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Das Land der Pelze, Band 2

Jules Verne: Das Land der Pelze, Band 2 - Kapitel 24
Quellenangabe
typefiction
authorJules Verne
titleDas Land der Pelze, Band 2
publisherA. Hartleben's Verlag
addressWien. Pest. Leipzig.
year
firstpub
seriesCollection Verne
volumeBand 18
printrunVierte Auflage
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20100603
projectid57d6e9a1
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Vierundzwanzigstes Capitel.

Schluß.

An dem äußersten Ende des Behrings-Meeres, auf der letzten der Aleuten, der Insel Blejinic, stieß das ganze Personal von Fort-Esperance, nachdem es seit Eintritt des Thauwetters 1800 Meilen weit getrieben worden war, wieder an's Land. Aleutische Fischer, die den Geretteten zu Hilfe kamen, nahmen sie gastfreundlich auf. Bald waren die englischen Agenten am Festlande, welche im Dienste der Hudsons-Bai-Compagnie standen, über Jasper Hobson und seine Leute in Kenntniß gesetzt. –

Erscheint es nach dieser eingehenden Erzählung noch besonders nöthig, den Muth der wackeren Leute, die ihres Chefs würdig waren, und ihre entschlossene Thatkraft bei so vielerlei Prüfungen hervorzuheben? Nie hatte jener ihnen gefehlt, weder den Männern, noch den Frauen, denen die beherzte Paulina Barnett immer als Beispiel der Willenskraft im Mißgeschick und der Ergebung in den Rathschluß der Vorsehung voranging. Alle hatten treulich gekämpft bis zum Ende und der Verzweiflung keine Macht über sich gegönnt, selbst als sie das Festland, auf dem Fort- Esperance gegründet worden war, sich in eine umherirrende Insel, diese Insel in ein Eiland, dieses Eiland sich in eine Scholle verwandeln sahen, und auch zuletzt noch nicht, als selbst diese unter dem doppelten Einfluß der Sonne und des wärmeren Wassers zu schmelzen begann! Wenn der Versuch der Compagnie wieder von vorn angefangen werden mußte, wenn das neue Fort seinen Untergang gefunden hatte, – den Lieutenant Hobson und seine Genossen, die der Spielball so vieler unvorhergesehener Unfälle gewesen waren, konnte kein Vorwurf treffen. Jedenfalls fehlte von den neunzehn, Lieutenant Hobson's Fürsorge anvertrauten Personen keine einzige, ja, die kleine Colonie war sogar um zwei Mitglieder, die junge Eskimodin Kalumah und das Kind des Zimmermanns Mac Nap, das Pathchen der Mrs. Paulina Barnett, gewachsen.

Sechs Tage nach ihrer Rettung kamen die Schiffbrüchigen in Neu-Archangel, der Hauptstadt des russischen Amerika, an.

Dort sollten sich Alle, welche die allgemeine Gefahr zu so nahen Freunden gemacht hatte, vielleicht für immer trennen!

Jasper Hobson und seine Leute wollten Fort- Reliance auf dem Ueberlandwege wieder erreichen, wahrend Mrs. Paulina Barnett, Kalumah, die sich von Ersterer nicht mehr trennen konnte, Madge und Thomas Black über San-Francisko und die Vereinigten Staaten nach Europa zurückzukehren beabsichtigten.

Bevor sie aber von einander schieden, sprach der Lieutenant in Gegenwart aller seiner Leute mit bewegter Stimme diese Worte zu der Reisenden:

»Madame, segne Sie Gott für das Gute, das wir Alle Ihnen verdanken! Sie waren unser Glaube, unser Trost, die Seele unserer kleinen Welt! Ich danke Ihnen in Aller Namen aus tiefstem Herzensgrunde!«

Ein dreimaliges Hurrah erschallte zu Ehren Mrs. Paulina Barnett's; dann wollte jeder der Soldaten die Hand der muthigen Reisenden drücken, jede der Frauen sie tiefgerührt umarmen.

Jasper Hobson, der eine so innige Zuneigung zu Mrs. Paulina Barnett gewonnen hatte, wurde das Herz recht schwer, als er ihr zum letzten Male die Hand bot.

»Wäre es möglich, daß wir uns nie und nimmer wiedersehen sollten? sagte er.

– Nein, Jasper Hobson, antwortete die Reisende, nein, das kann nicht sein! Und wenn Sie nicht nach Europa kommen, ich werde Sie wieder zu finden wissen, hier oder in der neuen Factorei, die Ihre Hand doch einst noch gründet ...«

In diesem Augenblick trat Thomas Black, der, seit er festes Land unter den Füßen spürte, die Sprache wieder erlangt hatte, vor und sagte mit bestimmtester Miene:

»Ja, wir werden uns wiedersehen ... in sechsundzwanzig Jahren. Meine Freunde, die Sonnenfinsterniß des Jahres 1860 ist mir entgangen, aber die nächste werde ich nicht verfehlen, die im Jahre 1886 unter denselben Verhältnissen und unter denselben Breiten stattfinden wird. In sechsundzwanzig Jahren also, werthe Frau, finde ich Sie, und auch Sie, mein wackerer Lieutenant, an den Grenzen des Polarmeeres wieder.«

Ende.

 

Inhalt.

Erstes Capitel. Ein schwimmendes Fort ..... 1 Zweites Capitel. Wo man sich befand ..... 14 Drittes Capitel. Ein Gang um die Insel ..... 27 Viertes Capitel. Ein Nachtlager ..... 41 Fünftes Capitel. Vom 25. Juli bis zum 20. August ..... 53 Sechstes Capitel. Zehn Tage Sturm ..... 67 Siebentes Capitel. Ein Feuer und ein Schrei ..... 78 Achtes Capitel. Ein Ausflug der Mrs. Paulina Barnett ..... 92 Neuntes Capitel. Kalumah's Abenteuer ..... 108 Zehntes Capitel. Der Kamtschatka-Strom ..... 120 Elftes Capitel. Eine Mittheilung Jasper Hobson's ..... 132 Zwölftes Capitel. Rettungsversuche ..... 144 Dreizehntes Capitel. Quer über das Eisfeld ..... 156 Vierzehntes Capitel. Die Wintermonate ..... 166 Fünfzehntes Capitel. Ein letzter Ausflug ..... 177 Sechzehntes Capitel. Thauwetter ..... 192 Siebenzehntes Capitel. Der Eissturz ..... 204 Achtzehntes Capitel. Alle Hände beschäftigt ..... 212 Neunzehntes Capitel. Das Behrings-Meer ..... 225 Zwanzigstes Capitel. In's offene Meer ..... 236 Einundzwanzigstes Capitel. Die Insel wird zum Eiland ..... 244 Zweiundzwanzigstes Capitel. Die vier folgenden Tage ..... 252 Dreiundzwanzigstes Capitel. Auf einer Scholle ..... 256 Vierundzwanzigstes Capitel. Schluß ..... 273

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