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Das Buch vom Brüderchen

Gustaf af Geijerstam: Das Buch vom Brüderchen - Kapitel 17
Quellenangabe
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typefiction
authorGustaf af Geijerstam
booktitleGesammelte Romane
titleDas Buch vom Brüderchen
publisherS. Fischer Verlag
seriesGesammelte Romane in fünf Bänden
volumeDritter Band
year1910
translatorFrancis Maro (Marie Franzos)
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20081209
projectidd2c37152
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Viertes Kapitel

Der Todesengel ging dieses Mal an unserem Heim vorbei, aber seine Schwingen hatten uns so dicht gestreift, daß das, was jetzt geschehen war, lange unserem ganzen Leben sein Gepräge gab, ja eigentlich nie aufhörte es zu tun. Doch – noch einmal kehrte das Glück in unser Heim zurück, aber gedämpft und ernster. Noch einmal kehrte sie zurück, die unserem Alltagsleben heiliges Licht gab. Unsere Knaben hießen uns willkommen, als wir wiederkamen, und der kleine Sven kletterte zu Mama hinauf, schmiegte sich an sie und sah so innig glücklich und schelmisch aus.

»Siehst du, daß du nicht vom Fratzi hast wegsterben dürfen,« sagte er.

Er sah so triumphierend aus, als glaubte er, daß der glückliche Ausgang ihm zu verdanken sei, und hauptsächlich um uns alle aufzumuntern, sagte ich:

»Ich glaube, du meinst, du hast Mama gesund gemacht.«

»Das hat er auch,« antwortete meine Frau.

Und wieder sah ich den Ausdruck in ihren Zügen, der mir früher so fremd erschienen war, aber den ich mehr und mehr zu verstehen anfing.

Sie schloß sanft den Kleinen in die Arme, und aus ihren Augen fielen zwei kleine Tränen. Dann reichte sie mir die Hand und sagte:

»Ich bin so froh, daß ich wieder zu Hause bin.« Ich konnte nichts erwidern. Ich sah nur auf die Gruppe vor mir, und ich wußte, daß ich hier das Glück hatte, das ich vor ein paar Wochen noch kaum zu erhoffen gewagt. Und doch fühlte ich in meinem Herzen einen Stachel, wie von einer grauenden Ahnung hoffnungsloser Einsamkeit.

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