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Brutus, auch Du!

Richard Voß: Brutus, auch Du! - Kapitel 32
Quellenangabe
typefiction
authorRichard Voß
titleBrutus, auch Du!
publisherJ. Engelhorns Nachf.
year1916
firstpub1916
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
projectid8d2abaf6
created20061119
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Vierzehntes Kapitel

Auf Herrn Minardis Heimkehr wartete dessen junge Frau. Romana wußte, daß ihr Gatte es gern sah, wenn sie nach römischer Sitte für das Abendessen, den »pranzo«, Toilette machte, beliebte es auch dem Herrn nicht, es zu bemerken, Da er den ganzen Tag ausgeblieben war, so hoffte sie, daß er wenigstens den Abend zu Hause verbringen würde. Also bestellte sie eine festtägliche Mahlzeit, um deren Zubereitung sie sich nach deutscher Hausfrauensitte selbst kümmerte, stellte eine Schale voll roter Anemonen auf den Tisch, wählte zur Toilette ein helles Seidenkleid und erwartete in der behaglich eingerichteten, durch elektrisches Licht erleuchteten Wohnung den noch immer leidenschaftlich Geliebten.

Aber auch diesen Abend mußte Frau Romana lange warten, hatte daher auch diesen Abend Gelegenheit genug, ihren Gedanken sich hinzugeben. Sie kreisten beständig um den einen Gegenstand und wollten von diesem sich nicht abbringen lassen.

Was war aus ihrer Ehe geworden? Doch kein Unglück? Nein, ach nein! Noch hoffte sie, noch durfte sie hoffen. Hatte ihr Gatte nur erst eine Tätigkeit gefunden. Er war so sehr intelligent, und ein intelligenter Advokat konnte in Italien vieles, konnte Großes erreichen. Es kam bei diesem Beruf nur auf eines an: auf des Betreffenden Ehrgeiz. Diesen besaß ihr Mann zur Genüge. Allerdings sollte es noch auf ein zweites ankommen – so wenigstens hieß es allgemein – auf des Mannes Gewissenlosigkeit, und das in jeder Beziehung. Diese schändliche Eigenschaft eines geschickten Advokaten fehlte Amerigo Minardi; fehlte ihm gänzlich. Daran also lag es, das war die Schuld: er war zu gewissenhaft, zu anständig, durchaus unbestechlich. Seine Gattin mußte ihn deswegen achten. Sie tat es so gern, sehnte sich leidenschaftlich danach, ihren Gatten hochzuhalten, und das bis zur Verehrung. Eine Frau, die ihren Mann nicht achten konnte – welch entsetzlicher Gedanke. Eine solche Frau war dann freilich tief unglücklich und nur eine solche besaß das Recht, es zu sein. Gott sei Dank, daß sie zu diesen unseligen Frauen nicht gehörte. Auf ihren Knieen dankte sie, die gläubigen und frommen Herzens war, ihrem Herrgott dafür.

Endlich kam der Erwartete. Wie stets, empfing ihn auch diesen Abend seine Frau mit dem freundlichsten, dem heitersten Gesicht, von Herrn Minardi so wenig beachtet wie die liebevollen Vorbereitungen für seine Ankunft. Aber er bemerkte ihre festliche Toilette und meinte mit spöttischem Lächeln:

»Wenn du dir etwa einbildest, dieses Kleid stände dir und du wärest darin elegant und modern, so täuschest du dich. Es ist einfach schauderhaft, wie du dich anziehst. Für dich passen nur die unauffälligen dunkeln Kostüme. In solchem Aufputz machst du aus dir eine Karikatur. Freilich, ihr deutschen Frauen – Eine italienische Magd sieht im Vergleich mit euch wie eine Dame aus, von dem Wunder einer Erscheinung, wie es Lavinia ist, nicht zu reden. Es ist jedoch überflüssig, dir das zu sagen.«

Auch jetzt keine beleidigte Miene. Mit einem Scherz versuchte sie die Kränkung zu mildern; nicht um ihretwillen, sondern um des geliebten Mannes willen, damit er sich nicht etwa beschämt fühlen sollte.

Sie setzten sich zu Tisch. Wegen des langen Ausbleibens des Hausherrn waren die Speisen überkocht, was Herrn Minardi willkommene Gelegenheit gab, seine üble Laune noch nachdrücklicher zu zeigen. Als seine Frau ihn bat, ihr von dem tusculanischen Fest zu erzählen, mußte sie hören:

»Sei froh, daß du nicht dabei warst; du hättest ganz und gar nicht zu der Gesellschaft gepaßt: zu einer Dame wie die Marchesa di San Silvestro, die übrigens in diesen albernen Mariano toll verliebt ist. Der Kerl versteht es großartig. Das müssen dem widrigen Burschen selbst seine Feinde lassen.«

Frau Romana, die Gute, entgegnete voller Empörung:

»Ein unheimlicher Mensch! Jeder anständigen Frau muß der Mann verabscheuungswürdig sein.«

Ihr junger Gatte höhnte:

»Jeder anständigen Frau. Gibt es denn eine 'anständige' Frau? Verzeih, du bist eine solche. Ich kann nicht sagen, wie langweilig anständige Frauen sind. Zum Glück kenne ich keine, ausgenommen meine eigene Frau.«

»O Amerigo!«

»In Deutschland sind sicher alle Frauen anständig. Eben darum sind sie so wie – wie du bist. Für einen Mann muß es ein Unglück sein, in Deutschland geboren zu sein und darin leben zu müssen.«

Da sagte Rudolf Müllers Tochter, und sie sagte es mit tiefem Ernst:

»Mich kannst du kränken, denn ich weiß, du meinst es nicht so. Über Deutschland darfst du jedoch nichts sagen. Nicht solche Worte in solchem Ton. Mein Vaterland lasse ich von dir nicht beschimpfen.«

»Wirklich nicht?«

»Wirklich nicht. Übrigens ist es von dir schlecht, von den Frauen deines eigenen Vaterlands so schändlich zu sprechen. Wären sie so, wie du sagst, wären nur einige der Frauen Italiens annähernd solche unanständigen Frauen, so stünde es schlecht um Italien. Denn die Frauen, die du beschimpfst, sind die nämlichen, die ihren Gatten Kinder gebären. Du schmähst also auch die Mütter deines Vaterlands. Und wenn du jene vornehme Dame, die sich übrigens eines tadellosen Rufes erfreut, ungerechterweise beschuldigst, in den widerwärtigen Lüstling verliebt zu sein, so vergissest du, daß du nicht nur die Ehre der Gattin, sondern auch der Mutter verleumdest. Das ist schlecht von dir.«

Laut lachend erwiderte er:

»Mache dich mit deiner deutschen Sentimentalität doch nicht lächerlich! Sieh dich um in der Welt. Bei uns sieh dich um: in meinem von deinem geehrten Herrn Papa und von dir bis zur Ekstase geliebten Vaterland. Nicht gar so lange ist's her, daß in Italien der Cicisbeo, der Hausfreund, im Ehekontrakt als ein Recht der Frau offiziell anerkannt wurde und es für eine Frau als geradezu beleidigend galt, keinen Hausfreund zu haben, also eine 'anständige' Frau zu sein. Die hochedle Frau Marchesa wird, trotz ihres bisher tadellosen Rufes, sehr bald die Geliebte des Herrn Mariano sein, und es wird ihrem Ruf nicht im mindesten schaden. Nebenbei gesagt, solange sie es nicht zu einem Skandal kommen läßt. Dann freilich – Und wenn du, gleichfalls mit deutscher Gefühlsduselei, von der Mutter redest, die einen Liebhaber hat, so ist das eben ganz wie du. Bei der Frau Marchesa ist nur das eine Bedenkliche, daß Herr Mariano die Dame – sie besitzt nämlich ein eigenes großes Vermögen – sehr bald ruiniert haben wird; denn dieser famose Herr läßt sich nicht nur seine Poesieen bezahlen, sondern auch –«

Ein empörter Ausruf seiner Frau unterbrach den Zyniker:

»Schändlich, schändlich! Ich meine, es ist schändlich von dir, den Mann derartig zu verleumden.«

Frau Romanas Gemahl zuckte die Achseln und hielt es für vollkommen hoffnungslos, seine deutsche Gattin zu seiner Ansicht zu bekehren, welche die war, daß der Apostel großer Gedanken und Gefühle nicht nur seine Dichtungen sich honorieren ließ. Er ging aus dem Zimmer, kam im Frack und weißer Halsbinde zurück und teilte seiner Frau mit: er müsse noch einen Empfang besuchen.

Zum erstenmal ließ ihn Romana ohne Bedauern gehen; zum erstenmal mit einer Empfindung wie – Sie wagte nicht, darüber sich klar zu werden, was sie in dieser Stunde empfand ... Herr Minardi verließ das Haus. Wo und wie wollte er den Abend verbringen? Vielmehr einen großen Teil der Nacht? Er konnte von Salon zu Salon, von Empfang zu Empfang gehen; konnte im Costanzitheater einen Akt Puccini mit der herrlichen Gemma Bellincioni und dem glorreichen Battistini anhören und darnach immer noch irgend ein Haus besuchen, in dem empfangen wurde. Oder in den Klub, wo er seinesgleichen beisammen traf. Oder in eine jener eleganten, aber geheimen Gesellschaften, in denen gespielt ward. Was für Italiens Volk Lotto und Tombola bedeuteten, galt der römischen Gesellschaft das Spiel. Zu diesem Lebenselement kam noch als zweites das Elixir der Liebe. Häufig jedoch waren die intimen Beziehungen der Geschlechter lediglich eine Modesache. Zum Leben des eleganten Mannes, der sich selbst achtete, gehörte nun einmal, wie die Gardenie ins Knopfloch, das Verhältnis zu einer Frau: zu einer verheirateten natürlich ...

Lavinia!

Seit das Modell der Villa Medici eine Dame geworden, reizte sie Romanas jungen Gatten. Auch als Modell wurde das schöne Geschöpf von den Künstlern, heiß begehrt. Jetzt jedoch handelte es sich um Männer von Welt. Überdies war sie jetzt eine verheiratete Frau: mit dem deutschen Baren verheiratet! Das konnte abschrecken. Der nordische Barbar würde das Ding nicht so leicht nehmen wie ein südlicher Ehemann und Kulturmensch; der Hunne würde nicht das seine Verständnis haben für eine Sache, die so selbstverständlich war.

Lavinia Petroni als Frau Heinrich Weber – Gerade das konnte eine Lockung sein. Nur war dabei größte Vorsicht geboten. Sollte er versuchen, ob Frau Weber – der Name klang genau so barbarisch, wie es der Mann mit seinem rötlichen Haar- und Bartgestrüpp war – ob er seine schöne Landsmännin diesen Abend zu Hause traf? Vielleicht war sie es für ihn? Nur für ihn! Das würde dann ein anderes Beisammensein werden als an dem mit roten Anemonen geschmückten Tisch seiner Frau, für die nur das bescheidenste, das unauffälligste Gewand paßte.

Er wandte sich der Via Margutta zu. Plötzlich blieb er stehen; plötzlich kamen ihm Bedenken.

Er wollte lieber nicht versuchen, ob die schöne Frau zu Hause sei: »nur für ihn« zu Hause. Diesen Abend noch nicht! Jener Herr Weber war heute im Grand Hotel Frascati etwas sehr eigentümlich gewesen. Nicht allein gegen seine Frau, sondern auch gegen ihn. Gut, daß es ihm noch zur rechten Zeit einfiel. In Zukunft würde er nicht so vergeßlich sein, wie er es denn dem Herrn überhaupt gedenken wollte. Für heute abend war es jedoch besser, einen andern Weg einzuschlagen. Sollte er im Spiel Unglück haben, so wollte er an das Sprichwort glauben und annehmen, daß es für ihn sich erfüllte.

Und dann, mein höflicher Herr Germane ...

Zur mitternächtlichen Stunde des nämlichen Abends ein anderes, ganz anderes Bild:

Der kellerartige Raum einer Osteria in dem Rione della Regola, matt erleuchtet durch einige von der geschwärzten Decke herabhängende Öllampen und darin eine dichtgedrängte Versammlung von Männern und Frauen, Proletariat der Großstadt. Es waren jammervolle, in Lumpen gehüllte Gestalten darunter, viele, deren fahle Gesichter von der Malaria gezeichnet waren, mit Blicken, aus denen Haß funkelte, daraus bestialische Wut sprühen konnte. Auf einem Podium stand der Apostel dieser Gemeinde des Elends, Hasses und Rachedursts.

Orazio Petroni sprach zu den Seinen. Er sprach mit der Ekstase eines Verzückten, mit der Wut eines von einem Dämon Besessenen:

»Römer! Ihr wißt nicht, wie groß und herrlich ihr einstmals gewesen seid; wißt nicht, wie klein, kläglich und ohnmächtig ihr geworden. Groß, gewaltig und herrlich wart ihr, als Rom von den Königen sich befreit hatte und aus der Vernichtung eines schändlichen Königtums die Republik erstand. Ein einzelner Mann stürzte damals Roms fluchwürdige Gewaltherrschaft: Brutus, der Häßliche, der Göttliche.

Seine Mißgestalt glänzt durch Roms Geschichte, strahlender als die verklärten Mienen eurer Märtyrer und Heiligen, die euch nicht helfen, nicht helfen können. Euch helfen in eurem Hunger, eurer Not, eurem Elend könnt nur ihr selbst!

Römer! Werdet wie Brutus, der Helfer, Retter, Befreier! Verwandelt die Häßlichkeit eures Proletariertums in die leuchtende Schönheit der Befreiung eures Vaterlands von einem schändlichen Königtum!

Römer! Keinen König und keinen Papst – weder Monarchie noch Kirche, sondern ein von jeder Fessel befreites Vaterland, ein in jedem Pulsschlage großes Volk, ein Herrschervolk! Auch der Elendeste, Erbärmlichste, Häßlichste unter euch werde ein Edelmensch mit strahlendem Antlitz!

Man sagte euch damals: Ihr siegtet in der Erythräa. Lüge! König und Regierung schickten eure Söhne, Brüder, Gatten, Geliebten zu Tausenden und aber Tausenden zu der furchtbaren Schlachtbank der Wüste. Man sagt euch jetzt: Ihr siegtet in Tripolitanien. Lüge! Zur Schlachtbank Tausende und aber Tausende eurer Söhne, Brüder, Gatten, Geliebten! Auch jetzt wieder zur Schlachtbank!

Römer! Man schickte eure Sühne, Männer, Geliebten damals nach der Erythräa; schickt sie jetzt nach Tripolitanien – Wißt ihr weshalb?

Ich will es euch sagen. Ich, der ich mich für ein befreites Italien, für ein großes italienisches Volk zehnfach würde martern, kreuzigen, schlachten lassen, sage euch:

König und Regierung brauchten diese schändlichen Kriege, weil – Römer! Weil König und Regierung euch fürchten. Eures Hungers und Elends, eurer Not und Unwissenheit wegen fürchten euch diese Gewaltigen. Diese Gewaltherrscher und Tyrannen, sie zittern vor euch. Sie zittern vor der Macht des Volks, wenn dieses seiner Macht sich bewußt, wenn es wissend werden sollte.

Erwacht! Werdet wissend! Erhebt euch! Fühlt, was ihr seid! Ihr Elenden und Hungernden seid Riesen, sobald ihr es wollt! Herrscher seid ihr! Als Herren und Herrscher brecht die Ketten! Helft, befreit, rettet! Es gilt nicht nur euch – Es gilt eure Kinder und Kindeskinder.

Wißt ihr, was geschehen muß, damit ihr erwacht; damit ihr fühlt, was ihr seid, damit ihr helft, befreit und errettet? Was geschehen muß, bis ihr groß, herrlich und gewaltig werdet?

Römer! Wir müssen in Tripolitanien besiegt werden. Eure Söhne, Brüder, Gatten, Geliebten müssen zu Tausenden und aber Tausenden auch jetzt umsonst geschlachtet werden.

Mehr noch muß geschehen!

Unsern deutschen und österreichischen sogenannten Bundesgenossen muß Italien das Bündnis brechen. Zum Judas Ischariot muß Italien werden. Je größer der Verrat, je schändlicher der Treubruch, je heimtückischer der Überfall, um so glorreicher wird Italien sein, um so herrlicher sein Volk, um so unsterblicher seine Befreiung von Italiens schändlichem Königtum.

Italien muß seinen bisherigen Bundesgenossen den Krieg erklären; Italien muß sich mit den Todfeinden jener beiden Verhaßten auf Leben und Tod verbinden; Italien muß –

Ich werde euch sagen, was euer Vaterland muß.

Eure Sühne, Brüder, Gatten, Geliebten müssen in einem dritten ungerechten Kriege hingeschlachtet werden zu Tausenden und aber Tausenden; hingeschlachtet werden von einem erbärmlichen, körperlich und moralisch verkümmerten König, von einer bestechlichen käuflichen Regierung, bis der Felsenfuß der Alpen von dem Blut der Gefallenen sich rötet; sich rötet jenes Meer, welches einstmals unser gewesen – welches unser wieder werden muß.

Deutschland und Österreich müssen Italien besiegen!

Schreit nicht auf wider mich!

Ich sage euch: sie müssen.

Wenn Italien dann besiegt, gedemütigt, geschändet ist, so muß Italiens erwachtes und auferstehendes Volk seinen meineidigen König verjagen, seine käufliche Regierung stürzen; so muß Italiens befreites, großes, herrliches Volk –«

Der Redner kam nicht weiter. Unbemerkt von der Versammlung hatte er vor wenigen Augenblicken einem jungen blassen Weibe in seiner Nähe einen Wink erteilt, und dieses hatte sich heimlich entfernt. Heimlich kam sie zurück, Polizisten folgten.

Diese lösten die Versammlung auf, verhafteten den Rädelsführer, legten ihm, der keinen Widerstand leistete, eiserne Handschellen an.

Ein Tumult entstand. Die Gemeinde wollte ihren Apostel gewaltsam befreien. Mehr Polizei kam. Es wurde gekämpft. Die Karabinieri schossen in die Menge, töteten einen Knaben, verwundeten einige Frauen.

Die Bestie im Menschen ward entfesselt, und der Apostel hetzte sie mit wilden Worten auf wider die staatliche Macht.

Diese blieb Sieger. Auch das hatte Orazio gewollt; auch das war Mittel zum Zweck. Nur ein kleines, immerhin ein Mittel.

Mit vielen andern wurde der Sabiner gefesselt fortgeführt nach dem Gefängnis in der nahen Via Giulia.

Das junge blasse Weib schlich hinter ihm her. Es gelang demselben, Orazio sich zu nähern und ihm zuzuflüstern:

»Ich gehorchte dir. Was aber wird jetzt aus mir?«

Ihr wurde erwidert:

»Meinetwegen das, was dein Verführer sagte, verkaufe dich dem schmutzigsten Plebejer für einige Pfennige; nur mache den Mann zu meinesgleichen. Dann bist auch du Helferin, Befreierin, Retterin! Lebe wohl.«

Das Tor des Kerkers schloß sich hinter dem Helfer, Befreier, Retter des italienischen Volks.

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