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Briefe eines Schiffbrüchigen

Gotthard Ludwig Kosegarten: Briefe eines Schiffbrüchigen - Kapitel 12
Quellenangabe
typenarrative
booktitleBriefe eines Schiffbrüchigen
authorGotthard Ludwig Theobul Kosegarten
year1994
publisherEdition Temmen
addressBremen
isbn3-86108-107-5
titleBriefe eines Schiffbrüchigen
pages15-114
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Abends 11 Uhr.

Heute Mittag bin ich mit den Vittern auf Heringsfang ausgezogen. Aber meinst du, daß wir etwas fingen? – Nicht eine Gräte! – Die Leute schienen mir deshalb ganz aufsätzig zu werden, und sahen mich so überzwach und so heimtückisch an, daß einem, der weniger Glauben an die Tugend des Menschen gehabt hätte, wohl hätte für des Propheten Jonas Schicksal bange werden könnte. Am Ende kam es jedoch heraus, daß Wind und Fluth uns entgegen gewesen wären; und da ich überdies durch meine Freigiebigkeit meine Führer wegen ihrer fehlgeschlagenen Hoffnung entschädigte, versöhnt' ich sie mir bald wieder völlig.

In meinem Dorfe ist heute Hochzeit, und ich hab' es den guten Leuten allerdings nicht abschlagen können, mit der Braut und ihren Brautjungfern den Reigen rund zu tanzen. Der leztern sind fünf. Sie folgen einander nach den Graden der Verwandtschaft, und heißen Nibh, Tüll, Nüll, Foy, Sak. Nibh ist die vornehmste, und Sak ist so zu sagen der Scharwenzel. – Ich habe mich itzt weggeschlichen, um schlafen zu gehn; ob mirs aber gelingen wird bei dem Schnarren der Geigen, und dem Jauchzen eines halben hundert halbtrunkner Tänzer, wird die Zeit lehren.

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