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Clavis Fichtiana seu Leibgeberiana, Vorrede

Jean Paul Richter: Clavis Fichtiana seu Leibgeberiana, Vorrede - Kapitel 7
Quellenangabe
typetractate
booktitleSämtliche Werke Abteilung I Band 3
authorJean Paul
year1996
publisherZweitausendeins
addressFrankfurt am Main
isbn3-86150-152-X
titleClavis Fichtiana seu Leibgeberiana, Vorrede
pages1011-1018
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1800
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§ 15

Die Leiden eines Gottes im Gethsemane-Garten. Davon weiß ich Theopaschist und Patripassianer ein Passionslied zu singen. Die Scholastiker warfen die kritische Frage auf, ob Gott nolens oder ob er volensPet. Lombard. dist. 6. v. c. Gott sei. Ich kann aus Erfahrung reden und sage: nolens volens. Wer einer ist, wird mit mir eingestehen, daß es sogar ein bloßer Fürste besser habe. Man höre hierüber meine 4 Maestosos! – Mein erstes Maestoso ist: ich sitze – absolut betrachtet – seit den ewigen Zeiten da, die ich schaffe, blind, ohne Bewußtsein, ziehe meine unsichtbare Unermeßlichkeit zu etwas Dichtem zusammen, meinen Äther zu einem Blitze und habe dann das empirische, ziemlich verständige Ich, das hier schreibt, kreiere aber immer hinter ihm fort, meine Welt so wenig kennend als die stahlische Seele (anima Stahlii) ihre Körper-Baute. Das meinten sowohl die Griechen, wenn sie die Nacht zur allgemeinen Gottes-Gebärerin machten, als die Ägypter, wenn sie den Maulwurf bloß seiner Blindheit wegenPlut. quaest. Conv. 4. 5. unter die Götter beriefen. Wie ein Nachtwandler Predigten und andere Aufsätze, so mach' ich bewußtlos die Welten. Mir (empirisch genommen) grauset vor mir (absolut genommen), vor dem in mir wohnenden gräßlichen DämogorgonEin fürchterlicher bemooster Greis, der in dem Erd-Zentrum auf einer kleinen Kugel sitzt, der alles machte, selber die Götter, und den man nicht nennen durfte. Ramler..

Mein zweites Maestoso ist, daß ich zwar viel Verstand habe, aber nicht genug; und in Meusels Gelehrtem Deutschland stehen mehrere Bogen voll Nationalgötter, die noch mehr darüber klagen dürfen. Ich lasse zu, der Verstand ist bewundernswürdig und unendlich und (im eigentlichen Sinn) kein menschlicher, den ich (als absolutes Wesen) bewies in der ganzen Einrichtung des Weltalls (Nicht-Ichs); aber ich weiß nicht, was ich dachte, daß ich meinen eignen subjektiven Verstand so stiefmütterlich und schmal beißen ließ, daß er nun meinen objektiven Verstand selber nicht kapiert. Bin ich nicht im niedern Fall der Tiere, in denen nach Herder das Mechanische so zunimmt, wie der Verstand abnimmt? – Beim Himmel! ich (empirisch) hätte der größte Kopf werden sollen, ein Universalgenie für ein solches Universum. So aber fasset mein gedachtes Ich von einem Objekte, das doch nur seinetwegen zum Vorstellen hingesetzt wurde, im Grunde so viel wie nichts.

Ferner das Nicht-Ich wird (von mir als absolut) auf einmal ausgeschaffen, das empirische Ich oft kaum in 40 Jahren. – Weiter: die Nicht-Ichs sind einander am Werte ziemlich gleich geschaffen, und die Ichs alle so verschiedene; entweder diese Verschiedenheit oder jene Gleichheit ist ein Wunder. Die Parteilichkeit ist also ja offenbar, die ich (als Aseität) bei meiner doppelten Menschwerdung oder Verwandlung ins Objekt und Subjekt ( § 7, 8) verrate für das Objekt, und zwar in dem Grade, daß ich, als eine Sonne mich in diesem zweifachen Regenbogen farbig brechend, das arme Subjekt nur zum blassen umgekehrten Nebenbogen zu machen scheine und – um in dieser betrübten Sache ein heiteres Wortspiel zu hecken – insofern richtiger Leibgeber zu heißen verdiene als Seelsorger. –

Man will mich zwar damit trösten, daß ich (als intelligentes Ich) der tiefsinnigste Weltweise bin, den Deutschland gegenwärtig nährt. Ich kann das leicht zugeben, ohne daß meine Gegner viel dabei gewinnen. Kant zeugte 10957½ Nächte, nämlich 30 Jahre an seiner Kritik; Fichte brauchte vielleicht kein ¼ Jahr dazu (denn Lesen ist Machen); aber desto mehrere Jahre, um seine Wissenschaftslehre zu erfinden. Dieses schwere Werk macht' ich hingegen in einem Monat oder, popular zu reden, las es. So überstieg einer den andern. Meinen in 14 Tagen kaum ersonnenen Clavis verfertigt vielleicht ein Tropf durch sogenanntes Lesen in 2 Stunden. Aber so ists ja gar zu klar, daß jedes spätere Ich immer, ohne daß man weiß warum und wodurchDiese Unbegreiflichkeit trifft und straft alle Schulen, auch die, die den Dualismus annimmt; denn diese verlegt sie aus dem Ich ins Nicht-Ich, wo sie noch größer wird, oder sie lässet sie betörend alternieren zwischen beiden, d. h. man setzt sich zwischen zwei Stühle., alle Entwickelungen voriger IchsDenn eine vergangne Zeit wird schon an sich durch die Gegenwart gesetzt (Grundriß des Eigentümlichen der W. S.106) – so wenig auch bei dem absoluten Ich nach irgendeiner vor ihm zu fragen ist –; aber schon durch die Fichtische Mehrheit der Ichs wird sie postuliert, und sie wird dadurch noch objektiver als selber der Raum (diese Kubikzahl des Nicht-Ichs)., die Reichtümer mehrerer Jahrhunderte, allzeit in wenigen Jahren und Stunden erschafft; der letzte wird (im eigentlichen Sinne) der erste sein.

Das ist mit eine von den übeln Folgen, wenn man, wie Fichte, mehrere Gottheiten statuiert als seine eigne. Man willige z. B. nur in die Existenz eines einfältigen Einheizers einer Bibliothek ein: so hat man 1000 Maestosos statt eines. Denn der Einheizer – der übrigens freilich einen Gott so repräsentiert wie etwan nach dem Clemens von Alexandrien in Thespien ein Klotz und in Samos ein Brett die Himmelskönigin Juno – hat inzwischen nicht nur die Natur samt ihrer unerschöpflichen niedern und höhern Mathematik erschaffen (fährt sogar fortDenn nach den Kartesianern (eigentlich nach jedem) müssen die Wesen in einem fort geschaffen werden; nach Origenes wird der göttliche Sohn immer vom Vater gezeugt; – welches dasselbe ist.), sondern die herrlichen mathematischen und andern Werke über sein Machwerk und alle Sprachen in der Bibliothek, die er wöchentlich heizt, sind in Hinsicht der Lettern und Figuren (als Teile seines von ihm produzierten Nicht-Ichs) völlig seine Werke und Produkte. Gleichwohl ist dem Kalefaktor auf keine Weise der Inhalt, die geistige Bedeutung der Lettern beizubringen; gelingts dennoch und fasset er endlich Eulers Analysis oder Ernestis oder Leibgebers Clavis, oder was er sonst heizet, so lernt er nur das, was er früher drucken lassen, und erfindet (wie mehrere Philosophen) erst nach den Zeichen die Begriffe, ähnlich jenen steinernen Brunnentieren, die zu saufen scheinen, indes sie wirklich gießenZ. B. in Palermo scheinen Tiere, welche die vier Weltteile charakterisieren sollen, aus dem Wasserbecken zu saufen, das sie füllen.. Edler zu sprechen, er und jeder Lernende gleicht dem Wiener Grafen von meiner Bekanntschaft, welcher dem öden nackten Hinterkopfe einen netten falschen Zopf anband, der aus Haaren geflochten war, die ihm früher selber ausgefallen.

Wo bleiben meine Maestosos? – Ich bin mit dem zweiten nicht hinaus. Ich höre, sagt' ich oben, ich sei ein großer Philosoph als Fichtist oder Leibgeberist und man nenne mich, wie den großen Scholastiker Alexander Hales, den Doktor irrefragibilis. Ich gehe noch weiter und setze sogar dazu, daß mich oder Fichten nur wenige fassen und daß jeder (und wär' es ich selber), der mir widerspricht, dadurch am gewissesten zeige, daß er (und ebenso ich selber, wenn ich mir widerspreche) mich nicht verstehe. Studenten (bekenn' ich mit Fichte) gehen in mich ein. Noch Nüchterne (ich spreche metaphorisch) nehmen, als wären sie physisch Nüchterne, leichter eine Krankheit an oder eine Kost und verarbeiten sie gewaltiger; Männer, welche schon die vorhergehenden Systeme, die Urgroßmütter des meinigen, kennen, vermögen das nicht. Aber was hilft es mir, wenn ichs so weit bringe wie Alchakim Biamvilla in Ägypten, der sich durch eine Namensunterschrift von sechzehntausend für einen Gott erklären lassen: sobald ein System wie in Neapel die Opera buffa (weil jeder Narr philosophiertWenigstens jeder energische Mensch, wenn er will. Der Philosoph wird zu keinem Dichter; aber ein Dichter kann leicht zum Philosophen herab, von Plato an bis auf den, den ich gerade vom Buchbinder bekommen. Ich meine Bouterweks vortreffliche Apodiktik, diesen haltbaren Felsen unter dem jetzigen logischen Schaum; so urteil' ich, nachdem ich erst den Anfang, die apodiktische Logik, gelesen. – Die Leichtigkeit des Philosophierens kommt daher, daß die Philosophie eine Opera von tausend zusammenhängenden Akten ist, zu denen man leicht einen neuen motivierten dazudichtet; hingegen dem Poeten helfen alle fremden Werke nichts, er muß eine neue ganze Opera machen.   A. d. H.) 45mal hintereinander gegeben, nachgesungen, umgearbeitet, verarbeitet wird? Die Kuckucksuhren machen dann kalt gegen den wahren Kuckuck. Nach 20 Jahren lebt man nur noch mit einzelnen Gliedern in ganz wild-fremde Systeme eingenagelt. Ein poetisches Kunstwerk hingegen wird wie eine Opera seria einmal gegeben; und ist noch nach 100 Jahren ganz. –

Drittes Maestoso. Was dieses Klaglied anlangt, so werden wohl wenige unendliche Wesen in Europa – zumal in diesen Kriegsläuften – wohnen, die es nicht mitsingen, das nämlich, daß man selber den ungeheuern, allgewaltigen Riesen, den man das Nicht-Ich nennt, hingesetzt und nun von ihm wie Gott Saturn von den drei Kindern (den Regenten der Erde, des Meers und der Hölle) gebunden, entmannt und entthronet wird. Lavaterdessen Aussichten in die Ewigkeit II. Brief 12. glaubt in der andern Welt sein Glück zu machen, wenn er allda (wie er ziemlich erweiset) Genies, Pflanzen, Welten und Himmel erschaffen könne. Er kann aber hier unten sehen, was dabei herauskommt; wir absolute Ichs insgesamt haben sehr und viel geschaffen, uns aber doch mehr auf Höllen gelegt. Wenigstens ist hier wieder die alte, von den neuern Ästhetikern nachgeahmte Parteilichkeit des absoluten Ichs für die Objektivität nicht zu verkennen, da es doch dem Subjekte hätte verhältnismäßige Kräfte geben sollen zum Gleichgewicht, anstatt den armen Zwerg aufs Schlachtfeld gegen einen blinden Polyphem zu treiben. Fichte nennt die Welt den Widerschein unsers göttlichen Ichs; der veraltete Freidenker Edelmann nennt sie einen Schatten Gottes. Letzteres hör' ich lieber, denn dieser Schatten verfinstert und verkältet das lilliputische intelligente Ich wahrlich bis zum Erfrieren.

Ich gestehe, wenn die absolute Ich- oder Freiheit, wie Fichte will, die Welt nur erschaffen hat, um einen Widerstand zum Handeln zu haben: daß mir dann manches zu hinken scheint. Sind denn zu meinen freien Religionsexerzitien so viele nie mich versuchende Sterne, Weltteile samt ihren Inseln, die vorigen Jahrhunderte, Käfer, Moose und das ganze Tier- und Pflanzenreich vonnöten? Und wenn ein Sloane das Dasein Gottes aus dem Magen beweiset – Donatus aus der Hand – Meier aus der Spinne – Menzius aus dem Frosch – Stengel aus Mißgeburten – und Schwarz aus dem TeufelS. Derhams Astrotheologie.: ist denn wieder umgekehrt ebensoleicht das Dasein dieser Fündlinge aus dem göttlichen Ich zu deduzieren? – Denn man nehme besonders den letztern, den Teufel; nämlich fremde unmoralische Wesen. Find' ich nicht überall, daß der Widerstand, den sich das freie Ich entgegensetzt, zu mächtig ist? Und leitet Fichte nicht in seiner Sittenlehre §. 16 das Böse, also die Niederlage des reinen Ichs, von der Übermacht der sinnlichen Welt, also von dem Widerstande her, den es sich selber zu groß gesetzt?

Welches Verhältnis hat endlich die gleichförmige und über die empirischen Ichs rückwärts und vorwärts hinausreichende Entwicklung des astronomischen und historischen Nicht-Ichs (die eigentlich schon für sich nicht begreiflich ist) mit meinem freien Handeln? Lauter Fragen und Nöten!

Viertes und letztes Maestoso. Was endlich kläglicher ist als alles, ist das müßige, zwecklose, vornehme, insularische Leben, das ein Gott führen muß; er hat nichts zum Umgang. Sitz' ich nicht die ganze Zeit und Ewigkeit da und lasse mich, so gut ich kann»Das Ich ist endlich, insofern seine Tätigkeit objektiv ist etc. (unendlich, insofern sie gegen es selber). Aber diese Endlichkeit oder Begrenzung ist unendlich, weil die Grenze immer weiter hinausgesetzt werden kann.« Grundlage d. g. Wissensch. S.242., herab und mache mich endlich, um nur etwas zu haben, habe aber, wie kleinere Fürsten, doch nichts um mich als meine nachsprechenden Kreaturen? Jene beiden Franzosen in Berlin, die sich erboten – und es hielten –, ein ganzes langes theologisches, juristisches und jedes begehrte Kolloquium zu halten, bloß dadurch, daß jeder zum andern immer sagte: Monsieur! mit verändertem Akzente, – diese waren doch, wie gesagt, ein Dualis. Aber wie darf ich mich mit ihnen messen, der ich eine ganze Ewigkeit a parte ante – und die a post lässet sich auch nicht besser an – nichts zu mir sage als: Monsieur? – Es wäre doch etwas, könnt' ich nur einmal mich umkehren und sagen: Madame! oder gar: Bibi!So nannte der naive wienerische Bibliothekar (welcher streitende Drei-Klang!) Duval alle geistreiche geliebte Korrespondentinnen.

Ein Wesen, es sei welches es will und immerhin das höchste, wünscht etwas zu lieben und zu verehren. Aber der fichtische Leibgeberianismus lässet mir nichts dazu da, nicht einmal den Hund jenes Bettlers oder die Spinne jenes Gefangnen. Denn gesetzt, die beiden Tiere wären, so können nur die neun Bilder von uns, die ich, der Hund und die Spinne malen, etwas miteinander zu tun haben, wir selber nichts. Etwas Besseres, als ich selber bin, wornach doch jede Liebe ihre Flamme schlägt, ist gar nicht zu haben. Der Mantel der Liebe, der sich seit einigen Jahrtausenden ohnehin so schmal abtrug als das bischöfliche Pallium, das vier Finger breit liegt, verlodert nun vollends; und man behält nichts zum Lieben übrig als sein Lieben. Wahrlich ich wollte, es gäbe Menschen und ich wäre von der Zahl! –

Die Sache würde sich aber doch noch gemacht haben, hätte mich oder Fichten oder beide nur nicht der Satan verführt, daß wir setzten oder reflektierten. Ich hatte vorher, als Jupiter, meine hübsche menschliche Gestalt angenommen, um meine Geschöpfe zu genießen und anzuhören; jetzt aber ist mir nicht mehr zu helfen. Jede Gottheit, falls noch eine durch Postulieren zu gewinnen ist, sitzt wie ich in ihrem dicht verschlossenen Eis-Empyräum, träumt vielleicht das dreißigste Jahrhundert und den Uranus, wenn ich die Erde und das 18te träume, und ist und hört ihr Ichs-Monochord, die einzige Saite der ewigen Sphärenmusik.

Unser Tun und Einsehen ist, wie Jacobi sagt, ein Tun des Tuns, eine Einsicht der Einsicht; ich setze dazu: nur ein bloßes Spiegeln des Spiegelns – obwohl dieses unendliche Wiederholen und Abspiegeln doch anfangs etwas anderes wiederholen hätte sollen als das Wiederholen –, und wir leben so kärglich als jene im »Verkündiger« angezeigte Katze, die ein britischer Geizhals bloß, anstatt sie zu füttern, mit fetten Riemen überstrich und die sich selber den ganzen Tag belecken mußte, um zu leben. – Schelling sagt zwar in seiner »Philosophie der Natur«, es sei ihm anfangs diese Aussicht ins unermeßliche Nichts um seine Göttlichkeit her auch schlecht und frostig bekommen, aber endlich hab' ihn das innere – Schaffen erheitert und gelabt.

Aber wozu dasselbe? – Schaffen und Handeln ist dann bloß eine Zimmermannische Motionsmaschine, die man bewegt, um sich zu bewegen. Existiert vollends – wie ich leider nur gar zu sehr besorge – niemand als ich armer Hund, dem gerade das Los fallen mußte: so stand es wohl noch mit niemand so schlecht als mit mir. Aller Enthusiasmus, der mir zugelassen ist, ist der logische – Alle meine Metaphysik, Chemie, Technologie, Nosologie, Botanik, Insektologie besteht bloß im alten Grundsatz: erkenne dich selber – Ich bin nicht bloß, wie Bellarmin sagt, mein eigner Erlöser, sondern auch mein eigner Teufel, Freund Hein und Knutenmeister – Die praktische Vernunft selber (dieses einzige heilige Schaubrot für einen hungrigen philosophischen David) setzt mich mühsam in Bewegung, weil ich doch nur für mein Ich und für niemand weiter etwas Gutes tun kann – Lieb' und Bewunderung sind leer, denn gleich dem heiligen Franziskus drück' ich nichts an die (Vexier-)Brust als die von mir geballten Mädchen aus Schnee – Rund um mich eine weite versteinerte Menschheit – In der finstern unbewohnten Stille glüht keine Liebe, keine Bewunderung, kein Gebet, keine Hoffnung, kein Ziel – Ich so ganz allein, nirgends ein Pulsschlag, kein Leben, nichts um mich und ohne mich nichts als nichts – Mir nur bewußt meines höhern Nicht-Bewußtseins – In mir den stumm, blind, verhüllt fortarbeitenden Dämogorgon, und ich bin er selber – So komm' ich aus der Ewigkeit, so geh' ich in die Ewigkeit – –

Und wer hört die Klage und kennt mich jetzt? – Ich. – Wer hört sie, und wer kennt mich nach Ewigkeit? – Ich. –

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