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Briefe eines Schiffbrüchigen

Gotthard Ludwig Kosegarten: Briefe eines Schiffbrüchigen - Kapitel 4
Quellenangabe
typenarrative
booktitleBriefe eines Schiffbrüchigen
authorGotthard Ludwig Theobul Kosegarten
year1994
publisherEdition Temmen
addressBremen
isbn3-86108-107-5
titleBriefe eines Schiffbrüchigen
pages15-114
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Mittwoch Abends den 26sten.

Ich bin hingewesen, unser Schiff zu sehn. Die Fluth ist abgelaufen, und es steht fast auf dem Trocknen. Hartmuth sagt, es sey wenig beschädigt, und hofft, es bald wieder abzubringen. Geladen hatten wir nichts, denn Ballast, und da die Haverey den Versicherern zur last fällt, so ist sein Verlust unbedeutend. – Meine kleinen Habseligkeiten sind freilich so gut, wie heidi! Einen Theil haben die ehrlichen Leute des Landes sich belieben lassen; und ein andrer ist vom Seewasser so verdorben, daß ich ihn schwerlich wieder werde brauchen können. – Immerhin! wenn ich nur ein paar Anzüge Wäsche rette, die deine lieben Hände für mich verfertigt haben, Yse – und dann meinen schönen Ayscouphschen Shakespear.Diese Ausgabe enthält alle 36 Schauspiele Shakespears, und noch ein Glossarium oben drein in einem einzigen Oktavbande. Mit hergetragen hatte ich ihn freilich; wie auch einen Aeschylus und eine Kritik der Urtheilskraft. Sie sind aber dermaßen zergangen und zerflossen, daß ich fast verzweifle sie zu retten.

Haben Sie Lust, sagt Hartmuth, während wir auf dem Verdecke unsers Schiffes herumspazierten, Olafs Bauern zu sehn? – ich folgte ihm in die Kajüte, und da saßen sie, »lauter dicke Lümmel in schwarzen Jacken, und die L-deckel auf der Glatze.« Es ist doch sonderbar, Bruder Edward nicht wahr?

Uebrigens hat des ehrlichen Olaf Leichnam sich zur Zeit noch eben so wenig wiedergefunden, wie jener des unglücklichen Prebbert. Unsre Schiffsgesellschaft bekümmerte das sehr. Ich wüßte nicht, weswegen? Das schöne große weite Meer däucht mich wohl eine so heilige Ruhestätte, wie der geweihteste Kirchhof in der Christenheit. – Ulysses und Aeneas Reisegefährten inzwischen dachten wie die meinigen.

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