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Gutenberg > Johann Wolfgang von Goethe >

Briefe an Charlotte Stein, Bd. 1

Johann Wolfgang von Goethe: Briefe an Charlotte Stein, Bd. 1 - Kapitel 47
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authorJohann Wolfgang von Goethe
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460

[Dienstag 15. August]

Nachdem ich Sie zweymal bey sich gesucht, haben mich falsche Stimmen in den Stern, auf die Wiese bis in meinem Garten gelockt; ich glaubte Sie immer vor mir zu hören, nun will ich in Ihrem Andencken einen stillen Abend geniessen und mich auskühlen, und über heut und morgen nachdencken. Der Herzog wünscht die Vögel zu Ende dieser Woche da giebts noch was zu treiben. Schicken Sie mir einen Bissen mit Freundlichkeit, und Herdern den Jaques le fataliste. Adieu beste.

d. 15. Aug. 80.

G.

461

[Mittwoch 16. August]

Das Conseil wird heute hoffentlich nicht zu lange werden. Ich will zu Tische kommen und ein fröhlich Mittagmahl halten. Dancke für alles was Sie gutes an mir thun, durch Liebe und Freundlichkeit.

d. 16. Aug. 80.

G.

462

[Donnerstag 17. August]

Ich bin auf dem Sprunge auszugehn, und hab heute da diesen Abend Hauptprobe ist, eine Menge zu schaffen. auch um 10 noch privat Probe mit den Misels, also seh ich Sie wieder nicht bey mir.

G.

463

[Freitag 18. August]

Noch einen Abschied von dem Theaterstübgen aus. Es ist ganz gut gegangen und ich dencke es soll toll genug werden wenn nur die Hizze nicht wäre die über den Spas geht. Adieu beste! morgen Abend seh ich Sie wieder.

G.

464

[Ettersburg, Freitag 18. August]

Ein Wort Gute Nacht in gröster Eile durch den Bedienten der Herzogin die fortfährt. Die Commödie ist gut gegangen.

G.

465

[Sonnabend 19. August]

Auch einen guten Morgen müssen Sie haben, meine allerbeste, und den Abendgrus bring ich selbst wenn ich Sie nur finde. Hierhausen schläft sichs trefflich. Ein lustiger Streich ist mit Wielanden passirt, es geht doch nicht närrischer zu als wo Menschen beysammen sind. Adieu. So ist artig auseinander seyn wenn man sich in einer Stunde reichen kan. Adio Liebste.

G.

466

[Weimar, Sonntag 20. August?]

Ich kam spät von Ettersb[urg] fragte bey Ihnen an, ging dann nach hause und schrieb Mercken. Einmal wollt ich Ihnen entgegen gehn.

Danck für den Braten. Ich habe noch von dem Hirsch. Adieu allerliebste.

G.

467

Ich bin zur Tafel gebeten und hab es nicht mit Fug absagen können. Wollen wir unser Mahl auf heut Abend verschieben. Es ist auch sehr heis.

G.

468

[Sonntag 27. August]

Die schöne Frau wird mir heute den ganzen Tag wegnehmen. Ich weis noch nicht ob sie gegen Abend oder Morgen früh weggeht.

Sie ist immer schön sehr schön, aber es ist als wenn Sie mein liebstes entfernt seyn müssten wenn mich ein andres Wesen rühren soll. Wir sind sehr artig. Der Herzog hat mir doch gestern Abend ein Eckgen meines Krams verrückt. Heute früh fahren wir nach Tiefurt, essen Mittags bey mir pp.

Auf Morgen Abend hoff ich Sie mit allem lieben und leidlichen bey mir zu sehn.

d. 27. Aug. 80.

G.

469

[Sonntag 27. August?]

Geseegnete Mahlzeit. Wir werden zwar von den Raben gesättigt, doch möchten wir auch was von Ihren Händen haben. also vergessen Sie uns nicht

G.

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