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Das Blumenfest der englischen Arbeiter

Georg Weerth: Das Blumenfest der englischen Arbeiter - Kapitel 6
Quellenangabe
typesketch
authorGeorg Weerth
titleDas Blumenfest der englischen Arbeiter
publisherVerlag Tribüne Berlin
printrun1. Auflage
year1988
isbn3-7303-0337-6
illustratorWerner Klemke
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060228
projectida2ea03b7
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IV

Ein verschlissener Kommis

Der Herr Preiss legte plötzlich die Feder auf den Rand des Schreibpultes; er sah nach der Uhr, er erhob sich vom Stuhle und entfernte sich.

O frohes Ereignis! Tief seufzte das Comptoirpersonal, auf; der Buchhalter Lenz nahm drei große Prisen; der Korrespondent öffnete seinen holden Mund und gähnte entsetzlich; der Lehrling reckte Arme und Beine in wollüstiger Entzückung; und ihrer aller Gedanken begegneten sich in dem Jubelrufe: ›O Heil, daß er fort ist!‹

Zu derselben Zeit trat aber eine schlanke Magd in violettem Kleide und mit blendendweißer Schürze in das Zimmer und setzte einen großen Präsentierteller auf den nächsten Tisch. »Da ist der Tee!« frohlockte der Buchhalter. So war es. Der Herr Preiss hatte nämlich die lobenswerte Gewohnheit, seine Leute stets gegen Abend etwas zu bewirten, da er nach einer genauen Kalkulation in Erfahrung gebracht hatte, daß dies den Eifer seiner Comptoiristen wenigstens um zehn Prozent vergrößerte. »Da ist der Tee!« rief der Buchhalter. Wie ein Lauffeuer hatte sich diese frohe Kunde nicht allein durch das Comptoir, sondern auch durch Lager und Magazine verbreitet, und von allen Seiten nahten jetzt die holden Söhne Merkurs, um sich selig lächelnd bei den blaugeblümten Tassen des Services niederzusetzen. Unter den Herankommenden war auch ein alter Mann, morsch wie ein verwitterter Kirchturm, der Nestor des Personals – er hieß Sassafraß. Silbernes Haar umwogte seinen Schädel, aber ein mildes Lächeln umschwebte die feinen Lippen. Der alte Sassafraß war, ach, ein verschlissener Kommis.

»Wie lange arbeiten Sie nun eigentlich schon hier auf dem Comptoir, Herr Sassafraß?« begann der Korrespondent. – Der Alte besann sich. »Um Maria Himmelfahrt fünfunddreißig Jahre, jawohl, fünfunddreißig Jahre um Maria Himmelfahrt.«

»So? Und nun sagen Sie mir doch, was haben Sie eigentlich von Ihrem Leben gehabt?«

»Ich? Gehabt? Ich habe 400 Taler gehabt, mein ganzes Leben lang, das heißt seit zwanzig Jahren; denn früher war der Herr Preiss gar nicht zu bewegen, mir mehr als 300 zu geben. Wenn ich ihm damals von Zulage sprach, so wollte er jedesmal auf den Rücken fallen vor lauter Schreck und Verzweiflung.«

»Herr Sassafraß, da müssen Sie Reichtümer aufgespeichert haben! 400 Taler brauchen Sie im Jahre nicht. Sie haben ja gar keine Gelegenheit, Geld auszugeben. Sie arbeiten den halben Sonntag und die ganze Woche von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, ach, sagen Sie uns doch, was machen Sie eigentlich am Abend?«

Der Herr Sassafraß schenkte sich eine zweite Tasse Tee ein, faltete dann die Hände, machte ein sehr ernstes Gesicht und erwiderte: »Das will ich Ihnen verraten. Punkt 8 Uhr verlasse ich das Comptoir, wie Sie wissen; und da die Nacht keines Menschen Freund ist, so eile ich schnell nach Hause, um nicht auf der Straße von ihr überrascht zu werden. Zu Hause angekommen, bemächtige ich mich einer irdischen Pfeife; ich bemächtige mich einer Portion Tabaks AB Reuter und bemächtige mich zweier Groschen. Mit der Pfeife, mit dem Tabak und mit den zwei Groschen verfüge ich mich zu meinem langjährigen Freunde, dem Wirte in den ›Drei goldenen Reichskronen‹. In den ›Reichskrofien‹ setze ich mich hinter den Ofen, rauche vier Pfeifen und trinke für meine zwei Groschen zwei Schnäpse Rum, und wenn die letzte Pfeife geraucht und der letzte Tropfen Rum getrunken ist, da – schlafe ich ein und schlafe so lange, bis mein langjähriger Freund, der Wirt in den ›Drei goldenen Reichskronen‹, auf meine Schulter klopft und mir verkündet, daß die Geisterstunde geschlagen hat. Dann raffe ich mich auf; in Zeit von einer Minute bin ich in meiner Wohnung; bald schlafe ich aufs neue ein, und am andern Morgen stehe ich hier auf dem Comptoir schön wie immer – und so habe ich es bereits fünfunddreißig Jahre lang getrieben.«

»Würdiger Mann!« unterbrach ihn der Korrespondent; »aber da müssen Sie ja schon sehr alt sein. Wann sind Sie eigentlich jung gewesen?«

Ob dieser Frage wäre der Herr Sassafraß fast ärgerlich geworden. »Ich, jung? Meinen Sie, ich wäre niemals jung gewesen?! Allerdings war ich jung! Jung war ich Anno 1802, um die heilige Osterzeit, als mich die Herren Sigismund Ritter sei. Söhne und Konsorten zuerst mit auf die Frankfurter Messe nahmen – der wichtigste Moment meines Lebens! Ach, damals« – die Augen des alten Sassafraß wurden feucht, denn die Erinnerungen seiner Jugend dämmerten plötzlich am Horizonte seines schwachen Gedächtnisses empor und erfüllten ihn mit dem höchsten Entzücken – , »damals! Das war eine Zeit. Es war der Monat Mai meines Lebens. Wie ein General mit gezognem Schwerte auf der Walstatt, so stand ich mit meiner Elle auf der Frankfurter Messe, und – aber das sollen Sie niemandem wiedererzählen, darüber müssen Sie schweigen, meine Herren, denn es soll niemand weiter darüber sprechen, verstehen Sie mich –, damals verliebte ich mich auch zuerst – jawohl, ich verliebte mich in Esther, die Tochter unsres Hauswirts, und als ich abends bei ihr war, im Dunkeln, ach Gott, im Dunkeln ganz allein bei ihr war – so etwas haben Sie nun noch nicht erfahren –, da auf einmal geschah vor der Tür ein erschreckliches Gepolter. Ich drückte Esther an meine Brust, wir hielten den Atem an, wir horchten. ›Esther!‹ seufzt da jemand aus den Grundtiefen seines Herzens, ›Esther! geliebtes Wesen‹ – und kaum hatte Esther dies gehört, da erwidert sie: ›Ritter, o geliebter Ritter!‹ und hält mir die Hand vor den Mund und bittet mich, ich möchte um des Himmels willen ruhig sein, sonst wären wir alle beide verloren. Und ich hätte mich auch dabei beruhigt, aber das ›Ritter, o geliebter Ritter!‹ ließ plötzlich einen fürchterlichen Gedanken in mir aufsteigen, und ich reiße mich von Esther los und stürze – ich Unbesonnener! – auf die Tür zu, um zu sehen, wer der geliebte Ritter ist.

Jener Augenblick war schrecklich in seiner Art. Ich liebte Esther. Sie hatte ein holdes, orientalisches Profil, und ich war blond damals, blond wie ein Engel, und wenn ich in der »Traube« zu Frankfurt Wein getrunken hatte, nur ein Glas voll, da stieg mir der Wein in den Kopf, und ich bekam purpurrote Lippen und rosenrote Wangen, und das blonde Haar dazu – ach! Und Esther war so nächtlich und schwarz. Sie war zwar getauft und hieß eigentlich Magdalena, aber sie war doch noch schön und ausländisch, levantisch, und ich nannte sie immer Esther. Ich liebte sie schon seit drei Wochen und hatte ihretwegen schon drei Ballen Mousseline de laine an die verkehrte Adresse gesandt und schon genug Vorwürfe deswegen in Empfang nehmen müssen, aber ich liebte Esther nur desto heißer. Denken Sie sich also meine Gemütsstimmung, als ich plötzlich zu bemerken glaube, daß noch ein Zweiter um Esthers Liebe wimmert und daß Esther ihn ›Ritter, o geliebter Ritter‹ nennt. Ach, und auf riß ich die Stubentür – da fällt mir jemand mit aller menschlichen Gewalt in die Arme und umschlingt mich und küßt mich, und weil es dunkel war, so küßt er mich gerade mitten auf die Nase. Ich aber taumle zurück. Da fällt der Mond mit zitterndem Licht durch die Lindenbäume ins Zimmer herein, und zitternd erkannte ich – wen erkannte ich? Ich erkannte den Herrn Sigismund Ritter sel. Söhne und Konsorten. Diese Erkenntnis war schuld daran, daß ich schon nach vierzehn Tagen tiefsinnig über den Taunus wanderte.

In Mainz gründete ich mir später eine neue Existenz – in einer Weinhandlung,«

»Und Esther?« fragte der Korrespondent.

»Sie weilt längst im Reiche der Geister.«

»Und die Herren Sigismund Ritter sei. Söhne und Konsorten?«

»Sind längst erloschen, falliert, Passiva 30000 Gulden. Ich aber saß in Mainz und blickte hinab in den grünen Rhein; wenn aber der Donnerstag und der Freitag in der Woche erschien, da mußte ich in den Keller hinabsteigen und die Aufsicht über das Abzapfen der Fässer führen. Ein traurig Geschäft! Umringt von Weinfässern und rohen Küfern, die meinen Schmerz nicht verstanden, verbrachte ich elende Tage; meine Seele war weich damals, der Wein würde mich nicht erquickt haben, der Gesang der Küfer konnte mich nicht erfreuen. Lange dauerte es, ehe ich meinen Gram überwand, lange, ehe ich Esther vergaß. Das Haus, in dem ich arbeitete, hieß Hannes & Flint. Der Herr Flint war stets auf Reisen; der Herr Hannes blieb aber zu Hause und schenkte mir seine Zuneigung. Er sagte mir einst in einer vertraulichen Stunde, ich sei der erste von allen seinen jungen Leuten, der sich nicht nach kurzer Zeit schon der Völlerei ergeben hätte – und sehen Sie, so etwas freut mich, und ich mochte den Herrn Hannes wiederum gern leiden. Hätte er freilich meine geheime Geschichte gewußt, so würde ihm alles begreiflich gewesen sein. Das Weingeschäft ist aber ein verrufenes Geschäft, es verdirbt auf die Dauer den Allerbesten. Die Verführung ist zu groß, der Wein ist zu stark für uns arme Menschen. Wer könnte sich auf die Dauer gegen den Wein verteidigen? Und so kam es, daß ich nach Jahr und Tag doch zuletzt das Glas in die Hand nahm. Anfangs mit Widerwillen, dann mehr lüstern und zuletzt mit Wollust. In jener Zeit geschah es aber, daß einst der Pfälzer ganz vortrefflich geriet; wir nahmen die Bauern auf ganz eklatante Weise mit und machten ein enormes Geschäft. Eine ungeheure Quantität legten wir zu den billigsten Preisen ein und verkauften wie nie zuvor. Es verstand sich also von selbst, daß ich die Hand mit anlegte, eine Schürze vorband und mich vor den Kranen setzte. Dies war gefährlich, und wie mir in Frankfurt die Liebe nur zum Unglück erblüht war, so floß mir in Mainz der Wein nur als ein Wein des Verderbens. Ja, er floß mir! Denn in jener Zeit, wo ich vor den Fässern der Pfalz saß, schwand auf einmal meine frühere Tugend, schwand der Gedanke an meine frühere Esther, schwand alles, und nichts stellte sich dafür ein. als – erschrecklicher Durst.

Ich löschte ihn und löschte ihn vom Morgen bis zum Abend und löschte ihn bis zur Nacht, bis ich einschlief, jawohl, einschlief vor einem Pfalzfasse. Mein Kopf war hintenüber gesunken; meine Beine starrten gegen Osten und Westen; in der einen Hand soll ich die Flasche gehalten haben, in der ändern hat man nichts bemerkt. So lag ich und schlief, und geträumt habe ich gewiß, denn man hat ein zärtliches Lächeln auf meinem Gesicht bemerkt. Ich weiß aber von allem dem nichts; ich weiß nur, daß an jenem Abende, oder in jener Nacht, plötzlich der ganze Keller erdröhnte, daß jemand plötzlich mit dem Hammer auf ein leeres Faß schlug und ebenso plötzlich mit einer wahren Donnerstimme ›Sassafraß, o Sassafraß!‹ in meine armen Ohren brüllte. Das war der Herr Hannes. Ja, der Herr Hannes, und neben ihm stand der Herr Flint, der eben von der Reise zurückgekommen war und mit seinem Kompagnon noch zu so später Zeit den herrlichen Pfälzer in Augenschein und Genuß nehmen wollte. Niemand hatte vermutet, daß ich noch unter der Erde vorhanden sei. Da treten die beiden Herren zu der Fässerreihe und finden mich, wie ich schlafe, den Kopf hintenüber gesunken, lächelnden Gesichtes, in der einen Hand die Flasche, in der andern nichts, und wie ich den Kragen offengelassen habe, und daß aller Pfalzwein davongelaufen ist, und daß der ganze Keller nach Lilien und Rosen duftet, von dem verfluchten Pfälzer, und daß ich einen Schaden angerichtet habe von wenigstens 200 Gulden.

Herr Hannes war ein Ehrenmann; er würde mir das verziehen haben, denn er liebte mich. Aber trunken, wie ich war, rollte ich ihm das leere Faß zwischen die Beine, daß er klagend auf den nassen Boden stürzte, ach! – und nach Herrn Flint stach ich mit dem Heber wie mit einer Lanze. Ich erhielt meinen Abschied, Nach vierzehn Tagen fuhr ich auf einem Gemüseschiff tiefsinnig den Rhein hinab.«

Die jungen Kollegen des Herrn Sassafraß betrachteten ihren Nestor mit wehmütigen Augen, denn schrecklich erschien es ihren unerfahrenen Seelen, zwei ehrwürdige Prinzipale auf solche Weise zu beleidigen. ›Wie, wenn dir dies mit Herrn Preiss begegnete?‹ dachte ein jeder. Man schauderte.

»Aber wo landeten Sie nach Ihrer Rheinfahrt?« fragte der Korrespondent.

»Hier, in der Stadt«, erwiderte der Alte, »und ich brauche Ihnen wohl nicht zu versichern, daß ich gern in die Dienste des Herrn Preiss trat. Es sind jetzt fünfunddreißig Jahre. Die Kontinentalsperre existierte damals. Die Franzosen standen am Rhein, und wir trieben Schmuggelei. Mit Erfolg! Das versichere ich Ihnen. Der Herr Preiss war damals in der Knospe seines Lebens, voller Tätigkeit, voller Ausdauer und voller Kühnheit in seinen Entwürfen. Ach, indem ich begeistert für ihn arbeitete, habe ich mich selbst vergessen, das ist wahr, aber ich bereue es nicht. Ich hatte auch kaum die Zeit, um an mich zu denken, denn beschäftigt waren wir vom Morgen bis zum Abend. Während sich in aller Welt die Menschen auf die Köpfe schlugen, während Reiche stürzten und neu entstanden, während die Heere kamen und gingen und oft den Strom hinauf und hinunter die Kanonen donnerten, daß einem Hören und Sehen verging, blieben wir nett an Ort und Stelle und suchten alles zu unserm eignen Besten zu lenken. ›Was geht uns die Weltgeschichte an!‹ sagte mir Herr Preiss oft. ›Mögen sich die Kerle einander totschlagen – wenn wir nur leben !‹ Und trefflich tummelten wir uns herum und machten manch gute Bilanz, und als endlich der Friede heranhinkte mit seinen zerschossenen Helden und seinen enttäuschten Phantasten, da standen wir auch groß und herrlich in der Handelswelt da. Und bis auf den heutigen Tag – welcher Name klingt ehrenfester und solider als der des Herrn Preiss? Wer beugt sich nicht vor ihm, dem Gewaltigen?« – Die Stimme des alten Sassafraß zitterte; er stockte. Die Liebe zu seinem rüstigen Prinzipale hatte seine Zunge gelöst. Es fiel ihm plötzlich ein, daß er vielleicht zuviel erzählt, daß er vielleicht zu offen geschwatzt – entsetzt sprang er vom Stuhle empor.

Das ganze Comptoirpersonal folgte seinem Beispiele; es war auch die höchste Zeit, daß man die Sitzung aufhob und an die Arbeit zurückkehrte, denn die Tür wurde geöffnet, und herein trat der Herr Preiss.

Das Erscheinen des gestrengen Herrn wirkte sehr entschieden auf die gehorsamen Diener. Alles war sogleich in voller Tätigkeit; auch der alte Sassafraß wollte sich an sein Pult setzen, da winkt man ihn nach einer andern Richtung. Eine Minute darauf stand er mit dem Prinzipale in dem Privatstübchen, in dem Geheimzimmer des Geschäftes.

»Ich habe Ihnen etwas mitzuteilen«, begann der Herr Preiss. »Ich muß das jetzt endlich zur Sprache bringen; sehen Sie mal, Herr Sassafraß, verstehen Sie mich recht. Ich bemerke nämlich seit einiger Zeit, daß Sie gar nicht ordentlich mehr arbeiten können. Sie können nicht dafür. Sie sind ein wenig zu früh alt geworden. Aber das darf mich nicht in meinem Geschäfte hindern; und es hindert mich wirklich. Selbst tun Sie nichts Gescheites mehr, und andern Leuten stehen Sie nur im Wege. Der Handel ist sehr schwierig geworden, nur mit jungen Kräften kann man vorwärts. – Ich bin also zu dem Entschlusse gekommen, daß Sie mein Haus verlassen sollen. Ich bedauere dies, denn wir sind lange Zeit gute Freunde gewesen. Es geht aber nicht länger. – So kommen Sie denn morgen lieber nicht mehr wieder; bleiben Sie zu Hause und pflegen Sie sich. Ich will nach Kräften zu Ihrem Unterhalte beisteuern. – Das ganze Gehalt kann ich Ihnen freilich nicht mehr bezahlen, aber verlassen will ich Sie auch nicht. So schlimm es nicht gemeint – verhungern sollen Sie nicht. Kost und Logis bezahle ich Ihnen, Sie haben sich ja auch etwas erspart; da leben Sie nun künftig herrlich und in Freuden, Sie alter Junggeselle.«

Der Herr Sassafraß stand wie vom Donner gerührt.

»Lassen Sie sich dies nicht zu sehr zu Herzen gehen; anderen Leuten geht es bald ebenso wie Ihnen. Ich selbst werde ebenfalls alt und muß mich wahrscheinlich in kurzem in meine Einsamkeit zurückziehen. Na, leben Sie wohl! Besuchen Sie uns zuweilen einmal. Ich meine es gut mit Ihnen.« – –

Der Herr Preiss verließ das Zimmer.

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