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Gutenberg > Johann Wolfgang von Goethe >

Briefe an Charlotte Stein, Bd. 1

Johann Wolfgang von Goethe: Briefe an Charlotte Stein, Bd. 1 - Kapitel 104
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authorJohann Wolfgang von Goethe
titleBriefe an Charlotte Stein, Bd. 1
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1030

[Montag 9. Dezember]

Ich warte schon seit zwey Stunden auf deiner Schwägerinn Antwort. Wahrscheinl. weil ihre Hofmeisterinn zurück ist darf das Kind nichts ohne Erlaubniß thun. Sobald ich sie habe erfährst dus. Die ganze Nacht habe ich von dir geträumt, es wird dir lustig seyn wenn ich dirs erzähle und bin den Abend dein hier oder dort.

d. 9. Dez. 82.

G.

1031

[Montag 9. Dezember?]

Die kleine kommt um 5 Uhr. Nach Tische muß ich spazieren laufen und dann besuch ich dich. Stein kommt doch auch zum Essen.

G.

1032

[Mittwoch 11. Dezember]

Liebste Lotte. Ich kann dir nicht helfen um acht uhr komme ich und klopfe an deiner Thüre, wenigstens noch deine Stimme zu hören. Wenn ich es noch zu thun hätte ich ginge nicht weg wie leer und kalt ist es in der Welt draussen wie voll und warm bey dir.

d. 11. Dez. 82.

G.

1033

[Erfurt, Mittwoch 11. Dezember]

Von langerweile in der Gesellschafft, von Kälte in meiner Stube erbärmlich gequält schreibe ich dir nur diese Worte.

Der Stadthalter bittet mich die Comödie Freytags mit anzusehen.

Morgen Donnerstags will ich mit dem Herzog auf Neunheiligen fahren und Freytag wieder hier seyn.

Sonnabends bin ich zur rechten Zeit bey dir um mit nach Kötschau zu gehn. Eigentlich bin ich nirgends wenn ich nicht bey dir bin, und wünschte ich hätte nichts versprochen und könnte morgen schon wieder bey dir seyn. Die Feder ist abscheulich, ich mag sie nicht zum Dolmetscher meiner Liebe brauchen. Lebe wohl allerbeste iemehr ich Menschen und Frauen sehe desto lieber wirst du mir.

Erfurt. Mittwoch Abends.

G.

1034

Neunheiligen Donnerstags d. [12]. Dez. 82 Abends 10.

Wie ängstlich es mir gegen acht Uhr diesen Abend ward kann ich dir nicht ausdrucken. Nun wartet sie auf mich dacht ich und du bist 16 Stunden weit von ihr und der Schnee der zwischen uns liegt schien mir unendlich.

Morgen früh eil' ich auf Erfurth. Diesen Brief und Grus sollst du hoff ich erhalten. Freytag Abends ich komme erst in der Nacht.

Adieu. Ach du wartest wohl noch in diesem Augenblicke! Liebe liebe Lotte wie sehn ich mich zu dir und freue mich auf Sonnabend. Ich bin ganz auf dich beschränckt. Lebe tausendmal wohl.

G.

1035

[Weimar, Sonnabend 14. Dezember]

Liebste liebe sag mir ein Wort daß du mich liebst daß du mir mein Aussenbleiben verzeihst. Ich bin balde bey dir. Wie wird es mit unsrer heutigen Fahrt? Hier ein Brief den ich dir noch schrieb. Dancke für das liebe Zettelgen zum Empfang. Adieu ich habe dich immer mit mir herumgetragen.

d. 14. Dez. 82.

G.

1036

[Sonntag 15. Dezember]

Einige Tage später wären mir diese Blumen willkommner gewesen, ich hätte sie dir zum Geburtstage geschickt. Nimm sie voraus die du mir so viele Blumen im Leben aufwachsen lässest. Ich will mein Essen zu dir bringen lassen daß ich in deiner Gegenwart mich doppelt sättige. Lebe wohl und bleibe mir.

d. 15. Dez. 82.

G.

1037

[Montag 16. Dezember]

Sage mir vor allen Dingen wie du dich befindest, ob es besser mit dir ist? ich kann dir nicht sagen wie sehr ich um dich besorgt bin. Wie sehr ich um dich leide. Du gehst doch heute Abend in Gesellschafft? Ich muß fleisig seyn, und komme gegen Abend dich zu nehmen.

d. 16. Dez. 82.

G.

1038

Es that mir weh dich heute so zu finden, und ich freute mich herzlich dich nach und nach aufthauen zu sehn. Mögte doch meine Liebe die Übel wegnehmen können, deren Empfindung sie dir erleichtert. Adieu. Wenn der Herzog kommt so soll mein Götze gleich herspringen und es mir sagen so bin ich alsdenn gleich da.

G.

1039

Ein böser Ackten Bund den ich heute früh nicht habe Herr werden können, nötigt mich noch einige Stunden nach Tische zu arbeiten. Drum bitt ich um ein wenig Essen. Meine zinnerne Schüsseln sind noch drüben. Adieu beste.

G.

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