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Briefe eines Narren an eine Närrin

Karl Gutzkow: Briefe eines Narren an eine Närrin - Kapitel 12
Quellenangabe
typeletter
booktitleBriefe eines Narren an eine Närrin
authorKarl Gutzkow
firstpub1832
year2001
publisherKulturverlag Kadmos
addressBerlin
isbn3-931659-19-4
titleBriefe eines Narren an eine Närrin
pages3-5
created20041006
sendergerd.bouillon
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Zehnter Brief

Dir gehen die Augen vor Weinen, mir vor Lachen über. Du bist Heraklit, ich Demokrit. Du hassest die Welt, und fliehest sie. Ich liebe sie nicht, und bleibe in ihr. Dich ärgert der Lauf der Welt, Du willst, sie soll auf zwei Füßen stehen. Ich lasse sie gehen und bin zufrieden, wenn sie nur den rechten Fuß voransetzt. Du verfolgst die Handlungen der Menschen von ihren Anfängen bis dahin, wo Du Dich endlich getäuscht findest. Ich setze schon das Ende in den Anfang, und habe nie Ursache zur Klage, weil ich mich nie täusche. Du erwartest und hoffest Neues da, wo den Leuten nur immer das Alte neu erscheint. Ich erwarte immer nur Altes, und weiß, daß selbst das scheinbar Neue im Grunde nur alt ist. Die Wünsche der Menschen reichen nie weiter als die Theilnahme, die sie erregen. Es gibt nur Hoffnungen, in sofern man ihre Erfüllung mit Andern theilen kann. Deine Theilnahme aber ist immer der Wunsch selbst, und darum hast Du einen doppelten Verlust. Dein Mitgefühl ist verschwendet und Deine Aussicht getäuscht. Hoffe doch auf nichts, als auf die Hoffenden selbst! Mich interessirt weniger das Gefundene als das Gesuchte. Beste, was kann lächerlicher sein, als eine Menschheit, die nach Kamtschatka wallfahrtet, um die Aepfel der Hesperiden zu holen!

Wenn ich nicht bei Trauerspielen lachen müßte, so würde ich Dich fragen, warum Du bei Lustspielen weinst.

Als Korinth zerstört und Griechenlands letzte Kraft gebrochen wurde, da stelltest Du Dich hoch auf den Olympus und sahest über Thessaliens Höhen in die blutigen Thäler von Hellas. Ich stand hinter Dir und trocknete lachend die Thränen, die Du weintest, als müßte jeder Tag nicht seinen Abend haben.

An Deiner Stelle hätt' ich mich auf dem Schlachtfelde bei Philippi geschämt, als Cassius Schatten auf Dich zukam, und Deine Beileidsbezeugungen mit den Worten abwies: Weib, heule die schlafenden Krieger nicht aus ihrer Ruhe! Gehe hin, setze Dich auf den Gebärstuhl und gebäre Männer! Wirklich, ich hätte mich geschämt, und meine Scham mit Feigenblättern bedeckt.

Ich glaube fast, Du gehörst zu jenen deutschen Historikern, die die Geschichte für einen Todten, sich selbst für angestellte Klageweiber halten. Das Geheimniß des Lebens scheint fast nur durch Offenbarung an die Leute zu kommen. Die Alten hatten für Schlaf, Traum, Tod, Geburt eine oder mehrere Gottheiten, für das Leben keine, weil sie wußten, daß dies der Menschen einziges Vorrecht, daß hier Niemand Etwas ist, als durch sich selbst. Diese Ansicht, daß das Leben nur ein ewiges Sterben und der Tod die Geburt zum wahren Leben sei, ist für Viele die einzige Idee geworden, auf die sie ihr Dasein gründen. Aber sie ist verwerflich, nicht nur als Meinung, sondern auch als That. Als That lebt sie in einem ewigen Todtschlage. Die tiefste Quelle dieses Uebels liegt nicht im Christenthume, wie man zu behaupten gewohnt ist, sondern noch weiter hinauf in den ersten Ursprüngen des germanischen Lebens. Die germanischen Völker würden nie zu solchen Consequenzen christlicher Ideen, die sich im Mönchthum und Klosterwesen aufs Höchste steigerten, gekommen sein, wenn sie an ihrer eignen historischen Quelle, den alten heidnischen Naturanschauungen nicht aus diesem Becher des Todes getrunken hätten. Die Sagen des alten Nordens weben, wie die Nebel auf seinen düstern Heiden, beständig zwischen Leben und Tod. Schon bei der Geburt seiner gefeierten Helden hört man den Grabgesang, die Götter selbst haben zeitliche Gränzen ihrer Macht, und dämmern dem Untergange entgegen. Solche Empfindungen ließen sich der Lehre des Christenthums leicht anpassen, sie fixirten sich in einem bestimmten, religiösen Bewußtsein, und so ist denn die thörichtste Erscheinung des Dualismus entstanden, die, daß man sich nicht ohne Stolz Bürger zweier Welten nennt.

Unser Prediger-, Superintendenten- und Consistorialwesen wird uns noch zu Grunde richten. Das sonntägliche salvos fac die acht und dreißig Bundestagsconstituenten läßt sich freilich nicht umgehen. Vielleicht ist auch die Andeutung gut, daß die Könige vieler Huld von Gott bedürfen, um regieren zu können, und daß sie derselbe mit treuen und redlichen Dienern umgeben möge. Friedrich der Große ließ sich sogar in den Kirchen Gottes unterthänigen Knecht nennen, welcher Gebrauch in Preußen mit der Leibeigenschaft wieder aufgehört hat. Doch das gefährlichste Uebel ist die deutsche Predigtmanier, sie ist geist- und lebentödtend. In den katholischen Ländern erhalten die gläubigen oder ungläubigen Zuhörer wenigstens artige Legenden von gebratenen, geschundenen, in der Luft schwebenden Heiligen, oder auch von aufgeklärteren Lehrern ganz nützliche Beiträge für den moralischen Hausbedarf, Alles leichte und verdauliche Speise; wie es kommt, so geht es, und was zurückbleibt, ist unschädlich. Aber bei uns wollen sie tiefer gehen. Die Kirche soll eine Lehranstalt für das ganze Leben werden, ewiges Singen und Beten, Loben und Preisen der göttlichen Gnade und Barmherzigkeit. Wenn Du des Morgens aufstehst, so reinige und segne Dich, und gehe mit freudigem Muth an Dein Tagewerk. Vor und nach Tische danke Gott für seine Gaben, die wir von ihm empfangen haben, gehe dann wieder an Deine Arbeit, lege Dich unter Gebet zur Ruhe nieder, dann schläfst Du sicher vor dem Teufel, der wie ein brüllender Löwe Dich umgeht, und droht Dich zu verschlingen. Nun wird aber diese verhimmelte Ruhe durch viele irdische Einflüsse gestört. Weib und Kind wollen Brod, der Staat will seine Abgaben haben. Hochmuth und Hoffahrt sind die anstoßenden Kräfte des alltäglichen Lebens, wie soll man ihnen begegnen? wie aus dem Wege gehen? wie ihre unterdrückenden Aeußerungen ertragen? Man hält keine Zeitung. Erdbeben, Pestilenz, Zeichen am Himmel, ein neuer Komet. Aufruhr, Empörung, keine Knechte mehr, keine Unterthanen. Der jüngere Bruder, der älteste Sohn muß das Gewehr ergreifen, allgemeine Rüstung zum Kriege und die Aussicht auf alle seine Schrecken.

Hier trennen sich nun die Seelsorger, und drei Bearbeitungen des gemeinen Mannes lassen sich deutlich unterscheiden.

Das kleine Häuflein der Gläubigen rückt immer dichter und näher zusammen. Sie tauchen in ihre Empfindungen und Selbstbeschauungen unter, und hören vom Lärm des Tages nur ein fernes, unverständliches Rauschen und Murmeln. Sie wissen aus der Apokalypse, daß das letzte Thier bald losgelassen wird. Die Erscheinung des Antichrists kann nur noch wenige Jahre dauern. Wenn nun die Entscheidung wie ein Fallstrick oder ein Dieb in der Nacht eintritt, so sollst Du sorgen, daß Du wachend und betend erfunden werdest! Wenn der Bräutigam an Dein Kämmerlein klopft, so gehöre zu den fünf klugen Jungfrauen, denen Docht und Oel noch nicht ausgegangen ist! In die Kirchen und Bethäuser dieser Entsagenden dringt kein Laut von den vielen Worten, die jetzt in der irdischen Welt gesprochen werden. Sie wissen, auf welchen Fels Christus seine Kirche gegründet hat, und werfen auch diese Sorge auf den Anfänger und Vollender ihres Heils. Vom Christen gibt es hier nur ein Schema, das unabhängig ist von allen Verhältnissen der äußeren Welt, dies ist der ewig wiederkehrende Text, die Geschichte des innern Menschen. Es gibt ein Büchlein, worin die Perioden und Epochen dieser Geschichte in Bildern dargestellt sind. Die Unterlage der allmählichen Entwickelung ist ein menschliches Herz, wohinein alle Symbole der Dinge, die dem Menschen in seinem natürlichen und geistlichen Zustande heilig sind, gezeichnet worden. Ein Geldsack, eine Sau, ein Bock, eine Schlange und dergleichen stehen da, wo endlich späterhin die Bibel, das Kreuz Christi, der Kelch des Abendmahls prangen. Beim Untergang der Welt findet man dies Häuflein vielleicht noch in stiller Andacht versammelt, und redend vom Mysterium der Wiedergeburt, und die Stichwörter seiner Bluttheologie sich zurufend.

Andere Kanzelredner wollen in der That zeitgemäß werden. Aber sie sind zu ästhetisch gebildet, um an den Wirren dieser Zeit Wohlgefallen zu finden. Sie stehen den Fürsten, besonders den weiblichen Gliedern der Höfe so nahe, daß sie zu Seitenblicken auf die arge, böse Welt beständig versucht werden. Sie predigen über Unruhe und Verwirrung, über Völker, die frevelnd am Heiligsten gegen ihre Fürsten aufstehen, über die Verläugnung aller Liebe und alles Vertrauens. In Preußen sind die Prediger nach Vorschriften der Consistorien gehalten, solche Themata ihren Vorträgen an bestimmten Sonntagen unterzulegen. Aber es freut mich, daß diese Fürstendiener ihre Zwecke durch ihr eignes Verfahren zerstören. Der größte Theil ihrer Zuhörer besteht aus genießenden Residenzbewohnern, die die ganze Woche Sorge tragen, die unangenehmen Eindrücke der Zeitgeschichte von sich fern zu halten. Des Sonntags holen sich diese aus den Kirchen nichts weniger als Trost und Beruhigung; es werden das erst recht die Oerter, wo die Wunden aufbrechen und das Blut wieder zu fließen anfängt.

Die letzte Classe unterscheidet sich zwar von der vorigen durch die Art der Auffassung nicht, doch steht sie tief unter jener, weil sie unredlicher ist. Die sächsischen Hof- und Leibpastoren brüsten sich mit ihrer Freisinnigkeit, ihrem Lutherthum, und was in bestimmten, vorliegenden Fällen, wo sie zeigen konnten, an welchem Fleck ihnen das Herz sitzt, aus ihrem kühnen Munde gegangen ist, beweisen die kurz nach den sächsischen Unruhen in Leipzig, Altenburg, Dresden und sonst gehaltenen Predigten.

Da stehen wir wieder bei unsern Jesuitenhelden, den Vorkämpfern für Licht und Wahrheit, bei der großen Opposition gegen Montrouge und das Freiburger Seminar, bei den kühnen Cölibatsgegnern, kurz bei dieser ewigen Schande der Unredlichkeit auf der einen und der Leichtgläubigkeit auf der andern Seite. Mit der rechten Hand schreibt in Leipzig Einer gegen die Polen, mit der linken für die Juden, und er bleibt derselbe Hort der Freiheit. Gegen den edlen G. Rießer glaubt sich ein Anderer in Heidelberg bestimmt erklären zu müssen, so lange man den aber noch gegen Römlinge reden hört, bleibt er seines liberalen Rufes gewiß. Neulich hat Jemand, den ich nicht gern nenne, angekündigt, er wolle kein Bedenken tragen, er wolle das große Wagniß unternehmen, das constitutionelle monarchische Princip gegen die Republicaner zu vertheidigen. Wo sind diese Gegner? wo sind diese Republicaner, an denen er sich messen will? wo steckt ihr denn, ihr deutschen Republicaner! Heraus, daß wir euch sehen! Redet, daß wir euch hören! Niemand da? Keiner? gar Niemand?

Theuerste, wir sind die Einzigen, die an die Republik glauben. Wir wissen es, daß die Aussicht auf den ewigen Frieden in der Aussicht auf die Republik liegt. So lange man nun freilich jene zu den Thorheiten rechnet, wird man diese auch so nennen, aber auch ebenso entschuldigen. Ueberhaupt wollen wir uns in der Ferne mit unsern Ansichten halten, und zur Sicherung mit den Geschäftsmännern ausrufen: Vieles gilt in der Theorie, aber wenig in der Praxis!

Die Republik hat historische Gegner, die die Existenz einer Sache von ihrem Werden nicht trennen können, moralische, die vergessen, daß eine jede Wahrheit vorher gemißbraucht, und dann erst zum rechten Gebrauch verwandt zu werden pflegt, philosophische endlich, die das Königthum für nothwendig halten, ich weiß nicht, zu welchen allgemeinen Zwecken der Menschheit.

Die historischen Beweise stehen der Wahrheit meist immer am Nächsten. Aber der geringe Zwischenraum ist doch so groß, wie der Unterschied der Menschen in unterschiedenen Zeitaltern. Diesen wird man nie aufheben, jenen nie ausfüllen können. In die Lehre vom Menschen rechnet man sein Leben, wohl auch seinen Tod; aber die Schmerzen der Geburt werden unbemerkt hinter einer Wand ausgestanden. Nicht so die Geschichte. Sie gibt selbst die Conception der Ideen und die Organe dazu öffentlich, und können denn wir Beide dafür, daß es da ohne Blut und Jammer nicht abgeht? Weil Rom und Athen und die Republik Bopfingen untergegangen ist, so ist alle Republik ein Hirngespinnst. Ist diese Beweisführung aber nicht ebenso thöricht, als wenn ich für die Möglichkeit der Republik Frankfurt oder Bremen citiren wollte! Nicht einmal Nordamerika beweist für Europa, die verlangten Gründe liegen weit anderswo.

In der Republik soll kein Antrieb zur Sittlichkeit liegen. Ohne Rücksicht auf seine Civilpolizei denkt man sich das Königthum noch als eine Art höherer, sittlicher Gewalt, als eine moralische Allgegenwart, als ein lohnendes oder strafendes Gewissen. Aber du lieber Gott, warum lässest du dann deine Wetter nicht in die Glockenstühle der Kirche schlagen? wozu existiren sie, wenn man das Alles kürzer, wohlfeiler haben kann? dann aber frag' ich auch, sind die Fürsten mehr als ihre Handlungen? Können sie ihrem Volke irgend eine Weihe geben, die sie in ihrem Leben selbst nicht besitzen? Du weißt, ich mache ihnen nicht einmal Vorwürfe, wenn sie den Gelüsten ihres Herzens folgen, und solche Wege gehen, wohin sie ihr Bedürfniß treibt. Ich verlange weder Tugenden von ihnen, noch gute Beispiele. Wenn solche nicht da sind, so hasse ich die falschen Vorspiegelungen derselben. Worauf ich aber hoffe, das ist die innere Macht der Sittlichkeit, die nie eines äußern, imponirenden Stachels bedarf; auf das stille Geheimniß des Herzens, das nur durch edle Handlungen seinen Nebenmenschen Rechnung ablegen soll, auf die liebevolle Beichte zwischen verwandten Seelen.

Die Philosophie gibt dem Königthum eine Stellung, die jede andere Institution eben so gut, am besten sie selbst einnehmen könnte. Es soll nämlich für die Sehnsucht des Menschen nach Schönem und Erhabenem, für die Bestrebungen seines Geistes im Gebiete der Kunst und Wissenschaft die äußere Garantie einer bestimmten Form der Gesellschaft nothwendig sein. Ist dies aber die Republik nicht auch? Würde die Zahl der Mäcenaten nicht vermehrt werden, wenn die Concurrenz weniger schwierig wäre?

Wem die Bibel heilig ist, und sie soll das Allen ewig bleiben, der wird dort die Fürsten und Könige nur als Erste und Häupter der Obrigkeit finden. Sie sind zwar mehr als die ersten Bürger des Staats, aber auch weit weniger als eine Totalrepräsentation desselben. Gott war sehr ungehalten, als die Juden dem Samuel anlagen, er möchte ihnen einen König salben. Die Leute sprachen damals schon wie jetzt bei den Debatten über die Civilliste. Ein König mache den Glanz und die Würde des Reiches, der Luxus würde mit seinen wohlthätigen Folgen befördert, und vor allen Dingen müsse man es den Ausländern gleich thun.

Wann sich die Könige von ihren Thronen trennen werden, weiß ich nicht. Viele erwarten, daß die Fürsten einst in den Wissenschaften so weit vorrücken, daß sie von ihrer eignen Entbehrlichkeit überzeugt, jene verlassen werden. Gott möge diese Studien segnen.

Einstweilen aber, Du geliebtes Bild, constituiren wir uns Beide zu der Republik der Liebe. Wir wollen das Beispiel aufstellen, daß es auch in dieser Staatsform Treue, Hingebung, Aufopferung geben könne. Sei auch der erste Sprößling dieser Ehe ein Napoleon, der zweite die Restauration und der letzte ein Thron, umgeben mit republicanischen Institutionen; unsere Enkel werden dennoch die Früchte unserer Anstrengungen zu schätzen und zu veredeln wissen. Das sind Hoffnungen, aber keine Träume. Gewiß, wir werden die goldenen Früchte brechen; denn unser Arm kann sie erreichen.

Wir sollten für die Freiheit noch nicht reif sein? Seit wann geschähe die Zeitigung ohne die Zeit? Haben wir nicht Jahrhunderte durchlebt, ich, die Liebe, Du, die Wahrheit? Sind nicht die Völker so an uns vorübergegangen, daß wir Zeuge sein konnten, wie die Fürsten wohl manche alte Fesseln lösten, dafür aber neue schmiedeten, und wie die Völker sie wieder zerbrachen? Es ist wahr, wir sind ehrwürdige Ueberreste grauer Vergangenheit, Ruinen dahingeschwundener Herrlichkeit, Du, ein altes Fossil, ich, ein Mammuthsschädel. Wenn man unsere Versteinerung einst bemerken wird! Wenn man hoch auf dem Kaukasus eine Republik und die Blüthe der Civilisation entdecken wird! Wir werden dann doch mehr sein, als ein Beitrag zum Naturaliencabinet, mehr als eine Seltenheit für das anatomische Theater. Die Menschheit hält uns für den Beginn eines neuen Zeit- und Weltalters. Uns sind die Menschen zwar nie viel gewesen, aber wir werden ihnen Alles sein!

Schon steigt die Morgensonne aus den Gewässern um Amerika's Ufer: ihre ersten Strahlen vergolden die schneeigen Wipfel unseres Himmelberges. Sieh' hin, dort stehen wir im glänzenden Frühroth, mit Entzücken sinken wir uns in die Arme! Sind wir nicht glücklich?

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