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Gutenberg > Johann Wolfgang von Goethe >

Briefe an Charlotte Stein, Bd. 1

Johann Wolfgang von Goethe: Briefe an Charlotte Stein, Bd. 1 - Kapitel 71
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authorJohann Wolfgang von Goethe
titleBriefe an Charlotte Stein, Bd. 1
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700

[Freitag 3. August]

Wie befindet sich meine L. L. bei dem kühlen Wetter und erwünschtem Regen? Sag mir ein Wort. Heut bin ich zur H[erzoginn] Mutter geladen. Adieu beste.

d. 3. Aug. 81

G.

701

[Sonnabend 4. August]

Sag mir liebste wie du dich befindest und ob du mit mir einig bist. Es thut mir nichts weher als wenn wir uns einen Augenblick misverstehen, als wenn mein Wesen an deines falsch anschlägt, mit oder ohne meine Schuld.

Adieu. Schicke mir meine Schrifften.

d. 4. Aug. 81.

G.

702

Sag mir ein freundlich Wort, damit ich zum Leben gestärckt werde.

G.

703

[Donnerstag 9. August]

Einen Grus zum Morgen und Artischocken. ich wünsche daß sie wohl schmecken mögen. Zu Mittag will ich nach Tiefurth, und zu Abend meine vielgeliebte wieder sehen.

d. 9. Aug. 81.

G.

704

[Sonntag 12. August]

Statt der gehofften Sonntagsruhe, bin ich seit heute früh wie besät von Menschen. Gestern ist unsre Feyerlichkeit zu iedermanns Vergnügen begangen worden. Heute will ich ganz zu Hause bleiben und die singenden Mäuse einladen. Schicke mir das Brätgen. Sag mir daß du mich liebst, und fühle daß ich dein bin. Dancke für das Andencken von gestern Abend.

d. 12. Aug. 81.

G.

705

[Montag 13. August]

Es ist mir gestern nicht recht wohl bekommen dich gar nicht zu sehen. Abends war ich gar zu gern von meinen Gästen weggelaufen. Sag mir ein Wort meine beste. Und was du heute vorhast.

d. 13. Aug. 81

G.

706

Dancke fürs Frühstück den Hut wirst du schon haben. Ich bleibe zu Hause und suche dich gegen Abend. Adieu aller beste und einzige.

G.

707

[Sonntag 19. August]

Schon den ganzen Morgen bin ich dir nah meine Beste, und hätte geschrieben und geschickt wenn mich nicht die Geister an mein neues Stück geführt hätten. Die zweyte Scene wird heute wohl fertig. Adieu ich bleibe und wohne in deiner Liebe, und es ist mir schön daß deine Phantasie mich mit dem Onkle zusammenschmilzt. Leb wohl ich seh dich noch heute.

d. 19. Aug. 81.

G.

708

[Montag 20. August]

Ich fahre nach Tiefurt zum Essen, und nehme von meiner lieben Urlaub. Heute früh hab ich gehausvatert wie du mich haben willst. Adieu. Ich komme zeitig wieder. Das Wetter ist schlecht, doch will ich durch die grose Allee fahren.

d. 20. Aug 81.

G.

709

[Sonntag 26. August?]

Mit einem guten Morgen schick ich meiner besten einen Brief von meiner Mutter, um sich an dem Leben drinne zu ergötzen. Gestern war's recht artig. Die Werthern hat den Tasso mit rezitirt, und recht artig.

Die Lieder werden abgeschrieben.

G.

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