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Chefredakteur Roth führt Krieg

Stefan Großmann: Chefredakteur Roth führt Krieg - Kapitel 18
Quellenangabe
authorStefan Großmann
titleChefredakteur Roth führt Krieg
publisherPaul Zsolnay Verlag
printrun1. bis 5. Tausend
year1928
firstpub
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20170519
projectid3a165ec8
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17.
Ein schöner Garten wird besichtigt

Eleonore war schon vor einigen Tagen durch einen merkwürdig feierlichen Brief Klipps gebeten worden, sich den Sonntag vormittag frei zu halten, er wolle sie im Auto abholen und ihr einen schönen, alten Garten zeigen. Der Stadtrat fuhr, pünktlich auf die Minute, vor, winkte ihr zum offenen Fenster hinauf, und dann saß sie hinter ihm, der selbst am Steuer arbeitete, in dem langen, offenen, grünen Wagen. Merkwürdig, wie beschäftigt Klipp an der Maschine saß, er hatte Eleonore herzlich begrüßt, aber während der Fahrt wandte er sich kaum ein einzigesmal um, kein Scherzwort, wie sonst, flog nach hinten, er war, obwohl die Straßen am Sonntagvormittag menschenleer und aufregungslos waren, nichts als Chauffeur, und Eleonore hatte Zeit, während sie durch das Gartenviertel der Stadt an blühendem Flieder und Kastanienkerzen vorbeiflogen, über den runden, kahlgeschorenen Schädel nachzudenken, der sich blank und sauber vor ihr bewegte. Am besten gefiel ihr sein Genick, es war ein Hals, ganz ohne Speck, der schmale Hals eines jungen Menschen. Warum fuhr Klipp eigentlich mit ihr allein hinaus? Warum wollte er an diesem Frühlingsmorgen die Mutter nicht abholen? Wozu die Feierlichkeit, mit der er ihr die Besichtigung seines Hauses und Gartens ankündigte? Obwohl er gut ihr Vater sein konnte, hatte er nicht die Courage zu reden. Das macht, dachte sie lächelnd, der schmale Hals, das Knabengenick.

Klipp half ihr aus dem Wagen. Der alte Diener war das erste Stück, das er ihr am Gittertor vorstellte, oder war sie es, die dem prüfenden Blick des Dieners ausgesetzt wurde?

»Unser Eduard, seit sechsundvierzig Jahren in unserem Hause.«

»Protzen Sie nicht mit seiner Treue«, sagte Eleonore lachend.

»Ich muß widersprechen, Fräulein Eleonore, Treue gibt's immer nur auf beiden Seiten. Auf diese sechsundvierzig Jahre sind wir eben so stolz wie er, wir Klipps.«

Sie traten ins Haus. Eine kühle weiße Halle, in der bloß drei schwere Urgroßväterschränke standen.

»Jetzt führ ich Sie in die Zimmer meiner verstorbenen Mama.« Sie traten in einen nicht sehr hellen Empfangsraum, angefüllt mit dunklen geschnitzten Möbeln, einem schweren, auf festen Säulen ruhenden Tisch; bequeme, etwas abgesessene Stühle, alle mit Armlehnen, standen wie zum Familienrat bereit. In einer Ecke war ein Sofa eingebaut. »Hier sind wir nachmittags immer gesessen, hier ist's im Sommer kühl, im Winter warm, hier hab ich meiner Mutter an vielen Nachmittagen die eigentlichen Dummheiten meines Lebens unterschlagen.«

Eine kleine Tür, man mußte sich beim Eintreten bücken, führte in das Schlafzimmer der alten Dame. Es war weiß und frisch wie eine Bauernstube. Ein breites Bett beherrschte das Zimmer. An der Wand hing das altväterische Porträt des Papa Klipp, ein wohlbeleibter, gepflegter, ein bißchen weinselig aussehender Herr, in fest geschlossenem, prall über den Bauch geknöpftem Gehrock, daneben hing das Bild eines siebzehn- oder achtzehnjährigen Jünglings im samtnen Studentenrock, das schwarz-rot-goldne Band über der Brust, ein rotwangiger, heiterer Bursch, ein Rundschädel mit fröhlichen hellen Augen.

»Hübscher Junge.«

Klipp verbeugte sich: » Moi-même.«

»Oh, das entdeckt man erst allmählich,« sagte Eleonore, »aber es stimmt, Sie sind's wirklich, der Hals ist unverändert geblieben.«

Auf einem Tisch vor dem Fenster stand ein Glasteller. Primeln strahlten hellgelb aus Glas und Wasser.

»Wie schön.«

»Lieblingsblume der alten Dame, seit sie ein kleines Mädchen war, Primeln sind so unverschämt froh.« Vor dem Fenster blieb Eleonore stehn. Von hier aus sah man über den weiten Rasen bis zum chinesischen Pavillon am Teich, der Fliedergeruch flog herauf.

»Hier könnte man einen Tennisplatz anlegen«, sagte Klipp.

»Warum?«

Klipp beeilte sich, die Bemerkung zu erklären: »Ich muß mir mehr Bewegung machen, ich glaube, ich werde zu dick.«

Die Besichtigung dauerte fast zwei Stunden, Eleonore sah nicht nur den hellen Speisesaal mit gelbbraunen Möbeln, die große Glasveranda davor, die beiden Fremdenzimmer oben, sie genierte sich auch nicht, Klipps Schlafzimmer und das Badekabinett anzusehen, sie stieg auch in den Keller, der neu betoniert war und einen gut versperrten Weinkäfig enthielt, sie sah die Dachstuben der Dienerschaft, sie fragte, was im Gemüsegarten angebaut wurde, sie fand, daß man am Teich unbedingt einen kleinen, vor neugierigen Blicken geschützten Badestrand einrichten müsse.

Im chinesischen Pavillon ließ sie sich, ein bißchen erschöpft, in einen Liegestuhl fallen.

Klipp kam noch immer nicht mit der Sprache heraus.

»Gut,« sagte Eleonore, sich plötzlich aufrichtend, »ich bin einverstanden.«

Sie sah Klipp mit ihren hellen, ganz offnen Augen an, mit jenem ungebrochenen Kinderblick, der schnurgerade ins Innere drängt.

»Sie brauchen gar nichts zu sagen, lieber Herr Klipp, ich weiß alles, ich habe über die Sache schon lange nachgedacht. Ursprünglich wollte ich nicht, Sie waren mir – ich will mal offen sein – Sie schienen mir zu windig, und die Mutter tat mir leid. Im großen ganzen tut mir die Mutter seit fünf Jahren, also seitdem ich denke, sehr leid. Wissen Sie, was die Mutter ist? Wehrlos! Sie hat keinen Blick für das Reale, sie hat immer Phantasiefiguren vor sich. Jemand sagt ihr etwas Schönes, sofort spinnt das in ihr weiter. Sehen Sie sich diesen Adam Würz an, den sie jetzt zum Leben zurückpflegen will. Sie sieht gar nicht das Schlappe und Schmähliche an ihm, sie sieht nur, daß er zusammengeklappt ist, und so pflegt sie ihn wie einen kleinen Jungen, der Scharlach hat. Hoffentlich geben Sie mir zu, daß dieser Adam eigentlich ein Schlappier ist. Hat er die Lili ganz geliebt, so mußte er sie von dem Justizrat, sanft oder roh, wegnehmen, hat er sie nur soso geliebt, dann mußte er sie in Ruhe lassen, nicht bloß wegen der Kinder, auch wegen des Mannes, den Sie ja auch kennen. Diese feige Nebenbei-Liebe, finde ich, ist viel schlimmer als gar keine. Man soll diesen Wortemachern aus dem Wege gehn. Das Komplizierte finde ich schmählich.«

Es war eine Klarheit und Festigkeit in diesem siebzehnjährigen Mädchen, die Klipp hinreißend fand. Aber er wagte es nicht, Eleonore durch Beifall nahezutreten, er hörte ihr nur beglückt zu. Mit einem bescheidenen Lächeln, das Eleonore an den Ausdruck des Studentenbildes erinnerte, fragte er leise:

»Ich bin jetzt noch stolzer auf Ihre Zustimmung als früher. Eigentlich hab ich ein bißchen Angst gehabt. Darf ich Sie fragen, warum Sie ja sagen?« Eleonore rückte sich aus dem Sonnenlicht, das sie blendete:

»Sie müssen den Mund halten, dann will ich es Ihnen sagen. Ganz ehrlich: Ich hasse das Theater. Wenn Mutter nicht mehr spielen wird, werd ich, glaub ich, nie mehr ein Theater betreten. Ich war nur ein paarmal hinter der Bühne, aber ich habe genug von dieser Luft. Wen ich kennen lernte, Witkowski, Sachsel, die Willessen, den Würz – ich rechne ihn zum Theater – diese entsetzliche Soubrette, den Roth, den andern Roth, lauter verunglückte oder leere Menschen, lauter Lügner, auch wenn sie die Wahrheit sagen wollen, lauter Menschen, auf die man sich nicht verlassen kann, lauter lebendige Fälschungen. Mutter sieht das alles nicht, weil sie, wie ich Ihnen schon sagte, immer in einer andern Welt lebt, sie hat ja drei, vier Ausnahmefälle beim Theater erlebt oder wenigstens ihre Phantasie hat diese Leute so anders gesehen, aber jetzt ist grade der Moment, wo ihr die Augen aufgehen könnten, jetzt käm eine bittre Zeit. Und dann find ich, daß man nicht langsam untergehen soll, als Künstlerin, sondern plötzlich, auf der Höhe. Im Vertrauen, Mutter würde sich in Darmstadt verzehren.«

Klipp zupfte an seinem Spitzbart. »Sie denken ja so fürsorglich ... für Ihre Mutter.«

»Ja, das stimmt ... Aber ich sehe jetzt an Ihrem Gesicht, das nicht mehr so froh aussieht wie vor fünf Minuten, da haben Sie nämlich an das Studentenbild erinnert, ich sehe, daß Sie mit meiner Antwort unzufrieden sind. Ich denke Ihnen wohl zu praktisch? Aber ... die anderen Dinge, die wichtigeren, die haben Sie doch schon mit ihr selber abgemacht. Da hab ich doch nur stillzusitzen.«

Klipp zupfte noch immer an seinem Bärtchen; er antwortete etwas zögernd: »Ich war im Begriffe, alles zu ordnen. Da kam dieser Selbstmord und der Zusammenbruch des Würz. Ich denke etwas milder über den armen Kerl und so muß ich warten. Inzwischen kam ich zu Ihnen, Sie sind ja eine gefährliche Instanz, wenn Sie Nein sagen.«

Eleonore wiegte nachdenklich den Kopf: »Schlimmes Zeichen, daß Sie gewissermaßen zuerst mit Mama reden, nämlich mit mir. Ich werde mich hüten, mit Mutter ein Wort über diese Dinge zu sprechen. Eher würde ich ersticken. Die arme, kleine Mutter, sie ist so wehrlos. Helfen Sie ihr doch. Der Würz wird schon genesen, die Komplizierten sind zäh. Sprechen Sie heute noch mit ihr! Zeigen Sie doch ihr das Haus.«

Klipp lächelte: »Das kennt sie schon.«

Dieses Lächeln gefiel Eleonore eigentlich nicht, aber am Ende beruhigte es sie. Auf den Rasen hinaussehend, rief sie mit ihrer frohesten Stimme: »Natürlich müssen Sie da einen Tennisplatz einrichten, die Mutter spielt meisterhaft.«

Der Diener trat ein und meldete, für Eleonore unhörbar, einen eben angekommenen Besuch. Klipp schüttelte den Kopf. Wie komme ich zu dieser Ehre? Dann fragte er Eleonore, ob sie etwas dagegen habe, daß er Herrn Roth, den Herausgeber der ›Flamme‹, empfange. »Ich würde mir ihn ganz gern anschauen, wie man ein böses Tier im Zoo besichtigt, aber ich fürchte, ich störe«, und sie stand auf.

»Bleiben Sie nur sitzen, mich stören Sie gar nicht, und wenn Sie ihn stören, so geniert mich das nicht, im Gegenteil, bei Unterhaltungen mit dem Flammen-Roth soll man immer einen Zeugen haben. Übrigens ist er kein so bissiges Tier, wie Sie annehmen, vielleicht sind ihm in der letzten Zeit einige Giftzähne ausgebrochen worden. Ich hab ihn einmal ganz in der Nähe gesehen, und um einen Menschen gründlich und endgültig abzulehnen, darf man ihn gar nicht in seine Nähe kommen lassen, wenigstens ich darf es nicht.«

Roth trat ein und wurde Eleonore Orber vorgestellt.

»Die uns bisher unterschlagene Tochter?« fragte er ebenso sanft wie taktlos.

Eleonore runzelte ihre schön geschwungenen Augenbrauen.

Roth hatte Platz genommen und beugte sich höflich zu ihr hinüber: »Sie sind das junge Fräulein, das mich so gerne ohrfeigen wollte?«

»Ja,« antwortete sie klar, »und Sie sind der Zeitungsschreiber, der meine Mutter ganz ohne Not beschimpft hat?«

Klipp, immer ein Feind gesprochener Feindseligkeiten, griff sofort ein: »Nun sind also die ersten Höflichkeiten ausgetauscht, nun wollen wir zur Sache übergehen. Was führt Sie her, Herr Chefredakteur?«

»Der Übergang zur Tagesordnung wird mir nicht ganz leicht. Vielleicht könnte ich dem jungen Fräulein einige Milderungsgründe anführen. Ohne Not handle ich leider nie, aber vielleicht findet sich für diese Rechtfertigung ein andermal Gelegenheit.« Roth sah sich im Pavillon um, wie wenn er sagen wollte: Könnt ich dich nicht allein sprechen? Aber Klipp antwortete: »Fräulein Eleonore wird uns nicht stören.« Sie stand dennoch auf und ging auf die andere Seite des Pavillons, von wo man den Gemüsegarten übersah.

»Ich falle am besten mit der Tür ins Haus,« sagte Roth etwas gedämpft, »Sie wissen, daß Diamantidi ein Konkurrenzblatt gegen mich herausgeben will, Sie wissen vielleicht auch, daß er meinen Bruder gekauft hat.«

»Ah?«

»Mein Bruder ist ein mauvais sujet, ich halte ihn auch für talentlos, er ist nicht ernst zu nehmen, aber da er skrupellos und ohne jedes Verantwortungsgefühl ist, so kann er in einem halben Jahr viel Unheil anrichten. Er wird als Chefredakteur Roth zeichnen, es werden die peinlichsten Verwechslungen entstehen. Diamantidi gibt einem unsagbar leichtfertigen Menschen ein Maschinengewehr in die Hand.«

»So viel ich weiß, wurden einige sehr tüchtige Leute engagiert zur eigentlichen Arbeit.«

»Vielleicht, man wollte ja auch das beste Pferd aus meinem Stall holen. Herr Diamantidi wird gute Leute schwerlich finden.«

»Für Geld kriegt man alles«, sagte Klipp ganz sachlich.

»Mag sein. Selbstverständlich werde ich den Kampf aufnehmen, es wird mir ein Streit mit Diamantidi aufgezwungen, den ich mit meinem ganzen Furor führen werde.«

Klipp drehte sich plötzlich um: »Setzen Sie sich doch zu uns, Eleonore, wir haben keine Geheimnisse, es irritiert auch, daß Sie da hinter uns auf und ab gehen.«

Eleonore nahm ihren früheren Platz ein, von Zeit zu Zeit betrachtete sie Roth, der ihre Gegenwart gar nicht mehr beachtete, sie sah die Unruhe in seinem Gesicht, das eine Augenlid zuckte, ohne daß er es wußte, manchmal fuhr er sich mit der Hand hastig durch die Haare. Seine Stimme senkte sich vielleicht unwillkürlich, nachdem Eleonore wieder neben ihm Platz genommen hatte:

»Ich rüste mich zu einer wilden, zu einer blutigen Fehde, nicht gegen meinen Bruder, diesen parfümierten Gecken, sondern selbstverständlich gegen Diamantidi, Sie dürfen mir glauben, mein Akt Diamantidi ist ziemlich stattlich angewachsen, aber, weiß der Teufel, ich bin wahrscheinlich mit den Nerven etwas herunter, es ist nicht mehr die alte Rauflust in mir, vielleicht sollte ich ausspannen, wie mir geraten wird, doch das ist jetzt unmöglich. Nun frag ich Sie, Herr Stadtrat, wollen Sie nicht, ehe der erste Schuß fällt, einen Vermittlungsversuch unternehmen?«

Klipp studierte das Drachenmuster des Teppichs, dann sagte er mit einem Blick auf Eleonore: »Früher hätte ich so etwas unternommen, obwohl mir solche Aktionen am Ende nur Vorwürfe und Groll von beiden Seiten eingebracht haben, jetzt ... wie soll ich Ihnen das sagen? ... jetzt ist mir das verboten worden, ich will, ich darf nicht mehr Prellbock sein. Im Falle Diamantidi haben Sie selbst mir jede Intervention unmöglich gemacht, er hat nicht nur Ihnen, er hat auch mir den Bestechungsartikel nicht verziehen, er ist ja überhaupt ein zäher Hasser, ein Aug-um-Aug-Rächer. Nein, ich bin froh, ihn nicht mehr zu sehen. Aber ich gebe Ihnen einen Rat, gehen Sie zu Justizrat Bauer ...«

Klipp brach den Satz ab. Es fiel ihm ein, das ging ja auch nicht.

Das Gespräch erstarb.

Eleonore sah das gebeugte Haupt des Flammen-Menschen, er saß ganz zusammengesunken da.

»Zu Bauer kann ich leider nicht gehen«, sagte Roth. Aber indem er den Kopf mit einem Ruck in die Höhe hob und Eleonore in die Augen sah, fügte er hinzu: »Ich habe nie etwas gegen ihn geschrieben, ich habe auch nie etwas gegen ihn oder seine Frau vorbereitet oder im Sinne gehabt. Sie werden doch dieses widerwärtige Gerücht nicht glauben. Entsetzlich genug, daß es durch die Stadt schleicht. Man kann nicht einmal dagegen auftreten. Ah, manchmal wird man so müde.«

Er legte die Hand über den Mund, als wollte er jede weitere Klage verschließen und sah zuerst Klipp, dann Eleonore an, er fühlte den graden, hellen, ins Innere dringenden Blick des Mädchens und sagte mit einem ganz müden Ausdruck, lächelnd, während das linke Augenlid und die Wange wieder zu zucken begann: »Es ist im Augenblick nicht nötig, mich zu schlagen, ich glaube, ich bin schon geschlagen.«

Stille.

Der Fliederduft flog vom Garten herauf.

»Ich kann Ihnen nicht raten, direkt zu Diamantidi zu gehen, das würde er für einen vollen Triumph halten, und er ist, glaube ich, kein edler Sieger. Außerdem hat Ihr Herr Bruder die Sache schon etwas verkorkst, Diamantidi hat ja keine Mitarbeiter, er hat Untergebene, oder, wenn Sie wollen, Sklaven. Ein Mann wie Sie hielte es ja nicht zwei Tage mit ihm aus.«

Roth stand auf und empfahl sich Eleonore mit einer zeremoniellen Verbeugung.

Klipp begleitete den Flammen-Menschen durch den Garten und das Haus bis zum Gittertor. Um etwas Abschließendes und Tröstliches zu sagen, meinte er: »Ich, an Ihrer Stelle, würde doch noch einmal mit meinem Bruder sprechen, schließlich: Bruder ist Bruder.«

»Das ist ein weitverbreiteter Irrtum. Zuweilen ist grade der Bruder am allerwenigsten Bruder.«

Klipp murmelte ein paar bedauernde Worte.

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