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Briefe eines Narren an eine Närrin

Karl Gutzkow: Briefe eines Narren an eine Närrin - Kapitel 18
Quellenangabe
typeletter
booktitleBriefe eines Narren an eine Närrin
authorKarl Gutzkow
firstpub1832
year2001
publisherKulturverlag Kadmos
addressBerlin
isbn3-931659-19-4
titleBriefe eines Narren an eine Närrin
pages3-5
created20041006
sendergerd.bouillon
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Sechzehnter Brief

Gestern war doch der erste März, und Du bist nicht zu mir gekommen. Nun hab' ich den Geburtstag der badischen Preßfreiheit allein gefeiert. Du denkst wohl mit Kuchen und einem Glas Wein? o, das würde sich ja wie Satyre anhören! Nein, auf eine ungeheure Oblate hab' ich mir die erste Nummer des Freisinnigen abdrucken lassen. Einen von seinen vielen Ehrenpokalen hat mir Herr v. Rotteck abgetreten, und nun wollt' ich mit Dir in stiller Feier und Andacht das Abendmahl der Liebe und Treue begehen. Aber Du kamst nicht, und hast mich mit meinen Thränen allein gelassen.

Jetzt muß ich mich schon wieder über Dich entzücken. Wie Du das nur Alles so anfängst! Wären meine Ideen nicht immer fix, sie müßten mir jetzt vor Erstaunen im Kopfe still stehen. Du bist so die beste Acquisition für einen deutschen Zeitungsschreiber. Wie der Koloß von Rhodus stehst Du in partieller Allgegenwart mit dem einen Fuße in London, mit dem andern in Paris. Da Dir dabei die Hände an den alten Oertern Deines Körpers werden sitzen geblieben sein, so müßtest Du zu gleicher Zeit aus beiden Städten correspondiren können. Aber ich mag bei der Bewunderung dieses unerhörten Phänomens nicht stehen bleiben, sondern wie jede kometenartige Erscheinung am Nachthimmel der Gedankenwelt einen langen Schweif von Folgen und Ergebnissen nach sich trägt, so mach' ich daraus eine Nutzanwendung.

Ich trage mich mit dem Vorhaben, die ganze Weltgeschichte von Adam und Eva bis auf mich und Dich in einer neuen Weise zu bearbeiten. Man erzählt mir zu viel in der Geschichte, man schildert nicht. Man verwechselt das Bequeme in der Methode mit dem Passenden. Ich sage, die Gleichzeitigkeit, das Nebeneinander muß das Hauptziel der Darstellung bleiben. Die Geschichte ist kein Drama, sondern ein Epos. Der Historiker muß seine Personen zu lebenden Bildern ordnen. Darum stehst Du mit dem einen Beine in London, wie dem andern in Paris, weil – ich glaub' an das Typische – weil die Synchronistik eingeführt werden muß. In jedem Wort, in jeder That die Anno 1000 vorkam, muß Alles enthalten sein, was zur selben Zeit geschah. Du lachst, wie ich heute auf einen so argen Docententon komme, aber vor Grimm gegen norddeutsche Ansichten könnt' ich zum Professor werden. Da unterscheiden sie nämlich einen Weltgeist, der eigentlich Niemand anders ist, als der liebe Herrgott selbst. Der wandert von Asien her, ist eine ewige Metamorphose, schlägt alle hundert Meilen und hundert Jahre seine Bude auf, wo er sich sehen und von seinen Propheten, Moses, Zoroaster, Christus sich ausrufen läßt. Das nenn' ich Blasphemie, und selbst dann noch so, wenn man den Weltgeist mit dem Geiste im Hamlet vergleicht, der wie ein Maulwurf bald hier bald da unterm Boden wühlt und ruft. Mein Gott, ich muß mich ja dawider erklären; denn Du als die letzte Erscheinung dieses Weltgeistes bist nun eben überall. Aber obschon Du so etwas Unbegreifliches bist, so laß doch um des Himmels willen jene wunderbare Eigenschaft Deiner zwiefachen Existenz nicht in Paris bekannt werden. Perier würde Dich auf ewig Deiner Freiheit berauben, weil Du damit dem Staate seine Söhne entbehrlich machen könntest. Du weißt, daß diese das Privilegium der französischen Courierstiefel haben. Dafür höre folgenden Rath.

Der Eigenthümer der Spenerschen Zeitung in Berlin ist Herr Spieker. Mit diesem äußerst feinen und eleganten Gentleman setze Dich in Verbindung, enthülle ihm offen das rätselhafte Geheimniß Deiner Fähigkeit. Nach Telegraphen hat sich schon lange sein Herz gesehnt, in Dir wird er die Grundlage, vielleicht gar Ersatz dieser großartigen Institution, mit der der preußische Thron umgeben werden soll, unstreitig dann gefunden haben.

Es verhält sich so, Herr Spieker verlangt eine Telegraphenlinie vom Rhein bis zum Memel. Der Ironie ist der Mann, obschon ein Eifrer in Sachen Shakespeare's, nicht fähig, sonst hätt' ich geglaubt, er wolle damit auf die Bandnatur seines Staatsverbandes anspielen. Ich fürchte, daß er bei seinem Vorschlag Vieles nicht erwogen hat. Durch einen gewandten Einfluß auf die höllischen Setzer in den Himmelshöhen kann wahrlich recht viel Ungewißheit und Verwirrung, mancher Auflauf, manche Revolution aus dem Stegreif herbeigeführt werden. Wie leicht versieht sich nicht selbst ein bewaffnetes Auge, und liest statt: Alles schläft, Alles schlägt! Während da noch die Fensterladen in Königsberg verschlossen sind, und der Bäcker seine Semmeln aus dem Ofen zieht, könnte in Berlin schon die breite Straße barricadirt, in Coblenz das Königreich Westphalen oder etwas Aehnliches proclamirt sein. Und nicht nur aus Versehen könnte das Unternehmen solche Folgen herbeiziehen, sondern auch die Verschlagenheit dürfte sich einmischen. Ich nehme an, der Kronprinz bereist den Rhein, in Düsseldorf ordnet sein Oncle die schönsten Feste und Ehrenbezeugungen, eine Ehrenpforte wird errichtet und weißgekleidete Jungfrauen überreichen Sr. Königl. Hoheit Blumen und Gedichte. Der Abend bringt vor das Hotel des geliebten Prinzen eine Serenade, und die Stimmen des begeisterten Volkes fallen mit »Heil dir im Siegerkranz« ein. Eilig berichtet nun der Telegraph, von Düsseldorf nach Elberfeld: man hat Heil dir im Siegerkranz gesungen. Was geschieht? Hinter dem Städtchen Schwelm hielt' ich dann schon an einer langen Stange die transparenten Buchstaben: die Barcarole gerad' in der Richtung empor, daß der Telegraph in den Städten Hagen oder Iserlohe nur lesen kann: Man hat die Barcarole gesungen! Im Braunschweigischen und Hannoverschen würden unsere Freunde bereits die Marseillaise daraus machen, und während so in Magdeburg, Berlin und Frankfurt schon die Kinder im Mutterleibe nicht mehr verschont blieben, wird hinter Landsberg, wo es schon ins Polnische geht, durch unsern feinen Vorschub die Nachricht daraus: »Man hat: noch ist Polen nicht verloren« gesungen!

Herr Spieker, Sie sind entsetzlich! in einer Nacht können Sie dem preußischen Staate das Garaus machen. Ist es Ihnen wirklich nur um die schnelle Beförderung der Nachrichten zu thun, so adressir' ich Sie an meine liebenswürdigste Freundin. Zwar ist sie weit entfernt, in ihr Glaubensbekenntniß die politischen Gesinnungen Ew. Herrlichkeit aufgenommen zu haben, doch besitzt sie so viel redlichen und rechtlichen Sinn, daß sie nur das wiedergeben würde, was ihr Ohr vernommen, ihr Auge gesehen hat. Ich bin da nicht so; aus Liebe zur Wahrheit gehör' ich zur Opposition, und weil ich zur Opposition gehöre, halt' ich seinen absichtlichen Irrthum für zulässig. Man braucht kein Jesuit zu sein, und kann doch von dem Satze ausgehen, daß der Zweck die Mittel heilige. Sie erlauben mir, diesen Gegenstand etwas zu verfolgen.

In Wien gibt es ein Bild, wo der Wolf den Gänsen predigt; das ist lächerlich: ebenso kenn' ich einen Kupferstich von dem genialen Disteli, wo ein Has zum Fuchs zur Beichte kommt. Aber wenn eine Gans eine Wolfsherde bekehren wollte, oder ein Has einen Fuchs, so sieht man nur die Dummheit, und über die lach' ich nie. Ich hab' es schon oft gesagt, daß die Klugheit nichts mit der Tugend gemein hat. Das ist die Homöopathie in der Politik, List mit List zu widerlegen. Wenn eine linke Seite erst Acten und Testimonien durchstudiren wollte, um endlich nach einigen Wochen eine Frage an die Ministerbank zu richten, so wollt' ich ihr diese mühevolle Ehrlichkeit sehr verdenken. Wie's der Augenblick bringt, jedes leise Wehen der geschäftigen Sage, jede noch schwache Vermuthung ist immer schon stark genug, den Zwecken der Opposition zu dienen. Will sie denn die Regierung besiegen? nein, sie will sie nur beschäftigen. Napoleon hat auch darin ohne sein Wollen dem Liberalismus gedient, daß er ihn kämpfen lehrte. Die heutige Taktik wird nicht mehr die Armeen vor den Festungen zerstreuen, sondern sie kühn und ohne Verzug mitten in feindliches Land hineinmarschiren lassen; die Festungen ergeben sich zuletzt doch. Sonst ist die Gewalt der Regierung mächtig genug, selbst Felsen aus der Richtung ihres Weges fortzuschaffen, aber das parlamentarische Leben zwingt sie, an jedem Steinchen anzustoßen. Ich bleibe der festen Meinung, daß Alles den Zwecken der Wahrheit dienen kann, am meisten ihr eigenes Gegentheil. Welch kindliche Thorheit der Deutschen, die in dicken Bänden noch immer die Zufälligkeit der Nothlüge bezweifeln! Wenn die polnischen Unterofficiere im Beginn der Revolution nicht dadurch ihren Muth bewiesen hätten, daß sie auszusprengen wagten, all' ihre Cameraden würden von den russischen Regimentern niedergemetzelt, würde dann noch die Geschichte unserer Zeit Wunder haben aufweisen können? Und Du, Geliebte, wolltest ohne Falsch die Wünsche einer Partei erfüllen, die Dich höhnen wird, wenn sie Dich benutzt hat? Du wolltest so ganz Himmel und Tugend sein, um Andere ihr höllisches Spiel mit Dir treiben zu lassen? Darum sollte die Wahrheit Anstand nehmen, in die irdischen Wohnungen und Herzen herabzusteigen, und ihrer Gegner Gestalt und Farbe anzunehmen, damit ihr hier unten nichts bliebe, als gestoßen und geschunden zu werden, und darauf ihre Hoffnung zu richten, daß einst das Gute belohnt und Böse bestraft werde? Nein, Freundin, bei jenem tödlichen Hasse, den Du mir einst bei den Altären der Hausgötter gegen die Römer hast schwören müssen, an meiner Seite wirst Du streiten, keinen Fuß weiter treten, den ich mit meinem rauchenden Stahle nicht erobert hätte, mit ihm nicht behaupten könnte! Siehe, um meine nervichte Linke hab' ich Deine wallenden Locken gewunden. Eher wollt' ich Dir, wie Virginia's Vater, das schöne, jugendliche Haupt vom Rumpfe trennen; eh' ich die Schmach erführe, Du hättest Dich ihnen hingeben müssen.

O, meine Gute, ich kenn' eine Telegraphenlinie, die geht durch alle Länder, in denen menschlicher Odem weht! Keiner hat es dem Andern gesagt, und doch wissen sie es Alle. Jeder Seufzer, jede Klage, jeder Schrei der Verzweiflung steigt wie Feuersäulen in die Luft, von Bergen zu Bergen sieht man Tausende solcher Flammenzeichen rauchen. Das sind die Geister der Abendwinde und die Mondscheinwellen, auf denen sie schiffen. Das sind die unsichtbaren Landstraßen, die die Engel in duftigen Frühlingsnächten gewoben und gedämmt haben. Das sind all die heimlichen Gedanken, die hinüber und herüber ziehen, tröstend und mahnend. Wie Irrlichter sieht man die großen, glühenden Buchstaben, hinter schwarzem, ölgetränktem Papiere auf dunkeln Moorgründen auf- und niedergaukeln. Wie Feuerkugeln fallen aus nächtlichem Himmelsblau die Abbreviaturen der großen Commandowörter, die zum Schrecken der Tyrannen die Bewegungen unzähliger Heerscharen ordnen und lenken. Der helle Nordschein mit seinen gelblichrothen Lichtströmen ist eine glanzvolle Übersetzung der Parole, die durch die kampfgerüsteten Reihen wie ein Bach murmelt. Die Natur hat es doch weise eingerichtet. Wo ein Thal aufhört, da fängt ein Berg an, und hinter ihm liegt wieder ein Thal. Wo Ströme und Meere fließen, da gibt es nicht nur diesseits ein Ufer, sondern auch eines jenseits. Wo endlich ein Gränzstein liegt, da ist eines Landes Ende, aber auch eines andern Anfang. Freilich mögen über Meilen sich die Zungen fremd sein und nicht verstehen, was sie sich zuflüstern wollen. Aber wie bei einem Baue oder bei einem Brande reicht Einer dem Andern den Stein oder Eimer, dieser wieder einem Dritten, und so hinauf bis zum Letzten. Das Geheimniß schreitet in Siebenmeilenstiefeln. Eine schöne Sommernacht, wo ein Nachbar mit dem andern aus dem Fenster redet, kann durch ganz Europa eine expresse Nachricht spediren. Ein edler Dichter hat die Bundschmecker auf den großen, ewigen Bund der Sterne verwiesen. Wahrlich, so lange denen noch ihre Bahn gezeichnet ist, kann es der guten Sache nicht an Fortgang fehlen. Die Ewigkeit der Sterne bedeutet mehr als die bloße Ausdehnung in der Zeit, sie ist auch der Sieg der Zeit, ihr ruhmvoller Sieg. Der Ideenschmuggel wird die Poesie des Lebens werden. So lange noch der Pflüger auf dieser Gränze seinen Pflug eine Weile stehen läßt, und mit dem Pflüger auf der andern im Schatten der Gränzeiche ein vertrauliches Gespräch halten kann, so lange noch keine Mauer verhindert, daß sie sich einander die Hand reichen, wollen wir nicht fürchten, die Wahrheit möchte abhanden kommen. Zwang und Gewaltthätigkeit kann wohl verhindern, daß man in Lausau weiß, was der Amtsschreiber in Kauzen den Bauern für Grobheiten sagt; aber daß man in China ein erbärmliches Leben führt, hat selbst durch die hohe und lange Mauer nicht können verschwiegen werden. Durch Endliches läßt sich die Erkenntniß des Unendlichen weder befördern noch hindern. Wenn die Baumeister des babylonischen Thurms das Wesen Gottes mit Kalk und Steinen begreifen wollten, so ist das dieselbe Thorheit, die in den Versuchen der Gewalthaber liegt, wenn sie einen mächtigen Strom dämmen wollen. Der Strom glaubt ja nicht mehr an die Nothwendigkeit seines alten Bettes, wird er hier aufgehalten, so bahnt er sich dort einen neuen Weg, und das mit reißender, zerstörender Gewalt. So verfehlen sie nicht nur an der einen Seite ihre Absicht, sondern machen an einer andern Seite den Schaden größer, als er je zuvor war. Mit Congressen, Protokollen und verschärften Maßregeln droht man die Völker zu beglücken. Das Ungeheuere traut man sich zu, nicht nur die tief, ach! so tief geschlagenen Wurzeln des Hasses auszuheben, sondern sogar an ihre Stelle junge, frische Reiser, Liebe und Vertrauen, zu pflanzen. Neulich hieß es irgendwo, daß die republicanische Richtung, die das Leben in Süddeutschlands constitutionellen Staaten zu nehmen drohe, gefürchtet wird. In der That, dieser Brand ist noch klein, und doch hat er schon so weit um sich gegriffen, daß ich nur noch ein einziges Mittel kenne. Wie man am besten einen Brand erstickt; die Hoheiten müßten sich den Hermelinmantel ihrer Fürstengerechtsame vom Leibe reißen, und die Flamme mit dem Verlust der alten Schönheit ihres Kleides, mit der Entsagung ihrer meisten Vorrechte dämpfen. Aber dazu gehört Entschlossenheit, dazu gehört Demuth, Bescheidenheit. O welche sonderbare Pietät der Fürsten und des Adels! Sie schätzen die Ahnen nicht so hoch, als die Nachkommen, die ihnen noch in der Lende sitzen. Sie wollen ihren Kindeskinder nichts entziehen. Aber es wird eine Zeit kommen, wo die gierige Flamme, die die Väter jetzt noch unschädlich machen könnten, an die Kronen der gesalbten Enkel hinauflecken, und sie auf ihren Häuptern jämmerlich schmelzen wird.

Nicht wahr? Du hast mich doch nicht falsch verstanden? Wir sprachen doch von den Telegraphen der Liebe, die durch die Räume der unendlichen Welt aufgestellt wären? Von unserer Liebe, von den wunderbaren Chiffern, mit denen sich unsere Herzen verständigen? Wie es die Nachtigall Dir wieder sagen müßte, wenn ich so in stiller Nacht unter den dunkeln Zweigen ihrem Liede lausche? Wie die funkelnden Glühkäfer und die pfauenäugigen Nachtschmetterlinge es sehen und Dir erzählen müßten, wenn ich sie bei ihrem Kosen und Schwelgen in den Blütenkelchen so selig betrachte? Wie? Du schüttelst den Kopf? Sprechen wir nicht von den Thälern und Bergen, den blauen Himmelsfernen, den goldenen Gestirnen der Nacht, wie diese alle nur eine großartige Runenschrift für Liebende wären? wie das leise Waldesflüstern und Blätterrauschen Dir immer die Boten meiner Treue sein sollten? wie der geschwätzige Quell nur das wieder erzähle, was er von einer Blume gehört habe, die aus dem Schnabel einer Taube, die ich zu Dir sandte, gefallen? Also wirklich, das hast Du Alles vergessen? o wir reichten uns ja die Hände über Berge und Meere, und drückten sie uns meilenweit! Sprachen ja dabei von Morgenroth und goldener Hoffnung, von schöneren Tagen und herrlicher Zukunft! Im himmelblauen Gewände lagst Du in meinen Armen. Ein zweiter heiliger Christoph, mußt' ich das Jesuskind meiner Liebe durch die salzige Fluth meines Tränenmeeres tragen. Ja, es ist wahr, wir sprachen nicht von der Jugend, nicht von dem Alter, von Haß nicht, und auch von Liebe nicht, vom Geräusch der Welt nicht, nicht von der Einsamkeit, nicht von Dämonen und auch von Göttern nicht. Wir küßten uns ohne Mund, wir drückten uns ohne Hand, wir sahen uns ohne Auge. Du standest weit, weit von mir, und doch ruht' ich in Deinem Schooße. Weit übers Meer stehst Du mit Deinem Engelskopfe, und ich flechte Deine goldenen Haare, und diesen Zopf mach' ich so lang, daß er über alle Welt reicht, und nenne Dich die größte Närrin, die auf Gottes Erdboden je gewandelt hat!

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