelernt hat, und ihre schmerzhafte Hand bedeckt Gesicht und Brust mit Kreuzen. Dann und wann durchgellt solch ein nächtlicher Schrei das stille Haus. Dann kommen die Nonnen, eine nach der andern, ins Krankenzimmer, um ihrer Schwester mit bewährten Gebeten gegen den großen Bedränger zu helfen.

»Oh, meine Lieben«, flüstert sie zähneklappernd, »er setzt mir heute wieder zu ...«

Mère Vauzous aber ist eine tapfere Kriegerin. Und Bernadette verkriecht sich fröstelnd hinter ihrer betenden Kommandostimme.

Nach dem Dreikönigsfest dieses Jahres meldet der Hausarzt Doktor Saint Cyr der Mutter Joséphine Imbert, daß man nun bald mit dem Hingang der Ärmsten werde zu rechnen haben. Die Oberin begibt sich darauf sogleich zum Bischof, Monseigneur Lelonge. Der Bischof von Nevers schreibt einen Brief an den Bischof von Tarbes. Dieser heißt Pichenot und nicht mehr Bertrand Sévère Laurence. Als Monseigneur Laurence unter den Bischöfen des ganzen Erdkreises von Pius dem Neunten zum Vatikanischen Konzil berufen wurde, war er achtzig Jahre alt und schwerkrank. Man versuchte, ihn von der beschwerlichen Reise zurückzuhalten. Monseigneur aber, der es der Dame sauer gemacht hatte, gab seinen Ratgebern zur Antwort: »Finden Sie, daß ein Grab in Rom ein so schlechtes Reiseziel ist, daß man dafür nicht ruhig dreißig Stunden Eisenbahn in Kauf nehmen kann?« Der Greis gewann sich dieses Reiseziel. Sein Nachfolger Pichenot aber entsendet jetzt zwei gelehrte Theologen des großen Seminars von Tarbes nach Nevers, die sich mit zwei gelehrten Theologen des dortigen Seminars verbinden. Es tritt demnach wiederum eine Art Kommission zusammen, deren Aufgabe es ist, gleichsam die letzte Inventur des Mysteriums aufzunehmen, solange die Kronzeugin noch bei Bewußtsein ist. Entstellte Gerüchte über Bernadettens Gewissensanfechtungen und Teufelsplagen sind durch die Klostermauern in die Welt gedrungen, man weiß nicht, durch welche Indiskretion. Eine Zeitung aber wagt es, zu schreiben, daß die Gewissensskrupel der todkranken Thaumaturgin von Lourdes ein deutlicher Hinweis seien, wie sehr sie sich davor fürchte, einmal für ihren durchtriebenen Erscheinungs- und Wunderschwindel Rechenschaft ablegen zu müssen.

Es geschieht aber an einem eisigen Wintertag, daß Mutter Joséphine Imbert an Bernadettens Krankenlager tritt, also redend: »Mein geliebtes Kind, die hochwürdigen Herren Bischöfe von Nevers und Tarbes wünschen noch einmal aus Ihrem Munde bestätigt zu hören, was die Allerseligste Jungfrau für Sie und durch Sie getan hat. Sie haben daher vier gelehrte Herren ausgesandt, die am heutigen Nachmittage Ihr feierliches Bekenntnis zu den Erscheinungen, durch die Sie ausgezeichnet wurden, entgegenzunehmen wünschen. Auch die hochwürdige Mutter Generaloberin und der Conseil unserer Kongregation wird Ihnen zu Ehren anwesend sein.«

Wenn Bernadette noch einen Tropfen Blut im Gesicht hätte, sie würde erbleichen. So aber schließt sie nur die Augen und ringt nach Atem. Die Oberin versucht sie zu beruhigen und zu ermutigen:

»Nehmen Sie es hin, Marie Bernarde, als eine Pflicht des Gehorsams. Ich aber werde darüber wachen, daß man Sie nicht anstrengt. Sie haben mein Wort ...«

Der feierliche Akt findet in einem großen und kalten Raum statt, wo man zwei Dutzend Fauteuils im Halbrund aufgestellt hat. Die vom hohen Alter gebeugte Generaloberin, die acht ehrwürdigen Nonnen des Kapitels, der Generalvikar von Nevers, die Abgesandten der Bischöfe und noch einige andere Kleriker erheben sich und bleiben stehen, als Sœur Marie Bernarde auf einer Bahre unter Vorantritt von Mutter Imbert und Mutter Vauzous in den kahlen Saal getragen wird. Die Schwestern des Hauses drängen sich bescheiden im Hintergrund. Der älteste der abgeordneten Theologen beugt sich mit zärtlicher Behutsamkeit über Bernadette:

»Wir werden alles vermeiden, was Sie erschöpfen könnte, ma Sœur. Es wird das Protokoll der Untersuchungskommission aus dem Jahre 1858 zur Verlesung gebracht werden. Darin stehen all jene Aussagen verzeichnet, die Sie damals vor genau zwanzig Jahren gemacht haben. Wir bitten Sie, nichts anderes zu tun, als diese Aussagen zu bekräftigen. Fühlen Sie sich dazu imstande?«

Bernadette blickt mit großen, angsterfüllten Augen um sich und nickt kaum merklich. Ist das wieder ein Verhör? Eine monotone Vorleserstimme schlägt an ihr Ohr. Wie aus endlosen Fernen hört sie die Erzählung von einem vierzehnjährigen Kinde, das Reisig suchen ging und einer schönen Dame begegnete. Sehr, sehr lange dauert diese Erzählung, und steifer Frost umklammert die Glieder der Kranken. Der schwache Atem steht als Rauch vor ihrem Mund. Bernadette spannt alle ihre Kräfte an, um diesem Verhör gewachsen zu sein. Nach einem Abschnitt der Erzählung fragt die zärtliche Stimme des Ältesten:

»Sœur Marie Bernarde, können Sie noch einmal als Wahrheit bekräftigen, was Sie soeben gehört haben? ...«

Mit flehenden Augen blickt Bernadette ins Leere. Dann haucht sie mit einem Kinderstimmchen:

»O ja, o ja ... ich habe sie gesehen ...«

Der Vorleser fährt fort. Die Zeit scheint nicht vorzurücken. Immer wieder fragt die behutsame Stimme des alten Priesters:

»Sœur Marie Bernarde, können Sie als Wahrheit bekräftigen, was Sie soeben gehört haben ...?«

Den Blick flehend in die Ferne gerichtet, antwortet Bernadette immer dasselbe:

»Ich habe sie gesehen, ja, ich habe sie gesehen ...«

Als man sie, nach einer Stunde etwa, wieder in die Zelle zurückgetragen hat und sie allein mit Nathalie ist, weicht die Erstarrung. Ein furchtbarer Weinkrampf wirft sich über Bernadette. Das was an Körper noch da ist von ihr, scheint unter diesem Krampf zu zerbrechen.

»O mein Gott«, schluchzt sie, als sie wieder Worte finden kann. »Sie werden kommen und immer wieder kommen, morgen und übermorgen und fragen und fragen bis zum letzten Tag ...«

Nathalie kniet vor ihr hin und legt ihr die Hand auf die Stirn:

»Sie haben jetzt ein feierliches Bekenntnis der Wahrheit abgelegt, meine Freundin ... Niemand wird Sie mehr quälen ...«

»Oh, das weiß ich besser als Sie«, stöhnt Bernadette, »man wird mich quälen, solange ich lebe, und mich fragen, immer und immer wieder ... Wenn sie hinausgehen, haben sie's vergessen und wollen es hören, immer von neuem ...«

Und dann, nachdem das Schluchzen allmählich versiegt:

»Sie glauben und glauben mir nicht ... Ich versteh's ja ... Es war auch zu viel Gnade für mich ...«

Nach diesem Ausbruch scheint Bernadette in Schlaf gefallen zu sein. Nathalie verweilt still neben ihr. Plötzlich aber hebt die Kranke den Kopf:

»Wollen Sie mir, bitte, meinen weißen Beutel geben, ma Sœur?«

Sœur Nathalie holt aus der Lade den uralten, verblichenen Sack hervor, den Bernadette als Schulmädchen getragen hat. Die Lesefibel lag einst darin, der Katechismus, ein Strickstrumpf, eine Brotkruste, ein Stück Kandiszucker, ein kleines Eselchen mit einem abgebrochenen Fuß. Als Nathalie nun den Inhalt des Beutels auf die Bettdecke leert, sind noch immer vorhanden die Lesefibel und das Eselchen mit dem abgebrochenen Fuß. Bernadette nickt befriedigt. So flüchtig die Schätze der Reichen sind, so anhänglich sind die Schätze der Armen. Bernadette deutet auf das Muttergottes-Bildchen, das ihr Peyramale geschickt hat:

»Nehmen Sie dieses Bildchen, ma Sœur«, bittet sie, »und stecken Sie's in einen Umschlag und schreiben Sie als Adresse: An den hochwürdigsten Herrn Dechanten Marie Dominique Peyramale in Lourdes.«

»Nur das Bild und sonst nichts dazu?« fragt Sœur Nathalie erstaunt.

»Es genügt«, sagt Bernadette.

Als aber Nathalie gehen will, ruft die Kranke sie zurück: »Ma Sœur, schreiben Sie dazu: Cher Monsieur le Curé, Bernadette Soubirous denkt an Sie!«

Eine Stunde darauf erleidet Sœur Marie Bernarde einen Schwächeanfall. Man bringt sie noch am selben Abend in die Infirmerie. Für immer.

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