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Das Erbe der Uraniden

Hans Dominik: Das Erbe der Uraniden - Kapitel 5
Quellenangabe
typefiction
authorHans Dominik
titleDas Erbe der Uraniden
publisherVerlag Scherl Berlin
printrun41. bis 50. Tausend
yearo.J.
firstpub1935
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
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Der Brand auf Coiba das Tagesgespräch der Welt! Hatte man die Angelegenheit zunächst nur für einen müßigen Gelehrtenstreit gehalten, so war doch allmählich der ungeheure Ernst der Sache zutage getreten. Kaum noch einer, der sich der drohenden Gefahr verschloß. In erster Linie die, denen das Unheil am nächsten, Lateinisch- und Englisch-Amerika. Schon hoben sich hie und da die Füße zur Flucht.

Ein Atombrand war auf dem Felseneiland im Gange. Kein Zweifel daran war mehr möglich. Ihn löschen!? . . . Das war die Frage, die alle Gemüter bewegte. Jeder aus der Flut der Vorschläge wurde in der Presse, in Versammlungen besprochen, erörtert.

Die breiten ungebildeten Massen hielten trotz aller Gegenbeweise unbeirrbar an dem nach ihrer Meinung besten Mittel fest: Feuer muß mit Wasser gelöscht werden! Den Ozean in den Brandherd geleitet! Wo gäb's einen Brand, den der Ozean nicht löschen könnte? Löschte er doch die größten, stärksten Vulkane, die aus dem Seeboden emporbrachen.

Die Gelehrten wehrten sich aufs äußerste gegen diesen naiven Vorschlag. Da tauchte in der Presse die Nachricht auf, jener Professor Körte in Berlin, der zuerst den Charakter des Brandes richtig erkannt, habe sich dahin geäußert, daß hier nur eine Operation helfen könne. Er hatte diesen Brand auf Coiba mit einem Krebsgeschwür in einem sonst noch gesunden Organismus verglichen.

Kaum, daß die Nachricht bekannt, war er in seinem Hause von den Berichterstattern überrannt worden. Unmöglich, sich des Ansturms zu erwehren. So teilte er diesen seine Ansicht mit.

Ein Mittel, über dessen radikale Wirkung er jedoch seine Zweifel nicht verhehlte. Seine Meinung war: Wenn möglich, den Brandherd aus dem Felsen der Insel herauszuarbeiten, den infizierten Boden en bloc – hier hielt er inne und machte lächelnd mit der Rechten eine Bewegung zum Zenit.

Die Berichterstatter starrten ihn ratlos fragend an.

»Nun ja!« fuhr Professor Körte fort, »wenn ein Krebsgeschwür herausgeschnitten ist, vernichtet man es. Den herausgearbeiteten Feuerblock vernichten . . . ja, könnten wir das, so brauchten wir die ganze Operation nicht.

Also, da auf der Erde seines Bleibens keine Statt ist, hinweg mit ihm! . . . Natürlich! Hinweg! Wohin? . . . Nun . . . am besten zu der großen Feuerkugel über uns, zur Sonne! Dort kann er sicherlich kein Unheil anrichten . . .«

Ob das möglich wäre? . . . Oh, das wäre möglich. »Stellen Sie sich vor . . . ein Raketenschiff größten Ausmaßes. An ihm befestigt der gefährliche Felsblock . . . die Rakete zur Sonne abgeschossen . . . die Sache wäre erledigt . . .«

Seinen Worten folgte ein wirres, aufgeregtes Durcheinander. Einige stürzten schon zur Tür, die Nachricht brühwarm ihren Blättern mitzuteilen. Da hielt sie ein Zuruf Körtes zurück.

»Meine Herren!« Das Gesicht des Gelehrten war tiefernst geworden. »Ich habe Ihnen diese Unterredung gewährt, weil ich einfach keine Möglichkeit sah, sie zu vermeiden. Was ich Ihnen soeben sagte, wäre allerdings eine Lösung, die uns von der Sorge befreien könnte. Doch . . . und ich bitte, das in Ihren Berichten nicht zu verheimlichen . . . erkläre ich Ihnen ausdrücklich, daß meine Hoffnungen, ein solcher Plan könne gelingen, sehr gering sind. Ich habe starke Zweifel, ob eine solche Operation überhaupt noch möglich ist . . . ob nicht vielleicht der Boden auf Coiba auch schon auf größere Entfernungen von dem Brandherde aus derart infiziert ist, daß das Herausarbeiten der kranken Stellen unmöglich ist. Weiter dürfte es wohl kaum möglich sein, eine Rakete zu bauen, und zwar so schnell zu bauen, die geeignet wäre, bis zur Sonne zu fliegen . . .«

»Aber zum Mond!« hatte da einer der Berichterstatter dazwischengerufen.

»Zum Mond? Ja, ja, mein Herr, der Gedanke liegt nahe. Doch vergessen Sie nicht die eventuellen Folgen. Nehmen wir an, die Rakete käme mit ihrer Last auf dem Mondgestirn an. Es wäre ja nicht ganz ausgeschlossen, daß vielleicht der Atombrand in der Weltraumkälte erlöschen würde. Doch ich habe da starke Zweifel.

Gesetzt nun den Fall, die Weltraumkälte hätte keinen Einfluß . . . der Felsbrocken käme glühend zum Mond . . . da bestände doch die große Wahrscheinlichkeit, daß dort oben der Brand auf das Mondmassiv übergriffe . . . unseren früheren oder späteren Nachkommen würde eine zweite Sonne am Himmel leuchten. Die Folgen, meine Herren . . .«

Einige der zuhinterst Stehenden hatten bereits den Raum verlassen. Kaum merkten es die anderen, stürzten sie denen nach. Jeder wollte der erste sein. Im Augenblick war der Raum leer, der Professor stand allein.

Ein paar Stunden später waren seine Worte in der ganzen Welt bekannt. Und wieder einige Stunden später kam die Nachricht, daß der amerikanische Milliardär William Harrod in Arizona den Bau eines Raketenschiffes im Sinne Körtes in Angriff genommen habe.

Alle Welt horchte auf. Man wußte, daß Harrod schon früher den Bau eines riesenhaften Raketenschiffes beabsichtigt hatte. Ja, es war sogar schon der Kiel gestreckt gewesen, als Jonas Lee seine Fahrt unternahm. Der unglückliche Ausgang von dessen Expedition benahm Harrod und vielen anderen, die sich mit ähnlichen Plänen trugen, die Lust. Es war klar, daß diese Idee noch starker Verbesserungen bedurfte.

Wer jedoch glaubte, daß Harrod, ebenso wie die übrigen, den Plan gänzlich aufgegeben, irrte. Ohne daß die Welt etwas davon erfuhr, arbeiteten in seinen Versuchswerkstätten unaufhörlich geschickte Konstrukteure an dem Problem weiter. Und doch hätte auch er es eines Tages beinahe aufgegeben.

Auf einer Reise war er mit Robert Canning zusammengetroffen. Die beiden wurden schnell näher bekannt. Im Vertrauen machte Harrod Canning, in dem er zu seinem Erstaunen einen äußerst tüchtigen Physiker erkannte, mit seinen Plänen bekannt. Der zeigte jedoch für die Idee Harrods merkwürdig wenig Interesse. Immerhin folgte er einer Einladung nach Arizona, besichtigte dort die Werft, hielt auch mit seiner Anerkennung für die zweifellos tüchtige Arbeit nicht zurück. Als sie beide dann allein, offenbarte er Harrod, was ihn selbst schon seit langem bewegte. Ein Raumschiff, getrieben durch Elektronenenergie! Das allein das Mittel, um gefahrlos die kühnsten, weitesten Fahrten in die Sternenwelt zu unternehmen. Hingerissen von seinen eigenen Worten entwickelte Canning die phantastischsten Pläne.

Harrod . . . stumm, starr schaute er ihn an. Dieser Mann! Das Feuer, das hinter diesen kalten Zügen verborgen gewesen . . . jetzt war es durchgebrochen. Der stürmte in dem weiten Gemach hin und her. Schrie immer wieder: »Nur das ist der Weg! Kein anderer! . . . Oh, wer den fände! . . . Ich . . .« Da hielt er ein, starrte um sich. Als seine Blicke auf Harrod trafen, schien er zusammenzuschrecken, zwang sich zur Ruhe. Schwer atmend ließ er sich in einen Sessel fallen, strich sich über die Augen.

»Ja, Mr. Harrod, ich glaubte . . . glaubte lange, den Weg finden zu können. Doch . . .« hier drehte er sich mit einem resignierten Blick zur Seite, »meine Kraft reichte nicht aus. Und doch . . .« er schlug mit der Faust auf den Tisch . . . »noch gebe ich die Hoffnung nicht auf. Vielleicht, daß doch einmal die glückliche Stunde kommt, die mir den rechten Weg offenbart.«

Als sie schieden, bat Canning Harrod, die Arbeiten unbedingt fortzusetzen. »Vielleicht, daß . . .«

Als jetzt die Nachricht von dem geplanten Bau Harrods in die Welt drang, schüttelte man den Kopf. Wie lange sollte das dauern, bis Harrod eine Rakete gebaut, die fähig wäre, den Pestbrocken bis zum Monde zu tragen. Ohne Rücksicht auf die vielen Warnungen, die man gegenüber dem Plan, den gefährlichen Brocken zum Monde zu schießen, äußerte – im Anschluß an jenes berühmte Interview mit Körte waren die Folgen eines Mondbrandes überall des langen und breiten erörtert worden – hatten die Nordamerikaner sich entschlossen, den Plan durchzuführen. Die Gefahr eines glühenden Mondes war jedenfalls geringer als die einer glühenden Erde.

Einige Wochen waren vergangen, da kam die Nachricht, daß Harrods Raketenschiff sich der Vollendung nähere. Jedermann faßte sich an den Kopf. Wie war das möglich gewesen? Die Welt wollte es nicht glauben. Da brachten die Radiobilder zum Beweise Ansichten von Harrods Werft. Von der Riesenrakete, die da äußerlich fertig stand.

Eine ungeheure Spannung ergriff die ganze Welt. Man begann die Tage zu zählen, bis zu jenem, an dem, wie Harrod versprochen, der Bau fertig sein . . . die Rakete mit ihrer verderblichen Ladung von der Erde abgeschickt werden sollte. Schon strömten aus aller Welt die Neugierigen nach Coiba. Auch die Arbeiten dort erregten das größte Interesse. Zwar brachte die Presse täglich Berichte von den Vorgängen auf der Insel. Aber das genügte doch vielen nicht, die selbst an Ort und Stelle den geheimnisvollen Brand sehen wollten.

Das wurde ihnen jedoch keineswegs leicht gemacht. Die Absperrung wurde streng gehandhabt. Immer wieder schoben die Wachmannschaften die Neugierigen zurück. Den wenigsten aus dieser Menge gelang es, hin und wieder einen flüchtigen Blick auf die Brandstelle zu werfen.

Die lag dicht am Meer, war bei Springflut kaum 50 Meter vom Wasser entfernt.

Ein Gewirr von Maschinen und Menschen. Bunt durcheinander die blauen Kittel der Arbeiter und die weißen Mäntel der Physiker. Unaufhörlich schnitten und schrämmten die diamantbewehrten Stähle der Maschinen um den infizierten Fleck herum einen Spalt in das Gestein. Ständig kontrollierten die Physiker mit Thermometern empfindlichster Art die Temperaturen zu beiden Seiten der Schrämmspalte. Gaben danach ihre Anweisungen, den Schnitt nach dieser oder jener Richtung abzulenken.

Denn darum ging es ja, und darum drehte sich alles. Man hatte den Umfang des Atomzerfalles, der Temperaturerhöhung zwar auf der Oberfläche vor Beginn der Arbeiten genau ermittelt. Aber man wußte nicht, wie die Infektion weiter in der Tiefe verlief. Wurde der Brandherd dort breiter oder schmäler? Das war die Frage, die von Beginn der Arbeiten an alle Herzen bewegte. Wurde er schmäler, dann war Hoffnung vorhanden, den ganzen Brandherd in Form eines transportablen Felsblocks aus dem Gestein herauszuholen. Wurde er breiter . . . fast hoffnungslos dann die Arbeiten.

Man war bereits einen Meter in das Gestein eingedrungen, und bis jetzt war alles fast über Erwarten gut gegangen. Zweifellos wurde der Brandherd nach unten hin schnell schmäler. Die Meinung einiger Gelehrter, daß er sich von oben her halbkugelig in das Gestein hineingefressen, schien sich zu bewahrheiten. Traf das auch weiter zu, dann würde man den ganzen Brandflecken in spätestens zwei Tagen freigelegt haben, einen Block von etwa acht Kubikmeter Inhalt, mit dessen Entfernung von der Erde das Unheil gebannt war.

*

Im Arbeitszimmer Cannings saßen der Hausherr und Sarata schon seit geraumer Zeit im Gespräch.

»Ihre Majadevi sprach von diesem Mondfahrer, wie ein Backfisch von einem Filmhelden. Ich bleibe dabei, sie muß ihn irgendmal wirklich gesehen oder gar kennengelernt haben.«

Der Alte wollte verneinen, doch Canning ließ ihn nicht zu Worte kommen.

»Und Sie auch, mein lieber Freund! Ich sah nur zu gut, wie Ihre Aufmerksamkeit stärker wurde, je mehr sich das Bild des Mannes aus meinen Fragen und Majadevis Antworten herausschälte. Decken Sie Ihre Karten ruhig auf . . . Sie kennen Gorm!«

Vergeblich suchte der Inder nach einer ausweichenden Antwort. Cannings Blick haftete fest in seinem Gesicht, ließ seine Augen nicht los.

»Es wäre möglich . . . doch ich versichere Ihnen, der Name des Mannes, an den ich dachte, war mir bis jetzt unbekannt. Daß es Gorm . . . wenn Sie es sagen . . . ich will nicht bestreiten, daß . . .«

»Wie und wo sind Sie und Majadevi mit Gorm zusammengetroffen? Erzählen Sie ruhig. Was auch ist, es wird bei mir Geheimnis bleiben, wenn Sie es wünschen. Mein Wort darauf!«

Der Inder gab nach. Er erzählte von jenem Zusammentreffen in Lahore, wobei er alles verschwieg, was für ihn ungünstig.

Sprach dann von der Sitzung in Buenos Aires. –

»Wie? Was?! . . . Gorm war in Buenos Aires?!« Canning starrte den Alten erstaunt an. »In Begleitung eines anderen Mannes? . . . Wer war der? . . . Derselbe wie der in Lahore? Merkwürdig! Aber es war doch eine Kleinigkeit, den Namen dieses Mannes in Lahore festzustellen, Sie sagten doch, daß der dort ansässig gewesen, daß der in einem Hause der Vorstadt eine Wohnung gehabt habe.«

Der Inder griff in seine Tasche, suchte unter den Papieren, die er herausgenommen. Entfaltete einen kleinen Zettel.

»Der Mann, so sagte man mir, als ich mich erkundigte, heißt Dr. Sidney Stamford.«

»Stamford?!« Canning war aufgesprungen, ging erregt hin und her. »Stamford . . . der Name . . . ein Nachbar von mir, ein Haziendabesitzer, mit dem ich auf schlechtem Fuße stehe, heißt Stamford . . . Ah, ich erinnere mich . . . ein Verwandter von ihm . . . gewiß, er ist Arzt. Er war, wie ich zufällig hörte, öfters Gast bei dem alten Stamford – der mit Gorm in Buenos Aires? . . . Ah, jetzt verstehe ich, die werden auf der Durchreise nach Santa Marguerita über Buenos Aires gekommen sein. Sind vielleicht jetzt drüben bei dem alten Stamford.«

Sarata erhob sich jäh.

»Es ist mir . . . verzeihen Sie, Señor Canning . . . eine unerklärliche Unruhe, die mich plötzlich befallen . . . Gestatten Sie, daß ich mich auf kurze Zeit entferne.« – –

Canning sah dem Wegeilenden verwundert nach. Was ist mit dem? . . . Was hat er . . .?

Noch dachte er nach, da wurde die Tür aufgerissen, der Inder stürzte herein. Der Turban war ihm vom Kopf gefallen, die Haare zerrauft, das pockennarbige Gesicht grün und gelb vor Wut und Entsetzen.

»Sie ist fort! – Sie ist geraubt . . . Majadevi!« schrie er. Der Schaum stand ihm auf den Lippen. Wie ein Rasender rannte er in dem Raum hin und her, stieß in allen möglichen Sprachen die heftigsten Verwünschungen aus.

»Mann! . . . Sind Sie des Teufels? . . . Das Mädchen geraubt? . . . Aus meinem Hause geraubt? . . . Undenkbar! Wie kommen Sie auf . . .«

»Sie sagten es ja selbst, Herr . . . Stamford, Gorm, sie sind hier in der Nähe . . . Schon einmal in Lahore . . . niemand anders als . . .«

»Ah! . . .« Canning war aufgesprungen. »Das wäre . . . bei Gott, ich glaube, ich tat Ihnen unrecht. Nach dem, was Sie mir vorher erzählten . . . doch jetzt auf! Ist es so, dann können die nicht weit sein.« Canning eilte, von dem Alten begleitet, hinaus. In kurzer Zeit war die Dienerschaft versammelt. Ein paar Befehlsworte. Dann begann man, von der Hundemeute unterstützt, den Park und die Umgebung des Hauses abzusuchen. Das helle Mondlicht erleichterte die Arbeit. Auch Canning und der Inder beteiligten sich aufs eifrigste.

Vom nördlichen Parktor erscholl plötzlich lautes Rufen. Canning eilte dahin.

»Hufspuren!« riefen ihm die Diener entgegen. »Die Spuren kommen von Norden her, führen auch wieder dahin zurück.«

»Zwei Kraftwagen herbei!« schrie Canning.

»Fremde Pferde, Señor Canning,« redete ihn der Mayordomo an, »von unseren Tieren können es keine gewesen sein.« Vergeblich suchte man nach irgendeinem Zeichen – da kamen die Wagen an. Canning mit einem Dutzend seiner Leute sprang in den ersten.

»Den Spuren nach«, kommandierte Canning. Die Wagen setzten sich in schnelle Bewegung. Die Tritte der Pferde waren im hellen Mondlicht leicht zu erkennen. Da hielt der erste Wagen an. Die Spuren der drei Pferde, die man bisher verfolgt, waren plötzlich in die einer großen Pferdeherde eingemündet, die ihren Weg, von Westen kommend, nach Osten, dem Flusse zu, nahm.

Doch nur ein kurzes Stück. Dann, als seien die Tiere in Schrecken, Verwirrung gesetzt, gingen die Spuren nach allen Seiten auseinander. Unmöglich, aus der Unzahl der Pferdetritte die Spuren der verfolgten herauszufinden. Weiteres Suchen wäre nutzlos gewesen. Der Inder beschwor trotzdem Canning, die Suche fortzusetzen, doch der lehnte ab, schüttelte mißmutig den Kopf. »Es wäre ein blinder Zufall, wenn wir unter den vielen Hunderten die rechte Spur fänden. Auch weiß man nicht, ob sie sich nicht geteilt haben.«

Er gedachte die Sache anders anzufassen. Zu Hause angelangt, schickte er einige seiner gewandtesten Leute aus, die Santa Marguerita beobachten und melden sollten, ob Sidney Stamford dort weilte. Im Laufe des Morgens kamen die Boten zurück, Dr. Stamford war allerdings mit einem Freunde in Santa Marguerita gewesen, doch waren sie schon am Mittag des vergangenen Tages in einer Flugjacht fortgeflogen.

*

Die beiden Männer, die durch die nächtliche Pampa von Norden her kamen, hielten ihre Pferde an.

»Hier, Mr. Stamford!« Tim Bröker wies mit einer Gebärde, die einigen Stolz verriet, auf den Erdboden, der von unzähligen Pferdehufen zertreten war. »War ein feines Stückchen, taxiere ich.«

»Allerdings! Da mag der Teufel die Spuren von drei einzelnen Pferden 'rausfinden«, erwiderte Stamford lachend. »Die Viecher sind ja da auseinandergespritzt, als ob der Blitz dazwischengefahren wäre. Nach allen Seiten der Windrose führen die Spuren.«

»Blitz? Nun, so was Ähnliches war's«, gab Tim Bröker stolz zurück. »Es war kein leichtes Stückchen für einen einzelnen Mann, das halbe Tausend ohne Hilfe hierherzutreiben. Die Bestien wollten selbstverständlich immer nach anderen Richtungen, als sie sollten. Ich hatte eine höllische Arbeit, sie zusammenzuhalten. War froh, als ich sie bis hierher gebracht hatte.

Nun, hatten sie mich geärgert, mehr, als ich in meiner ganzen Gauchozeit mit diesen vierbeinigen Bestien Ärger gehabt habe, so sollte es ihnen jetzt vergolten werden. Ein paar kräftige Schwärmer hatte ich bei mir. Ich trieb meinen Mustang mitten in die Herde 'rein, zündete die Schwärmer an, warf sie nach allen Seiten zwischen die Pferdebeine.

Ah, Mr. Stamford! Hab' ich da gelacht,« er verfiel in ein Lachen, daß es laut über die Pampa schallte, »hab' ich gelacht! Als wäre eine Schar Teufel in die Bande gefahren, so sausten sie nach allen Seiten auseinander.«

»Gut, gut, Tim! So weit hast du deine Sache gut gemacht. Doch der schwerere Teil unserer Aufgabe kommt noch. Du bist dir sicher, daß du von deiner Félicie das richtige Fenster erfahren hast?«

»Das Mädel wird mich doch nicht belügen, Mr. Stamford«, versetzte Tim vorwurfsvoll. »Da kennen Sie Félicie aber schlecht. Doch wir dürfen nicht weiterreiten.«

Er hielt sein Pferd an. Stamford folgte seinem Beispiel. »Hier im Schatten der alten Agave können wir die drei Gäule leicht verbergen.«

Er sprang ab, band die Zügel der Pferde an starken Ästen fest.

»Jetzt nur einen Augenblick, bis diese Wolke vor den Mond tritt. Dann so schnell wie möglich durch das Parktor zum Hause.« Ein paar Minuten später standen sie keuchend von dem schnellen Lauf hinter einem dichten Gebüsch an der Hinterseite der Hazienda. Ihr Platz war gut gewählt. Das Mondlicht ließ ihn im Schatten.

›Das dritte Fenster von rechts‹, hatte Tim Bröker gesagt. Stamford stand regungslos, die Augen auf die dunkle Fensterreihe gerichtet. Wohl eine Stunde war vergangen.

Endlich! Stamford schreckte unwillkürlich zusammen. Das Licht in dem Zimmer leuchtete auf. Durch die Scheibe sah er deutlich die Gestalt des Inders und Majadevis. Er sah, wie Sarata das Fenster öffnete, sich nach allen Seiten scharf umschaute, es wieder schloß. Gleich darauf das Zimmer verließ.

Ein paar Minuten noch wartete Stamford. Vielleicht, daß der Inder zurückkehrte. Dann trat er aus dem Versteck heraus an das Fenster heran. Das Mädchen hatte eben das glitzernde Gewand abgestreift. Wie fröstelnd zog sie den großen, dunklen Schleier um ihre Schultern zusammen.

Stamford trat so dicht an das niedere Fenster heran, daß sein Kopf die Scheibe berührte. Alle seine Gedanken konzentrierte er auf das eine: den Riegel brechen, hinter dem der Inder das Mädchen in ständiger Hörigkeit hielt. Ströme stärksten Fluidums sandte er der zu – –

Da endlich! Die Bewegungen des Mädchens wurden matter, hielten an, ihre Augen gingen wie fragend umher. Er atmete auf. Der Riegel schien gebrochen. Ermüdet von der überstarken Anstrengung ruhte er, sammelte neue Kräfte. Das zweite . . . sie seinem Willen zu unterwerfen, es würde leichter sein.

›Ist das langweilig!‹ brummte Tim Bröker vor sich hin. ›So soll er doch klopfen oder das Fenster einschlagen. Was macht er nur? Worauf wartet er denn?‹

Ohne daß Stamford es merkte, trat er neben ihn, hob die geballte Hand, wollte gegen das Fenster schlagen. Da traf ein kurzer Schlag von Stamfords Faust seinen Arm, daß er zurücktaumelte. Mißmutig raffte er sich auf, trat in sein Versteck zurück.

›Der Deubel soll aus dieser verrückten Geschichte klug werden!‹ Ein bißchen schärfer der Schlag, und Tim wäre knock out. Was macht er nur da? Er stiert und starrt. Ah, jetzt spricht er sogar vor sich hin . . . Und jetzt! Das Mädchen macht das Fenster auf, beugt sich . . . will heraussteigen.‹

Stamford brauchte nicht zu winken. Schon stand Tim Bröker neben ihm, griff die Hände, die sich entgegenstreckten. Wie eine Feder hob er sie heraus, legte sie in Stamfords Arme. Der strich dem Mädchen mit der Hand leicht über das Gesicht, hob sie auf, eilte fort.

»Die Pferde!« schrie er leise Tim Bröker zu. In großen Sätzen jagte Tim nach dem Baume hin, wo die verborgen. Im Nu hatte er sich auf eins geschwungen, griff die beiden anderen beim Zügel, kam Stamford entgegen.

»Das Mädchen in die Mitte, wir zur Seite!« Schnell saßen sie alle im Sattel. Zuerst im Trab, dann im scharfen Galopp ging es nach Norden zu. – Schon lag der Wald, in dem das Schiff verborgen, vor ihnen.

»Sie sind hinter uns!« schrie Tim Bröker, »sie verfolgen uns im Kraftwagen. Die Scheinwerfer! Ich sehe sie deutlich! Ah! . . .« er lachte, »sie machen halt. Die Spuren der Herde! Ha, ha! . . . Schade, daß ich ihre langen Nasen nicht sehen kann.«

Fast hatten sie den Waldsaum erreicht. Eine Männergestalt löste sich aus dem Dunkel der Stämme, eilte ihnen entgegen.

»Gelungen! Wir haben sie!« schrie Stamford laut Gorm zu. Er brachte die Pferde zum Stehen.

»Gottlob! Wie soll ich Ihnen danken, Mr. Stamford, und dir, Tim?«

Gorm trat zu dem Pferde, auf dem Majadevi saß, wollte zu ihr sprechen.

»Still! Still!« unterbrach ihn Stamford. »Jetzt kein Wort an sie! Erst im Schiff werde ich sie erwecken.«

Ein paar Minuten später stieg wie ein dunkler Nachtvogel der Rumpf des Schiffes über die Kronen des Urwaldes hinaus. – – –

Die Morgensonne weckte den Schläfer in der kleinen Kabine. Tim Bröker schaute verwundert um sich, rieb sich die Augen.

›Wahrhaftig! . . . Kein Traum . . . Es ist wahr. Bin an Bord eines Flugschiffes. Sonderbarer Kasten übrigens! Was ich da gestern abend im Maschinenraum sah, kam mir so ungewohnt, fremd vor . . . bin doch lange genug auf allen möglichen Luftkähnen Maschine gefahren . . .

Auch der Besitzer, mein neuer Herr . . . hätte ich nicht gleich vom ersten Augenblick an so einen höllischen Respekt vor ihm im Leibe, würde ich sagen: Komischer Kauz, dieser Herr Weland . . . auch der Doktor Stamford . . . Diese Entführungsgeschichte! . . . Weiß der Deubel noch mal . . . ich bin nicht daraus klug geworden. Was machte der da für seltsame Geschichten? Und das Mädchen? . . . Auch ein sonderbares Geschöpf . . . Eine Tänzerin? Wahrsagerin? . . . Caramba! . . . Einer von den beiden will sie haben, wie's scheint . . . merkwürdige Geschichten. Sie wird entführt . . . geraubt . . .

Ah! Das wird sich alles finden, wenn ich hier erst warm geworden bin. Diese neue Stelle, die scheint, so nach den ersten Tagen zu schließen, endlich die richtige zu sein. Taxiere, daß das erste nicht das letzte Abenteuer gewesen ist, was ich hier erlebe.

Aber mein Magen . . . einen Bärenhunger habe ich . . . muß mal sehen, wo der Koch wohnt.‹

*

»Wer hätte gedacht, Mr. Harrod, daß sich schon so bald die Gelegenheit finden würde, die Früchte Ihrer Arbeiten praktisch zu verwerten. Ich habe keinen Zweifel, daß Ihre Rakete den Pestbrocken zum Monde bringt.«

»Ohne Zweifel, Mr. Canning. Man hätte ruhig ein schwereres Stück aus dem Boden herausarbeiten können. Die Tragkraft der Rakete ist groß genug.«

»So würde, vorausgesetzt, daß auch alles andere gut geht, Ihnen, Mr. Harrod, für ewige Zeiten der Ruhm gebühren, die Welt vor größtem Unheil rechtzeitig bewahrt zu haben?«

»Immer noch etwas pessimistisch, Mr. Canning?« Der zuckte die Achseln.

»Gewiß,« sagte er, »die Messungen ergeben allerdings nicht den geringsten Anhalt, daß weitere Teile des Bodens infiziert sind . . . aber . . .«

»Ihr ›Aber‹ hin, Ihr ›Aber‹ her! Ich denke zuversichtlicher als Sie.

Doch die Mittagsstunde bricht an. Das Transportschiff muß jeden Augenblick seine Ankunft melden. Ich muß zum Arbeitsplatz, wo die verschiedenen Kommissionen, Presseabordnungen . . . Gott weiß, was alles hier zu diesem Tage herbeigeströmt ist . . . schon versammelt sind. Nach Hunderttausenden zählen die Neugierigen zu Wasser, Luft und Land.«

Er deutete mit dem Arm auf das Hinterland der Insel, das sie von ihrem erhöhten Stand gut überschauen konnten. Seine Hand schlug einen Kreis nach der Wasserfläche des Atlantik hin. Ein Anblick, wie wenn Riesenscharen von Seevögeln sich da niedergelassen hätten. Wohin man schaute, ein Gewimmel von Land- und Wasserflugschiffen.

Noch hatten sie den Strand nicht erreicht, da erscholl lauter Lärm von dort. Aufgeregt liefen die Menschen hin und her.

Canning hob sein Glas. Entdeckte im blauen Äther ein schimmerndes Pünktchen . . . Er ließ das Glas sinken, hörte die am Strande rufen.

»Die Rakete! . . . Die Rakete . . . da kommt sie schon . . .«

Jetzt war der Punkt im Äther auch mit bloßem Auge sichtbar, wurde schnell größer. Canning nahm das Glas wieder vor die Augen.

Ein Flugschiff. Dem Umriß noch ein großes Transportschiff. Unter ihm ein schimmerndes Etwas von unbestimmten Formen. Schnell kam es näher, stand jetzt senkrecht über dem Strand, senkte sich langsam.

Ein Transportschiff der größten und kräftigsten Art, wie sie erst seit kurzer Zeit in den Staaten gebaut wurden. Unter ihm, an schweren Stahltrossen hängend, ein schimmernder Aluminiumbau von der Gestalt einer Granate. Während das Schiff sich tief und immer tiefer senkte, wuchsen auch die Umrisse der unter ihm hängenden Last. Meter um Meter kam sie hinab. Immer langsamer wurde der Abstieg. Ein Knistern in Balken und Trägern. Jetzt setzte sie auf einer Plattform auf . . . Ein wuchtiger Bau, wohl 20 Meter breit und doppelt so hoch. Prasselnd fielen die vom Flugschiff abgeworfenen Stahltrossen zur Erde.

Canning kletterte auf die Plattform, trat an den Bau heran. Wie prüfend glitt seine Hand über die starken Aluminiumplatten. Er klopfte mit den Knöcheln dagegen. In dumpfem Glockenton erklang die Metallwand. Da stand sie vor ihm, die Riesenrakete, die die Kraft besaß, den Block zum Monde zu tragen.

Den Block. Der lag, umklammert von starken Ketten, so wie ihn der Kran aus seiner Grube gehoben. Seit mehreren Stunden schon lag er so, das Ziel von tausend Kameraobjektiven. In allen Siedlungen, wo Menschen lebten, zeigte das Radiobild jetzt den unheilschwangeren Brocken. Wie roter Rost schien es hier und da auf seiner oberen Fläche zu liegen . . . Rostflecken? . . . Blutflecken? . . . An einzelnen Stellen erstrahlten sie bereits in tiefer Rotglut. Hohe Zeit, den verderblichen Brandherd von der Erde fortzuschaffen, der bange Stoßseufzer vieler Tausende.

Wieder Geräusch vom Strande her. Ein zweites Flugschiff, vom gleichen Typ wie das erste, sank auf die Meeresfläche hinab, machte neben dem ersten am Strande fest. Eine Laufbrücke wurde zum Ufer geschoben. Passagiere kamen an Land. Monteure, Techniker, Arbeiter, die sogleich mit der Ausladung der Fracht begannen. In endloser Kette trugen sie die gewaltigen Flaschen an Land, die den flüssigen Wasserstoff und Sauerstoff für den Antrieb der Rakete enthielten. Übergaben sie den Monteuren, die sie sofort im Innern des Aluminiumbaues an Ort und Stelle einsetzten und mit den Rohrleitungen zu den Treibdüsen verbanden.

Die Sonne sank darüber ins Meer. Im blendenden Licht mächtiger Scheinwerfer ging die Arbeit ununterbrochen weiter. – – –

Jetzt war die letzte Flasche eingebaut, die letzte Rohrverbindung gemacht.

Die Mitternacht kam näher. Um 11.30 Uhr die letzte Probe. Hähne wurden geöffnet. Zischend entwich das Gas aus den Düsen. Alles in Ordnung. Die Rakete war startbereit.

William Harrod verfolgte die Arbeiten mit der Uhr in der Hand. Gab seine Befehle, die nicht nur von seinen Leuten gehört wurden. Von den Mikrophonen der Radiosender aufgenommen, erklangen sie auch gleichzeitig über die ganze Erde. Zusammen mit den Sendungen des Bildfunks zeigten sie Millionen von Menschen, was hier auf Coiba vorging.

11.45 Uhr . . .

»Den Block einsetzen!« kam das Kommando von Harrods Lippen.

Der schwere Baukran rollte heran, umklammerte mit stählernen Fingern den Block, schob ihn durch die weitgeöffneten Ladeluken in den Mittelraum der Rakete.

11.55 Uhr.

»Alle Mann von Bord!« schrie die Stimme Harrods. Die letzten Monteure kletterten aus dem Bauch der Rakete. Sorgfältig wurden alle Luken verschraubt und verschlossen.

Alle Scheinwerfer richteten ihre Lichtkegel auf die schimmernde Riesengranate. Jeder Niet, jede Naht ihres Baues war in allen Einzelheiten zu erkennen, wurde durch den Bildfunk über Meere und Länder weitergegeben.

In schimmernder Sternenpracht wölbte sich der Tropenhimmel. Am Firmament die leuchtende Scheibe des fast vollen Mondes.

12 Uhr.

In der Linken hielt Harrod das Chronometer. Mit der Rechten riß er an einem feinen Stahldraht, der zur Rakete führte.

Ein kurzes Klinken und Knacken . . . Ein Aufblitzen von Funken. Im gleichen Moment schossen Feuerströme aus dem Boden der Rakete nach unten, beleckten das Fachwerk der Plattform.

Ein Schüttern ging durch den mächtigen Bau . . . ein Zucken . . . ein Rucken. Genau in der Richtung, welche die Schräge der Plattform ihm gab, stieg er majestätisch empor, einen sprudelnden, brausenden Feuerschein hinter sich herziehend.

Die Menschen standen und starrten. Verfolgten mit heißen Blicken das immer schneller emporeilende Geschoß. Starrten, bis auch dem schärfsten Glas die rote Lohe der arbeitenden Treibdüsen entschwand . . .

Dann brach es los. Die Hunderttausende, die in atemloser Spannung den Vorgängen gefolgt waren, schienen wie außer sich geraten. Die Luft erbebte von dem Schreien, Rufen der rasend erregten Massen. Immer wieder dazwischen erklang der Name Harrods.

William Harrod ließ das Chronometer in die Westentasche gleiten. In tiefen Atemzügen hob sich seine Brust. Mit unverhohlenem Stolz erwehrte er sich der Beglückwünschungen, die ihm von allen Seiten entgegengebracht wurden. Auch Canning trat zu ihm, reichte ihm die Hand.

»Höchste Zeit, Mr. Harrod, daß wir den Block loswurden. Der glühte ja schon teilweise rot. Wenige Wochen später hätten wir ihn keiner Rakete mehr anvertrauen können. Jetzt . . . in spätestens achtundvierzig Stunden wird der neutrale Punkt zwischen Erde und Mond erreicht sein . . . dann mag die Rakete zum Teufel gehen. Die Erde ist die Sorge los. Der Mond mag sehen, wie er sich mit dem Geschenk abfindet. Die großen Sternwarten werden uns nicht lange im Ungewissen lassen.«

Die alten Bedenken, die er hegte, hielt er zurück, als er das freudestrahlende Gesicht Harrods sah.

*

Die Refraktoren der Sternwarten und besonders der neuen Helikopterenwarten beobachteten den Flug der Rakete ununterbrochen. Dann kam die Meldung, daß die Rakete den neutralen Punkt überschritten habe, daß jetzt ihr Absturz zum Monde begänne. Eine Rückkehr zur Erde war ausgeschlossen! Nach wie vor blieben die Riesenrohre auf den dunklen Teil des Trabanten gerichtet, waren die photographischen Apparate bereit, jedes Lichtsignal von dort auf die Platte zu bannen.

Sechs Stunden später die neue Meldung der Warten. Die Rakete war auf dem Mond gelandet, das Signal ihrer Blitzlichtladung hatte ihre Ankunft am Nordrande des Mare serenum deutlich gemeldet.

Millionen von Menschen jubelten auf, ledig der furchtbaren Last. Nur ein geringer Teil, der der pessimistischen Bedenken achtete, die hie und da laut wurden.

Die Kommission aus Coiba, die dort ständig weitere Untersuchungen anstellte, gab in der letzten Zeit nur beruhigende Berichte: »Keine neue Temperaturerhöhung!« ihr tägliches Bulletin.

Ungeteilt wandte sich das öffentliche Interesse den Vorgängen auf dem Monde zu. Die Frage beschäftigte alle Geister: Wird der Brand auf das Mondmassiv übergreifen oder nicht . . . oder ist er gar auf der Fahrt unter dem Einfluß der Weltraumkälte erloschen? Ein heftiger Gelehrtenstreit entspann sich darüber.

Die Folgerungen, die sich aus jeder Annahme ziehen ließen, füllten die Spalten der Zeitungen und gaben Veranlassung zu fettgedruckten Titeln.

»Der Mond eine zweite Sonne«, »Tropenklima an den Polen«, »Der Unterschied von Tag und Nacht hört auf«, »Kein Wechsel der Jahreszeiten mehr« . . . das waren so einige der alarmierenden Überschriften, unter denen die Weltpresse den Lesern die Zukunft schilderte.

Kam das ganze Mondmassiv wirklich im Laufe der nächsten Zeit auf solche Glut, das heißt bis auf eine Temperatur gleich der Sonnentemperatur, dann waren auf der Erde mit Sicherheit tiefeinschneidende klimatische Veränderungen zu erwarten. Dann war in der Tat die Weltordnung, die so viele hundert Millionen Jahre auf der Erde geherrscht, ernstlich bedroht, und alles Leben würde sich auf ganz veränderte Verhältnisse einstellen müssen. Tag und Nacht waren die größten Fernrohre der Erde auf jenen Punkt der Mondscheibe gerichtet, von dem die Rakete ihre Ankunft durch Blitzlicht gemeldet hatte.

Jetzt . . . eine Woche nach der Landung der Rakete, ließ sich noch nichts feststellen. Das gab eine gewisse Beruhigung, denn wäre der Block inzwischen schon auf helle Weißglut gekommen, hätte man ihn sehen müssen. Aber die Landungsstelle blieb nach wie vor dunkel.

Immer mehr gewann die Meinung an Boden, daß der Brand im Block durch die Weltraumkälte und die veränderten physikalischen Verhältnisse am Ersticken . . . daß alle Gefahr endgültig gebannt sei.

*

Das Postschiff, das, von Buenos Aires kommend, die Niederlassungen im nördlichen Gran Chaco versorgte, senkte sich auf dem Außenhof von Buena Vista zur Erde. Ein einzelner Passagier sprang heraus. Der Kondukteur reichte ihm sein Gepäck . . . adelante! . . . das Schiff stieß wieder nach oben.

Hortense, die mit Violet von einem Morgenritt in die Pampas zurückkehrte, hatte die Landung des Schiffes gesehen . . . Menschen oder Wertpapiere? Sonst hielt ja das Schiff nicht, sondern warf die Post in das Netz ab.

»Sehen Sie doch einmal nach, Miß Violet!«

Die sprang vom Pferd, trat durch das kleine Mauertor in den Hof. Kaum, daß die auf den Hof gelangt, hörte Hortense einen lauten Schrei . . .

»Ronald, du bist es? Wo kommst du her? Wir erwarten dich ja erst morgen . . . wie ist das möglich?«

Hortense stieg ebenfalls ab und trat in den Torweg. Sah, wie Violet am Halse eines hochgewachsenen Mannes hing, ihn immer wieder küßte, lachte und weinte.

Hortense verhielt unwillkürlich den Schritt, blickte mit einem gewissen Neidgefühl auf die Gruppe.

›Die Glückliche! . . . Alles liebt sie . . . alle Herzen fliegen ihr zu . . . Sidney Stamford . . . ihr Bruder . . . ich und der Vater . . . die Dienerschaft . . . alles . . .

Und ich? . . . Ist mein Herz so liebeleer, daß es auch keine Liebe wecken kann?

Robert Canning . . . er liebt mich . . . er sagt es . . .

Ich . . . liebe ich ihn nicht? . . . Nein . . . die Tage seiner Abwesenheit haben mir vollkommene Klarheit gegeben. Er fühlt es, tut alles . . . glaubt, meine Liebe erzwingen zu können. Ich wehre mich . . . Etwas Unheiliges . . . Unreines ist um seine Liebe.

Der Zauber, der von ihm ausging, wenn er in meiner Nähe war, auch der ist geschwunden. Ich fühle mich fast krank . . . fürchte jede Berührung mit ihm. Kann es, so sehr ich mich beherrsche, nicht verbergen.

Ich weiß, er leidet darunter . . . leidet sehr . . . und vermag doch nicht das geringste Mitleid mit ihm zu fühlen.‹ –

»Ah! Miß Hortense! Mein Bruder Ronald ist gekommen.«

Violet hatte sie in dem Torbogen entdeckt. Versuchte zu ihr zu laufen, ließ aber die Hand ihres Bruders dabei nicht los. Es gab einen komischen Zwiespalt. Ronald wollte . . . konnte diesem Lauf nicht folgen. Blieb stehen. Die Hand ließ los.

Violet stand mit ausgestreckten Händen zwischen Hortense und dem Bruder, wußte nicht, zu wem sie zuerst gehen sollte.

Die beiden anderen lachten über die heitere Situation, beschleunigten ihre Schritte . . . ihre Hände fanden sich zur Begrüßung.

Violet in ihrer freudigen Zerstreutheit legte ihre Hände noch darauf, wurde erst durch das Lachen der anderen aufmerksam. Lachte dann selbst, daß es weit über den Hof schallte.

»Ach, Miß Hortense! Diese Überraschung! Aber ich sagte Ihnen ja schon, bei dem muß man sich auf alles gefaßt machen . . . kommt einfach vierundzwanzig Stunden früher. Wenn er noch später gekommen wäre, wär's zu begreifen. Aber vierundzwanzig Stunden früher . . .?«

Ihr Bruder wollte noch etwas sagen. Sie fiel ihm in die Rede.

»Schweig nur! Ich weiß, du findest zu allem eine Ausrede.«

»Doch jetzt ins Haus, Violet! Unser Gast wird sich nach einer Erfrischung sehnen . . . und dann wird er erzählen.«

»Aber natürlich! Gott, wie ich das vergessen konnte, du Ärmster.« Sie ergriff den Arm ihres Bruders und wollte ihn mit sich ziehen.

»Einen Augenblick, Violet! Dies Stück meines Gepäcks nehme ich lieber selbst mit.«

»Das große Stück? Warum?« fragte sie.

»Nun, das ist mein Raumschiff.«

»Was? . . . Wie? . . . Dein Raumschiff ist da drin? Damit willst du . . .?«

»Damit will ich zum Mond fliegen! Jawohl, Violet.«

Ronald Lee brach in ein schallendes Gelächter aus.

»Ronald! Ich sehe, du bist der alte geblieben,« schmollte Violet, »was soll das nun wieder . . .?«

»Ah!« wandte Hortense sich an Ronald Lee, »Sie meinen das Modell, nicht wahr, ist es nicht so?«

»Gewiß, mein gnädiges Fräulein! Das Modell. Ich möchte mich auf keinen Fall davon trennen.«

»Ah, das ist interessant.« Hortense richtete ihre Augen auf den großen Holzkoffer. »Natürlich . . . ich verstehe. Das ist strengstes Geheimnis. Wir werden schützend den Transport geleiten. Kommen Sie, Miß Violet!«

– Und dann saßen sie in dem kühlen Frühstücksraum in langer, lebhafter Unterhaltung . . . Es war, als ob ein neuer Geist mit dem Eintritt Ronalds seinen Einzug in das Haus gehalten hätte. Selbst der ernste alte van der Meulen, angeregt von dem frohen Geplauder, lachte des öfteren sein rucksendes stilles Lachen.

Nach beendeter Mahlzeit war Ronald der Einladung van der Meulens gefolgt . . . mit ihm in sein Arbeitszimmer getreten. –

Schon stundenlang dauerte die Unterredung darin. Violet strich immer wieder mit klopfendem Herzen an der Tür vorbei, konnte sich nur mit Mühe bezwingen, das Ohr nicht an das Schlüsselloch zu halten und zu horchen. Auch Hortense war von einer seltsamen Unruhe ergriffen. Fühlte, wie ihre Unruhe wuchs, je länger die Unterredung da drinnen dauerte. Sie wußte, wie skeptisch ihr Vater war.

Endlich . . . eine Ewigkeit schien schon vergangen . . . öffnete sich die Tür. Ronald Lee trat heraus . . . sein Gesicht war bleich, doch die Augen leuchteten in heller Siegerfreude.

Hortense ging unwillkürlich ein paar Schritte auf ihn zu, ihr Gesicht . . . ihre Augen drängten die stumme Frage: Wie ist's geworden?

Ronald Lee streckte ihr die Hände entgegen.

»Die große Güte Ihres Vaters wird es mir erlauben, meine Pläne in die Tat umzusetzen. Miß van der Meulen.«

Hortense drückte impulsiv seine Hände stärker.

»Ich freue mich, Mr. Lee, freue mich mit Ihnen . . . freue mich auf die Zeit, die jetzt kommen wird.«

»Ich taxiere, Hortense, daß du Schülerin von Mr. Lee werden willst«, lachte van der Meulen, der in die Tür getreten war. »Hüten Sie Ihr Geheimnis, Mr. Lee!« –

Der Bau war beschlossen. Ein Raumschiff sollte es werden, den älteren, bisher allein bekannten und benutzten Wasserstoffraketen in seinen Leistungen unendlich überlegen. Nicht mehr die auspuffenden Verbrennungsgase sollten dies neue Schiff durch den Raum treiben. Elektronen, die, durch die Gormsche Energie frei gemacht, beinahe mit Lichtgeschwindigkeit von den Triebflächen ausgestoßen wurden, sollten die Energie für den Flug dieses neuen Gebildes liefern.

In der Unterredung der beiden Männer war es Lee gelungen, durch die Kraft der Überzeugung, die aus seinen Worten klang, den skeptischen Alten ganz für sich zu gewinnen.

Als die Kostenfrage zur Sprache gekommen war, hatte Ronald Lee nur zögernd die hohe Summe genannt . . . im stillen gefürchtet, daß daran zu guter Letzt vielleicht noch alles scheitern könne. Doch van der Meulen hatte nur stillschweigend genickt. Nachdem er sich einmal entschlossen, konnten die Kosten keine Rolle mehr spielen.

Noch in der Nacht waren Angestellte van der Meulens in Buenos Aires fieberhaft beschäftigt, nach seinen telephonischen Direktiven die Bestellungen auszuführen, die für den Bau einer Werft in Buena Vista notwendig waren. Im Laufe des nächsten Tages kamen schon die ersten Transportflugschiffe an.

Am Nachmittag kam Canning nach Buena Vista. Er wußte, daß Ronald Lee erwartet würde. Hatte jedoch von vornherein stärkste Bedenken geäußert.

Als er auf dem Außenhof landete, sah er zu seinem Erstaunen Hortense und van der Meulen mit einem Fremden in lebhaftem Gespräch vor großen Stapeln von Baumaterialien aller Art stehen. Eine größere Anzahl von Arbeitern war auf dem Platze beschäftigt. Sie schleppten Balken, Bretter, Träger und dergleichen zu verschiedenen Stellen hin.

Er trat auf die Gruppe zu, küßte Hortense die Hand, begrüßte van der Meulen.

»Mr. Ronald Lee«, stellte van der Meulen den Fremden vor. »Sie sehen uns schon in bester Arbeit, Don Roberto.«

»Ah! Wär's möglich! Sie haben sich so schnell entschlossen?« Er deutete auf die Arbeiter. »Bauen gar schon?«

Wie mißtrauisch gingen seine Augen von einem zum anderen.

»Nun!« lachte van der Meulen, »Mr. Lee kam schon gestern. Wir hatten eine Unterredung zusammen, und . . . hier sehen Sie das Ergebnis. Wir bauen das neueste Raumschiff, das heißt zunächst die Werft dafür.«

»Also doch! . . .« Canning zuckte die Achseln, wandte sich dann zu Lee. »Verzeihen Sie, mein Herr, wenn ich offen rede. Ich habe, freilich ohne Ihre Pläne zu kennen, Mr. van der Meulen gewarnt. Ich bin selbst Physiker und halte nach dem jetzigen Stand der Wissenschaft ein derartiges Unternehmen für verfehlt . . . nein, das nicht . . . aber für verfrüht.

Aber vielleicht werde ich meine Meinung ändern, wenn ich mit Ihren Plänen genauer bekannt sein werde . . . das heißt, ich will keineswegs in Ihr Geheimnis eindringen . . . Selbstverständlich müssen Sie die größte Zurückhaltung üben . . .«

Ronald Lee warf einen fragenden Seitenblick auf van der Meulen. Der zögerte einen Augenblick . . . sprach dann.

»Nun, die Grundzüge Ihrer Erfindung sind wohl kein Geheimnis. Man beschäftigt sich ja schon lange mit diesen Theorien.

Nur eins – aber schließlich auch das mag die Welt erfahren – das eine, zweifellos Interessanteste – – – das alles beruht auf Gormschen Ideen. Das gab für mich den Ausschlag.«

»Ah . . . Wie? . . . Ich verstehe nicht . . . Gorm? . . . Was hat der hiermit zu tun?« Cannings Gesicht war von einer unnatürlichen Blässe überzogen. Er stottere . . . war fassungslos.

Die anderen sahen ihn erstaunt an. Er fühlte die unausgesprochenen Fragen, die in ihren Blicken lagen. Vermochte doch nicht, seine Selbstbeherrschung so schnell wiederzugewinnen . . . wandte sich an Lee.

»Das ist allerdings ein äußerst interessantes Faktum. So interessant und verblüffend, daß Sie als Physiker meine große Überraschung verstehen werden. Vielleicht haben Sie später einmal die Güte, mir etwas, und wäre es nur andeutungsweise, davon zu erzählen.

Schon allein interessant, daß Sie Gorm kennen! Wo ist er? Wie geht es ihm, dem Weltflüchtling? Ich kenne ihn aus meinen Jugendjahren von Leiden her.«

»Gorm? Ich kenne ihn nicht! Weiß nicht, wo er ist.«

»Ah! Ein neues Rätsel. Sie kennen ihn gar nicht . . . und haben doch . . . Gormsche Ideen? . . . Aber hier ist nicht der Platz . . . wir werden darüber viel zu sprechen haben . . .«

Die Dinnerglocke rief zu Tisch. Canning bot Hortense den Arm, schritt mit ihr vor den anderen dem Hause zu. –

Mitternacht war schon herbeigekommen, als Canning sein Flugschiff bestieg. In den Ledersessel zurückgelehnt, überdachte er die Erlebnisse dieses Nachmittags. Nur mit Mühe gelang es ihm, seine Gedanken zu ordnen.

. . . Gorm! . . . Er schrie den Namen laut hinaus . . . wieder Gorm, aus dessen Genie der große Gedanke geboren.

Lee allein? . . . Gewiß, er hatte zweifellos Großes geleistet . . . die Gormschen Formeln bis zur Konstruktion weiterentwickelt . . . doch allein wäre der nie auf diesen kühnen Gedanken gekommen.

Er selbst! Wie oft hatte er das Problem, das ja in der Luft lag, in schlaflosen Nächten durchdacht. Niemals war es ihm möglich gewesen, auch nur den Weg, der zu einer Formel führen konnte, zu sehen. –

Es war ihm gelungen, mit van der Meulen allein zu sprechen. Er hatte den unmerklich auszuhorchen versucht. Hatte auch bald herausgebracht, was der wußte. Aber gerade das, worauf es ankam, das hatte van der Meulen auch nicht gewußt.

Die Gormsche Formel! . . . Hätte er die! . . . Was Lee konnte, würde er auch können . . .

Der Gedanke ließ ihn nicht los. Vergeblich suchte er, zu Hause angekommen, sich davon freizumachen. Der Rest der Nacht verging ihm in peinigender Unruhe.

Als der Morgen kam, sprang er auf. Wie mechanisch lenkten seine Schritte zu den Kellerräumen. Dort lag ein kleines, aber wohlausgestattetes Laboratorium. Wenn ihn auch die Verwaltung seiner ausgedehnten Besitzungen stark in Anspruch nahm, so fand er doch immer noch Zeit, sich in großen und kleinen Experimenten mit allen möglichen Problemen zu beschäftigen. Die Gormsche Idee in erster Linie war es, die ihn hier festschmiedete.

Hinter dessen Geheimnis zu kommen, war sein, höchstes Ziel! Die Formeln und Konstruktionen für die Energieapparate . . . wohl hundertmal hatte er geglaubt, alle Zusammenhänge ergründet zu haben . . . immer wieder war es ein Trugschluß gewesen. Dann hatte er mit dem grausamen Schicksal gehadert, das ihm wohl den Geist, aber nicht die Kraft gab, Großes zu leisten.

Diese Gormsche Formel, auf die Lee sein Werk gründete . . . er brach in ein verzweifeltes Lachen aus. Die ganze Nacht hatte er davon geträumt . . . im Traume immer wieder gesprochen . . . was Lee kann, kann ich auch.

Ja! . . . War das so sicher? Würde das Schicksal ihn nicht wieder narren? Er schloß die Tür eines schweren Panzerschrankes auf, öffnete ein Kästchen, das da stand. Entnahm ihm einen kleinen Metallapparat.

Ah! Das eine gab mir doch das Schicksal . . . eine Erfindung, die kein anderer nachzuahmen vermag . . . Dies Geschenk . . . ein Wink des Schicksals! . . . Ich will ihm folgen! . . . Wieder folgen, wie schon einmal . . . und ganze Arbeit soll dann gemacht werden.

Die Gormsche Formel . . . Lees Berechnungen und Konstruktionen . . . sie sollen mein werden!

Mit liebevollen Blicken betrachtete er alle Einzelheiten des kleinen Apparates, wie etwa ein Meisterdieb seine aus erlesenem Material gefertigten Einbruchswerkzeuge . . . wie einen besten, zuverlässigen Freund.

Er barg ihn in seiner Tasche, verschloß sorgfältig die Tür des Kellers, ging nach oben.

 

* * *

 

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