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Das indische Tuch

Edgar Wallace: Das indische Tuch - Kapitel 16
Quellenangabe
pfad/wallacee/indituch/indituch.xml
typefiction
authorEdgar Wallace
titleDas indische Tuch
publisherWilhelm Goldmann Verlag
printrun21. Auflage
translatorHans Herdegen
editorFriedrich A. Hofschuster
year1990
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
isbn3442001897
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15

Ein Gärtner, der im Dorf gewesen war, kehrte durch den Park nach den Gewächshäusern zurück. Unterwegs sah er etwas im Schatten eines Rhododendronstrauches liegen und dachte zuerst, es wären alte Kleider, die jemand fortgeworfen hatte. Er ging darauf zu, um sich zu vergewissern, und fand Dr. Amersham tot auf. Der Arzt hatte die Hände krampfhaft erhoben, als ob er sich vor einem unsichtbaren Feind wehren wollte. Ein Tuch mußte um seinen Hals geschlungen gewesen sein; man konnte die Spuren der Erdrosselung noch deutlich sehen. Aber der Mörder hatte es anscheinend mitgenommen.

Der Dorfarzt wurde gerufen, aber er konnte nur feststellen, daß Amersham schon seit vielen Stunden tot war.

Lady Lebanon war in ihrem Zimmer, als sie die Nachricht erfuhr, und zeigte sich erstaunlich ruhig.

»Benachrichtigen Sie die Polizei«, sagte sie. »Und schicken Sie auch ein Telegramm nach Scotland Yard. Wie hieß doch der Beamte? Ach so, Tanner!«

Was möglich war, wurde sofort getan. Die Leiche war aber noch nicht fortgeschafft, als schon ein Polizeiauto durch das Dorf raste und vor dem Herrenhaus hielt. Tanner und vier andere Beamte stiegen aus. Der Polizeiarzt und der Doktor aus dem Dorf waren anwesend, als der Chefinspektor die Kleider des Toten durchsuchte. Er fand jedoch nichts, was auf den ersten Blick als Anhaltspunkt hätte dienen können. In einer Tasche entdeckte er drei Banknoten im Wert von je hundert Pfund, in einer anderen einen Paß.

Fotos waren schon gemacht worden, bevor die Beamten erschienen. Nachdem Tanner die Umgebung genau abgesucht hatte, ließ er Amersham fortbringen. Er hatte nicht die geringsten Anzeichen eines Kampfes entdecken können; aber auf dem kiesbestreuten Zufahrtsweg zeigten sich Spuren eines Autos, das vom Weg auf den Rasen gefahren war. Nach einiger Zeit führten die Spuren wieder auf den Hauptweg zurück und von dort direkt nach dem Dorf Marks Thornton.

Daraus konnte er viel entnehmen. Fünfzig Meter von der Stelle entfernt, an der der Wagen zum zweitenmal die Fahrstraße verlassen hatte, fand Totty Öllachen und zwei verbrannte Streichhölzer. Eins war angesteckt worden, aber sofort ausgegangen, das andere war halb abgebrannt.

Mit Ferrabys Hilfe untersuchte er den Grasboden in der Nähe sorgfältig, und gleich darauf entdeckten sie auch eine Zigarette, die vom Tau vollständig durchnäßt war. Sie war nicht in Brand gesetzt worden, aber in der Mitte durchgebrochen. Totty brachte sie seinem Vorgesetzten, und Tanner las die Aufschrift auf dem Zigarettenpapier.

»Eine Chesterfield. Rein amerikanische Marke, wenn sie auch ab und zu hier geraucht wird. Verwahren Sie sie gut, ebenso das Streichholz. Kommen Sie jetzt mit mir die Fahrstraße entlang und sehen Sie einmal nach, ob Sie Fußspuren finden können, die vom Gras auf den Fahrweg führen. Sie müßten direkt in der Nähe der Stelle sein, an der das Auto vom Weg abwich.«

In der vergangenen Nacht hatte es eine Stunde lang geregnet, und es lag noch Feuchtigkeit in der Luft, so daß die Straßen nicht getrocknet waren. Man konnte daher die Wagenspuren deutlich erkennen.

»Wo ist denn das Auto?« fragte Ferraby.

»Die Polizei hat es drei bis vier Kilometer entfernt auf einem Nebenweg gefunden. Die Leute sind bereits unterwegs damit und bringen es hierher.«

Bei den Worten sah er sich um.

»Dort kommen sie schon. Sagen Sie doch dem Chauffeur, er soll dort halten. Die Spuren dürfen nicht weiter verwischt werden. Und dann sehen Sie sich einmal auf dem Weg um, wieweit diese Spuren mit denen des Wagens übereinstimmen.«

Kurze Zeit später kam Totty zurück.

»Es handelt sich um denselben Wagen«, erklärte er.

»Haben Sie denn in dem Auto selbst einige Fußabdrücke gefunden?«

Sie hatten nur eine tiefe Schramme entdeckt, die als Anhaltspunkt nicht zu gebrauchen war.

»Ich glaube, ich kann Ihnen erzählen, wie der Mord begangen wurde«, sagte Tanner. »Jemand sprang von hinten auf den offenen Wagen. Dem Doktor wurde hier das Tuch um den Hals geworfen, denn an dieser Stelle bog der Wagen von der Fahrstraße ab, und sein Weg ist ziemlich unregelmäßig, bis er an der Stelle im Gras hielt, an der Sie die vielen Ölspuren gesehen haben. Dort muß er eine Stunde lang gestanden haben, bis jemand kam und ihn wegbrachte. Der Betreffende steckte sich eine Zigarette an, bevor er einstieg. Er öffnete ein neues Päckchen Chesterfield – Ferraby hat die Banderole der Packung gefunden. Als der Mann die erste Zigarette herauszog, brach sie mitten durch, und er warf sie fort. Erst die zweite konnte er anzünden, aber auch erst nach zwei Versuchen. Dann fuhr er den Wagen zu dem Platz, an dem er später aufgefunden wurde. Ein Polizist sah das Auto um halb drei vorüberfahren, aber das Verdeck war hochgeklappt, so daß er den Mann am Steuer nicht erkennen konnte. Daraus ergibt sich klar, wann der Mord begangen wurde. Amersham verließ Marks Priory kurz nach elf, zwei Minuten später wurde er erdrosselt. Darauf schleifte man den Toten bis zu der Stelle, an der er später aufgefunden wurde. Der Mörder kam dann ruhig zurück und brachte den Wagen fort. Vielleicht ist er sogar zum Herrenhaus gegangen. Auf keinen Fall wird er sich draußen noch länger herumgetrieben haben. Der Wärter im Torhaus erinnert sich, daß er nachts einen Wagen vorüberfahren hörte, aber die Zeit kann er nicht genau angeben. Nun fragt sich: Warum ließ der Mörder den Toten im Park und in der Nähe des Herrenhauses, obwohl er die Möglichkeit hatte, ihn im Auto wegzuschaffen?«

Später nahm der Chefinspektor eine genaue Untersuchung des Autos selbst vor. Die Uhr am Armaturenbrett war zertrümmert, und an der Tür entdeckte er Kratzer.

»Das hat Amersham gemacht, als ihm das Tuch um die Kehle geschlungen und er nach rückwärts gezogen wurde. Er suchte mit dem Fuß einen Halt, trat dabei gegen die Uhr und kam mit den Schuhsohlen auch an die Tür.«

Tanner betrachtete den Boden und fand eine tiefe Spur, als ob jemand etwas Schweres über den Gummibelag fortgezogen hätte.

»Sehen Sie, hier ist Amersham aus dem Wagen und dann quer über das Gras geschleift worden. Wir haben eine klare Spur von der Öllache bis zu dem Rhododendrongebüsch. Ich werde alle Dienstboten verhören. Mit Lady Lebanon und den beiden amerikanischen Dienern muß ich auch sprechen. Ist übrigens der Lord nach Hause zurückgekehrt?«

»Er ist eine Viertelstunde vor uns eingetroffen«, erklärte Ferraby. »Ist er nicht dort drüben?«

»Gehen Sie hin und unterhalten Sie sich mit ihm. Ich bin augenblicklich nicht in der Stimmung, mit ihm zu reden, ich habe wichtigere Dinge zu tun.«

Tanner ging den Fahrweg hinauf bis zum Haus und trat dann in die große Halle. Lady Lebanon war in ihrem Zimmer, wie der Butler erklärte, aber Miss Jackson wartete auf ihn. Sie hatte viel zu berichten, und was Tanner von ihr erfuhr, war so interessant, daß er die Zofe in den Park mitnahm. Eine halbe Stunde fragte er sie aus und verglich ihre Angaben dann mit dem, was ihm bisher bekannt war.

»Haben Sie Lady Lebanon heute morgen gesehen?«

»Nein. Ich bin zu ihrem Zimmer gegangen, aber sie wollte mich nicht hineinlassen. Sie sagte mir nur, ich sollte machen, daß ich so schnell wie möglich aus dem Haus käme. Sie bestellte sogar einen Wagen aus dem Dorf, der mich zum Bahnhof bringen sollte.«

»Wann war das?«

»Heute morgen um neun. Ein volles Monatsgehalt habe ich bekommen, aber sie war so darauf bedacht, mich loszuwerden, daß ich es für besser hielt, bis zur Ankunft der Polizei zu bleiben.« Sie lächelte triumphierend. »Ich weiß wohl, wann die Leute mich brauchen können und wann sie mich fortschicken wollen.«

»War das vor Entdeckung der Leiche?«

»Ja. Sie ist sonst so genau mit ihren Löhnen, daß es mir gleich auffiel. Es kam mir merkwürdig vor, daß sie sich soviel Mühe gab, mich mit dem Zehnuhrzug fortzuschaffen. Deshalb versäumte ich ihn absichtlich.«

»Haben Sie in ihr Zimmer hineingesehen?«

»Nein. Aber ich weiß, daß sie sich die ganze Nacht nicht zur Ruhe gelegt hat. Ihre Schuhe, die sie gestern abend trug, sind vollständig durchnäßt. Ich fand sie in ihrem Ankleidezimmer. Ihr Abendkleid war auch beschmutzt. Mr. Kelver brachte ihr Kaffee und erzählte mir nachher, daß ihr Bett noch in Ordnung wäre. Sie können ihn ja selbst danach fragen.«

»Das werde ich auch tun«, sagte Tanner brummig. »Haben Sie etwas von dem Mord gehört, bevor die Leiche darin gefunden worden ist?«

Die Frage verneinte sie.

Er ging zu Totty zurück.

»Suchen Sie einmal in dem Gebüsch, in dem der Tote gefunden wurde, nach Spuren von einem Frauenschuh mit hohen Absätzen. Sehen Sie auch dort nach, wo der Wagen gestanden hat, und untersuchen Sie noch einmal die Fahrstraße weiter unten.«

Der Chefinspektor ging darauf ins Haus, um Kelver auszufragen, der in der großen Halle auf ihn wartete. Der Mann gab gern die nötigen Informationen; selbst dieses furchtbare Verbrechen änderte nichts an seinem würdevollen Auftreten. Trotzdem war er zu einem Entschluß gekommen und wartete nur auf einen günstigen Augenblick, um mit Lady Lebanon zu sprechen.

»Dies ist der frühere Eingang«, erklärte er. »Vor einigen Jahren hat ihn der verstorbene Lord Lebanon so umbauen lassen. Die Arbeiten haben mehrere tausend Pfund gekostet.«

In dem nüchternen Morgenlicht sah die Halle etwas trostlos aus. Den sauber aufgeräumten Schreibtisch der Lady Lebanon kannte Tanner zur Genüge. Die beiden Diener standen an dem kleinen Anthrazitofen, der in der einen Ecke des Raumes aufgestellt worden war. Tanner sah, daß sie jede seiner Bewegungen beobachteten, und er war auch davon überzeugt, daß sie sich bereits ihre Antworten zurechtgelegt hatten und ihm eine Geschichte erzählen würden, gegen die er nichts ausrichten konnte.

»Also Sie sind Mr. Gilder?« sprach er den größeren der beiden an.

»Jawohl«, entgegnete der Amerikaner freundlich, aber selbstbewußt. »Ich habe Sie heute morgen schon gesehen. Kurz vor Ihnen kam ich ins Herrenhaus zurück.«

Tanner kümmerte sich nicht um diese Worte, die ein Alibi bedeuten konnten.

»Wie lange sind Sie schon in Diensten der Familie?«

»Acht Jahre.«

Tanner nickte.

»Dann waren Sie auch schon hier, als der alte Lord Lebanon noch lebte?«

»Jawohl.«

Gilder lächelte, während er das sagte.

»Und Sie sind hier Diener?«

»Ja.«

»Scotland Yard hat Erkundigungen über Sie eingezogen, und ich habe die ersten Resultate erfahren. Sie haben ein Konto bei der London & Provincial Bank in London. Stimmt das?«

»Die Polizei ist sehr tüchtig, daß sie das herausgefunden hat. Ja, ich habe dort ein Konto.«

»Es ist aber außergewöhnlich, daß ein Diener ein Konto bei einer Londoner Bank unterhält.«

»Es gibt auch sparsame Leute, die nicht alles Geld ausgeben.«

»Sie haben aber eine ziemlich große Summe auf der Bank.«

»Etwa viertausend Pfund. Ich habe mein Geld gut angelegt und auch erfolgreich spekuliert.«

Tanner hatte erwartet, daß der andere wenigstens etwas in Verlegenheit kommen Würde, aber Gilder blieb ruhig und unerschütterlich. Er war ein gefährlicher Mann, und Tanner unterschätzte ihn in keiner Weise. Aber wenn jemand in Amerika ein Verhör im dritten Grad durchgemacht hat, kann er wohl kaum noch durch die weit milderen Methoden von Scotland Yard aus der Fassung gebracht werden.

Tanner rief den zweiten Diener zu sich, und Brooks kam mit den Händen in den Taschen auf ihn zu.

»Sind Sie auch aus Amerika?«

»Ja, aber ich habe kein Konto auf der Bank. Sie wissen ja auch, daß in letzter Zeit manche Leute drüben viel Geld verloren haben.«

»Sind Sie schon lange hier in Stellung?«

»Sechs Jahre.«

»Warum nehmen Sie einen solchen Posten als Diener an?«

»Weil mir das zusagt.«

Tanner hatte den Eindruck, daß sich der Mann im geheimen über ihn lustig machte. Brooks war ebenso selbstbewußt und unzugänglich wie Gilder und sah hart und zäh aus. Tanner entdeckte eine alte Narbe in dem Gesicht des Amerikaners.

»Die habe ich vor einigen Jahren bekommen«, entgegnete Brooks, als der Chefinspektor eine Bemerkung darüber machte. »Bei einer Schlägerei. Ein Mann warf mir einen Aschenbecher ins Gesicht.«

»Waren Sie damals auch schon Diener?« fragte Tanner ironisch.

»Ja.«

Der Inspektor wandte sich wieder an Gilder.

»Kennen Sie dieses Haus sehr genau? Lady Lebanon hat mir gesagt, ich könnte das ganze Gebäude durchsuchen. Vielleicht führen Sie mich einmal herum?«

»Selbstverständlich.«

Tanner entließ die beiden und wandte sich an den Butler.

»Was haben die zwei Leute hier im Haus zu tun?«

»Sie bedienen Mylady, den jungen Lord und Miss Crane.«

»Wo ist die Miss?« fragte Tanner schnell.

»Draußen auf dem Rasen. Leider ist sie sehr aufgeregt über alles, was sich ereignet hat.«

Tanner fragte nicht genauer nach den Gründen, und Kelver schien ein wenig enttäuscht zu sein.

In diesem Augenblick trat Ferraby in die Halle, und Tanner nahm ihn beiseite.

»Suchen Sie doch Miss Crane auf, unterhalten Sie sich eingehend mit ihr und sehen Sie zu, daß Sie etwas aus ihr herausbringen. Wahrscheinlich weiß sie mehr, als sie anfänglich zugeben wollte.«

»Haben Sie vorige Nacht nichts gehört?« fragte er Kelver, als der Sergeant gegangen war.

Der Butler schüttelte den Kopf.

»Auch keinen Schrei, Ruf und dergleichen?«

»Nein.«

Tanner war davon nicht überzeugt.

»Sie entsinnen sich doch noch der Nacht, in der Studd ermordet wurde? Haben Sie damals auch nichts gehört?«

»Nein, Sie haben mich ja seinerzeit schon danach gefragt.«

Tanner nickte.

»Hat nicht einer der Dienstboten Ihnen gesagt, daß gestern abend sehr spät noch jemand kam?«

»Nein. Aber verzeihen Sie eine Bemerkung. Ich sah, daß Sie vorhin mit der Zofe von Mylady sprachen.« Kelver machte eine Pause, schaute sich um und dämpfte dann die Stimme. »Sie wurde heute morgen entlassen; vielleicht erzählt sie Ihnen allerhand. Sie hat Zutritt zu diesem Teil des Hauses. Natürlich ist sie durch ihre Entlassung verärgert, und ihre Angaben sind infolgedessen vielleicht nicht ganz zuverlässig, aber wahrscheinlich kann sie Ihnen wichtige Dinge berichten.«

»Ich danke Ihnen für den Wink, aber ich habe schon mit ihr gesprochen.«

Kelver stand während der Unterredung am Fußende der Treppe, und als er zufällig einen Blick nach oben warf, bemerkte er Lady Lebanon, die der Inspektor nicht sehen konnte.

Sie kam die Treppe herunter, ruhig und selbstsicher. Die dunklen Schatten unter ihren Augen bestätigten allerdings in gewisser Weise die Angaben ihrer Zofe. Aber wenn sie auch die ganze Nacht nicht ausgeruht hatte, klang doch ihre Stimme so fest und gelassen, als ob nichts die Ruhe und den Frieden dieses Hauses gestört hätte.

»Haben Sie alles, was Sie brauchen, Mr. Tanner? Kelver, sorgen Sie dafür, daß der Chefinspektor alle Dienstboten fragen kann, und unterstützen Sie ihn so gut wie nur möglich. Bringen Sie übrigens Ihre Untersuchung heute noch zum Abschluß?«

Sie stellte diese Frage anscheinend gleichgültig, während sie zu ihrem Schreibtisch ging und die Briefe durchsah, die mit der Post angekommen waren.

»Das glaube ich kaum«, entgegnete der Inspektor.

Er beobachtete sie scharf. Sie war ein Typ, den er noch nicht kennengelernt hatte. Drohungen machten keinen Eindruck auf sie, und sicher ließ sie sich ebensowenig durch Versprechungen beeinflussen.

»Ich habe Zimmer für Sie im Gasthof bestellt, es ist ein sauberes, gutes Haus. Allerdings habe ich von dem Dorfpolizisten gehört, daß einer Ihrer Beamten dort ein recht gefährliches Erlebnis hatte.«

Er nickte.

»Sie haben mir doch die Erlaubnis gegeben, das ganze Haus zu durchsuchen?«

»Gewiß. Brooks wird Sie herumführen.« Sie stand nachdenklich an ihrem Schreibtisch. »Der Mann scheint im Park ermordet worden zu sein.«

Tanner sah sie erstaunt an.

»Der Mann?« wiederholte er fragend.

Sie wandte ungeduldig den Kopf zu ihm.

»Ja, Mr. Amersham.«

Dies war allerdings eine Frau, die nicht wie andere behandelt werden konnte. Für sie war Amersham eben nur »der Mann«.

»Ja, er wurde im Park ermordet«, pflichtete Tanner bei, als er sich von seiner Verwunderung erholt hatte. »Das ist sehr wahrscheinlich, da hier im Haus niemand etwas davon gehört hat.«

Sie nickte langsam.

»Es wäre interessant, wenn Sie das herausfinden würden.«

Sie drückte auf eine Klingel, und gleich darauf trat Brooks ein.

»Zeigen Sie Mr. Tanner das Haus.«

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