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Gutenberg > Johann Wolfgang von Goethe >

Briefe an Charlotte Stein, Bd. 1

Johann Wolfgang von Goethe: Briefe an Charlotte Stein, Bd. 1 - Kapitel 30
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authorJohann Wolfgang von Goethe
titleBriefe an Charlotte Stein, Bd. 1
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290

[Mittwoch 23. Dezember]

Ich dachte Sie so weit von mir, und in der Herrlichkeit, dass mir so Ihr Grus in die Finsterniss desto lieber ist. Es ist sehr Nacht hier haussen, und wenn die Liebe nicht noch so ein Reflexgen herein würfe wärs völlige Egyptische Finsterniss, so aber wird's ein Clairobscur. Gute Nacht Engel. Gott lohns.

d. 23. Dez. 78.

G.

291

[Sonnabend 26. Dezember]

Ein Bouquet für Sie und die haare für Gustgen, und Tobacksraucher für Frizzen. Und eine Bitte um ein wenig Essen. Die Schüsseln schick ich und will sie um Ein Uhr wieder hohlen lassen. Wenn Sie eine Stickerinn haben ausgefunden mögt ich doch über das Muster und das haar band noch erst sprechen.

d. 2 Christfeyertag 78. Aus wiedrig kaltem äussern und leidlich warmen innern Wetter.

G.

292

[Apolda, Mittwoch 30. und Donnerstag 31. Dezember]

Apolda d. 30 nachts halb zwölfe. Warum ich Ihnen einen Boten schicke weis ich nicht, ich hatte ihn eh bestellt als ich wusste was ich Ihnen sagen wollte also wirds wohl beym alten bleiben. Sie waren sehr gut dass Sie mir was mitgaben, ich war gekommen Sie drum zu bitten und schämte mich vor Ihrer Mutter. Eigentlich hätt ich ein Halstuch gern gehabt, doch wollt ich nichts sagen und die Schleife war mir auch lieb, und iezt sehr lieb da ich von Ihnen weg bin. Es ist alles zu Bette. Seckendorf raucht noch eine Pfeife, und ich will auch schlafen. Geben Sie dem Boten nichts mit er trifft uns nicht mehr.

Den lezten früh halb sieben. Wir sind wieder fix und erwarten den Tag. Ihrer Schleife hab ich einen schönen Guten Morgen aufgeküsst, und den lieben Knöpfgen, indess die Geschwister mit Ihnen noch ruhen. Adieu liebste. Ich hoffe Sie recht wohl wieder zu finden. Grüsen Sie Stein. und Frizzen. Adieu beste.

G.

293

Zum neuen Jahr.

1779.

Du machst die Alten iung die Jungen alt
Die Kalten warm die Warmen kalt
Bist ernst im Scherz, der Ernst macht dich zu lachen.
Dir gab aufs menschliche Geschlecht
Ein süßer Gott sein längst bewährtes Recht
Aus Weh ihr Wohl aus Wohl ihr Weh zu machen.

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