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Gutenberg > Johann Wolfgang von Goethe >

Briefe an Charlotte Stein, Bd. 1

Johann Wolfgang von Goethe: Briefe an Charlotte Stein, Bd. 1 - Kapitel 57
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authorJohann Wolfgang von Goethe
titleBriefe an Charlotte Stein, Bd. 1
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[Sonnabend 10. Februar]

Wie stehen Sie mit Ihrem hypochondrischen Freunde? ich hoffe gut! Mir ist die Redoute wohl bekommen, Sie sagen mir nicht wie Sie geschlafen haben, mir ist recht leidl. Gestern Abend macht ich noch von unsern nötigen Versen. Die Schrötern hab ich heut in der Absicht zu Tisch gebeten, um sie hernach zu Ihnen zu bringen. Lassen Sie es dabey, und sagen Ihr allenfalls ein artig Wörtgen daß sie nach dem Essen mit mir kommen mögte, und daß Sie sie hätten einladen wollen. Hier ist die Maske. Ich dicktire eben an dem neuen Wercke. Es geht lustig. Wie siehts mit Knebels Thee? den haben Sie wohl über Ihre Musikalische Liebhaber ganz vergessen. Die irdische Harmonie ist doch gewaltiger als die Himmlische. Adieu. schicken Sie dies Zettelgen bitt ich dem Herzog.

d. 10. Febr. 81.

G.

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[Sonntag 11. Februar]

Mir gehts recht leidlich meine Beste. Mein Hals ist fast wieder gut, und die unregelmäsige Bewegung des Bluts legt sich auch. Ich sehe Sie bald. Leben Sie wohl.

d. 11. Febr. 81.

G.

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[Montag 12. Februar]

Wenn ich zu Hause bleibe, ist mir es ein angenehmer Gedancke daß zwischen mir und Ihnen nur die liebe freye Luft ist, und meine Seele keine widrigen Wohnungen überspringen darf um zu Ihnen zu kommen. Heute früh hab ich den ganzen Plan unsrer Maskerade zurecht schreiben lassen und alle Departements ausgetheilt. Es wird noch gehn ob es gleich ein ungeheuer Gewirre ist. Auch diesen Nachmittag will ich in ernstlichern Dingen fleisig seyn und Abends bey Ihnen anfragen. Lassen Sie sich aber von nichts abhalten, sagen mir nur wo Sie etwa sind.

d. 12. Febr. 81.

G.

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[Dienstag 13. Februar]

Mein liebes A und O wie befinden Sie sich. Der Wind hat mich diese Nacht nicht schlafen lassen er ist wüthend hierhaußen. Auch heute Morgend bin ich ganz wohl, wenn es gegen Abend kommt, spür ich mehr das Übel. Adieu ich muß noch Verse machen. Es rückt nach und nach alles zusammen. Sagen Sie mir was Sie auf den Abend vorhaben Mittags will ich alleine essen.

d. 13. Febr. 81.

G.

564

[Mittwoch 14. Februar]

Guten Morgen meine beste und liebste, ich kan Ihnen nichts weiter sagen als daß, wenn ich so wohl wäre als ich Sie lieb habe, ich recht sehr wohl seyn müsste. Ich sehe Sie wenigstens einen Augenblick. Zu Mittag hab ich mich bey meinem Collegen Schnaus versprochen.

d. 14. Febr. 81.

G.

565

[Mittwoch 14. Februar]

Das grose Wasser hat uns einen seltnern Gast, einen Spiegel Karpfen zugeschickt, den ich Ihnen gleich abliefre. Adieu meine beste. Wenn Sie diesen Abend nach Hause kommen finden Sie etwas von mir. Da sich der Himmel aufgeheitert hat, bin ich auch gleich wohler. Seyn Sie vergnügt, ich will fleisig seyn.

d. 14. Febr. 81.

G.

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[Donnerstag 15. Februar]

Hier meine liebe sind die Verse zu unserm Aufzug lassen Sie sie Steinen sehen sonst niemand. Der Lobgesang fällt weg, die Musick ist fertig, die Sänger habens nicht können lernen. Der Bogen ist deswegen umgedruckt. Sie mögen mich doch heut zu Tische. Ich bin recht artig und your lover for ever.

d. 15. Febr. 81.

G.

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[Sonnabend 17. Februar]

Wie haben Sie geschlafen. Zu Mittage lad ich mich ein. Lieber Tag und liebe Nacht.

d. 17. Febr. 81.

G.

568

[Sonntag 18. Februar]

Der Tag lässt sich gar schön an. Den Nachmittag mit Ihnen zuzubringen ist mir die angenehmste Aussicht. Schicken Sie mir doch das Portefeuil mit Zeichnungen das noch bey Ihnen liegt, und sagen mir daß Sie wohl sind und mich lieben.

Wenn Sie allenfalls bey Hof gehn wollten so hab ich bedacht daß wir unser Werck vorher fertig machen können. Adieu beste liebste.

d. 18. Febr. 81.

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[Montag 19. Februar]

Bey diesem Sturm kommen mir die doppelten Fenster wohl zu statten.

Diesen Morgen bleib ich zu Hause, Nachmittag hab ich zu thun und wenn Sie diesen Abend nicht in Gesellschafft gehn, so komm ich und vielleicht schreiben wir. Ich werde erst meine Sachen lieb kriegen wenn ich sie von Ihrer Hand sehe. Der Brief an Lavatern macht mir grose Freude. Ich bin recht wohl, und schreibe es dem Queckensaft zu den mir der Hofrath eingeschüttet hat. Was macht Ihr Hals?

d. 19. Febr. 81.

G.

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