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Gutenberg > Johann Wolfgang von Goethe >

Briefe an Charlotte Stein, Bd. 1

Johann Wolfgang von Goethe: Briefe an Charlotte Stein, Bd. 1 - Kapitel 45
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authorJohann Wolfgang von Goethe
titleBriefe an Charlotte Stein, Bd. 1
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440

[Montag 5. Juni]

Adieu liebes Gold, behalten Sie mich lieb. Schreiben Sie mir manchmal etwas und wenn ichs auch nur bey meiner Rückkunft fände. Was mir die Götter geben ist auch Ihr. Und wenn ich heimlich mit mir nicht zufrieden bin so sind sie wie die ehrne Schlange zu der ich mich aus meinen Sünd und Fehlern aufrichte und gesund werde. Denn die Götter haben den Menschen Vielerley gegeben das Gute dass sie sich Vorzüglich fühlen und das Böse dass sie sich gleich fühlen Adieu. An den Trähnen der Carlingen schein ich schuld zu seyn, und bins auch. Ich seh aber auch in diesem wieder dass – ja man sieht nichts – Adieu.

441

[Gotha, Montag 5. und Dienstag 6. Juni]

Gotha, Montags abends 7.

Es ward würcklich warm als ich von Ihnen wegritt, und ein Pferd das nur Schritt geht, merck ich wohl muss ich im Leben nicht reiten. Ich unterhielt mich wie mit Ihnen von meiner ganzen militärischen Wirthschafft, erzählte Ihnen das geheimste davon, das eben nicht scandaleus ist, wie es gegangen ist, geht, und wahrscheinlich gehn wird, Sie hörten mir gedultig zu und waren geneigt auch zu meinen Mängeln und Fehlern ein freundlich Gesicht zu machen. NB der Eklat den der Rttmstr mit der Caroline macht, ist blos um das Gehässige auf mich zu wälzen, und ist im innern doch wieder dumm. Wenn ich wiederkomme sollen Sie was Sie wollen von der Sache wissen, mit dem Beding dass Sie mich gegen niemand vertheidgen.

Drauf unterhielt ich mich mit beyliegender Posse, kam so durch Erfurt, und zulezt führt ich meine Lieblings Situation im Wilhelm Meister wieder aus. Ich lies den ganzen Detail in mir entstehen und fing zulezt so bitterlich zu weinen an, dass ich eben zeitig genug nach Gotha kam. Man hat mir im Thor gesagt dass ein Quartier im Mohren für mich bestellt sey. Wo ich auch eingezogen bin und erwarte ob Sie mir etwas schreiben und schicken wollen. Um den Donnerstag erwart ich ein gros Packet von Ihnen worinn alle schönen Freundinnen etwas beylegen werden.

Ich wollt gern Geld drum geben wenn das Capitel von Wilhelm Meister aufgeschrieben wär; aber man brächte mich eher zu einem Sprung durchs Feuer. Dicktiren könnt ichs noch allenfalls, wenn ich nur immer einen Reiseschreiber bey mir hätte. Zwischen so einer Stunde wo die Dinge so lebendig in mir werden, und meinem zustand in diesem Augenblick wo ich iezt schreibe ist ein Unterschied wie Traum und Wachen.

Dienstag d. 6ten Jun. früh. Der Reitknecht geht ab und soll Ihnen diesen Grus bringen. Adieu bestes. Leben Sie wohl und vergnügt, lieben Sie mich denn ich bedarfs. Grüsen Sie die kleine und Frizzen.

G.

442

[Mittwoch 7. Juni]

Mit dem schönen Wawagen komm ich in fremden Landen mir sehr kurios vor, als wenn man auf einem neuen Theater und frischen Dekorationen mit bekannten Akteurs spielt. Ich sage Ihnen einen guten Morgen, dancke für's Briefgen und kann Nachricht geben dass ich mich ganz gut aufführe. Adieu. Es geht nun hübsch bunt.

d. 7. Juni 80.

G.

443

[Weimar, Mittwoch 14. Juni]

d. 14ten Juni Abends nach 7. An meinem Schreibtisch. Es regnet, und der Wind spielt gar schön in meinen Aschen. Ich suche Sie und finde Sie nicht, ich folge Ihnen nach und erhasche Sie nicht. Es ist nun die Zeit da ich Sie täglich zu sehn gewohnt bin, ausruhe und mich mit Ihnen in ganz freyen Gesprächen von dem Zwang des Tags erhohle.

Ihren Ring erhielt ich gestern und dancke Ihnen für das schöne Zeichen. Er ist ein Wunderding er wird mir bald zu weit am Finger bald wieder völlig recht.

Oeser ist hier und gar gut, schon hab ich seinen Rath in vielen Sachen genuzt er weis gleich wie's zu machen ist, das Was bin ich wohl eher glücklich zu finden. Er will in Ettersburg eine Dekoration mahlen und ich soll ein Stück machen. Diese Woche hab ich noch zu thun, wenn es von Sonnabend über den Sonntag fertig werden kan, so mags gehn, ich wills der Jochhausen dicktiren, und wie ichs im Kopf habe solls in zwölf Stunden inclusive essen und trincken fertig seyn. Wenns nur so geschwind gelernt und die Leute in's Leben gebracht wären, ich will die Vögel nehmen, eigentlich nur die oberste Spizzen oder den Raam abschöpfen denn es muss kurz seyn. So kommt noch die Thorheit und macht uns neu zu schaffen. Thut nichts es bringt doch die Menschen zusammen, unterhält den Prinzen dem eine grose Rolle zugedacht ist, und bringt ihn von Tiefurt weg. NB von weiten hab ich schon meine Maasregeln genommen seine Wirthschafft zu ordnen und Oeser hat mir auf der Herreise |: er kam mit der Herrschafft von Leipzig :| ohne es zu wissen, durch Gespräche ohngefähr guten vorläufigen Dienst gethan.

Von der Dessauer Reise ist iedermann zufrieden. Von der Herzoginn werden Sie hören dass sie in Potsdam gewesen ist und wie.

Steinen hab ich nur im Vorbeygehn gesehn, Frizzen gar nicht. Wenn der Stamm fällt fallen die Aeste. Grüsen Sie die kleine. Wenn mein Stück fertig ist und ich kanns möglich machen lass ichs abschreiben und schicks Ihnen.

Übrigens geht alles seinen dezidirten Gang, ich wende alle Sinnen und Gedancken auf, das nötige im Augenblick und das schickliche zur Situation zu finden, es sey hohes oder tiefes, es ist ein sauer Stückgen Brod, doch wenn mans erreichen könnte auch ein schönes. Die grösste Schwürigkeit ist dass ich das Gemeine kaum fassen kan. Unbegreifflich ist's, was Dinge die der geringste Mensch leicht begreifft, sich drein schickt, sie ausführt, dass ich wie durch eine ungeheure Klufft davon gesondert bin. Auch geht mein gröster Fleis auf das gemeine. Sie sehen ich erzähle immer vom ich. Von andern weis ich nichts, denn mir innwendig ist zu thun genug, von Dingen die einzeln vorkommen kan ich nichts sagen, nehmen Sie also hier und da ein Resultat aus dem Spiegel den Sie kennen. Ich freue mich auf die Camera obscura und auf einen Brief von Ihnen der auch nur von Ihnen handeln muss. Adieu für heute Adieu Gold. Sie haben doch wohl rathen können warum ich verlangte dass Sie mit einem v das C. und S. von einander trennen sollten, wenn Sies recht auslegen ists recht artig, ich zweifle fast, Sie werden das glänzende Püncktgen nicht treffen.

444

[Donnerstag 15. Juni]

d. 15ten Juni nach Mitt.

Meine Rosen blühen nicht auf, meine Erdbeeren werden nicht reif sie wissen wohl dass sie nichts zu eilen haben. Stein sagt, er schicke Morgen etwas an Sie und ich will dieses Briefgen mit geben. Bald seh ich auch etwas von Ihnen hoff ich. An den neuen Weegen wird schönes bereitet, wir werden auch wieder da zusammen gehn.

Alles ist äusserlich ruhig.

Die Waldner ist noch nicht wieder da.

Der Herzog kaufft wieder ein Pferd, das sehr unbequem trabt, weil er schon mehr unbequeme hat, welches sich hören lässt. Adieu. Grüsen Sie die Imhof. Er weis wohl nicht mehr viel von mir.

445

[Sonnabend 24. und Montag 26. Juni]

An dem unsäglichen Verlangen Sie wieder zu sehen fühl ich erst wie ich Sie liebe. Die Sachen hängen wunderlich in dem Menschen zusammen. Diese Sehnsucht nach Ihnen trifft auf eben die Nerve wo der alte Schmerz, dass ich Sie das erste Jahr in Kochberg nicht sehen durfte, sich verheilt hat, bringt eben die Empfindung hervor, und erinnert mich, wie eine alte Melodie, iener Zeit.

Noch wart ich auf einen Brief von Ihnen, das Zettelgen hab ich, mit Knebels Brief.

Oeser hat mancherley gutes in Bewegung gesezt. Der erste Ackt der Vögel ist bald fertig. Ich wollte Sie könnten an Platituden so eine Freude haben wie ich, das Stück würde Sie herzlich zu lachen machen.

Ein geringes Geschenck, dem Ansehn nach, wartet auf Sie wenn Sie wiederkommen. Es hat aber das merckwürdige dass ich's nur Einem Frauenzimmer, ein einzigsmal in meinem Leben schencken kan.

d. 26. Jun.

Gestern war ich in Ettersburg und dicktirte der Jöch[hausen] mit dem lebhafftesten Muthwillen an unsern Vögeln, die Nachricht von Feuer in Gros Brembach iagte mich fort, und ich war geschwind in den Flammen. Nach so lang trocknem Wetter, bey einem unglücklichen Wind war die Gewalt des Feuers unbändig. Man fühlt da recht wie einzeln man ist, und wie die Menschen doch so viel guten und schicklichen Begriff haben etwas anzugreifen. Die fatalsten sind dabey, wie immer, die nur sehn was nicht geschieht, Und darüber die aufs nothwendige Gerichteten Menschen irre machen. Ich habe ermahnt, gebeten, getröstet, beruhigt, und meine ganze Sorgfalt auf die Kirche gewendet, die noch in Gefahr stund als ich kam und wo ausser dem Gebäude noch viel Frucht die dem Herrn gehört, auf dem Boden zu Grunde gegangen wäre. Voreilige Flucht ist der gröste Schaden bey diesen Gelegenheiten, wenn man sich anstatt zu retten widersezte, man könnte das unglaubliche thun. Aber der Mensch ist Mensch und die Flamme ein Ungeheuer. Ich bin noch zu keinem Feuer in seiner ganzen Acktivität gekommen als zu diesem. Nach der Bauart unsrer Dörfer müssen wirs täglich erwarten. Es ist als wenn der Mensch genötigt wäre, einen zierlich und künstlich zusammengebauten Holzstos zu bewohnen, der recht, das Feuer schnell aufzunehmen, zusammen getragen wäre.

Aus dem Teich wollte niemand schöpfen denn vom Winde getrieben schlug die Flamme der nächsten Häuser wirblend hinein. Ich trat dazu und rief es geht, es geht ihr Kinder, und gleich waren ihrer wieder da die schöpften, aber bald musst ich meinen Plaz verlassen, weils allenfalls nur wenig Augenblicke auszuhalten war. Meine Augbrauen sind versengt, und das Wasser in meinen Schuhen siedend hat mir die Zehen gebrüht, ein wenig zu ruhen legt ich mich nach Mitternacht, da alles noch brannte und knisterte im Wirthshaus aufs Bett, und ward von Wanzen heimgesucht und versuchte also manch menschlich Elend und unbequemlichkeit. Der Herzog und der Prinz kamen später, und thaten das ihrige. Einige ganz gewöhnliche und immer unerkanndte Fehler bey solchen Gelegenheiten hab ich bemerckt. Verzeihen Sie dass ich mit Bildern und Gestalten des Gräuels Sie in Ihre Freuden verfolge. Es fiel mir in der Nacht und denen Flammen ein, wie das Schicksaal wüthet und nun Sicilien wieder bebt und die Berge speyen, und die Engländer ihre eigne Stadt anzünden und das alles im aufgeklärten 18ten Jahrhundert.

Wie ich heut früh herein ritt wie schön wärs gewesen wenn ich Sie hätte zum guten Morgen grüsen können. Adieu Sie müssen nun bald wieder kommen. Adieu liebste.

Die Kinder haben mir Briefgen gebracht.

Grüsen Sie die Imhof und die kleine.

Meine Erdbeeren stehn verlassen, bald schick ich sie da, bald dort hin, es will nirgends hafften.

Clauer macht Oesers Büste recht hübsch.

Meine Rosen blühen bis unters Dach, und solang als das mein Haus deckt, kan nicht ein willkommnerer Gast hineintreten als Sie. Adieu liebste. als ich gestern zum Feuer kam, war das erste dass ich meinen Ring abthat und in die Tasche steckte.

446

[Mittwoch 28. Juni]

Es ist nicht ganz hübsch von Ihnen dass Sie Sich vom H[errn] Vetter die Cour machen lassen, indess ich fast aller Miseley entsagt habe, es mir auch gar nicht schmecken will.

Wenn Sie mir's recht ausführlich erzählen, und mir auch sonst romantischen und dramatischen Stoff mitbringen, wird Ihnen diese Untreue verziehen. Die Werthern ist in sehr betrübten Umständen, das arme Herzgen weis gar nicht recht worans ist, seit dem ihr alter moralischer Verehrer fort ist, der die unmoralischen vertrieben hatte. Wenn ich nicht so viel zu thun hätte wäre mir's auch elend. Manchmal in ruhigen Augenblicken die doch höchst selten sind fühl ich auch eine grose Lücke. Sie kommen noch so bald nicht wieder merck ich.

Oeser geht heute weg. Unsre Vögel rücken vor. In Ettersburg ist viel gezeichnet worden. Clauer hat Oesers Kopf gut gearbeitet. Die Kinder sind wohl. Kästner ist Pagen Informator mit 130 rh. iährlich, exclusive d. Tisch und Wohnung. Machen Sie ihre Einrichtung drauf. Wenn Sie nun Carolinen nehmen wollen gehts vielleicht an. Adieu beste liebste.

d. 28. Jun. 80.

G.

447

[Freitag 30. Juni]

Ihre grose Vorlust mir zu schreiben hat sich wohl in ein und den andern freundlichen Gedancken aufgelöst den Sie mir über die Berge zuschicken. Nicht so mit mir Sie sollen Briefe haben, bis Sie sagen hör auf.

Stein ist nicht hier, Friz ist gar freundlich.

Heut Abend fand ich Ihrer Mutter Fächer im Stern, und hernach begegnet ich Ihr mit d[er] Reinbaben und geleitete sie zu meinen Wohnungen hinaus. Herders sind wieder von Ilmenau zurück und haben mich zum Eintritt mit unangenehmen Sachen unterhalten, die sie nichts angehn. Ich habe beschlossen die Frau nächstens beym Lippen zu kriegen und ihr meine Herzensmeynung zu sagen, sie mag alsdenn referiren, und es ist sehr gut dass mann sich erklärt, und gewisse Dinge ein für allemal nicht leidet. Die neuen Weege werden immer saubrer und zusammenhängender. An Masken zu den Vögeln arbeiten Schumann und Mieting mit aller Kunst. Jeri und Bätely will noch nicht flott werden, o über die Sandbäncke der Zeitlichkeit.

Mein Leben ist sehr einfach und doch bin ich von Morgends in die Nacht beschäftigt, ich sehe fast niemand als die mit denen ich zu thun habe. Gestern hab ich bey der Gräfinn gessen, sie war gar artig und sagte recht sehr gute Sachen. Der Herzog ist nach Ringleben wo Wasserbaue müssen veranstaltet werden, auch nimmt er sich des abgebrannten Brembachs an, und sorgt für die Leute, und für klugen Aufbau. Mir mögten manchmal die Knie zusammenbrechen so schweer wird das Kreuz das man fast ganz allein trägt. Wenn ich nicht wieder den Leichtsinn hätte und die Überzeugung dass Glaube und harren alles überwindet. Es könnte ia tausendmal bunter gehn und man müsste es doch aushalten. Wenn Sie nicht bald wiederkommen oder dann bald nach Kochberg gehn, muss ich eine andre Lebensart anfangen. Eine Liebe und Vertrauen ohne Gränzen ist mir zur Gewohnheit worden. Seit Sie weg sind hab ich kein Wort gesagt, was mir aus dem innersten gegangen wäre. Einige Vorfälle und die Lust mit den Vögeln die ich immer Sonntags der Jöchhausen dicktirt habe, sind gute Sterne in der Dämmrung geworden. Recht wohl Dämmrung.

Aber freylich tausend und tausend Gedancken steigen in mir auf und ab. Meine Seele ist wie ein ewiges Feuerwerck ohne Rast. Clauer hat Oesers Kopf recht schön gearbeitet. Der Alte ist fort. Wundersam ist doch jeder Mensch in seiner Individualität gefangen, am seltsamsten auserordentliche Menschen; es ist als wenn die viel schlimmer an gewissen Ecken dran wären als gemeine.

Wenn ich ihn nur alle Monat einen halben Tag hätte, ich wollt andre Fahnen aufstecken. Adieu mein Brief muss fort. Grüsen Sie die kleine und die Imhof.

Sagen Sie mir ein Wort wenn ich auf Ihre Wiederkunft rechnen kan. Adieu Engel,

d. 30. Jun. 80. Weimar.

G.

448

[Montag 3. Juli]

d. 3 Juli 80.

Stein behauptet zwar, ein Brief heut auf die Post gegeben, werde Sie nicht mehr in Mörlach treffen. Ich dagegen glaube dass man Sie nicht weglässt, wenn man Sie hat, dass Sie Sich halten lassen und die Abwesenden wie billig nicht in Anschlag kommen. Wir wollen uns lieb und werth behalten m. beste. Denn des lumpigen ist zu viel auf der Welt, und wenig zuverlässig, obgleich dem Gescheuten alles zuverlässig seyn sollte, wenn er nur einmal Stein für Stein und Stroh für Stroh nimmt. Es ist aber nichts schweerer als die Sachen zu nehmen für das was sie sind.

Ich hab Ihnen artige und unartige Dinge zu vertrauen.

Der erste Ackt der Vögel ist nahe fertig, dazu hat Ihre Abwesenheit geholfen. Denn solang Sie da sind lass ich mir's in unbeschäfftigten Stunden so wohl seyn und erzähle Ihnen und pp was alles in dem Augenblick mir die bewegte Seele eingiebt dem mach ich Lufft, wenn sichs thun lässt, und wenn Sie nicht da sind hab ich niemand dem ich soviel sagen kan da muss es einen andren Ausweeg suchen.

Wenn Sie nur meine Rosen sehn sollten, und geniessen sollten den Geruch des Jelängerielieber und den Duft heut nach dem Regen, und das frische Grün von der gemähten Wiese und Erdbeeren, die iezt früh die Waldner geschickt kriegt. Das werden Sie alles besser haben, aber truz allen Vettern niemanden finden der Sie mehr liebt als ich.

Grüse an die Kleine und die Imhof. Die Männer gehn mich nichts an. Adieu.

449

[Sonnabend 22. Juli]

Guten Morgen meine beste! Wie lang hab ich Sie nicht gesehen. gestern Abend kamen Sie nicht herunter. Wollen Sie mich zu Mittage? Abends muss ich nach Ettersburg.

d. 22. Juli 80.

G.

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