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Gutenberg > Johann Wolfgang von Goethe >

Briefe an Charlotte Stein, Bd. 1

Johann Wolfgang von Goethe: Briefe an Charlotte Stein, Bd. 1 - Kapitel 27
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authorJohann Wolfgang von Goethe
titleBriefe an Charlotte Stein, Bd. 1
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260

[Donnerstag 16. Juli]

In der leerheit da Sie weg sind helf ich mir so gut ich kann. Tracktire Misels, reite und lauffe herum. Ich hoffe Sie bald wieder zu sehn. Adieu liebes Gold.

d. 16. Jul. 78.

G.

261

[Donnerstag 30. Juli]

Hier ist die Melone die Sie gestern [nicht ge]niessen wollten. Ich möchte hören [ob Sie] wohl sind, schicken Sie mir die [Abschrift] meiner Verse. Adieu Liebste.

d. 30. Ju[li 78]

262

[Sonntag 2. August]

So gern ich Ihnen Knebels Gegenwart zu Ihrer Andacht gönnte, will er doch lieber unter dem hohen Gewölbe des Himmels heute anbeten. Dancke für die Schokolade, von Ihren Händen nehm ich auch wohl was schädlich ist. Adieu ich liebe Sie immer gleich adieu lieber Engel.

d. 2. Aug. 78

G.

aus der Einsiedeley

263

[Montag 3. August]

Sie waren ungläubig als ich Ihnen sagte dass die Herzoginn Ihnen was mitbringen würde, und doch hatte sie nichts angelegners als mir den Auftrag zu geben Ihnen beykommendes zuzustellen. Da es durch meine Hand geht werden Sie sich auch mit dabey meiner erinnern. Liebste ich habe gestern Abend bemerckt dass ich nichts lieber sehe in der Welt als Ihre Augen, und dass ich nicht lieber seyn mag als bey Ihnen. Es ist schon was altes und doch fällt mirs immer einmal wieder auf.

d. 3. Aug. 78.

G.

264

[Donnerstag 6. August]

Es ist so heis dass ich die Sandwüste zu Ihnen nicht durchwaten kann. Ich sizze in der Einsiedeley wohin ich mir das Essen bestellt habe. In der Ruhe werd ich an Sie dencken wenn in der Pracht Sie von andern Gegenständen beschäfftigt seyn werden. Gegen Abend komm ich aber, und bin dann auch wieder neu. Adieu liebste, heut Nacht wars noch gar schön.

d. 6. Aug. 78.

G.

Krause hat mich beredt noch an dem Felsen werck die lezte Hand anzulegen.

265

[Donnerstag 6. August]

Ein Bote aus fernen Landen hat mich veranlasst dem Herzog einen Husaren zu schicken den ich zurück erwarte, und eh nicht weg darf. Sie sollen wie es scheint allein gehn. Adieu. Wenns möglich ist komm ich nach.

d. 6. Aug. 78.

G.

266

[Freitag 7. August]

Gestern Abend hatt ich so ein schön Verlangen Sie noch auf dem Plazze zu finden, dass ichs gewiss hoffte und recht zuritt. Ihr Nachtlicht das ich schon brennen sah wies mich allein nach hause. Liebste hier sind die Gedichte wieder, und so sind Ihre schmeichlenden Zweifel auch gehoben. Heut muss ich mit Ihnen essen.

7. Aug. 78

G.

267

[Allstädt, Montag 10. August]

Montag d 10 früh. Gestern früh neune waren wir hier, bis Rolschleben hatt ich die Erinnerung mit Ihnen gewesen zu seyn. Wir richteten uns ein und gingen Abends zu Stubenvolls wo die Misels von Kalbsrieth waren. Ich zeichnete Ihnen wie beykommt und Fr. v. Stuben[voll] sagte mir Sie hätten auch in der Stube am andern Fenster gezeichnet. Abens assen wir da, der Herzog und Wedel spaasten so lang bist Carlingen schluchsend vom Tisch auf stand und in das Nebenzimmer ging.

Jezt ists höchst schön von der Burg in's Thal. Der Herzog ist nach Kalbsrieth geritten.

Wen ich frisirt bin und fertig, tusch ich erst das gestrige aus dann ist unten am Teich ein besonder schön Fleckgen, das ich zu erhaschen suchen will.

Ein Husar geht der Ihnen das bringen soll. Nach Tisch.

G.

Geben Sie innliegendes an Phillip. Die Zeichn. bring ich mit.

268

[Weimar, Dienstag 18. August]

Liebste Frau gestern bin ich weit in der Welt herum gezogen, heut hofft ich Sie zu sehen, der Herzog aber bestellt mich zum Jagen dahin geh ich gleich, also guten Morgen einen Straus und mein Andencken.

d. 18. Aug. 78

G.

269

Die Herzoginn Amalie will mit dem Herzog fahren lässt er mir eben sagen. Also liebe Frau wird aus unsrer Abrede nichts. Aber wenn Sie mich nur ein bisgen lieb haben kommen Sie doch. Guten Morgen beste. Auf Wieder sehn.

G.

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