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Detlev Freiherr von Liliencron: Bunte Beute - Kapitel 24
Quellenangabe
typepoem
booktitleBunte Beute
authorDetlev von Liliencron
firstpub1903
year1903
publisherSchuster & Loeffler
addressBerlin
titleBunte Beute
created20050419
sendergerd.bouillon
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Kasimir und Eulalia oder Jaromir und Rosaura.

(Ein Jahrmarktslied.)

        Dem Hengste geb ich meine Sporen
Und rase wild durch Wald und Haid,
Von jedem Jammer ungeschoren,
Durch menschenleere Einsamkeit.
Es jagt in wirbelndem Getreibe
Der Riesenwolken schwarzes Heer,
Verdeckt des Mondes volle Scheibe,
Von ferne donnert schon das Meer.

Ich sehe schwach im Vorwärtsstürmen,
Es wird die Seele mir so weit,
Ein Schloß mit scharfumrißnen Türmen
Hochwachsen aus der Dunkelheit.
Ein Eichbaum ragt, an den ich binde
Mein dampfend Roß mit raschem Griff.
Wie schnell ich dann den Fußpfad finde
Hinauf zur Burg auf schroffem Riff.

Das Mädchen ruht in meinen Armen,
Sie lacht und weint an meiner Brust.
O Götter, seufz ich, habt Erbarmen,
Verkürzt mir nicht die kurze Lust!
Eulalia gibt sich mir zu eigen;
O Kasimir! haucht heiß ihr Kuß.
Es stürzt die Nacht, die Stunden steigen,
Der Wächter bläst den Tagesgruß.

Der Morgen drängt sich aus dem Tore,
Das Lucifer geöffnet hat,
Ein feiner Rauch zieht auf vom Moore,
Im Tau trinkt sich die Sonne satt.
Das liebe Mädchen winkt am Fenster:
Wann kommst du wieder, Jaromir?
Geduld, zur Zeit der Nachtgespenster
Bin ich, Rosaurchen, wieder hier.

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