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Das Kajütenbuch oder Nationale Charakteristiken

Charles Sealsfield: Das Kajütenbuch oder Nationale Charakteristiken - Kapitel 12
Quellenangabe
typefiction
booktitleDas Kajütenbuch
authorCharles Sealsfield
year1989
publisherInsel Verlag
addressFrankfurt am Main
isbn3-458-32863-7
titleDas Kajütenbuch oder Nationale Charakteristiken
pages5-7
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1843
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7

»Wir wurden in ein für Texas recht artig möbliertes Parlour eingeführt, wo wir den Squire oder richtiger zu sagen den Alkalden seine Zigarre rauchend trafen. Er hatte soeben gefrühstückt, denn Teller und Schüsseln, darunter mehrere unberührt, standen noch auf dem Tische. Von Komplimenten war er offenbar kein großer Freund, ebensowenig von Kopfbrechen oder unserer Yankee-Neugier, denn kaum daß er, während er unsern Guten Morgen zurückgab, die Begrüßung mit einem Blick erwiderte. Beim ersten Anblick sah man, daß er aus Westvirginien oder Tennessee stammte, denn nur da wachsen diese antediluvianischen Riesengestalten. Selbst sitzend ragte er über den die Teller und Gedecke stellenden Neger hinaus. Dazu hatte er ganz den westvirginischen Herkulesbau, die enorme Brust, die massiven Gesichtszüge und Schultern, die scharfen grauen Augen, überhaupt ein Ensemble, das wohl rohen Hinterwäldlern imponieren konnte.

Bob schaute er mit einem langen, forschenden Blick an, mich dagegen schien er sich für später aufzusparen; denn obwohl der Neger nun alles zum Frühstück zurechtgelegt, ich auch einen Sessel genommen, war ich doch noch nicht der Ehre eines näheren Skrutiniums gewürdigt worden. Es lag aber auch wieder viel Takt und Selbstbewußtsein in seiner Art und Weise, wenigstens verriet sie, daß er einen Alkalden zu repräsentieren verstand. Bob war, den mit dem blutigen Sacktuch verbundenen Kopf auf die Brust gesenkt, stehen geblieben. Er schien Respekt vor dem Squire zu fühlen. Dieser hob endlich an:

›Ah, seid Ihr wieder da, Bob? Haben Euch schon lange nicht gesehen, schier geglaubt, daß Ihr uns vergessen. Sag Euch, haben schier geglaubt, hättet Euch um ein Haus weitergemacht. Wohl, wohl, Bob. Hätten uns auch nicht den Hals abgerissen, denn, sag Euch, sind mir Spieler verhaßt, hasse sie, Mann, ärger als die Skunke. Ist ein liederliches Wesen mit dem Spiele, hat manchen Mann ruiniert, zeitlich und ewig ruiniert – hat Euch auch ruiniert.‹

Bob gab keine Antwort.

›Hätten Euch übrigens letzte Woche gut brauchen können; wäret überhaupt gut zu brauchen. Ließe sich noch ein wertvolles Glied der bürgerlichen Gesellschaft aus Euch machen, wenn Ihr nur das sündige Spielen lassen könntet. Meine Stieftochter letzte Woche angekommen. Mußten um den Joel senden, uns einen Hirschbock und ein paar Dutzend Schnepfen zu schießen.‹

Bob gab noch immer keine Antwort.

›Jetzt geht hinaus in die Küche und laßt Euch zu essen geben.‹

Bob gab weder Antwort, noch ging er.

›Hört Ihr nicht? In die Küche sollt Ihr hinaus und Euch zu essen geben lassen. Und Ptoly‹ – sprach er zum Neger –, ›sag der Veny, sie soll ihm eine Pinte Rum bringen.‹

›Brauche Euren Rum nicht, bin nicht durstig‹, knurrte Bob.

›Scheint so, scheint so!‹ versetzte lakonisch der Richter. ›Scheint, als hättet Ihr bereits mehr genommen als nötig. Seht schier aus, als ob Ihr eine wilde Katze lebendig verschlingen könntet.‹

Bob knirschte mit den Zähnen, was aber der Richter zu überhören schien.

›Und Ihr?‹ wandte er sich jetzt zu mir. ›Was Teufel, Ptoly, was stehst du! Siehst du nicht, daß der Mann frühstücken will? Wo bleibt der Kaffee? Oder trinkt Ihr lieber Tee?‹

›Danke Euch, Alkalde, ich habe soeben gefrühstückt.‹

›Schaut nicht darnach aus. Seid doch nicht krank? Wo kommt Ihr her? Was ist Euch zugestoßen? Habt doch nicht die Ague? Wie kommt Ihr zu Bob?‹

Erst jetzt fiel sein Blick forschender auf mich, dann wieder auf Bob. Offenbar kalkulierte er, was wohl den Besuch veranlaßt, mich in Bobs Gesellschaft gebracht haben könne. Das Resultat seiner physiognomischen Beobachtungen schien weder Bob noch mir sehr günstig.

›Sollt alles hören, Richter!‹ beeilte ich mich ihm zu antworten, ›verdanke Bob sehr viel, ganz eigentlich mein Leben.‹

›Euer Leben? Bob verdankt Ihr Euer Leben?‹ rief der Richter, ungläubig den Kopf schüttelnd.

›Ja, das verdanke ich ihm wirklich, denn ich war auf dem Punkte zu vergehen, als er mich fand. Bin nämlich in der Jacinto-Prärie verirrt – vier Tage herumgeirrt, ohne einen Bissen über die Zunge gebracht zu haben. Gestern fand und zog mich Bob aus dem Jacinto.‹

›Ihr habt Euch doch nicht –‹

›Nein, nein!‹ fiel ich ein, ›mein durstiger Mustang sprang mit mir in den Fluß, und kraftlos, wie ich war, fiel ich hinein.‹

›So?‹ sprach der Richter, ›so hat Euch also Bob gerettet? Ist das wahr, Bob? Wohl, freut mich, Bob, freut mich das wieder. Wenn Ihr nur von Eurem Johnny lassen könntet. Sage Euch, Bob, der Johnny wird Euch noch ins Verderben bringen. Laßt ihn besser.‹

Alles das war bedächtig, mit Nachdruck gesprochen, dazwischen immer ein Trunk genommen und ein paar Rauchwolken aus der Zigarre gezogen und gestoßen.

›Ja, Bob‹, wandte er sich wieder an diesen, ›wenn Ihr von dem Johnny lassen könntet!‹

›Ist zu spät!‹ versetzte Bob.

›Weiß nicht, warum es zu spät sein sollte; ist nie zu spät, ein sündig verdorbenes Lasterleben aufzugeben; nie, Mann!‹

›Kalkuliere, ist's aber doch!‹ versetzte halb trotzig Bob.

›Ihr kalkuliert, es ist?‹ versetzte der Richter, ihn scharf fixierend. ›Und warum kalkuliert Ihr? Nehmt ein Glas – Ptoly, ein Glas! – und sagt an, warum es zu spät sein sollte, Mann?‹

›Habe keinen Durst, Squire‹, versetzte Bob.

›Reden jetzt nicht vom Durst; ist der Rum nicht gegen den Durst; ist der Rum mäßig genossen, das Herz und Nieren zu stärken, die blue devils zu vertreiben; aber mäßig muß er genossen werden.‹

Und so sagend, füllte er sich ein Glas und leerte es zur Hälfte.

›Reden aber nicht vom Durst‹, hob er wieder an, ›reden davon, daß es zu spät sein sollte. Warum sollte es zu spät sein?‹

Und wieder schaute er ihn scharf an.

›Liegt mir nicht, der Rum‹, brummte wieder Bob; ›liegt mir etwas anderes im Magen.‹

›Liegt Euch etwas anderes im Magen?‹ fiel der Richter ein, die Rauchwolken seiner Zigarre von sich blasend. ›Etwas anderes liegt Euch im Magen? Wohl, Bob, was liegt Euch denn so im Magen? Nehmt eine Zigarre, Mann‹ – wandte er sich zu mir. – ›Wollen hören, was ihm im Magen liegt. Oder wollt Ihr unter vier Augen mit mir reden? Ist zwar heute Sonntag, Mann, und am Sonntage sollen die Geschäfte ruhen; aber da Ihr es seid und Magendrücken habt, so wollen wir schauen.‹

›Habe den Gentleman expreß mitgebracht, daß er Zeuge sein, hören solle‹, versetzte Bob, eine Zigarre nehmend. Der Richter, obwohl er ihn zu dieser nicht geladen, hielt ihm ganz ruhig das brennende Licht hin.

Bob rauchte die Zigarre an, tat einige Züge, schaute den Richter bedenklich an und warf dann die Zigarre zum Fenster hinaus.

›Schmeckt mir nicht, Squire, schmeckt mir nichts mehr, wird immer ärger.‹

›Ah, Bob, wenn Ihr nur Euer ewiges Spielen und Trinken lassen könntet! Sind diese Euer Fieber, Eure Aguecakes, Euer Verderben.‹

›Ist nichts, Squire, hilft alles nichts; muß heraus. Kämpfte, stritt lange mit mir. Glaubte es zu verwinden, niederzudrücken, geht aber nicht. Habe manchen unter die fünfte Rippe – aber dieser – ‹

›Was habt Ihr?‹ sprach der Richter, der, nachdem er die Zigarre gleichfalls durch das Fenster geworfen, Bob mit einer etwas richterlichen Miene maß. ›Was gibt es wieder? Was sollen die Reden von fünften Rippen? Einer Eurer Sodoma- und Unter-Natchez-Sprünge, hoffe so; könnten sie hier nicht brauchen; verstehen hier keine solchen Späße.‹

›Pooh! Verstehen sie noch weniger drüben in Natchez. Hätten sie sie verstanden, wäre Bob nicht in Texas.‹

›Aber Eure Knochen bleichten dafür drüben irgendwo an einem Baume oder in einem Graben! Wissen das, wissen das, Bob! Je weniger davon geredet wird, desto besser. Habt aber hier versprochen, den alten sündigen Menschen aus-, einen neuen anzuziehen, und wollen deshalb alte Geschichten nicht aufrühren.‹

›Hab's wollen, hab's wollen‹, stöhnte Bob, ›geht aber nicht, hilft alles nichts; muß heraus, sag es Euch, muß heraus. Wird nicht besser, als bis ich gehängt bin.‹

Ich starrte Bob sprachlos an; der Richter jedoch nahm eine frische Zigarre, zündete sie an, und nachdem er sie in Rauch gesetzt, sprach er ganz gelassen:

›Nicht besser, als bis Ihr gehängt seid? Ja, aber warum wollt Ihr denn gehängt sein? Freilich solltet Ihr das schon lange, denn wenn die Zeitungen in Georgien, Alabama und Mississippi nicht alle lügen, so habt Ihr den Strick wenigstens ein dutzendmal verdient, in den Staaten drüben nämlich; aber hier sind wir in Texas, unter mexikanischer Gerichtsbarkeit. Geht uns hier nichts an, was Ihr drüben verbrochen, so Ihr nur hier nichts angestellt. Wo kein Kläger, da ist auch kein Richter.‹

›Ho! es ist aber doch ein Kläger‹, versetzte trotzig Bob, ›ist einer, sag ich Euch‹, setzte er leiser und schaudernd hinzu.

›Ein Kläger? Und wer sollte der Kläger sein?‹ fragte der Richter mich anschauend.

›Wer der Kläger sein sollte?‹ murmelte Bob. ›Wer der Kläger sein sollte?‹ wiederholte er, wechselweise den Richter, wieder mich anstierend.

›Sendet den Neger hinaus, Squire‹, unterbrach er sich plötzlich und nicht ohne Selbstgefühl. ›Was ein freier weißer Mann, ein Bürger zu sagen hat, soll nicht von schwarzen Ohren gehört werden.‹

›Ptoly, geh hinaus!‹ befahl der Richter, dann wandte er sich wieder zu Bob. ›Sagt, was Ihr zu sagen habt oder sagen wollt; aber merkt's Euch, zwingt Euch niemand dazu. Ist auch nur guter Wille, daß ich Euch überhaupt höre, ist Sonntag.‹

›Weiß es‹, murmelte Bob, ›weiß es, Squire; läßt mich aber nicht ruhen, habe alles versucht. Bin hinüber nach San Felipe de Austin, hinab nach Anahuac, half alles nichts. Wohin ich immer gehe, das Gespenst folgt mir richtig nach, treibt mich zurück unter den verdammten Patriarchen.‹

›Unter den Patriarchen?‹ fragte der Richter.

›Ei, unter den Patriarchen!‹ stöhnte Bob. ›Wißt Ihr den Patriarchen, steht nicht weit von der Furt am Jacinto?‹

›Weiß, weiß!‹ versetzte der Richter. ›Und was treibt Euch unter den Patriarchen?‹

›Was mich treibt?‹ murmelte Bob in sich hinein. ›Was treibt einen – einen, der – ‹

›Einen, der – ?‹ fragte leiser der Richter.

›Einen, der – ‹, fuhr in demselben leisen Tone Bob fort – ›einen, der einem andern – eine Unze Blei in den Leib getan. – Liegt da, der andere – unterm Patriarchen – den ich – ‹

›Den Ihr –?‹ fragte wieder leise der Richter.

›Nun, den ich kaltgemacht‹, schnappte mit einem ungeduldigen Rucke Bob heraus.

›Kaltgemacht –?‹ fragte in stärkerem, beinahe rauhem Tone der Richter. ›Ihr ihn? Wen?‹

›Je nun, wen? Warum laßt Ihr mich nicht ausreden? Habt immer Euren Palaver darein‹, brummte verdrießlich Bob.

›Werdet wieder einmal salzig, Bob‹, fiel ihm der nun gleichfalls ungeduldig werdende Richter in einem Tone ein, so zäh-ledern verdrießlich und doch wieder gleichmütig, daß mir ordentlich unheimlich wurde, ich unwillkürlich an den Hals fühlte, ob das Messer noch nicht an der Kehle, denn dieser Ton ließ doch alles befürchten. In meinem Leben hatte ich so nicht von einem Morde verhandeln gehört. Ich horchte, spitzte die Ohren, meine abgespannten Sinne und Nerven hatten mich vielleicht getäuscht. Vielleicht war die Rede von einem ungeschickt kaltgemachten Bären oder Panther. Einen Augenblick dachte ich auch, es müsse so sein; das Gesicht des Richters verriet so gar keine, auch nicht die leiseste Aufregung, war so handwerksmäßig, metzgerartig, verdrießlich zu schauen; aber dann das Bobs! Diese Angst und Verzweiflung, diese entsetzliche Unheimlichkeit, mit der es ihm sein Geständnis brockenweise und gleichsam wider Willen herauszwängte, als ob er vom bösen Feinde besessen: die furchtbare Qual, die ihn verzerrte, die rollenden, wie von einer Furie gepeitschten und wieder stier und entsetzt wie vor einem Gespenst erstarrenden Augen! Meine Philosophie war hier zu Ende, alle meine Menschenkenntnis überm Haufen. Der Richter rauchte so ruhig fort, als ob, wie gesagt, die Rede von einem ungeschickt geschlachteten Kalbe oder Rinde gewesen wäre. Mir verging Hören und Sehen bei dieser Gefühllosigkeit, die denn doch alles übertraf, was ich je der Art gesehen oder gehört.

Er mochte mir unterdessen die Gedanken so ziemlich im Gesichte ablesen, denn nachdem er mich einen Augenblick fixiert, unterbrach er nicht ohne ein spöttisches Lächeln die Pause.

›Wenn Ihr glaubt, Fremdling, in unserm Lande sogenannte gute Gesellschaft zu finden, werdet Ihr Euch wahrscheinlich früher enttäuscht finden, als Euch angenehm sein dürfte. Haben weder New-Yorker noch Bostoner feine Gentlemen hier, brauchen sie auch nicht, können sie leicht entbehren. Wird noch, Gott sei Dank! einige Zeit dauern, bis Eure New-Yorker und Londoner und Pariser Fashionables zu uns kommen und uns ihre Manieren oder, besser zu sagen, Unmanieren lehren, die, abgerechnet Sie, vielleicht um kein Haar besser sind als der arme Teufel, den Ihr hier vor Euch seht. Ei, sind bei uns die Teufel nicht so schwarz und bei Euch die Engel nicht so weiß, wie sie aussehen. Werdet hier noch 'ne andere Philosophie kennenlernen, als die Ihr aus Euren Büchern habt.

Laßt weiter hören, Mann!‹ wandte er sich wieder ruhig zu Bob. ›Kalkuliere, ist doch weiter nichts als einer Eurer gewöhnlichen Tantarums.‹

Bob schüttelte den Kopf.

Der Richter schaute ihn einen Augenblick scharf an und sprach dann im zutraulich ermunternden Tone:

›Also unterm Patriarchen, und wie kam er untern Patriarchen?‹

›Schleppte ihn darunter, begrub ihn da, vermute ich‹, versetzte Bob.

›Schlepptet ihn darunter? Und wie kam es, daß Ihr ihn darunter schlepptet?‹

›Weil er wohl selbst nicht gehen konnte, mit mehr als einer halben Unze Blei im Leibe.‹

›Und die halbe Unze Blei tatet Ihr ihm in den Leib, Bob? Wohl, wenn es Johnny war, habt Ihr dem Lande einen Dienst erwiesen, uns einen Strick erspart.‹

Bob schüttelte den Kopf.

›War es nicht, obwohl Johnny – doch mögt hören: Ist, wißt Ihr, gerade zehn Tage, daß Ihr mich ausgezahlt, zahltet mir zwanzig fünfzig.‹

›Richtig! zwanzig Dollar fünfzig Cents, Bob! und mahnte Euch, das Geld stehenzulassen, bis Ihr ein paar Hundert Dollar oder soviel beisammen hättet, daß Ihr Euch ein Viertel oder Achtel Sitio Land kaufen könntet; aber hilft bei Euch alles Reden nichts.‹

›Hilft nichts!‹ fiel Bob ein, ›treibt mich immer der Teufel, der mich nun schon einmal haben will; trieb mich und wollte hinab nach San Felipe zu den Mexikanern. Wollte da mein Glück versuchen und auch den Doktor fragen.‹

›Wozu braucht Ihr den Doktor? Konntet Euer Fieber längst los sein, wenn Ihr nur vierzehn Tage mit Eurem Trinken aussetztet, denn sind hier gar nicht so bös, die Fieber. Ist aber mit Euch ein wahres Kreuz, Bob. Seid ein wilder, ungeregelter, gar ungeregelter Bursche, und dann Euer Umgang mit Johnny. Wollen aber jetzt dem Unwesen mit Johnny ein Ende machen. Sind alle Nachbarn einverstanden. Wohl, waret also auf dem Wege nach San Felipe?‹

›Wohl, war auf dem Wege nach San Felipe, und wie ich so meinen Weg ritt, führt mich der Teufel oder mein Unstern – denn der eine oder der andere war' es, kalkuliere ich – an Johnnys Hause vorüber. Verspürte wohl Lust zu einem Glase, aber stieg doch nicht ab.

Stieg nicht ab‹ – fuhr er fort – ›aber wie ich vom Rücken meines Mustangs hineinschaue durch die Fensterläden in die Stube, sehe ich einen Mann am Tische sitzen, der sich's wohlschmecken läßt bei einer Schüssel Steaks und Pataten und einem Glase Steifen. Machte mir das Appetit, stieg aber doch nicht ab.

Wollte nicht, aber wie ich so schaue und ruminiere, kommt der Satan, der Johnny, geschlichen, wispert mir zu, möchte absteigen, es wäre ein Mann im Hause, mit dem etwas anzufangen wäre, wenn wir's gescheit einfädelten; habe eine Geldkatze um den Leib, die schönste, gespickteste Geldkatze, die man nur sehen könnte; und wenn wir just spaßeshalber ein Spielchen machten, würde er wohl anbeißen.

Hatte nicht rechte Lust‹ – fuhr Bob fort – ›und kalkulierte und ruminierte eine ziemliche Weile; aber knurrte Johnny und tat gar so heimlich und schmeichelnd, und wie er gar so tut, steige ich endlich ab, und wie ich absteige und mir die Dollars im Sacke klimpern, bekomme ich auch Lust, und lustig trete ich ein.

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