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Gutenberg > Johann Wolfgang von Goethe >

Briefe an Charlotte Stein, Bd. 1

Johann Wolfgang von Goethe: Briefe an Charlotte Stein, Bd. 1 - Kapitel 102
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authorJohann Wolfgang von Goethe
titleBriefe an Charlotte Stein, Bd. 1
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1010

[Sonntag 17. November]

Hier schick ich einen Brief an Jakobi den ich morgen absende und komme nach. Die Einsamkeit ist mir süs, dich nicht zu sehen unerträglich. Unmöglich wenn ich dich so nah fühle. Dein Fritz hat mir sehr wohl gethan. Adieu Geliebte. Wenn du mir nichts sagen lässest nehm' ich's als ein Zeichen daß ich kommen darf und kann. d. 17. Nov. 82 zum drittenmal

dein

G.

1011

[Montag 18. November]

Wie anders steh ich heut auf als gestern, die lebendige Gegenwart deiner süsen Liebe macht mich auch wieder lebendig. Laß mich diesen Tag wieder in der Stille zu bringen um Abends dein zu seyn. Schicke mir den Aberli in einem Portefeuille, auch die Brücke von mir auf blau Papier. Lebe wohl! Ich krable allerley, das dir auch mit der Zeit zur Freude werden soll.

d. 18. Nov. 82.

G.

1012

[Dienstag 19. November]

Wie befindet sich meine Lotte? mir will heute nichts von statten gehen. Ich werde spazieren laufen müssen.

Sag mir von dir und von deinem Tage, du liebes Glück, du Ende und Anfang meiner Zeit.

d. 19. Nov. 82.

G.

1013

[Mittwoch 20. November]

Guten Morgen meine Gute! Eben war ich im Begriff dir zu schreiben und dir ein Stück Kuchen zu schicken. Laß dir es gut schmecken. Ich liebe dich unendlich. Wenn du im Thore nicht gemeldet seyn willst, ist das sicherste du steigst an der Stern Brücke aus und ein. Bestelle dorthin den Wagen, ich hohle dich ab.

Sonst gehts nicht man müste es dem Thorschreiber verbieten, und das sieht kurios aus. Adieu.

d. 20. Nov. 82.

G.

1014

[Donnerstag 21. November]

Seit dem frühsten Morgen bin ich bey dir. Mich kann nun Leben und Todt, Dichtung und Acktenlesen nicht von dir trennen. Der Schnee kommt mir erwünscht er bringt mir die vorigen Winterzeiten ins Gedächtniß und manche Scene deiner Freundlichkeit. Lebe wohl du süser Traum meines Lebens, du Schlaftrunck meiner Leiden. Morgen ist Thee bey mir.

d. 21. Nov. 82.

G.

Sag mir deinen Tag.

1015

[Sonnabend 23. November]

Hier schicke ich das Tiefurter Journal und einen schönen Morgengrus.

Du gehst wohl heute zu Vossens ich will auch hinkommen. Sage mir ein Wort eh du in die Akademie gehst. Laß mich den Athem deiner Liebe aus einem Blättgen ahnden. Heut fand ich einen alten Vers:

Bin so in Lieb zu ihr versuncken
Als hätt ich von ihrem Blut getruncken.

d. 23. Nov. 82.

G.

1016

[Sonntag 24. November]

Hier allerley meine Lotte. Altes und neues. Du immer neue.

d. 24. Nov. 82.

G.

1017

[Montag 25. November]

Sage mir Liebste wie du lebst damit ich auch wieder lebe. Und ob du diesen Abend bey der Kleinen bist.

Gieb Überbringern die Abnahme vom Kreutz von Raphael.

Und den Brief an Plessig.

Möge ich doch gute Nachricht von dir hören!

d. 25. Nov. 82.

G.

1018

[Dienstag 26. November]

Sage mir Lotte wie du dich befindest ich habe die ganze Nacht von dir geträumt. Nach Tische muß ich dich sehn es wird mir schon weh auf heut Abend. Adieu beste. Wenn dir nur wohl ist.

d. 26. Nov. 82.

G.

1019

[Mittwoch 27. November]

Hier liebe Lotte der armen la Roche Brief, sie iammert mich sehr. Sage mir daß du mich liebst, auf daß ich eigner und fremder Noth vergesse. Heute gehst du zur Herzoginn du wirst mich wohl nachziehen.

Morgen komme zu mir mit der kleinen, in meine kleinen Zimmer. Adieu Geliebteste.

d. 27. Nov. 82.

G.

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