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Das Lied von Bernadette

Franz Werfel: Das Lied von Bernadette - Kapitel 22
Quellenangabe
typefiction
authorFranz Werfel
titleDas Lied von Bernadette
publisherBertelsmann-Lesering
printrun1.-220. Tausend
year1953
firstpub1941
correctorJosef Muehlgassner
secondcorrectorHerbert Niephaus
senderwww.gaga.net
created20150220
modified20170428
projectidb222f8e3
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Kapitel Zwanzig. Wetterleuchten

Das Verhalten Bernadettens nach dieser Katastrophe bildet für viele wiederum eine unbegreifliche Überraschung. Als am verflossenen Montag die Dame ausgeblieben war, da hatte sie sterben wollen vor Verzweiflung, ohne daß der Mißerfolg dieses Tages ihr die Herzen der Getreuen abspenstig gemacht hätte. Heute aber, nach einer Blamage sondergleichen, nachdem sie sich vor dem größten Publikum ihrer Laufbahn erbrechen mußte, ist sie vollkommen ruhig, gleichmütig, ja – man muß es eingestehen – zuversichtlich heiter.

Die Menschen begreifen Bernadette nicht, weil sie alle, hoch oder niedrig, das Leben einzig am Erfolg messen. Das Kind der Soubirous ist nun einmal durch die tolle Verquickung eines Märchens mit der lang zurückgedrängten Sehnsucht des einfachen Volkes zum Mittelpunkt der Stadt und Landschaft geworden, zum Gegenstand des täglichen Gespräches und Streites in allen Häusern. Sie ist ein Star, so wie jeder Herrscher, Eroberer, Held, Entdecker, Künstler ein Star wird, wenn er ins Blitzlicht des Erfolges gerät. Dieser Erfolg macht ihn automatisch zum Schauspieler seiner selbst, das heißt seiner Lebensrolle, weshalb der Fachausdruck »Star« zutreffend ist. Wer verliert nicht seine unbewußte Natürlichkeit, wenn er von hunderttausend Augen angestarrt wird?

Bernadette verliert sie nicht. Ihre Unschuld, was den Erfolg anbetrifft, ist freilich so erstaunlich groß, daß die Bewahrung der Natürlichkeit keinerlei Verdienst vorstellt. Wenn die Menschen sie nicht begreifen, so begreift auch sie die Menschen nicht. Was haben all diese Tausende davon, ihre Gemeinschaft mit der Dame zu belauern? Wenn niemand käme, wär's doch viel besser. Der Dechant, der Staatsanwalt, der Polizeikommissär würden sie dann in Ruhe lassen. Alle diese Nachläuferei bringt ihr doch nur Verdruß und Qual. Wichtig ist die Liebe. Wichtig ist die Allerlieblichste, sonst nichts. Bernadette hat im Grund ihrer Seele nicht das leiseste Bedürfnis, jemanden davon zu überzeugen, daß die Dame wirklich sei und nicht nur eine Einbildung. Nur gezwungen, und niemals aus freien Stücken, läßt sie sich in Streitgespräche über diese Frage ein. Was soll sie tun, wenn Pfarrer und Beamte sie ins Kreuzverhör nehmen? Nichts anderes kann sie tun, als die Wahrheit sagen. Hätte sie vielleicht die Dame verleugnen sollen, nur um ihren Frieden zu haben? Die Leute reden immer wieder von der Allerseligsten Jungfrau. Wer aber die Dame auch immer sei, für Bernadette ist sie vor allem die Dame, und dieses Wort schließt tausendmal mehr Persönlichkeit und Bedeutung in sich, als es der heiligste Name tut. Bernadette weiß sehr gut, daß die weitreichenden Nebenabsichten der Dame, ihre Botschaften und Befehle, der Grund aller Verwirrung sind. Würde die Beglückende sich nur mit ihr befassen, wie wäre alles so leicht. Bernadette aber, die in den Stunden der Entrückung so viele Seligkeiten durchlebt, ist nicht unbescheiden genug, über die Nebenabsichten der Dame zu murren, obwohl sie heute wegen der Quelle nicht ein noch aus wußte. Es hilft aber nichts. Die Befehle der Dame müssen pünktlich erfüllt werden, was immer die Leute auch dazu sagen.

Der Cachot ist den ganzen Tag gestopft voll. Einer gibt dem andern die Klinke der schweren Gefängnistür in die Hand. Die Menschen sitzen auf den Betten, auf dem Tisch, ja selbst auf dem Fußboden, den Frau Soubirous allerdings täglich aufwäscht. Doch nicht wie sonst herrscht eine eitle Glückwunschstimmung, die das Ehepaar mit bewundernden Fragen umräuchert: »Wie müßt ihr glücklich sein über solch ein Kind!« – »Wer hätte je geahnt, daß aus dem Cachot ein solcher Engel kommen wird?« Die Besucher heut blicken traurig vorwurfsvoll drein, als wäre aus dem Cachot ein skandalöser Wechselbalg hervorgegangen, an dem die Familie durchaus nicht unschuldig sei. Welch ein schlimmes Zeichen, daß sich Tante Bernarde mit ihrer dienstbaren Lucille so schnell verabschiedet hat. Tante Sajou wackelt mit dem Kopf:

»Das hätte nicht geschehen dürfen ... Das nicht.«

Muhme Piguno hingegen nimmt die Soubirous zur Seite:

»Weißt du, meine Liebe, was Madame Lacrampe gesagt hat? Und sie hat wahrhaftig die größte Erfahrung, weil ihre eigene blödsinnige Tochter in der Anstalt ist: Das kann noch ein paar Monate dauern, hat sie gesagt, dann kommt das Augenzucken, dann kommen die Lähmungen, dann hört das Sprechen auf, ja ja, es ist ein großes Unglück, und ihr solltet euch beizeiten um einen Platz im Irrenhaus von Tarbes umschaun. Man muß es halt mit Fassung tragen, ja, ja, ich kenne das ...«

»Praoubo de jou«, ruft die Soubirous mit erstickter Stimme ein ums andre Mal. Inzwischen ist auch die Peyret gekommen und nimmt vor der ganzen Runde Bernadette ins Gebet:

»Oh, die arme Madame Millet hat eine Migräne wie seit Monaten nicht mehr. Sie hat sogar zwei Ärzte rufen lassen, den Doktor Peyrus und den Doktor Dozous ... Wie kann man sich aber auch so benehmen, mon enfant? Gras fressen, Dreck fressen und dann auch noch sich übergeben?«

Bernadette, die ganz unbefangen dasteht, erwidert:

»Aber die Dame hat doch verlangt, daß ich an die Quelle gehe und trinke und mich wasche. Sie hat auf den hintersten Winkel gezeigt. Dort aber ist gar keine Quelle. Da hab ich halt graben müssen und ein bißchen Wasser gefunden. Das könnt ich aber doch nicht anders schlucken als mit der ganzen Erde ...«

Die Schneiderin huscht auf, wie von der Viper gestochen:

»Du behauptest also, daß dich die Allerseligste Jungfrau zum Vieh gemacht hat! Hört gut zu, Herrschaften! Diese Verstockte will uns da vorerzählen, daß sich die Muttergottes benimmt wie eine Teufelin und ihr befiehlt, Gras und Erde zu fressen. Das ist wirklich zu bunt. Diese Lästerung müßte man dem Herrn Pfarrer stecken ...«

»Was Sie da sagen, ist nicht wahr, Mademoiselle«, erklärt Bernadette mit äußerster Ruhe, und sie wiederholt zum hundertsten Mal: »Wer die Dame ist, weiß ich nicht.«

»Ich aber weiß, daß du sehr schlau bist«, zwinkert die Peyret.

Die Piguno wirft einen bekümmerten Blick auf Mutter Soubirous:

»Schlau? Mein Gott, schlau, dieses arme, arme Kind ...«

Bernadette schließt mit sachlichem Ton die Verteidigung der Dame:

»Auch hat die Dame nicht gesagt, ich soll Erde fressen, sondern ich soll von der Quelle trinken ...«

Onkel Sajou zündet sich, was er aus Respekt seit Tagen hier nicht mehr getan hat, seine Pfeife an. Die eingerostete Stimme räuspernd, stellt der Steinmetz fest:

»Quelle? Da es keine Quelle gibt, hat die Dame gelogen!«

»Wahrhaftig, dann hat sie gelogen«, schließen sich andere ihm an.

Bernadettens Augen funkeln auf:

»Die Dame lügt nicht!«

Dem Schuster Barringues, der sich über den Skandal bei der Grotte sehr erregt hat, zittern nicht nur die Hände, sondern auch der Kopf:

»In den Bergen kommen die Quellen immer von oben, das weiß doch jedes Kind«, sagt er, »und nicht von unten. Unten gibt's nur Grundwasser ...«

Durch ihre Antworten erreicht's Bernadette immerhin, daß ihr bestürzendes Gehaben von diesem Morgen den Anwesenden nicht mehr ganz so abstrus erscheint. Wie immer, siegt die Unbefangenheit, mit der sie die Dame als ein menschliches Wesen schildert, dessen originelle Wünsche und Botschaften man bedingungslos befolgen muß, wenn's auch unbequem ist. Ihre Logik, die sich auf die Überzeugungskraft der Liebe stützt, übertrifft hundertmal die kritischen Fähigkeiten dieser kleinen Leute. Ohne daß sie es wissen, zwingt sie ihnen von neuem ihre Voraussetzung auf, daß die Allerschönste nämlich ganz und gar wirklich sei, ganz und gar vernunftvoll, und daß sie nichts Arglistiges oder Sinnverwirrendes vorhaben könne. Die Sache mit der Quelle, die nicht vorhanden ist, scheint ihr nicht die geringsten Sorgen zu machen. Ihr Gesicht ist heute frischer als seit vierzehn Tagen. Auf den von dem Dornenkuß zerkratzten Wangen liegt ein rosiger Hauch. Die verweinten Augen der Soubirous hängen ängstlich an ihrem Kind. Es kann und kann nicht wahr sein, was die Piguno weissagt, daß Bernadette binnen einiger Wochen gelähmt sein und die Sprache verloren haben wird. Eine ganz gemeine Hexe ist die Piguno, und, merkwürdig genug, in dieser Stunde der großen Enttäuschung beginnt die Mutter zu glauben, daß es tatsächlich die Allerseligste Jungfrau sei, die ihrem Kinde in Gestalt jener wunderlieblichen und eigenwilligen Dame erscheint.

Ein einziger hat diesen Vormittag noch kein Wort gesprochen. Es ist Soubirous, der Hausvater. Jetzt aber geschieht etwas, was man diesem unentschiedenen, vom Urteil der Welt so abhängigen Mann kaum zugetraut hätte. Er wirft nämlich die ganze Gesellschaft zur Tür hinaus. Das tut er freilich mit der ihm eigenen Grandezza, indem er sich nach allen Seiten verbeugt, die Hand auf dem Herzen:

»Ich bin ein armer Mann«, sagt er, »und als ob das nicht schon genug war, hat Gott mir auch noch diese Prüfung geschickt. Ich kann nicht ins Innere meines Kindes hineinkriechen. Ich weiß nicht, ob die Bernadette wirklich übergeschnappt ist. Ich weiß nur, daß sie uns nichts vormacht. Was aber soll ich tun? Wir müssen leben. So aber können wir nicht leben. In dieser Stube ist sehr wenig Luft, ihr lieben Nachbarn und Verwandten, und wir sind unser sechs. Ich bitte euch darum, nehmt mir's nicht übel, geht jetzt hinaus und kommet nicht mehr wieder ...«

Diese Worte entspringen solcher Seelennot, daß die ungebetenen Gäste eilig verschwinden, ohne gekränkt zu sein, bis auf die Peyret und die Piguno, die sogleich ihre schlimmen Neuigkeiten von Haus zu Haus tragen. Als letzter trollt sich Louis Bouriette davon, der Einäugige, der ebenfalls im Posthof Aushilfsdienste tut. Soubirous bittet den Invaliden, ihn bei Cazenave krank zu melden. Dann legt er sich, seit vielen Tagen zum erstenmal wieder, ins Bett, während ein winterlich matter Sonnenschein durch die beiden ungleichen Fensterchen in den Cachot zwinkert.

Marie, die ihre Schwester trösten will, setzt sich dicht neben Bernadette an den Tisch und schlägt den Katechismus auf. Die Mädchen beginnen laut zu lernen, als sei nichts vorgefallen. Jean Marie und Justin aber, die dank der Dame eine köstlich ungebundene Zeit verleben, gehn auf Entdeckungsfahrten ...

 

Nicht selten wählen sich große Einfälle, um zur Welt zu kommen, recht kleine Geister aus.

Bouriette, der ehemalige Steinklopfer, ist auf dem rechten Auge nicht ganz blind. Wäre dieses Auge ganz blind, so würde es ihn nach dem Worte des Evangeliums weniger »ärgern«. So aber ärgert es ihn unausgesetzt, da es juckt und brennt und stets entzündet ist. Auch stört der ungenaue dunkelgraue Schein, der von dem rechten Auge nicht weicht, die Klarheit des linken. Er hat dieses Gebrechen zum Mittelpunkt seines Lebens gemacht. Einerseits verhilft es ihm zum Mitleid der andern, andrerseits zum Mitleid mit sich selbst und zu einer angenehmen Selbstgenügsamkeit. »Was kann man von einem Blinden verlangen?« ist bekanntlich die Lieblingswendung dieses Invaliden. Und Bouriette verlangt wirklich nicht viel von sich, sondern hat im kräftigsten Mannesalter seine harte Profession aufgegeben, um sich mit gelegentlichen Botendiensten durchs Leben zu schlagen. Es ist bequemer so, und man hat vor Familie und Welt einen guten Grund für diese Bequemlichkeit.

Obwohl dem Manne Bouriette eine Heilung seines Gebrechens durchaus keinen praktischen Vorteil brächte, kommt ihm auf dem Weg von Soubirous zu Cazenave ein sehr ungewöhnlicher Gedanke. Wie alle Patienten, die von einem ständigen Unbehagen geplagt werden, ist er der Meinung: ein Medikament, das nichts schadet, nützt schon. Er kehrt also um und geht die Rue des Petites Fossées zurück, wo seine eigene Wohnung liegt.

Vor der Haustür erwischt er sein sechsjähriges Töchterchen:

»Hör, mein Kind«, fragt er, »du kennst doch die Grotte Massabielle, wo die Bernadette Soubirous immer ihre Erscheinungen hat?«

»Aber Papa«, erklärt das Kind gekränkt, wie ein Habitué, den man nicht dafür hält, »ich war doch schon dreimal dabei ...«

»Hör zu, Schätzchen. Geh zur Mutter! Laß dir ein großes Sacktuch geben. Dann bringst du mir gleich einen Batzen von der nassen Erde, die im rechten Winkel der Grotte ganz hinten aufgescharrt ist! Merk dir's gut! Im rechten Winkel der Grotte ganz hinten. Das bringst du mir in den Posthof. Verstanden?«

Eine halbe Stunde später verkriecht sich Bouriette mit der ins Taschentusch gebündelten Erde, die jetzt ein ziemlich nasser breiiger Schlamm ist, in den dunkelsten Pferdestall Cazenaves. Dort setzt er sich ins Stroh eines leeren Standes und lehnt den Rücken an die Ziegelmauer. Dann drückt er das Taschentuch mit der nassen Erde fest auf das rechte Auge. Das Wasser beginnt, ihm übers Gesicht zu rinnen. In der Meinung, die Wirkung könne sich erst nach langer Zeit einstellen, bleibt er in seinem finstern Versteck, bis es von Saint Pierre zwei schlägt. In den langen Stunden ist die Erde nicht ausgetrocknet.

Als Louis Bouriette in den hellen Tag tritt, taumelt er zurück, soviel Licht dringt auf ihn ein. Er preßt krampfhaft das linke, gute Auge zu. Vor dem rechten ist das bewegungslose Dunkelgrau in einen milchhellen Aufruhr geraten. Der feste Nebel hat sich in ein überaus durchscheinendes, schleieriges Gewölk verwandelt, in dem es feuerfarben wetterleuchtet. Bouriette vermag durch dieses lichte Federgewölk die Umrisse der Dinge genau zu erkennen. Er verfällt in eine gewaltige Aufregung, weniger seines Auges als seiner Entdeckung wegen. Im Laufschritt eilt er über die Place Marcadale zu Doktor Dozous.

Zu dieser Stunde hält der Stadtarzt seine tägliche Ordination ab. Das Wartezimmer ist voll von Menschen. Bouriette aber läßt sich nicht abhalten, sondern stürzt, ohne anzuklopfen, ins Heiligtum.

»Was ist das für eine Art, Bouriette?« fährt ihn Dozous an. »Bleibet gefälligst draußen, bis die Reihe an Euch kommt!«

»Ich kann nicht warten«, stottert der Mann fassungslos, »denn ich seh plötzlich auf meinem rechten Auge. Ich hab mir nasse Erde aus der Grotte draufgelegt, und jetzt seh ich, Doktor. Es ist ein Wunder ...«

»Ihr alle habt es sehr eilig mit euren Wundern«, murrt der Arzt. Dann verfinstert er das Zimmer, zündet eine Petroleumlampe mit einem scharfen Reflektor an und beginnt Bouriettes Auge zu untersuchen:

»Vier schwere Narben auf der Hornhaut. Die Netzhaut zum Teil abgelöst. Immerhin seht Ihr auf dem Auge ein bißchen, wie? Manchmal besser, manchmal schlechter ...«

»Ja, manchmal besser, manchmal schlechter«, echot Bouriette, der wie alle Augenkranken leicht unsicher über den Grad seiner Sehkraft gemacht werden kann.

»Und heute seht Ihr besser, hein?«

»Oh, viel besser, Doktor, es ist wie ein Wetterleuchten, in dem ich alles sehe.«

»Ein Wetterleuchten ist nicht das richtige Sehn, mein Lieber. Ihr habt den Augapfel stundenlang gedrückt und den Nerv schwer gereizt.« Dozous dreht die Lampe so, daß sie die Lesetafel an der Wand grell erleuchtet. Dann weist er auf den riesengroßen ersten Buchstaben:

»Könnt Ihr das mit dem rechten Aug lesen, Bouriette?«

»Nein, ich kann's nicht lesen, Doktor.«

»Und mit dem linken Auge könnt Ihr's lesen?«

»Nein, ich kann's nicht lesen, Doktor.«

»Sapristi! Auch mit dem linken nicht? Und wie ist es mit beiden Augen?«

»Mit beiden Augen kann ich's auch nicht lesen, Doktor, weil ich nämlich überhaupt nicht lesen kann.«

Dozous zieht die Vorhänge auf:

»Kommet morgen wieder, Bouriette, wenn Ihr ruhiger seid.«

Während er sich zurückzieht, murmelt der Invalide hartnäckig: »Und es ist doch ein Wunder.«

Doktor Dozous aber weiß nicht, ob der Fall in die Augenheilkunde gehört oder in die Psychiatrie.

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