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Das Kälberbrüten

Hans Sachs: Das Kälberbrüten - Kapitel 2
Quellenangabe
typefarce
booktitleDas Kälberbrüten
authorHans Sachs
year1921
publisherVerlag Erich Matthes
addressLeipzig und Hartenstein im Erzgebirge
titleDas Kälberbrüten
pages3-42
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1551
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Die Bäuerin
(tritt ein, redet mit sich selbst und spricht)
                  Ach, was fang' ich Arme an.
Ich hab einen liederlichen Mann,
Verdrossen, lässig in allen Dingen,
Ich kann ihn aus dem Bett nit bringen,
So träg ist er und ganz mistfaul,
Und schnarcht die ganze Nacht wie'n Gaul;
Ich bat ihn, recht früh aufzusteh'n,
Sagt', ich wollt in die Stadt heut' gehn,
Möcht' Milch und Eier zur Stadt tragen;
Ich stand früh' auf, eh' es wollt' tagen;
Daß ich hinein käm in der Früh',
Hab' schon gemolken meine Küh',
War fertig schon zur Stadt zu geh'n,
Mein Narr wollt' drum noch nit aufstehn,
Nit wunder's wen, daß ich allein
Vor Zorn drob sprang zu einem Stein;
Ich will geh'n, ihn dem Schlaf entreißen,
Dem faulen Strick noch manches heißen,
Daß er dieweil tut's Haus versorgen.
Der Bauer
(kommt, gähnt auf, kratzt sich am Kopf und spricht)
Alte, Alte, ein guten Morgen!
Was tust du heut' so früh aufstahn?
Die Bäuerin
Kommst endlich in des Teufels Nam',
Dacht', du kämst heut' nit aus dem Bett,
Um ein Haar ich geweckt dich hätt',
Daß deine Schwarten dir gekracht.
Der Bauer
Des hätt' ich mir bald g'nug gelacht.
Ei, liebe Gret', 's ist frühe noch,
Weil noch kein Hahn und Henn' abflog.
Sag' mir, was ich so früh sollt' machen?
Die Bäuerin
Das tust du fauler Lätsch noch fragen?
Wär' ich nit, du wärst längst gehangen.
Was soll ich nur mit dir anfangen?
Der Bauer
Ei schweig, so arg bin ich doch nit.
Geh' bring' viel Geld's vom Markte mit;
Dieweilen will ich häuslich sein,
Die Stuben fegen und heizen ein,
Das kann ich doch sowohl als du.
Die Bäuerin
Setz' auch das Kraut und Fleisch hinzu
Und merk', wenn tut der Schultheiß blasen,
Daß Küh' und Säu' du mußt auslassen,
Damit das Vieh zur Weiden komm'.
Sei auch sonst häuslich mir und fromm,
Wenn ich vom Markt komm', daß wir essen.
Der Bauer
Der Ding will ich gar keins vergessen,
Es soll all's ordentlich geschehen.
Die Bäuerin
Wenn ich heimkomm, werd ich's wohl sehen,
Wie du derweil daheim tatst hausen,
Warst faul, will ich dein Haar dir zausen.
(Die Bäuerin geht von dannen.)
Der Bauer
Geh' hin, du darfst nicht darum sorgen!
Es ist gar früh noch an dem Morgen,
Ich will gehn, heizen und zusetzen,
Dann meines Unmuts mich ergetzen:
Will mich ein Stund' ins Bett noch legen,
Bis daß der Schultheiß sich tut regen,
Daß ich auslaß mein Säu' und Küh',
Weil es noch ist vor Tag und früh.
(Der Bauer geht hinaus, kommt bald wieder und spricht)
Potz Leichnam Angst! ich hab's verschlafen,
Wie wird mein Weib mich darob strafen,
Wenn's kommt! der Schultheiß hat austrieben,
Und mein Vieh ist daheimgeblieben.
Ich muß wahrlich mir Mut anessen.
Potz Mist, ich hab' des Krauts vergessen,
Das strudelt und prudelt bei dem Feuer,
Ich muß gehn schau'n die Abenteuer.
(Der Bauer geht hinaus.)
Die Bäuerin
(kommt mit der Bürde und spricht)
Nun bin ich nahe bei der Stadt,
Wie hält daheim Haus mein Unflat?
Denk' wohl, es hat der heillos' Mann,
Was ich ihm hieß, kaum halb getan,
Wie vormals ist wohl oft geschehen;
Ich werd daheim mein' Jammer sehen,
Wenn ich schau, wie er Haus gehalten,
Ich kann das Glück nur lassen walten,
Er wird nit anders bei Lebtagen,
Bis ihn der Schelm doch tut erschlagen.
Weiß ich am Narr'n nur so zu rächen,
Daß ich ein Seidlein Wein's tu zechen
In der Stadt, wenn ich tu verkaufen,
Will desto flugser gleich neinlaufen,
Ich bin nun von dem Tor nit weit,
Denk mir, es sei auch höchste Zeit.
(Die Bäuerin trollt davon.)
Der Bauer
(kommt, kratzt sich am Kopf und spricht)
O, Herr Gott, wie bin ich ein Koch!
Als ich komm vor das Ofenloch,
Die ganze Suppe rinnt mir raus,
Und hinten sitzt die Katz im Haus
Und hat das Fleisch alles vertragen,
Der hab' ich gleich die Lend' eing'schlagen;
Und als ich nehm' das Kraut zur Hand,
So ist es halbseits angebrannt
Und gar zu einem Dreck versotten,
Das hat mir doch mein Weib verboten.
Ich fürcht' fürwahr bei meiner Treuen,
Wenn sie heimkommt, sie wird mich bläuen,
Jedoch ich mich noch eines freu',
Daß Küh' und Kälber und mein' Säu
Ich hab' in unsern Garten tan,
Darin sie g'nug zu fressen han.
Die will ich wieder allzumal
Ein jedes tun in seinen Stall,
Eh wenn mein Frau kommt aus der Stadt,
Dieweil der Mittag her schon gaht.
(Der Bauer geht hinaus, kommt wieder und spricht traurig)
Das schlägt dem Faß den Boden aus!
Als ich komm' in den Garten naus
Zu meinen guten Viehlein allen,
So ist mir's Kalb in Brunnen g'fallen
Und tat leider darin ertrinken,
Wiewohl mein Weib nach mein Bedünken
Mit dem Kalb wollt zum Metzger laufen
Und um das Geld ein' Pelz sich kaufen.
Das ist nun fehl. Wie soll's mir geh'n?
Wie werd' ich mit mein'm Weib bestehn?
O, wie wird fluchen sie und scharren!
Ich will ihr in dem Haus nit harren,
Sie wird mich leichnamübel schlagen.
Ach, wie soll ich ankehr'n mein' Sachen,
Daß ich ein ander Kalb gewinn'? -
Es fällt mir gleich in meinen Sinn,
Weil Hühner und Gäns in meinem Haus
Aus Eiern doch brüten Junge aus,
So sie drob sitzen etlich' Tag',
So glaub' ich dann auch, daß man mag
Kälber aus Käsen brüten wohl,
Besonders die von Maden voll;
Hu' das sind's halb lebendig sunst,
Was schad's, ob ich versuch' die Kunst?
Will gleich die Käs' in Korb nein schütten,
Im finstern auf der Dielen brüten,
Damit mich niemand sitzen sieht,
Mich irr' mach', wenn das Kalb ich brüt';
Und wird dann gar, aus jeder Maden
Ein Kalb, so komm' ich wohl zu Gnaden.
(Der Bauer setzt sich in den Korb.)
Die Bäuerin
(kommt, brummt vor sich hin und spricht)
Aus der Stadt bin ich heimgekommen,
Ich glaub', daß der Teufel mein Mann mitgenommen,
Habe nach ihm geschrieen oben und unten,
Hab' kein Funken Feuers im Ofen gefunden;
Das Fleisch ist hin, der Hafen zerbrochen,
Das Kraut verbrannt vor ewigem Kochen,
Die Suppen schwimmt im Ofen, o weh!
Und wie ich in den Garten seh',
Da liegt das eine Kalb ertränkt.
Ich glaub', mein Narr hat sich erhängt,
Kein Wunder, tät ich mich verfluchen,
Ich will geh'n auf der Dielen suchen.
(Die Bäuerin schreit)
Hans! Hans!
(Die Bäuerin sieht ihn im Korb sitzen und spricht)
Du Narr, was machst du auf der Dielen?
Der Bauer
Ch! Ch! (Wie eine Gans)
Die Bäuerin
Ich mein, es stechen dich die Grillen.
Der Bauer
Ch! Ch! pff! pff!
Die Bäuerin
Wie hast du kocht' o heillos' Schand'!
Das Fleisch verschütt', das Kraut verbrannt,
Die Katz erschlagen, das Kalb ertränkt,
Ich wollte drum, daß du erhängt.
Der Bauer
Zisch! Zisch! pff! pff!
Die Bäuerin
Wie? Willst zum Schaden spotten mein?
Ich wollt dir wohl die Lenden dein
So weich schlagen als deinen Bauch.
Weißt, wie ich dich oft niederstauch?
(sie tut die Erbel hinter sich, geht auf ihn zu. Er schreit)
Ch! ch! pff! pff!
Die Bäuerin
Was machst du in dem Korb, du Narr?
Der Bauer
pff! pff!
Die Bäuerin
Ich muß dich werfen raus wohl gar!
Der Bauer
Ch! Ch! pff! pff!
Die Bäuerin
Flugs, troll' dich, gib den Säu'n zu essen!
Der Bauer
Zisch! zisch!
Die Bäuerin
Wie tust? Bist du Narr besessen?
Halt, halt, ich hol' den Pfarrer her,
Daß er den Teufel raus beschwör.
Der Bauer
Pff! pff! ch! ch!
(Die Bäuerin geht dahin. Der Bauer steht auf, tut einen
Käs' heraus, schaut ihn an, legt ihn wieder hinein, setzt sich.)
Die Bäuerin
(bringt den Pfaffen und spricht)
O lieber Herr, es ist mein' Bitt',
Wollt helfen mir und retten mit.
Ich hab' gemarktet in der Stadt;
So ich nun heimkomm wieder spat,
Ins Haus mit Schnaufen und mit Schwitzen,
So find ich meinen Mann da sitzen
In einem Korb hie auf der Dielen,
Treibt so seltsam Ekel und Grillen.
Was ich ihn frag', sprech': Lieber Hans!
Schreit er mich an wie ein' Brutgans:
Pff! pff! pff! pff! und tut auch schnattern,
Mit Armen wie mit Flügeln flattern,
Kann ihm kein Wörtlein abgewinnen,
Ich fürcht', er sei mir ganz von Sinnen,
Ich bitt' euch, helft ihm wiederum,
Daß er zu seinen Sinnen kumm.
Der Pfaff
Mein Gret', mir will da fast bedenken,
Er sich wohl tat voll Branntweins tränken,
Derselbe steigt ihm in den Kopf.
Die Bäuerin
Den trinkt er nit, der heillos' Tropf,
Den ungebrannt'n tut er saufen,
Des' kann er oft bald überlaufen.
Der Pfaff
Nun will ich geh'n zu deinem Mann,
Mit gutem Wort ihn sprechen an.
Glück zu, mein lieber Nachbar Hans!
Der Bauer
Ch! Ch! pff! pff!
Der Pfaff
Sieh, pfeufft mich an wie eine Gans?
Der Bauer
Ch! Ch! pff! pff!
Der Pfaff
Sag' an, was fehlt dir in dem Hirn,
Daß du also tust phantasiern?
Der Bauer
Pff! pff!
Der Pfaff
Mein Nachbar Hans, das taugt gar nicht;
Was fehlt dir doch? Du mir bericht'?
Der Bauer
Pff! pff!
Der Pfaff
Sag', hat dich ein Gespenst erschreckt?
Was hat vielleicht dich sonst bewegt,
Daß du treibst so seltsam Gebähr?
Der Bauer
Pff! pff!
Der Pfaff
Kannst nit du reden, deut doch her,
Ob du vielleicht durch Zauberei
Bezaubert, oder wie ihm sei.
Mich dünkt, seist deiner Sinn' beraubt.
Ist dem also, so neig' dein Haupt!
Der Bauer
Pff! pff!
Der Pfaff
(wendet sich zum Weib und spricht)
Gret', ich kann anders nicht vermessen,
Als daß dein Mann sei gar besessen.
Die Bäuerin
Mein Herr, so helft ihm durch Beschwörung!
Will euch darum tun ein' Verehrung.
Der Pfaff
Gret', du sagst wohl: beschwör' mein' Mann,
Wiewohl ich zwar beschwören kann,
So tu ich's doch wahrlich nit gern,
Fürcht', er wird mir ein' Platten scher'n.
Wie blickt, tu' sein Gesicht beschaun ich,
Dein Mann so tückisch, wetterlaunisch,
Sei Auge gleißt wie das der Katzen.
So er etwan auf mich tät platzen
Und tät mir an dem Leibe schaden,
So ließt mich schwimmen du und baden;
Der Teufel ach! ist grausam stark.
Die Bäuerin
Ach, Herr, es wird nit sein so arg;
Beschwört ihn und seid sorgenfrei,
Ich will euch stehen treulich bei.
He, Hans, du wirst dich doch nit wehr'n?
Der Pfarrer will dich nur beschwör'n.
Der Bauer
Ch! Ch! pff! pff!
Der Pfaff
(zieht sein Buch herfür und liest)
Ich beschwör auf diesen Tag,
Du Teufel, bei aller Bettlers Plag',
Bei aller Pfaffen Reinigkeit,
Bei Schwieger und Sohnes Einigkeit
Und bei aller Ehebrecher Treu,
Bei aller schwarzen Magd nach Reu,
Bei aller Mönche Geistlichkeit,
Bei aller Landsknecht Frömmigkeit,
Und bei aller Spieler Unfall
Und bei aller Juden Irrsal,
Bei aller schönen Frauen Huld,
Bei aller Beginnen Geduld,
Bei aller Kaufleut wahrhaft Schwör'n:
Du wollst von diesem Mann abkehr'n
In ein Röhricht im Böhmerwald
Und fahr'n bald aus durch diesen Spalt!
Der Bauer
(zuckt mit dem Arm, spricht)
Pff! pff! pff! pff! ch! ch! ch! ch!
(Der Pfaff wirft ihm die Stola an den Hals, zieht, schreit
der Bäuerin zu, die faßt hinten am Pfaffen, sie ziehen
ihn aus dem Korb und fallen alle drei auf einen Haufen.
Der Bauer schreit)
Was macht ihr hier? Euch Pockseuch' schänd'
Und euch Roßhoden schänd' und blend'!
Ihr bringt mich heut um Ehr und Gut,
Daß ihr mich zieht von meiner Brut.
Wie sehr ich mich verbarg dahinten,
Vermeint, kein Mensch würd' mich da finden,
Hat euch der Teufel bracht ins Haus.
Der Pfaff
Mein Hans, was wollst du brüten aus?
Der Bauer
(schreit, zeigt ihm einen Käse und spricht)
Kälber! Seht's Wahrzeichen wohl,
Der Käs, der steckt von Maden voll,
Unten und oben, hinten und vorn;
Das wären eitel Kälber worn,
Hätt' ihr mich nit davon gerissen.
Der Pfaff
Hans, ich wollt' gern von dir wissen,
Wer dich die Kunst gelehret hat.
Der Bauer
Furcht, Sorg' und Angst mich lehren tät,
Welche ich hatt' zu meiner Frauen.
Der Pfaff
Sag' uns die Wahrheit, laß' uns schauen
Wie sich solch' alles zugetragen.
Der Bauer
Die Sach' mag ich euch gerne sagen:
Doch daß ich sicher vor dir sei!
Die Bäuerin
Ja, du sollst sein quitt, ledig, frei,
Ich muß doch sein mit dir erschlagen.
Der Bauer
Ach, soll ich nit von Unglück sagen?
Ich heut verschlief des Schultheiß' Blasen,
Als ich das Vieh daheim gelassen,
Schlug ich's ein Weil in unsern Garten.
Und als ich wollt zum Essen warten,
Weil Unglück selten kommt allein,
Das Kalb fiel in den Brunnen nein.
Als ich es fand darin ertrunken,
Da war ich schier vor Leid versunken,
Vor dir; und Angst, die packt mich nun,
Da fiel mir ein, daß Gans und Huhn
Auf Eiern brüten ich gesehn,
So mußt's auch mit dem Käs' wohl gehn.
Daß Kälber man möcht brüten draus;
Die guten Käs' drum klaubt' ich aus,
Hab' mich zum Brüten drauf gesetzt,
Hätt't ihr mich nicht zuguterletzt
Noch irr' gemacht in meiner Brut,
Ich hätt' bekommen großes Gut.
Die Bäuerin
Du bist der allergrößte Narr,
Den man hat in der ganzen Pfarr'.
Geh' naus, hack' Holz, du fauler Tropf,
Sonst kriegst du Dresche an den Kopf.
Ich will dir's Kalb vom Hals noch schlagen.
Der Pfaff
Nein Gret', tät'st ihm Geleit zusagen,
Dabei wirst du es lassen bleiben!
Die Bäuerin
Wollt ihr Gespött' noch mit mir treiben,
Den großen Tölpel noch verteidigen,
Der mich doch täglich tut beleidigen
Mit ungerat'ner Arbeit viel?
Der Bauer
Herr, mischt euch nit in unser Spiel!
Mein Weib tut euch das übelnehmen
Und sich des Streit's mit euch nit schämen.
Die Bäuerin
Geh' hin, hack' Holz und halt dein Maul!
Der Pfaff
Du bist ein grober Ackergaul,
Weil du so übel ihn anfährst.
Der Bauer
Mein lieber Herr, und wißt ihr's erst,
Ihr Scheltwort ich noch gern vertrüg,
Wenn sie mich nur nit rauft' und schlüg'.
Der Pfaff
Was muß ich, Grete, da erfahr'n?
Die Bäuerin
Ja, ich tu' ihm der Streich' nit spar'n,
Wenn er mir etwa tut ein' Schaden.
Sollt ich ihn halten da in Gnaden?
Wenn schlechtes Wetter eingekehrt,
Wird er als Laubfrosch eingesperrt.
Der Pfaff
Ei, Gret', du mußt ins Herz dich schamen,
Du schändest aller Frauen Namen!
Der Mann soll sein der Herr im Haus.
Die Bäuerin
(zuckt die Faust und spricht)
Pfaff' schweig' und troll' dich bald hinaus!
Du hast hier gar nichts mehr zu schaffen,
Schwätzt müßig, wie oft tut ihr Pfaffen;
Geh' heim, eh' ich dir geb' den Segen.
Der Pfaff
(wendet sich um und spricht)
Ich geh' von dannen, Friedes wegen,
Du find'st kein Hadermann an mir.
Ich mein der Teufel steckt in dir,
Ich glaub', Gret', ich muß dich beschwören.
Die Bäuerin
(eilt auf ihn zu und spricht)
Komm', laß' einander uns beehr'n!
Der Pfaff
(läuft weg und spricht)
Nein, nein, ich scheide dahin mit Wissen.
Die Bäuerin
(spricht zum Bauern)
Der Teufel hat mich mit dir beschissen,
Du loser Mann, in Hof 'naus lauf'!
Haust du mir heut das Holz nit auf,
Will ich dir nicht zu fressen geben.
Du mußt mir noch ganz anders schwitzen,
Und wenn der Pfaff dich tät beschützen!
Lang mir her den gebrüt'en Käs'!
Ich will dir'n schier in's Maul nein stoßen,
Was hilft's, daß ich mich tu' erbosen,
Dieweilen gar nichts hilft an dir,
Den größten Schaden tu ich mir;
Muß doch mit dir behangen sein,
Geh' gleich ins Wirtshaus, hol uns Wein!
Das Marktgeld wollen wir verzechen,
Einträchtig sitzen, am Wein uns rächen
Und vergessen allen Ungemachs.
Glück bringt alles wieder, spricht Hans Sachs.
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