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Bubi und Mädi

Else Ury: Bubi und Mädi - Kapitel 19
Quellenangabe
typefiction
authorElse Ury
titleBubi und Mädi
publisherMeidinger's Jugendschriften Verlag G.m.b.H.
seriesProfessors Zwillinge
volume1. Band
yearo.J.
illustratorR. Sedlacek
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorRegine Kreutz
senderwww.gaga.net
created20150119
modified20150223
projectid6311606c
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19. Kapitel. Omamas Geburtstag

Heller Tag ist es, als Bubi und Mädi erwachen.

»Na, ausgeschlafen, ihr kleinen Langschläfer?« lacht Mutti sie an.

»Doll ausgeslafen. Sind wir noch lange nich da?« Bubi freut sich sehr, daß er in der Puffbahn aufgewacht ist und nicht, wie sonst, in seiner Kinderstube.

»Nun dauert's gar nicht mehr lange. Wir kommen bald in den Schwarzwald.« Vati zieht seine Uhr heraus.

»Nee – nee – nich in'n schwartschen Wald. Da wohnt bestimmt der böse Wolf.« Mädi scheint noch müde zu sein. Denn sie ist noch nicht so lieb wie sonst.

Aber als Bubi, der aus dem Fenster blickt, ruft: »Sieh mal, Mädi, die ßönen, karierten Berge!« Da schüttelt auch sie alle Müdigkeit ab und schaut sich mit Brüderchen zusammen die Welt an.

»Die karierten Berge, das sind Getreide- und Saatfelder und grüne Wiesen, die am Berghang wachsen«, erklärt der Vater dem Bubi.

»Wieso is denn die Erde hier schräg, Vati?« erkundigt sich Mädi.

»Weil wir jetzt im Gebirge sind, mein Herzchen, das sind alles Berge hier.«

»Die haben bestimmt lauter Kinder beim Sandspielen gemacht, nicht wahr, Vati?«

»Nein, mein Jungchen. Solche Berge können Kinder nicht aufschütten. Die hat der liebe Gott gemacht.«

»Mit seiner großen Sandßippe?« Bubi kann sich den lieben Gott gar nicht recht beim Sandspielen vorstellen. Er ist doch sicher schon sehr alt. Noch älter als die kleine Omama.

Mutti und Frau Annchen packen die Sachen zusammen. Gleich ist man da.

»Also, Kinder, denkt dran. Der Omama nichts von dem Bild und eurem Gedicht verraten. Erst morgen am Geburtstag darf sie's wissen«, schärft Mutti den Kleinen noch einmal ein.

»Natürlich.« Bubi und Mädi wissen Bescheid. Sie sind ja schon groß.

Da hält der Zug. Man ist in Freiburg. »Fränzel!« ruft eine Dame voller Freude, »meine Fränzel!«

Mutti liegt bereits in den Armen der Dame. Während ein fremder Herr mit einer Brille Vati ebenfalls herzlich begrüßt.

Die Kinder machen große Augen. Das sind die Großeltern? Sie können sich gar nicht mehr auf sie besinnen. Trotzdem dieselben vor zwei Jahren in Berlin gewesen sind.

Wie komisch, ihre Mutti sagt auch »Mutti« zu der fremden Dame. Mädi hat bisher stets geglaubt, nur Kinder haben eine Mutti.

Da aber fühlt sie sich bereits in die Höhe gehoben. »Schau, was für ein großes Büble du geworden bist!« Der Herr mit der Brille gibt Mädi einen herzhaften Kuß.

»Au!« sagt Mädi und reibt sich ihr Gesicht. Denn der Kuß oder vielmehr der Bart von dem Opapa kratzt.

»Behaupt kein Büble, ich heische doch Mädi.« Es ist dem kleinen Mädchen noch etwas unbehaglich auf dem Arm des fremden, alten Herrn.

»Der Tausend – die Mädi bist du? Ganz gleich schaut's aus, Kinderle. Da müssen wir halt jedem ein Schild mit dem Namen anmachen.«

»Die Omama kennt den Bubi und die Mädi schon auseinander.« Mädi wandert nun auf den Arm der Omama. Und der richtige Bubi wird jetzt von dem alten Herrn gepackt.

»Bischt du mein Bubi seine grosche Omama?« fragt Mädi zutraulich. Es ist ihr entschieden behaglicher bei ihr, als bei dem fremden Opapa. Die Omama hat keinen Bart, der kratzt. Und sie schaut Mädi mit denselben braunen Augen an, wie ihre Mutti und wie sie selbst sie hat.

»Aber Mädi, ich bin doch grad' so deine Omama, nicht nur die von Bubi.« Die Großmama strahlt vor Freude über ihre hübschen Enkelchen.

»Nee, mein seine kleine Omama is in Berlin.« Mädi schüttelt das Köpfchen.

Aber da ist noch jemand, der den Kindern »Guten Tag« sagen will, Onkel Ernst, Muttis Bruder. Der schwingt sie gleich in die Luft, daß sie laut aufjauchzen. Bei Mädi ist es allerdings mehr ein halb angstvolles Kreischen. Damit ist die Freundschaft zwischen ihnen geschlossen.

»Onkel Opapa, biste auch'n Pofresser?« eröffnet Bubi die Unterhaltung, als man dem Hause der Großeltern zuwandert.

Der alte Opapa lacht dröhnend: »Freilich, Büble. Aber es genügt, wenn du Opapa zu mir sagst.«

»Haste auch'n großes Fernrohr?«

»Nein, das hab' ich freilich nicht.«

»Denn biste behaupt kein ristiger Pofresser. Wie willste denn da zu den Sternßen reisen?« entscheidet Bubi.

»Es gibt auch noch andere Professoren, Bubi«, erklärt ihm der Vater. »Alle beschäftigen sich nicht mit den Sternen. Der Opapa hat wieder etwas anderes.«

»Was haste denn, Onkel Opapa?« Bubi bleibt bei dieser Anrede. »Haste'n ßönen Kaufmannsladen oder'n feinen Slästerladen mit Wurst? Nee, oder lieber noch 'ne ßöne Konditirei?«

»Was meinst, Bubi?« Der Großvater versteht seine Sprache noch nicht recht.

»Na, mit doll viel Kuchen.« Bubi schreit, daß die Leute auf der Straße sich nach ihm umdrehen. Er denkt, der Opapa versteht ihn nicht, weil er schon alt ist und nicht mehr gut hört.

»Ich bin doch nicht taub, Büble.« Der Großvater amüsiert sich köstlich über den drolligen kleinen Burschen. »Ja, Professor von solch einem Konditorladen zu sein, das könnte mir schon gefallen.«

Auch Mädi und die Omama unterhalten sich lebhaft.

»Haschte morgen Geburschtag, grosche Omama?«

»Ja, mein Liebling.«

»Da wünsche ich mir eine Schneewittchenpuppe.«

»Aber Mädi, du hast doch nicht Geburtstag, sondern die Omama«, lacht Onkel Ernst sie aus.

»Ich weiß, was du geschenkt bekommscht, grosche Omama.« Mädi macht ein durchtriebenes Gesicht. »Aber ich erschähl' dir's nich.«

»Nein, Mädi, heute darf ich noch gar nichts wissen und noch nichts sehen«, antwortet die Omama lächelnd.

»Das grosche Bild kannschte behaupt nich sehen, das is ja in unserm groschen Koffer eingepackt.«

»Aber Mädi, du sollst doch nichts verraten«, ruft die Mutti, die mit Onkel Ernst geht, warnend.

»Hab' ich behaupt nich.« Mädi ist sehr stolz auf ihre Verschwiegenheit.

In Freiburg gibt es eine wunderschöne Kirche, deren Turm beinahe bis in den Himmel hineinreicht. »Münster« nennt sie der Opapa.

Das Haus, in dem die Großeltern wohnen, liegt am Berg. Gleich hinter dem Garten ist der Wald.

»Nun seid mir von Herzen willkommen, meine Kinder, daheim in unserm lieben Schwarzwald!« sagt die Omama an der Gartentür.

»Behaupt nich lieber schwartscher Wald – oller schwartscher Wald.« Mädi hat wieder mal Angst. »Ich will nach Haus schu Minnachen und Braunchen.« Sie fürchtet sich vor dem Haus, das im Schwarzwald liegt. Da gibt es sicherlich Wölfe und Hexen.

Bubi ist begeistert. Ein allerliebster schwarzer Hund springt ihnen entgegen, dem sofort Bubis kleines Herz gehört. Er klopft ihn zutraulich, während Mädi ängstlich zurückweicht, als der Hund auch sie freundlich zum Willkommen beschnuppert.

»Hierher, Hexe!« ruft Onkel Ernst den Hund zurück.

»Hexe – – –?« Mädi fängt laut an zu heulen. Sie hat es ja gewußt, daß es in dem schwarzen Wald Hexen gibt.

Frau Annchen beruhigt ihr Kind und versichert ihm, daß die kleine schwarze Hexe bloß so heißt, aber bestimmt keine ist. Mädi glaubt's nicht recht. Während der ganzen Zeit, die sie bei den Großeltern im Schwarzwald ist, hat sie eine geheime, ängstliche Abneigung gegen Hexe. Sie könnte ja auch so in einen Hund verzaubert sein, wie der Prinz von der kleinen Omama.

Aber sonst ist es wunderschön bei den Großeltern. Da gibt es eine Meckmeckziege, eine schneeweiße Mies und Hühnerchen. Und gar keinen Verwalter, der einen mit den Ohren an dem Wetterhahn aufhängt, wenn man sie jagt. Das findet Bubi am allerschönsten. Auch eine Lehmfrau gibt es hier nicht. Wenn man auch noch so dollen Radau macht, es schickt keiner herauf und läßt um Ruhe bitten. Denn die Großeltern, Onkel Ernst und die Köchin Resi bewohnen das Haus allein.

Die Großeltern sind glücklich mit ihrem kleinen Besuch. Mutti befürchtet nur, daß sie die Enkelchen zu sehr verwöhnen. Bubi findet diese Sorge ganz überflüssig. Freilich, als Mädi an Großpapas gehütete Edelrosen geht und Knospen zu einem Sträußchen für die liebe Omama abreißt, ist der Opapa nicht gerade erbaut davon. Aber als sie dann so treuherzig sagt: »Sieh blosch mal, die niedlichen Rosenknöpschen, Onkel Opapa« – ja, da muß der Opapa doch wieder lachen.

Omama singt schöne Kinderlieder mit Bubi und Mädi. Mädi bittet immer um ihr Lieblingslied: »Grosche Omama, jetscht sing mal ›Als unser Mopsch ein Möpschen war‹,« Das kann sie nicht oft genug hören.

»Ja, ich soll euch immer Lieder vorsingen, Mädi, aber was singt ihr mir denn vor? Könnt ihr denn gar keine Liedchen, gar kein Gedichtchen?«

»Natürlich.« – Beinahe hätte Mädi sich verschnappt und der Omama etwas von dem Geburtstagsgedicht verraten. Aber Bubi legt noch schnell das Fingerchen auf den Mund. »Heut noch nich, große Omama, erst morgen.« Er ist ungeheuer stolz darauf, daß er kein Sterbenswörtchen verraten hat. Er ist ja zwei Stunden älter als seine Mädi, da ist man natürlich viel schlauer.

Wenn er bloß wüßte, warum die Großen schon wieder lachen. Onkel Ernst nennt ihn sogar einen Kapitalskerl, Dafür sagt er »Onkel Spaß« zu ihm, weil er meistens mit den Kindern Spaß macht und gar nicht ernst ist.

Wenn man bloß einmal im Schwarzwald geschlafen hat, ist gleich Geburtstag. Die Kinder freuen sich darauf, als ob es ihr eigener wäre. Und wirklich – als sie Omama ihr Gedichtchen ohne Fehler aufgesagt und ihr schönes Bild überreicht haben, sagt die liebe Omama: »Ja, wenn ihr mir solche Freude macht, muß ich euch doch wohl auch erfreuen, nicht wahr?«

Bubi und Mädi sind durchaus derselben Meinung.

»Haschte dich auch photefieren lassen, grosche Omama?« fragt Mädi.

Bubi kommt der Sache schon näher: »Kriegen wir auch was geßenkt?«

Ja, die gute Omama holt zwei Pakete vor, für jedes Kind eins. Der Bindfaden will nicht schnell genug abgehen. Aber schließlich kommt aus Mädis Kasten eine allerliebste Schwarzwälderin heraus. Eine Puppe in Schwarzwälder Bauerntracht, mit schwarzen Zöpfchen, einem grünen Röckchen, buntgeblümter Schürze und einem schwarzen Häubchen mit langen Bändern hinten.

»Is die süsch!« Mädi gibt ihr gleich einen Kuß zum Willkommen. »Was werden nur Elschen und Lilli zu Hause sagen, daß sie'n Schweschterchen bekommen haben.«

Bubi aber schaut mit enttäuschtem Gesicht auf seine Schachtel. Da liegen Fischchen und Enten drin, die man in einer Waschschüssel schwimmen lassen kann. Wenn man ein Eisenstäbchen hinhält, kommen sie angeschwommen.

»Nun, Bubi, du sagst ja kein Wort, freust du dich denn nicht damit?« verwundert sich die Omama.

»Nee, behaupt nich.« Bubis Antwort läßt nichts an Deutlichkeit zu wünschen übrig. »So 'ne ollen Sziffßens und Entßens hab' ich doch ßon in Berlin.« Er ist geradezu empört, daß man ihm das noch mal anzubieten wagt.

»Aber Bubi, ist das artig?« Mutti ist recht ungehalten auf ihren undankbaren Sohn. »Hier in Freiburg hast du doch noch keine Enten und Schiffchen.«

»Nee, ich will auch behaupt keine haben.« Bubi ist jetzt beleidigt.

Die gute Omama verspricht ihm, die Entchen umzutauschen. Da ist Bubi wieder getröstet. »Weiste, große Omama, du kannst sie mir ja vielleicht für deine niedliße Hexe umvertaußen. Aber denn muß sie noch blonde Locken kriegen.« Bubis sehnlichster Wunsch ist, Hexe mit nach Berlin zu nehmen. Er empfindet es wohl selbst, daß er sich soeben ganz und gar nicht artig benommen hat, denn er schlingt plötzlich seine Ärmchen um die Omama: »Du bist gut, große Omama! Aber ich hab' dir ja auch das ßöne Bild und die Blümßen geßenkt.«

Geburtstag ist etwas Wunderschönes. Aber nur, wenn man ihn selbst hat, finden Bubi und Mädi.

»Unser erster Dovember is viel ßöner, Mädi«, meint Bubi.

Mädi ist derselben Ansicht. Es gibt zwar eine große Torte; aber es kommt schrecklich viel Besuch, lauter fremde Onkel und Tanten, welche sie mit aufessen helfen. Bubi und Mädi müssen herein, ihren Knicks und ihren Diener machen und Guten Tag sagen. Sie werden natürlich stets miteinander verwechselt. Das ist das einzige, was ihnen dabei Spaß macht. Dann können sie wieder in das andere Zimmer gehen. Da ist es auch recht langweilig. Frau Annchen hat heute keine Zeit für ihre Kinder. Die muß Torte und Wein herumreichen helfen. Bubi findet das durchaus nicht nötig. Als ob der Besuch nicht schon ohnedies die ganze Torte aufißt. Omama hat heute auch keine Zeit zum Liedchen singen. Mutti, Vati, selbst Onkel Ernst müssen bei dem langweiligen Besuch bleiben. In dem Zimmer soll man auch keine Unordnung machen. Das hat Mutti den Kindern angesagt. Und Lärm darf man heute auch nicht verursachen, trotzdem gar keine Lehmfrau hier wohnt und um Ruhe bittet.

Bubi und Mädi sehen sich an und wissen nicht recht, was sie tun sollen.

Auf dem Schreibtisch liegt Opapas Brille und seine silberne Schnupftabaksdose. Bubi hat schon längst mal sehen wollen, was eigentlich in der Dose für ein komischer Kaffee ist, den der Opapa, statt in den Mund, immer in die Nase tut.

Fürwitzig macht er die Dose auf – schwupp – liegt der ganze Schnupftabak auf dem Teppich verstreut.

»Szadet behaupt nich, Mädi, wird einfach wieder aufgehoben.« Aber so einfach ist das nicht. Es dauert recht lange, bis nur ein ganz kleines Teilchen wieder in der Dose ist. Trotzdem Mädi ihrem Bubi hilft.

Bubi setzt sich Opapas Brille auf die Nase, um besser zu sehen, ob noch Tabak unten liegt.

»Nu bischte der kleine Opapa«, sagt Mädi.

»Au ja – nu muß ich auch noch Opapa sein Slafrock und sein Mütßen ankriegen.« Beides hängt im Schlafzimmer der Großeltern. Aber mit einem Stuhl kommt man schon heran. Auch eine Pfeife hängt in der Ecke. Die muß Bubi natürlich auch noch haben. Dazu die Zeitung, trotzdem er noch gar nicht lesen kann.

Hexe knurrt. Sie weiß ganz genau, daß man die Sachen des Großvaters nicht anfassen darf. Aber Mädi ist von ihrem Bubi begeistert.

»Nu mußt du die große Omama werden.« Da steht ihr Strickkörbchen und ihre Brille. Mädi weiß auch schon, wo das Morgenhäubchen der Omama hängt. Nicht lange dauert's, da sitzt auch sie mit Häubchen, Brille und Strickzeug auf dem Sofa neben dem Bubi-Opapa.

»Findest du nich auch, liebe große Omama, daß der olle Besuch doll srecklich viel Torte essen kann?« fragt Bubi die Mädi.

»Alle groschen Leute essen doll viel Torte. Aber Kinder kriegen man bloß ein Stückchen, sonscht verderben sie sich bestimmt den Magen«, beschwert sich Mädi-Omama.

Bubis Pfeife will keinen Dampf machen, obgleich er aus Leibeskräften bläst. Er versucht es lieber mit der Dose und läßt gleich ein tüchtiges Prischen in die kleine Nase wandern.

»Hatsi – hatsi – –.« Das olle Zeug kribbelt und beißt ja ganz abscheulich. »Hatsi – hatsi.«

Was Bubi kann, muß Mädi als sein Zwilling doch auch versuchen. Auch die kleine, große Omama nimmt ein Prischen.

»Hatschi – hatschi – – –.« Die Maschen springen vor Schreck von Omamas Stricknadeln. »Hatschi – hatschi – – –.« Jetzt niesen sie alle beide um die Wette.

Im Besuchzimmer wird man aufmerksam.

»Wo haben sich unsere Kinder nur erkältet?« Die Omama eilt besorgt herbei und hinter ihr der Opapa, Mutti und Vati.

»Hatschi – hatsi – – –«, so werden sie empfangen.

»Nanu?« sagt die Omama. Sie traut ihren Augen nicht, als sie die beiden auf dem Sofa sitzen sieht.

»Sind das etwa meine Sachen?« fragt der Opapa. Denn er ist sehr genau und peinlich ordentlich damit, keiner darf ihm da heran.

»Hatschi – hatsi – – –«, antwortet es vom Sofa.

Da können sich die Großeltern nicht helfen, sie müssen lachen. Trotzdem sie eigentlich recht ärgerlich sein müßten, daß die Kinder so unartig gewesen und an ihre Sachen gegangen sind.

Auch Mutti und Vati, die eine vorwurfsvolle Miene aufsetzen wollen, können bei dem endlosen Hatschikonzert nicht ernst bleiben.

Onkel Ernst aber holt geschwind seinen photographischen Knipskasten herbei.

»Knips« – macht der. Da sind Bubi und Mädi als kleiner Opapa und als Omama drin.

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