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Gutenberg > Johann Wolfgang von Goethe >

Briefe an Charlotte Stein, Bd. 1

Johann Wolfgang von Goethe: Briefe an Charlotte Stein, Bd. 1 - Kapitel 33
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authorJohann Wolfgang von Goethe
titleBriefe an Charlotte Stein, Bd. 1
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320

[Weimar, Sonnabend 24. April]

Erst wollt ich noch zu Ihnen, nun heist mich das Wetter häuslich seyn am Caminfeuer drück ich mich und höre dem Sausen zu und dem spizzen Regen. Wenn Sie da wären liesse sich's schön schwäzzen.

d. 24. Apr. 1779.

G.

321

[Freitag 7. Mai]

Es hat mich verdrossen dass ich von fremden Leuten hören muss dass Sie doch noch nach Gotha gehn, ich habe mich lächerlich gemacht mit der gewissen Behauptung Sie gingen nicht. Weil ich nun nichts auf Sie haben kan wenn ich Sie sehe will ich mich verstecken und Sie nicht sehn und Picks haben bis Sie wiederkommen. Reisen Sie indessen glücklich, und seyn Sie vergnügt und grüsen Sie Steinen.

d. 7. May 79.

G.

Ich seh Sie wohl auf dem Paradeplaz iezzo mit der Herzogin stehn aber ich will doch nicht hinauf gehn.

322

[Tiefurt, Mittwoch 12. Mai]

Von Ihnen kan ich doch nicht wegbleiben. Vergebens dass ich dencke das Wasser soll einen Fall irgend wohin nehmen, werd ich immer wie ein Kloz auf dem See auf einem Fleck herumgespült.

Blumen schick ich Ihnen und einige Früchte. Knebel liest im Pindar, der Herzog wird wegreiten und ich bleiben. Essen Sie meine Spargel und dencken an mich. Adieu.

Tiefurt d. 12. May 1779.

G.

323

[Weimar, Donnerstag 13. Mai]

Ihr Frühstück hab ich noch in Tiefurt genossen. Knebel danckt fürs Andencken. Dass Sie's durch mich gegeben haben war auch freundlich, denn ich hätte doch sonst einige Eifersucht gehabt ob ich schon das grösere Herz gekriegt habe. Zu Tische kom ich bald. Hier schick ich indeß ein doppelt A. Ich möchte Ihnen iede Stunde was zu geben haben.

d. 13. May 1779.

G.

324

Man wills den Damen übel deuten
Dass sie wohl zu gewissen Zeiten
Ihr Herz mit mehrern theilen können!
Doch dich kan man gar glücklich nennen
O du des Hofes Zierd und Ehre
Du schonst gar weislich deins
Und hast gelegentlich für ieden eins
Und wenns auch nur von Mehl und Farben wäre.

325

[Freitag 14. Mai]

Von denen zwey Exemplaren schicken Sie ein's der Waldnern. Da Sie kleine Herzgen durch mich verschencken, ist's billig dass ich Sie zur Austheilerinn meiner geringen Geists Produckte mache. Adieu Liebste. Ich habe das Zeug heute früh durchgeblättert, es dünckt einen sonderbaar wenn man die alt abgelegten Schlangenhäute auf dem weisen Papier aufgezogen findet,

d. 14. May 1779.

G.

326

[Pfingstsonntag 22. Mai]

Wennn ich nur was anders hätte Ihnen zu schicken als Blumen, und immer dieselbigen Blumen. Es ist wie mit der Liebe die ist auch monoton.

d. 23 May 1779.

G.

327

[Mittwoch 26. Mai]

Noch eine wohlriechende gute Nacht! Selbst kan ich mich nicht mehr aufmachen, ob ich das künftige Wetter vorspüre oder was es ist. Gute Nacht Liebe! Liebste!

d. 26. May 1779.

G.

Mein Egmont rückt doch ob ich gleich d 1 Jun nicht fertig werde.

328

[Erfurt, Sonntag 30. Mai]

Sie wissen was Sie mir für eine Freude gemacht haben, drum danck ich Ihnen nicht. So ein süses Gericht hofft ich nicht zum Desert.

Wir schwazzen viel, und heut bey Tisch war eine Menge Menschen die Kreuz und Queer schwazzten und mir viel zu dencken gaben. Morgen Abend seh ich Sie wieder Adieu Liebste. Sie auf unsern Weegen vergnügt zu wissen ist mein ganzer Wunsch, und dass Sie mich lieben mögen und mögen mirs gerne zeigen. Denn der Glaube lebt von dem himmlischen Manna der Sakramente Adieu liebste. Merck ist noch nicht da.

d. 30. May 1779 Nachm. 3 Uhr.

G.

329

[Weimar, Dienstag 8. Juni]

Dass ich Sie gestern vorbey lies sind zwey Ursachen. die nächste dass eben Bätty zu mir kommen war und mir von Kochberg erzählte, die entfernte weil ich nicht wohl war, denn ich habe schon einige Tage den Magen verdorben, dagegen ich heut früh einnehmen will. Ihr Guter Morgen war mir sehr werth wär er nur nicht ein Zeichen einer übeln Nacht gewesen. Adieu liebste.

d. 8. Jun. 1779.

G.

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