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Gutenberg > Johann Wolfgang von Goethe >

Briefe an Charlotte Stein, Bd. 1

Johann Wolfgang von Goethe: Briefe an Charlotte Stein, Bd. 1 - Kapitel 51
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authorJohann Wolfgang von Goethe
titleBriefe an Charlotte Stein, Bd. 1
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500

[Dienstag 21. November]

Guten Morgen beste. Sagen Sie mir wie's Ihnen geht und ob Sie noch heut Abend mit Ihren Freunden kommen. Das Wetter ist wild und wüst wir wollens aber hinaussperren. Die kleine Werthern und Knebel kommen von Daura auch zu uns. Gestern war ein sehr böser Weeg. Wie ist Ihr Abendessen abgelaufen ?

d. 21. Nov. 80.

G.

heut früh war ich nicht fleisig.

501

[Mittwoch 22. November]

Lassen Sie mir sagen wie Sie sich befinden. Gestern Abend wollt es nicht recht, meine Gäste waren artig und disponirt, doch schiens als wenn ein Meelthau drein gefallen wäre. Heute ess ich bey der Herzoginn Mutter, und sehe Sie einen Augenblick. Der Schnee macht doch die Welt fröhlicher, ich fürchte nur er hält nicht.

d. 22. Nov. 80.

G.

502

[Donnerstag 23. November]

Sagen Sie mir wie Sie geschlafen haben, und dass Sie mich lieben. Hufland hat mir ein böses Frühstück geschickt. Geben Sie doch überbringern den 1 Ackt des Tasso mit, ich will weiter schreiben lassen. Die erste Scene des zweiten Ackts ist so ziemlich fertig.

d. 22. Nov. 80.

G.

503

[Donnerstag 23. oder Freitag 24. November?]

So lang ich Bleystifft beym Aufmachen eines Zettelgens sehe wird mirs nicht wohl. Ich bedaure Sie herzlich. Bleiben Sie ruhig und hören Sie auch den Arzt.

Mir hat er ein Regim vorgeschrieben dem ich folge und soll auch etwas einnehmen. Knebel hat kuriose Sachen über den 1sten Ackt gesagt. Aber gute.

504

[Freitag 24. November]

Ich dancke für den Anteil meine beste. Das Unvermeidliche muss ertragen werden. Nur bitt ich Sie sich täglich zu sagen dass alles was Ihnen an mir unangenehm seyn konnte aus einer Quelle kommt über die ich nicht Meister bin, dadurch erleichtern Sie mir viel. Adieu beste. heut ist Conseil und war poetischer Rasttag.

d. 24. Nov. 80.

G.

505

[Sonnabend 25. November]

Es geht mir heute ganz wohl, meine liebste und beste. Ich habe etwas geschrieben um nicht stecken zu bleiben. Heut Mittag ess ich mit Knebeln, und gegen Abend mögt ich wohl Lingen und Ihnen die erste Scene des II Ackts lesen.

d. 25. Nov. 80.

G.

506

So dunckel es auch um mich ist, so schön ists, denn die nächsten Bäume weissagen immer durch ihr weises Ansehn, dass bald Frost und klar Wetter seyn wird, und so genies ich das Zukünftige im Gegenwärtigen. Ich komm noch vor sechs um Ihre Fr. Mutter zu sprechen.

507

[Montag 27. November]

Soll ich auf heut Abend noch den Rehbraten zurecht machen lassen. Nachmittage will ich spazieren lauffen. Wie befinden Sie Sich. Ich bin fleisig in allem Sinn.

d. 27. Nov. 80.

G.

508

[Mittwoch 29. November]

Wenn Sie mögen lass ich den Rehrücken braten und bring ihn zu Ihnen dass wir ihn zusammen verzehren. Wollen Sie einen Gast dazu bitten?

d. 29. Nov. 80.

G.

heut ist vor tag geschrieben worden.

509

[Donnerstag 30. November?]

Ich wills doch erzwingen dass Sie von meinem Rehrücken essen sollen. Geseegnete Mahlzeit an die ganze Gesellschafft.

G.

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