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Gutenberg > Ernst Wichert >

Das Grundstück

Ernst Wichert: Das Grundstück - Kapitel 2
Quellenangabe
typenovelette
authorErnst Wichert
booktitleLitauische Geschichten
titleDas Grundstück
publisherWegweiser-Verlag G. m. b. H.
editorPaul Wichert
year
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20081028
projectid4f086d87
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Das war deutlich gesprochen. Szelags wußte, daß er auf Nachsicht nicht würde zu rechnen haben, wenn Herr Reichelt einmal erzürnt sei. Er streichelte ihm den Arm und meinte: »Sei außer Sorge, du sollst das Land haben. Es wird sich ja zeigen, wer der Herr ist. Wenn die Edme im guten nicht nachgeben will, so muß sie's im bösen. Sie denkt mich wie ihren Knecht zu halten, aber ich bin ihr Mann. Und wenn ich sie geheiratet habe, so habe ich auch das Grundstück geheiratet. Sei nur noch kurze Zeit geduldig.«

Er ging aufs Gericht, um sich zu erkundigen, ob er verkaufen dürfe. Es war vor kurzem ein anderer Richter in die Stelle gekommen, ein noch junger Mann, der Land und Leute nicht kannte. Mit dem hoffte er besser verhandeln zu können als mit dem früheren, dessen Strenge sich nichts ablisten ließ. Es war sonst seine Gewohnheit, auf dem Gericht nur litauisch zu sprechen. Diesmal brachte er sein Gesuch deutsch vor, um zu verhindern, daß der alte Sekretär – er hieß Herrmann, die Litauer nannten ihn aber wegen seiner kleinen Figur Ermanuck – sich einmischte, der zugleich Dolmetscher war und ihn kannte. Eine der ersten Fragen des Richters war aber schon, ob er verheiratet sei. Das mußte Szelags zugeben.

»Dann bringe deine Frau zur Verschreibung mit«, sagte der Richter.

»Muß sie denn durchaus dabei sein?« fragte der Litauer.

»Sie kann allenfalls auch hinterher genehmigen.«

»Und sonst gilt es nichts?«

»Sonst gilt es nichts. Das Grundstück gehört dir und deiner Frau. Soll ein Teil davon verkauft werden, so muß sie mit unterschreiben.«

»Steht das im Gesetz, Herr?«

Der Richter lachte. »Das steht im Gesetz.«

»Und wenn sie nicht will – ?«

»Dann kann niemand sie zwingen.«

»Auch nicht der Mann?«

»Auch nicht der Mann. Vom Grund und Boden kann er ohne ihre Genehmigung nichts veräußern.«

Szelags drehte seine Mütze. »Sie geht ungern aufs Gericht«, sagte er.

»So kann sie dir eine Vollmacht geben«, meinte der Richter.

»Und dazu braucht sie nicht aufs Gericht zu gehen?«

»Ein Notar kann die Vollmacht auch aufnehmen. Das ist ganz dasselbe. Es muß aber darin stehen, daß sie ihren Mann ermächtigt, das Land zu verkaufen und bei Gericht für sie alle erforderlichen Erklärungen abzugeben.«

»Ich danke, Herr.«

Szelags entfernte sich wenig erleichtert. Daran, daß seine Frau ihm Vollmacht geben werde, war gar nicht zu denken. Er überlegte schon hin und her, wie er den Krüger loswerden könnte. Wenn er sich das Geld, das er ihm schuldete, von seinen Verwandten zu verschaffen suchte! Dieses eine Mal würden sie ihm vielleicht beispringen, wenn er verspräche, sich fortan ordentlich zu führen und das unsinnige Trinken zu lassen. Dazu war er auch halb und halb entschlossen. Wenigstens ließ er es nicht an Vorwürfen und guten Vorsätzen fehlen. Er wollte zunächst einmal seine Mutter besuchen und mit der die Sache besprechen. Deshalb kehrte er denn auch jetzt nicht nach Hause zurück, sondern verfolgte die Landstraße über den Marktflecken hinaus in der Richtung nach ihrer Wohnung.

Nach einer Weile verlor er doch wieder den Mut. Er setzte sich auf den Grabenrand, trank die Flasche leer, die ihm der Krüger noch als letzte Gabe gefüllt hatte, und schlief ein. Als er nach einigen Stunden erwachte, stand die Sonne schon tief. Wenn er seine Mutter noch wach finden wollte, mußte er sich beeilen. Er schlug einen Seitenweg ein, der durch ein Kiefern- und Birkenwäldchen führte.

Aus demselben tönte ihm der Gesang von mehreren Frauenstimmen entgegen, die bald einander abwechselten, bald sich zur Wiederholung der Schlußverse vereinigten. Es war ein Spottlied auf die Männer und wurde wahrscheinlich von den lustigen Litauerinnen improvisiert. Mancher nicht sehr zarte Scherz schien ihnen selbst so gelungen, daß sie hellauf lachten. Als Jurrey auf dem gewundenen Pfade um ein Gebüsch bog, sah er die vier Sängerinnen auf sich zukommen. Sie gingen in einer Reihe und hatten einander bei den Händen gefaßt. Sie stutzten, und der Gesang verstummte plötzlich. Dann aber jauchzte die eine laut auf, löste sich von den andern und eilte mit ausgebreiteten Armen auf ihn zu. »Du bist mein allerschönster Schatz«, rief sie und küßte ihn lachend auf den Mund, indem sie ihn zugleich ein paarmal auf der Stelle herumkreiselte.

»Mare –!« sagte er, als sie ihn losgelassen hatte. »Bist du's wirklich? Und was treibst du für Possen!«

»Er kennt mich doch noch«, bemerkte sie, zu den andern Mädchen gewandt, die ihr nachgekommen waren. »Das ist hübsch von ihm. Ich nehme alles zurück, was ich auf ihn gesungen habe. Seht einmal, wie vergnügt er über meine Possen ist.«

Sie küßte ihn wieder, und er ließ sich's gänzlich ohne Widerstreben gefallen. »Wie kommst du hierher?« fragte er.

»Ich muß doch einmal nachsehen, wie deine Mutter meinen Jungen hält«, antwortete sie. »Die Leute sagen sonst, daß ich mich um mein Fleisch und Blut nicht kümmere. Wenn ich die Szelagene geworden wäre, könnt' ich ihn bei mir haben, und es sollte ihm wahrhaftig an nichts fehlen. Aber auch so bin ich ihm deinetwegen gut.«

»Es hat nicht sein können, Mare,« sagte er seufzend, »und wär' doch viel besser gewesen.«

»Ja, was kannst du dafür, daß ich arm bin«, entschuldigte sie offenbar ganz ernst gemeint. »Aber dein Sohn bleibt der Junge doch.«

»Jawohl,« bestätigte er, »und ich wünschte ...« Er brach ab und sah ihr zärtlich in die blitzenden, braunen Augen. »Hexe du!«

»Das darfst du nicht sagen«, schalt sie und hob dabei drohend die Hand. »Wenn ich dich hätte behexen wollen, wärst du jetzt nicht der Wirt.«

Er pfiff durch die Zähne. »Das ist auch was Rechtes! Nicht über einen Groschen habe ich freie Verfügung.«

»Hält die Edme dich so gut in Zucht? Ha, ha, ha!« Sie zog eine Flasche aus ihrer Rocktasche und reichte sie ihm. »Trink aus – es ist noch etwas darin.«

Das ließ er sich nicht zweimal sagen. »Wohin gehst du?« erkundigte er sich.

»Nach Hause. Ich diene nicht weit von der Stadt beim Anskis Rayschus. Die Mädchen geben mir das Geleit bis zur Landstraße, Und du? Du gehst wohl zu deiner Mutter?«

»Das wollt' ich. Aber es ist doch umsonst. Sie wird mir nicht helfen können.«

»Bist du in Not?«

»Na ...« Er schnippte mit den Fingern. »Ich könnt' eine andere Frau brauchen.«

Mare lachte, daß die perlweißen Zähne sichtbar wurden. »Dazu wird sie dir schwerlich helfen. Aber komm mit mir, ich will dich zu trösten suchen.«

Er besann sich eine kleine Weile. »Das ist auch das beste«, meinte er. »Du kannst mir vielleicht einen guten Rat geben. Klug genug bist du dazu. Komm! Du gefällst mir noch immer.«

Mare hing sich an seinen Arm und sang nach der früheren Melodie:

»Wenn zwei sich von Herzen sind gut gewesen,
Leicht mögen sie sich trennen, doch schwer vergessen.«

Die Mädchen kamen noch bis zum Ausgang des Wäldchens mit und kehrten dann um. »Sagt meiner Mutter nichts davon, daß ihr mich hier getroffen habt«, rief er ihnen nach. »Wozu braucht sie's zu wissen?«

Er war sehr lustig geworden und schäkerte mit Mare, während sie unter den Pappelbäumen die Landstraße entlang gingen, als ob's unter ihnen noch ganz beim alten wäre. Die untersinkende Sonne streifte ihr rundes Gesicht und das rötlich blonde Haar, das sich in zwei dichtgeflochtenen Zöpfen um den Kopf legte und über der niedrigen Stirn ein wenig krauste. Sie sah sehr schmuck aus in der blauen Tuchweste und dem schneeweißen Oberhemde mit gestickten Achselklappen. Und sie lachte immer, auch wenn er etwas ganz Ernstes erzählte, und drückte seinen Arm an ihre Brust. Das war viel vergnüglicher, als der Edme ihre schlechte Laune zu verscheuchen.

Nachdem sie so eine Stunde spaziert waren und er ihr mitgeteilt hatte, was ihn drückte, fragte sie: »Willst du in der Nacht wieder zurück?«

»Daran hab' ich noch nicht gedacht«, antwortete er.

»Nach der Stadt hast du's jetzt schon näher.«

»Was soll ich da?« »Ich weiß nicht, aber ich dachte, weil du mich doch begleitest –«

»Kann ich die Nacht bei deinem Wirt, dem Rayschus, bleiben?«

»Bis wir nach Hause kommen, wird er schon schlafen gegangen sein. Die Rayschene treibt ihn immer früh zu Bett. Aber wenn du auf dem Heuboden vorliebnehmen willst ...«

»Wo schläfst du?«

»In der Kammer mit der Busze Pardenings zusammen – sonst wollt' ich dir mein Bett abtreten.«

Aber auf dem Heuboden, denk' ich, ist gut für zwei Platz. Ich habe nachmittags ein paar Stunden geschlafen und bin nicht müde. Wenn du noch ein Weilchen plaudern willst ...«

Sie gab ihm einen Schlag auf die Backe.

»Meinetwegen schon«, schmunzelte sie. »Aber es ist für dich besser, du findest allein die Leiter hinauf.«

»Wer weiß? Ich graue mich da im Dunklen, wenn ich nicht schlafen kann.« Er wendete ihr das Gesicht zu und gab ihr einen Kuß.

Als sie an das Gehöft kamen, schlugen die Hunde an. Mare beruhigte sie durch Liebkosungen und freundliche Worte. Sie führte Jurrey durch das Gärtchen nach der hinteren Seite der Klete. Dort war eine Leiter an die offene Luke gelehnt. »Zeige mir den Weg«, bat er.

Mare kicherte leise und ging voran. –

Am andern Morgen sagte Jurrey: »Mir hat etwas recht Dummes geträumt.«

»Was ist das?«

»Du wärst meine Frau –«

»Ach –!«

»– und wir gingen zusammen aufs Gericht und ließen dem Herrn Reichelt die zehn Morgen verschreiben. Du tätest das gewiß, Mare.«

»Warum nicht. Wenn sie mir gehörten –! Für dich tät ich alles.«

»Ja, du hast mich lieb«, sagte er.

Nach einer kleinen Weile nahm er das Gespräch wieder auf. »Mir fällt etwas ein, Mare. Es ist doch so gut, als ob du meine Frau wärst. Willst du ihren Namen schreiben?«

Sie sah ihn fragend an. »Wie meinst du das?«

»Du kannst doch schreiben?«

»Es wird wohl noch gehen. In der Schule war ich recht geübt.«

»Das vergißt sich nicht so bald. Du kannst's auch vorher noch auf einem Blatt Papier versuchen. Wenn du Edme Szelags unterschreibst, dann ist mir geholfen.«

»Wo soll ich unterschreiben?«

»Bei einem Notar in der Stadt. Der Herr Richter sagt, das ist genug.«

»Sagt er das?«

»Jawohl. Wenn die Frau dem Mann eine Vollmacht gibt, so ist das genug. Dann kann er das Land verkaufen.«

Sie blinzelte listig mit den Augen. »Ja, wenn die Frau dem Mann eine Vollmacht gibt –«

»Das sag' ich eben. Der Notar kennt meine Frau doch nicht – wenn du ihren Namen schreibst, bist du meine Frau.«

»Er wird mir nicht glauben.«

»Wenn ich es ihm sage, muß er's doch glauben.«

»Kennt er dich denn?«

Jurrey nickte. »Es ist da einer, der einen Schreiber hat, mit dem ich in die Schule gegangen bin. Ich hab' ihn früher schon einmal besucht und gesehen, daß er für seinen Herrn alle die Schriften macht, bei denen wir Litauer beteiligt sind. Denn der Herr kann nicht Litauisch und muß sich auf ihn verlassen. Sag' ich dem Martin Buddrus, du bist meine Frau, so bist du's. Ich brauch's nicht einmal zu sagen. Wenn wir zusammen kommen, so sieht er's so an.«

»Aber die Edme wird hinterher schreien.«

»Mag sie doch! Was geht es dich an! Und ich werde schon mit ihr fertig werden. Ist das Land einmal verkauft, so mag sie schreien. Na – willst du?« Er stieß sie mit dem Ellbogen vertraulich an.

»Ihren Namen zu schreiben, ist mir keine schwere Sache«, sagte Mare, doch bedenklich. »Und wenn es sie ärgert, daß eine andere für sie geschrieben hat, so soll mir's lieb sein. Warum hat sie dich mir fortgenommen? Es geschieht mir auch nichts ...«

»Gar nichts«, versicherte er. »Niemand soll erfahren, daß du es gewesen bist.«

Mare lachte. »Und dann mögen sie mich suchen!« Sie umarmte und küßte ihn. »Soll's bald sein?«

»Heute noch.«

»Aber wie kann ich? Der Rayschus hat mir schon gestern Erlaubnis gegeben, fortzugehen. Heute kann ich ihn doch nicht schon wieder bitten.«

»Das ist schlimm.«

Sie überlegte ein Weilchen. »Weißt du, das beste ist, ich lasse mich vor ihm gar nicht sehen und gehe gleich mit dir. Dann denkt er, ich sei über Nacht fortgeblieben, und nachher kann ich ihm sagen, das Kind wäre krank gewesen, und ich hätte mich länger verweilen müssen. Das Kind war auch krank; deine Mutter hat ihm zuviel Brot eingestopft.«

»Das hast du dir gut ausgedacht«, lobte er. »Mich selbst darf auch keiner hier bemerken, sonst haben sie die Spur. Komm, ehe es Tag wird.«

Sie stiegen die Leiter hinab und schlichen um die Hecke. Es war noch alles still auf dem Hofe. »Aber da ist noch eins zu bedenken«, sagte er, als sie in den Wiesengrund unweit des Hauses gelangt waren, durch den sich ein Bächlein schlängelte, das den Fußpfad zur Seite hatte. »Der Notar tut's nicht umsonst und der Schreiber auch nicht. Hast du Geld, Mare?«

»Wieviel?«

»Na – einige Taler wird's kosten.«

Sie antwortete nicht sogleich.

»Du sollst alles zurückerhalten, was du mir gibst«, fuhr er fort. »Und mehr als das. Wenn der Krüger das Land gekauft hat, kann ich jederzeit die Taschen voll Geld haben.«

»Ich bin deshalb nicht in Sorge«, sagte sie, stehenbleibend. »Der Rayschus ist mir noch Lohn schuldig. Aber wenn ich ihn darum anspreche ...«

»Wie sollen wir's aber machen?«

Sie faßte seine Hand und zog ihn fort. »Komm nur! Es trifft sich gut, daß ich vom Kaufmann in der Stadt noch nicht das Geld für meinen Flachs erhalten habe. Das muß er jetzt zahlen. Es ist gewiß mehr, als du brauchst, und wir können noch den Tag über vergnügt davon leben. Du bist doch mein allerbester Schatz.«

Nun wurde Jurrey ganz lustig. Auf dem Wege trieben sie allerhand Possen und setzten sich mehr als einmal in den Chausseegraben, miteinander verliebt zu tändeln. Bis man nach der Stadt gelangte, war's doch noch nicht die rechte Zeit, den Kaufmann aufzusuchen; sie brauchten sich nicht zu beeilen.

Es gelang alles nach Wunsch. Der Kaufmann zog freilich von dem bedungenen Preise noch etwas ab, da er merkte, daß Mare es mit der Bezahlung eilig hätte. Sie ärgerte sich darüber, meinte aber, das nächste Mal würde sie's ihm schon aufschlagen. Zu Martin Buddrus sagte Jurrey: »Meine Frau will mir Vollmacht geben, daß ich einen Plan von zehn Morgen von unserm Grundstücke verkaufen kann. Sie will nicht aufs Gericht deshalb gehen, weil sie sich in der Wirtschaft versäumt.« Er sagte nicht ausdrücklich, daß Mare seine Frau sei, aber es verstand sich so von selbst.

»Aufs Gericht hat sie's doch näher, als nach der Stadt«, meinte der Schreiber.

»Ja, sie hat hier Flachs verkauft,« erklärte Szelags und dachte dabei wieder an Mare, » so ist's doch nur ein Gang.«

Das leuchtete Buddrus durchaus ein. Er fragte nicht weiter, sondern erkundigte sich nur nach dem Ruf- und Vaternamen seiner Frau, schrieb die Vollmacht Deutsch und Litauisch nieder und führte dann erst die beiden in das Zimmer des Notars, der gerade mit einer andern Verhandlung beschäftigt war, las die Urkunde vor und legte sie auf den Tisch. Der Notar, dem Buddrus gesagt hatte, er kenne den Mann, äußerte kein Bedenken, sondern winkte Mare heran und gab ihr die Feder in die Hand. Jurrey trat hinter sie und flüsterte ihr zu: »Schreibe nur richtig.« Sie malte langsam die Buchstaben hin: E–d–m–e und dann Szelagene. Es schien ihr Spaß zu machen, denn sie setzte ein paarmal ab und beugte den Kopf nach rechts und links, die Schrift zu besehen. Und da stand nun der Name unter der Vollmacht ganz fehlerfrei. Jurrey klopfte ihr vergnügt auf die Schulter.

Die Gebühren hatte er schon vorher bezahlen müssen. Jetzt drückte er auch noch dem Schreiber ein Geldstück in die Hand und sagte: »Es wird wohl noch einige Tage dauern, bis das Dokument fertig ist. Schicke es lieber gleich an den Krüger Reichelt, der will kaufen.«

»Wie du willst.«

»Jetzt ist alles in Ordnung«, meinte Jurrey, als sie wieder auf der Straße standen. »Ich bin recht hungrig und durstig. Komm, wir wollen irgendwo einkehren. Ich hatte gern auch den Martin Buddrus mitgenommen. Aber wer weiß, man verspricht sich am Ende.«

Sie gingen nach der Libauer Vorstadt hinaus und setzten sich dort in einem Wirtshause fest. Alle beide hatten sie zuviel getrunken, als sie gegen Mittag den Heimweg antraten. Auf der Chaussee hielten sie sich umarmt, sangen und juchzten. Wer an ihnen vorbeikam, freute sich über das lustige Paar. Wo der Weg abbog, trennten sie sich mit vielen Küssen. »Komm bald wieder«, sagte Mare.

»Das will ich«, antwortete er. »Nun ist's doch schon einerlei.«

Als er sich dem Marktflecken näherte, war er ziemlich ausgenüchtert. Er beschloß, dem Krüger lieber nicht heute schon von der Vollmacht etwas zu sagen. Daß der nicht erfahren dürfte, wie sie zustande gekommen sei, leuchtete ihm ein. Er hatte ihm etwas vorlügen müssen, und das ließ sich vielleicht vermeiden. So beherrschte er sich denn auch und trat gar nicht bei ihm ein. Zu Hause hatte er einen schlechten Empfang. Mit seinem Herumtreiben werde es immer toller, schrie Edme ihn an. Ob er sich denn nicht vor den Leuten schäme. Er war sehr kleinlaut und gab ihr gute Worte. Aber sie warf ihm eine Hacke vor die Füße, mit der sie eben die Kartoffeln behäufelt hatte, und rief: »An die Arbeit, du Taugenichts! Meinst du, daß ich dich auf dem Grundstück umsonst füttere? Wenn ich das voraus gewußt hätte, daß ich mir solche Schande ins Haus heiraten würde –! Geh und laß mich in Frieden.«

Eine Woche hielt er sich ordentlich, dann ging er doch wieder nach dem Marktflecken, zu hören, ob die Vollmacht schon angekommen sei. Es war so. Reichelt fing selbst davon an. »Was ist das?« fragte er. »Deine Frau hat dir zum Verkaufe Vollmacht gegeben ?«

»Hast du die Schrift bekommen?« fragte Szelags zurück, um nicht geradeaus antworten zu dürfen.

»Und in Memel! Warum denn das?«

»Es muß ihr wohl so besser gepaßt haben. Die Weiber sind wunderlich.«

»Mir kann's ja gleich sein«, meinte Reichelt. »Vielleicht hat sie gewünscht, daß hier kein Gerede sein sollte, bis die Sache abgemacht wäre.«

»Das kann wohl sein«, bestätigte der Litauer.

»Wir können also denn aufs Gericht gehen.«

»Ja, aber so billig bekommst du das Land nicht. Ich habe mir's überlegt.«

»Was – was? Es war doch alles verabredet.«

»Das muß noch einmal verabredet werden.«

Und nun ging's an ein scharfes Verhandeln, bis beide einig wurden. Szelags hatte für sich noch einige kleine Vorteile herausgequetscht. »Du bist ein Feiner!« sagte der Krüger zuletzt schon ganz ärgerlich.

»Ich weiß ja, mit wem ich's zu tun habe«, antwortete der Litauer, geschmeichelt lächelnd und zugleich die Schmeichelei zurückgebend.

Der Vertrag wurde geschlossen, das Stück Land im Grundbuch abgeschrieben. Bis zum Herbst ereignete sich nun nichts, was Edme hätte stutzig machen können. Da aber, als Anfang November schon Frost eintrat, ließ Reichelt Bauholz anfahren und auf dem Plan abladen. »Was soll das?« fragte sie verwundert. Da Jurrey nicht mit der Sprache heraus wollte, lief sie selbst nach dem Platze und fragte die Fuhrleute aus. Es sei ihnen von Herrn Reichelt so befohlen, versicherten sie. Er wolle ja hier an der Minge einen Krug bauen. »So«, rief sie, feuerrot. »Er will hier bauen – auf meinem Lande? Sagt ihm, daß ich das nicht leide. Und auf der Stelle schafft ihr das Holz wieder fort, oder ihr sollt's mit der Polizei zu tun haben.« Die Fuhrleute wollten sich aber auf keine Verhandlung einlassen und verwiesen sie an den Krüger. Nachmittags brachten sie auch eine neue Ladung an. Herr Reichelt hatte gesagt, das sei sein Plan, und darauf könne er bauen, soviel ihm beliebe.

Nun wurde Edme fuchswild. »Ich will wissen, was das zu bedeuten hat«, fuhr sie ihren Mann heftig an, der bemüht gewesen war, sich in einer gewissen Entfernung von ihr zu halten. »Wie kann Herr Reichelt sagen, das sei sein Plan? Er ist ein Unverschämter!«

Jurrey merkte, daß ihr auszuweichen nicht weiter möglich sei, und beschloß, etwas ganz Dreistes zu wagen. »Du hast ihm ja aber den Plan verkauft«, sagte er.

»Ich?«

»Ja, ich weiß es nicht anders.«

»Bist du betrunken?«

»Wovon? Du hältst ja die Flasche verschlossen.«

»Rede dich nicht aus. Ich will wissen, was du meinst. Nicht ein Sandkorn hab' ich verkauft.«

Er tat sehr verwundert. »Ja, dann verstehe ich nicht. Herr Reichelt hat mir eine Vollmacht gezeigt, die ihm von einem Notar in der Stadt zugeschickt ist. Darin stand, daß du mir den Auftrag erteiltest, den Plan zu verkaufen.«

»Ich hätte – ? Das ist nicht wahr. Ich bin gar nicht in der Stadt gewesen.«

»Aber Herr Reichelt hat das Dokument zugeschickt bekommen, und es war dein Name ganz richtig angegeben, auch das Siegel aufgedrückt. Ich hab's doch mit eigenen Augen gesehen.« »Ich sage dir, das ist unmöglich!«

Jurrey zuckte die Achseln. »Der Herr Richter hat auch die Vollmacht für ganz richtig erklärt.«

Sie packte ihn an der Brust. »Wie, du bist damit auf dem Gericht gewesen?«

»Natürlich! Was sollt' ich denn tun?«

»Ohne mir von der Schlechtigkeit ein Wort zu sagen?«

»Von einer Schlechtigkeit ist mir nichts bekannt.«

»Jurrey –!« Sie schüttelte ihn derb. »Du hast ihm das Land verkauft?«

»Ja, es war doch dein Wille.«

»Lüge nicht!«

Er machte sich los und stieß sie zurück. »Ich dachte, du hättest dich besonnen.«

»Das gilt nichts!« schrie sie. »Das ist eine Teufelei! Ich sehe wohl, du bist mit ihm im Bunde. Aber es gilt nichts – das Land bleibt mein Land.«

Er lachte höhnisch. »Wenn er es gekauft hat, wird es wohl sein Land sein. So dumm ist er doch nicht, bauen zu wollen, wenn ihm nicht das Land gehört.«

Edme warf ihm einen verächtlichen Blick zu. »Ich merke,« sagte sie ruhiger, »ihr wollt mich auf solche Art überlisten. Liegt da erst das Holz, so werd' ich wohl auch den Bau erlauben, und steht erst das Haus, so muß ich ja auch das Land abtreten. Aber da irrt ihr. Ich lasse mir an das Grundstück nicht kommen.«

Sie lief zu den Nachbarn, erhob ein großes Geschrei und bewog einige Knechte, ihr gegen guten Lohn beizustehen, das Holz vom Plane fortzuschaffen. Bis in die halbe Nacht hinein wurde daran gearbeitet. Edme ruhte nicht eher, bis auch das letzte Stück fortgetragen und auf dem Wege niedergelegt war. Jurrey schlief indessen den Schlaf des Gerechten und wachte nicht einmal auf, als sie ihn unsanft zur Seite schob.

Am nächsten Tage kam der Krüger, dem das Geschehene berichtet wurde, selbst angefahren und schlug Lärm. »Was soll das, Frau?« sagte er. »Dein Mann hat mir den Plan verkauft, wie er nicht leugnen wird, und du hast ihm die Vollmacht dazu gegeben.«

»Nein,« zischte sie, »ich weiß von keiner Vollmacht.«

»Die liegt ja auf dem Gericht. Laß die Torheiten! Es mag dir jetzt wieder leid geworden sein, aber das kann dir doch nichts helfen.«

»Nichts ist mir wieder leid geworden – ich weiß von nichts. Das Land behalt' ich, du magst dich auf den Kopf stellen.«

»Das wollen wir doch sehen! Wo ist der Jurrey? Es scheint, daß du mich um das Geld betrügen willst, das ich ihm schon gegeben habe. Jurrey! Wo steckt der Jurrey?«

Aber Jurrey antwortete nicht. Er hatte sich heimlich aus dem Staube gemacht, als er den Krüger ankommen sah.

Edme ließ anspannen und fuhr nach dem Marktflecken aufs Gericht. Dort fand sich auch Herr Reichelt ein. Der alte Sekretär bestätigte, daß der Vertrag ordnungsmäßig geschlossen, auch jede Formalität erfüllt sei. Er schlug die Akten auf und zeigte auf ein Blatt: »Da ist deine Vollmacht.«

Er mußte sie ihr zweimal lesen. »Das habe ich nicht unterschrieben!« rief sie.

»Du hast unterschrieben. Hier steht dein Name.«

Sie sah auf das Blatt. »Es ist gelogen – so schreibe ich nicht.«

»Ganz richtig, so schreibst du nicht. Das hier hat auch der Schreiber geschrieben. Aber der Notar bezeugt die Übereinstimmung mit dem Original.«

»Mit was für einem Ding?«

»Mit deiner richtigen Schrift. Sie liegt in seinen Akten. Dein Mann ist ja auch zugegen gewesen. Hier steht's.«

»Die Schrift will ich sehen,« schrie sie, »es ist eine Spitzbüberei!«

»Nimm deine Zunge in acht«, rief der Sekretär. »Und wenn du hier lärmst, wirst du vom Boten herausgebracht.«

Edme fuhr auf der Stelle weiter nach Memel. Sie hatte sich den Namen des Notars gemerkt, ließ sich bei ihm melden und trug ihre Beschwerde vor. »Bin ich bei dir gewesen?« fragte sie.

»Ich kann es nicht mehr wissen«, antwortete der alte Herr, sie aufmerksam betrachtend. »Es kommen viele Leute zu mir. Ich erinnere mich aber nicht, dich schon einmal gesehen zu haben. Deshalb kannst du doch bei mir gewesen sein.« Er zeigte ihr das Protokoll und die Unterschrift. »Hast du das geschrieben?«

Sie prüfte den Namenszug genau. »Nein. Das kann ich auf der schwarzen Decke bei brennenden Lichten beschwören.«

»Sonderbar«, sagte der Notar kopfschüttelnd. »Herr Buddrus!« rief er ins andere Zimmer hinein.

Der Schreiber erschien. »Ist dies die Frau Edme Szelags, die diese Vollmacht verlautbart hat?«

Buddrus faßte sie scharf ins Auge. »Nein,« sagte er nach einer Weile, »– ich glaube nicht.« Und nach erneuter Prüfung: »Jedenfalls nicht. Sie war kleiner und hatte blondes Haar.«

»Und der Wirt Jurrey Szelags war dabei?«

»Sicher.«

»Sie kannten ihn?«

»Genau. Ich bin mit ihm zusammen in die Schule gegangen. Darüber kann gar kein Zweifel sein.«

»Seine Frau kannten Sie nicht?«

»Allerdings nicht. Aber wenn der Mann selbst ...«

»Es ist gut«, sagte der alte Herr und winkte ihm zu gehen. »Ich kann im Augenblick nicht mehr ermitteln als dies«, wandte er sich zu der Frau. »Es scheint da irgendein Irrtum obzuwalten, wenn nicht ... Ich muß mich aller Vermutungen enthalten. Es tut mir leid, daß du deinen Mann nicht mitgebracht hast. Ich würde dann feststellen können, ob er wirklich derselbe ist, der mit meinem Schreiber verhandelt hat. Wäre das der Fall, so bliebe freilich nichts übrig, als anzunehmen, daß er eine andere Person für seine Frau ausgegeben hat. Das ist doch aber nicht recht glaublich.«

Edme war's, als ob ihr das Herz stillstände. Und dann schoß ihr plötzlich das Blut ins Gesicht.

»Und wenn er das getan hätte?« fragte sie gepreßt.

»Dann hätte er sich sehr strafbar gemacht«, antwortete der Notar.

»Er müßte ins Gefängnis?«

»Gewiß, aber eine solche Torheit kann er ja nicht begangen haben.«

»Und die Verschreibung würde nichts gelten?« fragte sie weiter, ohne darauf etwas zu entgegnen.

»Sicher nicht. Die Vollmacht wäre ja gefälscht.«

»Und Herr Reichelt müßte also das Land zurückgeben?«

»Ich glaube doch. Wenn er freilich selbst in gutem Glauben wäre –«

»Was dann?«

»Nun – dann müßte er zurückerhalten, was er etwa schon gezahlt oder gegeben hätte.«

»Aber das Land müßte er herausgeben?« Sie wiederholte die Frage in noch dringenderem Ton.

»Es würde nicht ohne einen Prozeß zum Ende zu kommen sein«, sagte der Alte und nahm darauf sehr umständlich eine Prise. »Ein Prozeß aber – ist im voraus – unberechenbar. Hast du schon – Kegel spielen gesehn? Es setzt einer seine Kugel ganz richtig auf, und sie fliegt auch eine Strecke geradeaus. Da liegt – – Hapschie! da liegt ein Sandkorn oder eine Tannennadel oder sonst ein unscheinbares Ding im Wege und lenkt sie ein ganz klein wenig ab. Nun schwankt sie, geht über das Mittelbrett hinaus, verliert die sichere Richtung völlig und taumelt nun so in die Kegel hinein oder schießt als Rehbock an ihnen vorbei. Es kann sein, daß sie einen Haufen Kegel umwirft, es können auch nur ein paar schlechte fallen. Und im Prozeß, wo zwei gegeneinander schieben und sich die Kegel umzuwerfen trachten, verdoppeln sich die Unberechenbarkeiten mit den möglichen Fehlern und Hindernissen. Zuletzt kommt die Gerichtskasse und fordert die Kosten ein, die Anwälte liquidieren ihre Gebühren – da geht oft das ganze Objekt drauf. Wenn ich dir raten kann –«

Edme hörte aber schon lange gar nicht mehr zu. Es war ihr, als ob in ihrem Kopfe Kegel geschoben würden und die Kugeln das Leitbrett hinabpolterten. Sie hatte in diesem Lärm nur den einen Gedanken: der Vertrag gelte nichts, und das Land müsse wieder zurückgegeben werden. »Ich danke schön für alles«, sagte sie und verließ eilig das Zimmer, als könnte der Zeitverlust einer Minute entscheidend sein.

Sie fuhr nach Hause und kam erst in der Nacht an. Jurrey schlief schon und ließ sich nicht erwecken. Sie warf ein Stück Bett auf die Erde und legte sich in Kleidern darauf. Als Jurrey am Morgen aufstand, war sie schon wach und ließ ihn nicht zur Tür hinaus. »Jetzt wirst du mir Rede stehen«, rief sie und stellte sich dicht vor ihn hin.

Er hatte sich's schon überlegt, wie er verfahren müßte, und hob nun trotzig den Kopf. »Was heißt das?«

»Das heißt, daß ich hinter deine Schändlichkeit gekommen bin.«

»Was für eine Schändlichkeit?«

»Du hast die Vollmacht von einer andern Person mit meinem Namen unterschreiben lassen.«

»Von was für einer andern Person?«

»Das kann ich nicht wissen.«

Er grinste spöttisch. »Was willst du also?«

Edme war einen Augenblick aus der Fassung gebracht. »Ich werde schon dahinterkommen«, sagte sie, weniger sicher.

»So versuch's doch,« höhnte er, »mich aber laß in Frieden.«

Er wollte an ihr vorübergehen, aber sie stieß ihn mit der Hand zurück. »Es ist auch gleichgültig, wer's gewesen ist. Ich habe nicht geschrieben.«

»Das wird wohl so sein, wenn du es sagst.«

»Ich zerreiße die Vollmacht.«

»Das geht nicht so leicht.«

»Du hast den Notar betrogen.«

»Und wenn –?« Er sah sie herausfordernd an.

»Wenn ich's anzeige, kommst du ins Gefängnis.«

»Deshalb wirst du's nicht anzeigen.«

Sie stieß einen Laut halb des Unwillens, halb der Überraschung aus und preßte gleich darauf, den Blick senkend, die Lippen zusammen. Nach einer Weile sagte sie: »Anders kommt's doch nicht in Ordnung.«

»Nein,« bestätigte er, »und deshalb kann's überhaupt nicht mehr in Ordnung kommen, wie du's meinst. Es ist einmal geschehen.«

»Das muß zurück«, rief sie, wieder heftiger.

»Es kann nicht.«

»Es muß! Der Krüger muß das Land zurückgeben.«

»Daß er ein Narr wäre! Er tut's nicht freiwillig.«

»So muß er's gezwungen tun.«

»Das heißt – – du bringst deinen Mann ins Gefängnis.«

»Meinen Mann ...«

»Ja, ich bin doch dein Mann.«

Edme seufzte mit einem ausklingenden Ton, der sich wie ein schmerzliches Ächzen anhörte. »Aber das Grundstück ...«

»Da hast du nun selbst Schuld«, nahm er wieder das Wort, während sie den Daumen der linken Hand gegen die Zähne drückte und vor sich hinstarrte. »Wenn man einen Mann genommen hat, muß man ihn auch wie einen Mann behandeln. Ich aber habe hier nicht einmal soviel Freiheit gehabt wie ein Knecht. Weil du das Grundstück eingebracht hast, deshalb hast du mich nicht als den Wirt geachtet, und weil ich nicht alle Tage Streit anfangen wollte, deshalb bin ich lieber fortgegangen. Was hilft mir eine tüchtige Frau, wenn sie immer unfreundlich ist und mir überall in den Weg tritt. Daß ich gern einmal einen Schluck trinke, das bestreite ich nicht. Aber andern geht's ebenso, und es ist nichts Böses. Mein Geld hast du verbraucht, und keinen Pfennig gibst du mir gutwillig heraus. Soll ich mich auslachen lassen? Oder willst du, daß ich verklagt werde und der Exekutor hier auf dem Grundstücke pfändet? Das paßt mir schlecht. Da muß ich denn zusehen, wie ich dich auf andere Weise zwinge.«

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