Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Charles Sealsfield >

Das Kajütenbuch oder Nationale Charakteristiken

Charles Sealsfield: Das Kajütenbuch oder Nationale Charakteristiken - Kapitel 29
Quellenangabe
typefiction
booktitleDas Kajütenbuch
authorCharles Sealsfield
year1989
publisherInsel Verlag
addressFrankfurt am Main
isbn3-458-32863-7
titleDas Kajütenbuch oder Nationale Charakteristiken
pages5-7
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1843
Schließen

Navigation:

16

»Der folgende Tag stimmte unsere sanguinischen Hoffnungen wieder stark herab.

San Antonio de Bexar liegt in einem fruchtbar bewässerten Tale, das sich westlich vom Salado hinabsenkt. In der Mitte der Stadt erhebt sich – nach den Regeln der Kriegsbaukunst angelegt – der Alamo. Er hatte achtundvierzig Kanonen leichten und schweren Kalibers und mit der Stadt eine Garnison von beinahe dreitausend Mann. Ehe wir zu ihm gelangen konnten, mußte natürlich die letztere, die gleichfalls stark befestigt war, genommen sein.

Unsere ganze Artillerie bestand in zwei Batterien von vier Sechs- und fünf Achtpfündern, unser Belagerungsheer aus elfhundert Mann, mit denen wir nicht bloß Tete gegen Stadt und Festung zu machen hatten, sondern auch den Feind, der von Cohahuila, ja von allen Seiten drohte. Eine etwas schwierige Aufgabe für elfhundert Mann, werden Sie gestehen! Die Belagerung konnte sich in die Länge ziehen, denn die Belagerten waren für ein Jahr mit allem reichlich versehen, hinter ihren Wällen vor uns sicher; Monate mochten vergehen, ehe es mit unsern neun Kanonen etwas wie eine Bresche zu schießen gelang. Das war jedoch nicht alles; Bedenklichkeiten ganz anderer Art drängten sich uns unangenehmer auf! Würden sich unsere Leute auch willig den Mühseligkeiten und Beschwerden einer langwierigen Belagerung unterziehen? Sie hatten zwar rasch und freudig dem Aufrufe Folge geleistet, auch bei den verschiedenen coups de main, die wir gegen den Feind ausführten, Mut und Ausdauer bewiesen; aber es war doch etwas ganz anderes, coups de main und wieder eine langwierige Belagerung durchzuführen. Eine solche bedingte nicht bloß Mut und Ausdauer, sie bedingte in unserem Falle einen wahren Sklavendienst, vor allem aber den striktesten militärischen Gehorsam. Würden sich unsere Leute den erschöpfenden Tag- und Nachtwachen, den zur Eröffnung der Laufgräben nötigen Arbeiten, vor allem aber dem militärischen Gehorsam wohl unterziehen? Eine sehr zweifelhafte Frage! Die Mehrzahl waren heißblütige Southrons, kühne, verwegene, rasch entschlossene – aber auch trotzige Gäste, deren größte Tugenden eben nicht Geduld und Unterwürfigkeit hießen. Die Farmers aus den Mittelstaaten, die auch in bedeutender Anzahl vorhanden, waren zwar bedächtiger, kühler, auch vollkommen von der Wichtigkeit des Unternehmens durchdrungen, aber wir taten ihnen doch gewiß auch kein Unrecht wenn wir voraussetzten, daß sie lieber bei ihren Weibern und Kindern, Äckern und Rindern als vor den Wällen von Bexar gelegen wären; der Überrest waren Handwerker aus den nördlichen Staaten, Maurer, Bäcker, Schreiner, die die Kelle, den Backtrog oder Hobel mit der Muskete vertauscht. Auch an Abenteurern besserer und schlimmerer Art fehlte es nicht, die gekommen, lustig liederliche Tage zu leben; ja selbst Verbrecher gab es, die vor den Gesetzen geflohen. Sie wissen, man ist bei solchen Gelegenheiten nicht sehr ekel in der Auswahl, bei unsern geringen Ressourcen durften wir es schon gar nicht sein.

Aber eine solche Weitherzigkeit hat denn doch auch wieder ihre Übelstände, besonders da, wo gerade das, was das schlechte Element zähmt und in Schranken hält, die Macht, zu belohnen, zu bestrafen, so sehr prekär, die Autorität der Behörden noch neu und folglich schwankend, der Kitt, der den soeben erst aufgeführten gesellschaftlichen Bau verband, nicht gehärtet, wo das Gewicht, der Nachdruck, den nur eine länger bestandene bürgerliche Ordnung geben kann, fehlt. Wir mußten den schlechtesten Subjekten gerade am meisten durch die Finger sehen, Dingen durch die Finger sehen, die den regelrechten Militär empört, am ersten Tage zur Verzweiflung gebracht haben müßten. Das fühlten wir jüngeren Stabsoffiziere – Fanning und ich waren noch am Schlachtfelde zu Obersten ernannt worden – gerade am drückendsten, schüttelten im Kriegsrate die Köpfe am besorgtesten. Eben über diese Belagerung ward in diesem Kriegsrate debattiert. Wir äußerten unverhohlene Zweifel, ob es möglich sein würde, die Belagerung mit so heterogenen Kriegselementen zu einem glücklichen Ausgange zu bringen. Jedenfalls schien es uns klar, daß sie das Schicksal Texas' entscheiden, gleichsam der Prüfstein unseres Kampfes werden müsse. Waren wir imstande, unsere Leute in etwas wie Ordnung, militärische Disziplin zu bringen, dann war Hoffnung, wo nicht, so mochten wir ebensowohl das Feld und Texas zur Stelle räumen. Fanning, Wharton und mir – spukte das Zwischenspiel mit dem Bärenjäger noch sehr widerwärtig in den Köpfen.

Ganz anders räsonierten wieder unsere Alten, mit ihnen General Austin. Sie kannten freilich den Geist unseres Volkes – wir noch nicht.

Es ist aber dieser unser Volksgeist ein ganz eigener Geist. Unser Sprichwort sagt: Wenn es bei uns kalt ist, so friert es, ist es heiß, so glüht es, regnet es, so schüttet es; und damit ist unser Klima sowie Nationalcharakter bezeichnet. Halbheit liebt unser Volk nicht. Will es etwas, so will es dieses ganz. Schwierigkeiten, Gefahren schrecken es nicht ab, spornen es nur um so mehr an. Die Hälfte mag über dem Kampfe zugrunde gehen, die andere dringt gewiß durch. Kein Volk der Erde – die alten Römer vielleicht ausgenommen – hat diese intense Energie, diese nachhaltende, gewissermaßen furchtbare Willenskraft. Auch vor Bexar bewies es diese.

Den Tagesbefehl, der nach dem Kriegsrate verlesen ward, hörten die Leute ernst, finster an, so daß uns trübe vor den Augen zu werden begann, allein im nächsten Moment waren alle düsteren Ahnungen verschwunden. Alle elfhundert, wie sie waren, traten sie vor, gaben zuerst dem General, dann uns gesetzt und ruhig Hand und Wort, Texas frei zu machen, sollten sie auch alle ihr Leben darüber opfern.

Keine Hurras, kein Enthusiasmus, aber ernste Männerschwüre.

Und wie Männer lösten sie ihre Schwüre auf eine Weise, die nur derjenige zu würdigen wissen wird, der da aus Erfahrung kennt, was es sagen will, eine feste Stadt zu belagern und zugleich einem Feinde, der mit den Ressourcen einer vergleichsweis mächtigen Republik im Rücken hängt, die Spitze zu bieten. Unsere elfhundert Männer lösten Aufgaben, vor denen, ich sage nicht zuviel, fünftausend der abgehärtetsten Napoleonschen Kaisergardisten zurückgeschreckt wären. In den ersten Wochen verging kein Tag ohne Ausfälle oder Scharmützel. General Cos stand an der Grenze von Texas und Cohahuila mit fünftausend Mann, seine Dragoner umschwärmten uns in allen Richtungen – wahre Parther, die wie die Heuschrecken kamen. Gegen diese aber waren gerade wieder unsere quecksilbrigen Abenteurer am besten zu gebrauchen. Sie hatten Nasen trotz der besten Spürhunde. Auf zwanzig Meilen im Umkreis witterten sie den Feind, und Reiterscharen und Detachements wurden so spielend aufgehoben und eingebracht, daß wir oft unseren eigenen Augen nicht trauten. Tag und Nacht waren sie auf der Lauer; der Mexikaner, der zehn Sekunden lang den Kopf über die Wälle herausstreckte, ward sicher niedergeschossen. Ich kann nicht sagen, daß die militärische Disziplin vollkommen regelrecht gewesen wäre, aber dafür herrschte ein Geist, ein Zusammenwirken, ein Unverrücktes-Ziel-im-Auge-Behalten, das die Kraft unserer elfhundert Männer in der Tat verzehnfachte. Unsere respektablen Farmers und Pflanzer waren anfangs die lässigsten, bald aber sahen auch sie sich mit fortgerissen, vergaßen Weiber und Kinder, Äcker und Rinder. Unsere heißblütigen Kentuckier, Tennesseer, Georgier arbeiteten trotz Negern in den Laufgräben; freilich waren der General und wir Stabsoffiziere ihnen mit gutem Beispiel vorangegangen. In allen schlug ein Herz, ein Sinn, allen schwebte nur eine und dieselbe Idee vor – die Einnahme der Stadt, die Unabhängigkeit, Befreiung von Texas. Was eine große Idee zu bewirken imstande, das sah ich bei dieser Gelegenheit.

Übrigens ist der Mexikaner gleich dem Spanier hinter Wällen und Mauern ein weit bedeutenderer Gegner als im offenen Felde; aber auch hier kam uns das herzlich schlechte Pulver wieder zustatten. Die Kugeln der Belagerten, obwohl wir den Wällen nahe genug standen, erreichten uns nie, fielen so harmlos vor uns nieder, daß wir jede Woche ein paar tausend einsammeln, sie mit unserem doppelten Dupont-Pulver wirksam zurückgeben konnten. Auch an interessanten Zwischenspielen fehlte es nicht. Fanning hatte einen starken Konvoi von Lebensmitteln mit zwanzigtausend Silberdollars, Travers einen zweiten von vierhundert Pferden eingebracht. Mir gelang ein ähnlicher Fang. Die Belagerung ward uns so zur wahren Schule, die uns erst eigentlich zu Soldaten, zu Kriegern heranbildete.

Nach acht Wochen – wir hatten Bresche geschossen – ergab sich die Stadt, vier Wochen darauf das Fort. Im Besitze eines bedeutenden Artillerieparks zogen wir nun vor Goliad, die bedeutendste Festung in Texas. Sie kapitulierte nach wenigen Wochen. Wir waren sonach Herren des ganzen Landes, der Krieg schien beendet. Daß er es aber noch nicht war, leuchtete jedem heller Sehenden nur zu deutlich ein. Die Mexikaner sind nicht das Volk, sich eines ihrer schönsten Länder so leicht entreißen zu lassen. Der mexikanische Charakter ist ebenso zäh wie der spanische, von dem er auch anzuziehen in den dreihundert Jahren seiner mexikanischen Herrschaft hinlänglich Gelegenheit hatte. Dann hegt dieses Volk auch eine sehr gute Idee von sich: Hat es doch die Spanier, die es noch immer für die tapferste Nation der Welt hält, aus dem Lande getrieben, wie sollte es nicht uns, eine Handvoll Abenteurer, die es gewagt, sich nicht nur gegen die Dekrete der großen Republik aufzulehnen, sondern sogar ihre Städte und Festungen wegzunehmen – ein Frevel, der auf das schärfste geahndet werden mußte! Die Ehre der Republik, vor den Augen der Welt kompromittiert, mußte gerächt, so schnell als möglich gerächt werden! Der Präsident und General en chef ihrer Armeen selbst erhob sich, den Oberbefehl über das Exekutionsheer zu übernehmen, ein abschreckendes Beispiel für alle Zeiten zu statuieren. Die Empörer sollten vom Erdboden vertilgt, mit Weib und Kind ausgerottet werden. Das war der Refrain ihrer Debatten, ihrer Reden im Kongresse, in den Staaten-Assembleen, ihrer Kanzelpredigten, ihrer Zeitungsartikel. Die Staaten boten ihre Staats-, der Erzbischof, die Bischöfe ihre bischöflichen Schätze, die Städte, Klöster ihre Stadt- und Klostersäckel an. Zehntausend Mann der besten Truppen wurden sogleich an die Grenzen beordert, zehntausend mehr folgten. Diesen schloß sich der Präsident Santa Anna selbst mit seinem zahlreichen Generalstabe an.

Donnernde Proklamationen gingen vor ihm her. Das Kabinett von Washington, das nicht nur heimlich, sondern sogar öffentlich durch die Besetzung von Nacogdoches die Aufrührer begünstigt, die südlichen Staaten, die es gewagt, sie durch Geld und Freiwillige zu unterstützen, die gesamte Union sollte auf das härteste gezüchtigt werden. Zuerst sollte Texas von den Aufrührern gereinigt, dann aber in die Union vorgedrungen, alles mit Feuer und Schwert verheert, Washington selbst in einen Steinhaufen verwandelt werden.«

»Wir hörten von diesen tollen Fanfaronaden!« bemerkten hier mitleidig lächelnd mehrere.

»Uns gellten sie etwas stark in den Ohren«, versicherte der Texaser, »obwohl ich eben nicht sagen kann, daß sie besonderen Eindruck hervorgebracht hätten. Im Gegenteil, man achtete nur zu wenig auf sie, bereitete sich nicht einmal gehörig vor, den Feind mit aller der Macht zu empfangen, die das Land, ungeachtet seiner äußerst beschränkten Ressourcen, aufzustellen fähig gewesen wäre. Die Wahrheit zu gestehen, waren unsere Leute durch die bisherigen Sukzesse verblendet, dachten es sich nicht möglich, daß die Mexikaner abermals wagen würden, sie anzugreifen. Sie vergaßen, daß die Truppen, gegen die sie bisher gekämpft, mit Ausnahme einiger weniger Bataillone, größtenteils Ausschuß, daß mehrere der mexikanischen Staaten vortreffliche Soldaten, besonders Kavalleristen, lieferten, auch daß sie dieses Mal wohl besseres Pulver mitbringen dürften. Viele waffenfähige Männer folgten nicht einmal dem dringenden Aufrufe Burnets, des damaligen Präsidenten von Texas, es vorziehend, ihre Mais- und Cottonfelder zu bestellen. Wir brachten gegen die zwanzigtausend Mann, die gegen uns im Anzuge, nicht viel mehr als zweitausend zusammen, und von diesen mußten wir noch beinahe zwei Dritteile an die beiden Festungen Goliad und Alamo abgeben.

In der ersteren ließen wir achthundertsechzig Mann unter dem Oberbefehl unseres unvergeßlichen Fanning, in letzterer etwas über fünfhundert, so daß uns nicht viel über siebenhundert übrigblieben.

Der Feind ging entschlossener vor, als wir erwartet; in der Tat drang er so rasch vor, daß wir, ehe wir es uns versahen, von Goliad zurückgedrängt, dieses sowie Bexar seinem Schicksale überlassen mußten.

Ein trauriges Schicksal! Schon von vornherein hatten wir den argen Mißgriff begangen, daß wir bei unserer geringen Macht diese noch durch Besetzung zweier Forts zersplitterten, gerade unsere besten, unternehmendsten Leute in sie einsperrten.

Der Amerikaner taugt in Festungen nicht viel. Schon die eingeschlossene Luft sagt ihm nicht zu, der Zwang, die Unfreiheit ertöten seinen Geist und Körper. Er ist der vorige nicht mehr, die Beweglichkeit, Tatkraft, Frische, der Lebensmut verlassen ihn, er wird wie blind und taub. Im Freien bleibt der Amerikaner, zehnmal geschlagen, unüberwindlich; denn ehe man sich's versieht, versetzt er das elftemal seinem Gegner eine Klappe, die die zehn Unfälle ausgleicht, ihn zuletzt als Sieger bewährt. Unsere Kriegsgeschichte bietet Dutzende solcher Fälle dar, wo die Unsrigen, bereits umringt, von allen Seiten eingefangen, sich noch Auswege zu bahnen, dem Feinde die errungenen Vorteile zu entreißen wußten – im Freien nämlich; in Festungen ist, ich wiederhole es nochmals, der tüchtigste Amerikaner halb blind und ganz taub.

So vernimmt Fanning in Goliad, daß eine Anzahl vertriebener Landsleute, Weiber, Mädchen und Kinder, vom Feinde verfolgt, der Festung zufliehen. Gefühlvoll, wie er ist, läßt er sich von seiner Sympathie hinreißen, beschließt, den Hilflosen Sukkurs zu senden. Er beordert Major Ward, mit dem Georgier Bataillon auszurücken, die Flüchtigen aufzunehmen, in die Festung zu geleiten. Der Major, die Offiziere stellen vor, bitten, beschwören – Fanning sieht nur die hilflosen Landsmänninnen, er beharrt auf seiner Order. Der Major zieht mit seinem Bataillon, fünfhundert Mann, aus, den Flüchtigen entgegen. Wie er diesen nahe kommt, sind es statt Landsmänninnen mexikanische Dragoner, die auf ihre in der nächsten Insel verborgenen Pferde springen, sogleich den Kampf beginnen.

Mehr und mehr Feinde kommen von allen Seiten heran; es waren Reiter von Louis Potosi und Santa Fé, vielleicht die beste Kavallerie der Welt, denn die Leute werden gewissermaßen zu Pferde geboren. Zwei Tage lang dauert der Kampf. Die fünfhundert Mann fallen bis auf zwei.

Wir im Hauptquartier, auch nicht träumend von dem furchtbaren Schlage, lassen Fanning die Order zukommen, das Fort zu räumen, sich mit sechs Stück Geschütz an uns anzuschließen. Fanning erhält den Befehl und leistet ihm Folge. Aber was sich wohl mit achthundertsechzig Mann und sechs Geschützen tun ließ, sich nämlich durch einen zahlreichen Feind durchzuschlagen, war nicht mehr mit dreihundertsechzig möglich. Nichtsdestoweniger unternimmt er den Rückzug durch die Präries, wird jedoch auf diesen von dem zehnfach überlegenen Feinde angegriffen, umzingelt, wehrt sich, so umzingelt, volle zwölf Stunden, gewinnt auch, immer vordrängend, eine Insel; aber kaum hat er diese erreicht, so ergibt sich, daß alle Munition verschossen. Er nimmt nun die vom Feinde angebotene Kapitulation an, in der ihm zugestanden wird, mit seinen Leuten nach Ablieferung der Waffen heimzukehren. Kaum sind aber die Stutzen abgeliefert, so fällt die wütende Rotte über die Wehrlosen her, und alle werden niedergemetzelt. Bloß einem Vorposten und dreien gelingt es zu entkommen.

Die fünfhundert, die wir in Bexar und Fort Alamo gelassen, erfahren kein besseres Schicksal. Zu schwach, um eine Stadt von vier- bis sechstausend Einwohnern samt einem Fort gehörig zu besetzen, dringt der Feind bald in die erstere ein, die Unsrigen ziehen sich in letzteres zurück. Mit seiner zahlreichen Artillerie gelingt es dem Feinde, einen Teil des Forts in Trümmer zu schießen. Ein furchtbarer Kampf entspannt sich auf diesen – acht Tage dauert er. Tausende von Mexikanern fallen, von unseren fünfhundert Landsleuten blieb kein einziger übrig.

 << Kapitel 28  Kapitel 30 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.