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Gutenberg > Johann Wolfgang von Goethe >

Briefe an Charlotte Stein, Bd. 1

Johann Wolfgang von Goethe: Briefe an Charlotte Stein, Bd. 1 - Kapitel 63
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authorJohann Wolfgang von Goethe
titleBriefe an Charlotte Stein, Bd. 1
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620

[Dienstag 3. April]

Guten Morgen meine liebste. Der Regen hat alle Knospen beschleunigt. Wie hast du geschlafen, und wie hast du deinen Tag eingerichtet. Es ist Conseil und ich will zu Hause essen, du gehst zu den Menschen und ich heut Abend zu dir.

d. 3. Apr. 81.

G.

621

[Mittwoch 4. April?]

Sie sind wohl zusammen ohne mich wo nicht besser. Bey dreyen, die alte Verhältnisse und Erinnerungen sich mitzutheilen haben ist der vierte wenigstens müssig, drum schlich ich mich weg, denn Sie wissen wie mir gleich unheimlich werden kan wo ich nichts zu theilen habe. Ich bin gewiss sehr ungern gegangen. Entschuldigen Sie mich bey der Gräfinn. Mein Zahn lässt mir leidlich Ruhe. Gute Nacht beste. Morgen werden wir auch wieder von einander getrennt leben. Gute Nacht. Iezt da ich weg bin mögt ich wieder zu dir.

G.

622

[Donnerstag 5. April]

Zum schönen Morgen schick ich ein Paar goldne Aepfel. Möge es Ihnen wohl seyn. Das Zahnweh hat mich gestern Abend nicht geplagt, und heut früh bin ich recht gut. Damit täglich etwas geschehe, will ich einige Stunden fleisig seyn und dann mit Knebeln ausreiten. d. 5. Apr. 81. sagt Ihnen Ihr Freund und Geliebter auch noch einmal daß er Sie unveränderlich liebt.

G.

623

[Freitag 6. April]

Es mag noch so viel in mir und um mich in Bewegung seyn, so ist doch meine Liebe zu dir nie verdunckelt. Adieu! Sag mir was heute dich ruft. Ich esse nach dem Conseil zu Hause und harre deines Rufes. Ich bin recht wohl.

d. 6. Apr. 81.

G.

624

[Sonnabend 7. April]

Ihrer Liebe erfreu ich mich in dem schönen Wetter und in jeder Knospe die so tausendfach hervorbrechen. Heut will ich mir etwas in der freyen Lufft zu gute thun denn ich habe gestern das dringendste weggeschafft.

Als ich mit Ihnen das Buch des Irrthums und der Wahrheit las, gingen mir schöne Lichter über meinen Zustand auf, ich hatte sie eben für Sie zu schönen klaren Worten gebracht als Stein hereinkam.

Hier sind Orangen und die Everdingens, ergözzen Sie sich dran bis ich komme. Was schaffen Sie heute?

d. 7. Apr. 1781.

G.

625

[Sonntag 8. April]

Vergebens hofft ich auch heute den stillen Tag von den Menschen gesondert zu feyern, und einige Stunden mit dir zu seyn. Der Marckgraf kommt um 10 Uhr und wir müssen auf die Parade. Ich bin immer wohl wenn du mich liebst. Das vorübergehende Weh, scheint auch heute aussetzen zu wollen. Adieu meine einzige eh ich nach Hof gehe seh ich dich einen Augenblick.

d. 8. Apr. 81.

G.

626

[Montag 9. April]

Immer mit meinen Gedancken um dich beschäfftigt, hab ich dir schon wieder viel zu sagen was ich für dich und an dich gedacht habe. Das sey auf die erste gute Stunde die mir mit dir wird. Du schienst gestern Abend zu verlangen daß ich mitfahren mögte, mache mit mir was du willst. Ich will meine Briefe schreiben. Warum ich gerne hier bliebe wäre auch die Probe von Wolfs Musick zu hören die heut Nachmittag um 4 Uhr ist. Doch dein Wille geschehe. Adieu ich seh dich in allen Gestalten immer vor mir und immer lieber. Adieu beste.

d. 9. Apr. 81.

G.

627

[Dienstag 10. April]

Sag mir liebste was in deiner schönen Seele vorgeht. Heut früh will ich spazierend allerley aussinnen. Dann zu Diebens gehn und dich um ein Mittagbrod bitten. Gern bät ich dich auch Nach Tisch ein wenig umherzugehn wenn dein Fus dich nicht hinderte der Tag ist der erste ganz schöne.

d. 10. Apr. 81.

G.

628

[Mittwoch 11. April]

Zum Morgengrus schick ich dir schöne Blumen, und melde dir einen köstlichen Tag. Versäume nicht eh du in die Zeichenstunde gehst nur einige Schritte heraus zu thun der Regen hat gar viel hervorgelockt. In der Hoffnung dich Abends zu sehn will ich den Tag leben, und mich deiner Liebe erfreuen. Adieu meine beste.

d. 11. Apr. 81.

G.

629

[Donnerstag 12. April]

Die Veilgen die unsre schöne Sonne für dich herausgelockt hat, sollen dir einen guten Morgen von mir sagen. Heut ist Conseil. Ich esse zu Haus, und bitte mir zu sagen wie du deinen Tag zubringst.

d. 12. Apr. 81

G.

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