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Friedrich Gerstäcker: Blau Wasser - Kapitel 22
Quellenangabe
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typenovelette
authorFriedrich Gerstäcker
titleBlau Wasser
publisherVerlag von Neufeld u. Henius
printrunSiebente Auflage
editorDietrich Theden
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20121231
projectidd5f901b5
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14. Die Mannschaft trennt sich

Am nächsten Morgen mit Tagesanbruch weckte der Mate – denn der Zimmermann, der mit dem Steward die letzte Wache gehalten, schnarchte auf Deck mit diesem um die Wette – und eine Stunde später war das letzte Frühstück an Bord eingenommen, die Mannschaft zur Abfahrt gerüstet.

Jean, der mit seinen Verbündeten an diesem Morgen nur wenige Worte wechseln konnte, Hans aber, dem er in der Nacht eine Decke hinuntergetragen, ihren ganzen Plan schon mitgetheilt und natürlich nicht im Mindesten auf dessen Einwendung gehört hatte, stand vorn auf der Back, jetzt dem höchsten Theil des Schiffs, und suchte einen Ueberblick über die Binnenwasser zu bekommen, durch welche sie nun bald ihre einsame Bahn in ihrem kleinen schmalen Boote steuern sollten. Da glitt Timor, der kleine Malaye, zu ihm heran und flüsterte in seinem halb Englisch, halb Malayisch:

»Toean Jean – gestern hab' ich gehört – Ihr mit Toean Hans gehen wollt – ich auch. – Wollt Ihr mich mitnehmen? Ich kann gut rudern und will recht folgsam sein.«

»Donnerwetter, Junge, herzlich gern, wenn's von mir abhinge Da mußt Du aber den Capitain fragen, denn ich kann wohl über mich selber, aber über niemand Anderes von seiner Schiffsmannschaft bestimmen.«

»Ja, der Capitain wird nicht wollen,« meinte der Bursche traurig und schüttelte mit dem Kopf – »habe schon müssen meine Sachen in sein Boot legen.«

»Ja, dann kann ich's nicht ändern, Timor,« sagte Jean. – »Es thut mir aber leid – ich möchte Dich gern mithaben«.«

»Gewiß?« rief der Junge, und seine Augen leuchteten vor Freude.

»Gewiß,« erwiderte ihm der junge Matrose – »sieh zu, daß Du's einrichtest.«

»Timor,« rief gerade der Capitain – »was hast Du da vorn zu suchen, Schlingel? – Marsch, hier die Sachen hinunter in's Boot, und dann bleibst Du selber unten dabei – was giebt's noch, he?«

»Wer bleibt denn bei Toean Hans, Capitain?« frug der Junge schüchtern und sah seinen Herrn von der Seite an.

»Ist der Junge verrückt geworden?« rief aber der Capitain wüthend. »Was zum Donnerwetter geht das Dich an, Du lederbraune Canaille? – Laß mich noch einmal eine derartige Frage von Dir hören, und ich tätowire Dir das braune Fell mit blauen und rothen Streifen, daß Du Deine Freude daran haben sollst. – Marsch, die Sachen in's Boot, und dann das Andere, was hier noch liegt, auch hinunter, und dann setzest Du Dich hinten hinein und mucksest nicht mehr. – Sind die Flaschen alle unten, die ich Dir gestern Abend gegeben habe? – he?«

»Saya, Toean,« murmelte der kleine Bursche erschreckt und sprang hin, den Befehl des strengen Gebieters zu erfüllen. – Es wäre nicht die erste Mißhandlung gewesen, die er von seinen Händen zu erdulden gehabt, und er wollte sich dem nicht selber muthwillig aussetzen.

Indessen wurden die Matrosen zusammengerufen, um sich einzuschiffen. – Der Capitain stand an der Fallreepstreppe, fertig, niederzusteigen – alle seine Sachen mit Provisionen und Wasser waren im Boot, und Timor hatte eben das letzte Kistchen – den Peil-Compaß, den sie vielleicht zwischen den Inseln gebrauchen konnten, hinuntergebracht. Der erste Mate war in's Zwischendeck gestiegen, um Hans loszuschließen und ihm anzukündigen, was der Capitain über ihn beschlossen hätte. Da traten Jean, Bill und Francis vor und erklärten dem Capitain, daß sie mit Hans an Bord bleiben und versuchen würden, sich in dem kleinen Boot zu retten. Hans sei zu schwach, sich allein zu helfen, und sie wollten ihn nicht umkommen lassen.

Der Capitain wüthete und befahl ihnen, augenblicklich in die Barkasse hinunterzusteigen, Bill aber, der in dieser Sache das Wort genommen hatte, blieb ganz ruhig und erklärte, das Schiff sei ein Wrack und die Mannschaft könne sich retten, wie sie es am zweckmäßigsten halte. Capitain Oilytt, da ihn seine Steuerleute nicht im Mindesten dabei unterstützten, sondern eher noch das Betragen der Matrosen zu billigen schienen, sah bald, daß er gegen sie in dieser Sache nichts ausrichten könne, und rief endlich trotzig, sie sollten seinetwegen zum Teufel gehen, aber vorher die Gewehre und Munition, die sie bekommen hätten und die dem Schiff gehörten, wieder abliefern.

»Die Gewehre abliefern, Sirrah?« rief Bill erstaunt – »wollen Sie uns hier von den Wilden, wenn sie in ihren Canoes ankommen, morden lassen? Gott verdamme mich, wenn das nicht zu arg wäre! Dem Schiff gehören die Gewehre, Capitain; der Lohn, den wir beim Schiff zu Gute haben, gehört auch uns und wir kriegen nicht die Probe davon. – Wenn's blos das wäre, könnten Sie die paar Schießeisen auf Abschlag rechnen.«

»Schufte,« schrie aber der Capitain wüthend – »Ihr zu Gute haben? Ihr seid dem Schiff noch schuldig für das, was ich in Sidney für Euer Wiedereinfangen als Belohnung zahlen mußte. – Glaubt Ihr, Euer Schlaf-Baas hätte Euch umsonst verrathen?«

»Also Mr. Mac Carther hat uns den freundlichen Streich gespielt,« sagte Bill lachend. »Nun das bleibt sich gleich, aber die Gewehre behalten wir, und ich will mich lieber später einmal, wenn es noch dazu kommen sollte, auf sechs Wochen von irgend einem Gerichtshof einsperren, als hier von den Wilden fangen und auffressen lassen. – So – das ist das Lange und Kurze davon.«

Mr. Black flüsterte leise einige Worte mit dem Capitain, Dieser blieb einen Augenblick noch wie unschlüssig stehen: da aber die drei Matrosen mit ihren Gewehren in der Hand ruhig seinen wild und boshaft auf sie gerichteten Blick aushielten, und die Anderen, die noch an Deck waren, zu ihnen traten und ihnen herzlich die Hand schüttelten, drehte er sich mit einem Fluch um und wollte eben die Fallreepstreppe hinunter in's Boot steigen. Da wurde unten im Raum ein Fall in das jetzt bis in's Zwischendeck heraufsteigende Wasser gehört, und gleich darauf tönte ein gellender Hülfeschrei zu ihnen auf. Alles, was in der Nähe war, drängte sich um die Luke, um hinunter zu sehen. Unten auf dem erregten Wasser schwamm ein Strohhut.

»Das war Hans!« schrie Jean erschreckt – »er ist in's Wasser gestürzt!«

»Nein, Hans habe ich selber eben in's Logis gebracht,« sagte der erste Mate, »und ihm dort die Eisen abgenommen. Wie ich fortging, war er dabei, seine Kiste aufzuschließen.«

»Wo ist Timor?« rief aber jetzt der Capitain, der einen Blick in sein Boot hinuntergeworfen und den Jungen dort vermißt hatte, schnell und erschreckt aus – »wo ist Timor?«

»Vor ein paar Secunden stand er hier an der Luke,« betheuerte der Steward, der ein Packet mit seinen eigenen Kleidungsstücken und noch einige andere Sachen unter dem Arm trug, mit denen er dem Capitain in's Boot hinunter folgen wollte.

»Timor!« rief der Capitain noch einmal, als ob er gar nicht glauben könnte, der arme kleine Bursche sei hier hineingestürzt, »wo steckt der Schlingel!« – und er sah sich ängstlich dabei nach allen Seiten um. Jean aber, rasch entschlossen wie er immer war, hatte schon Alles, was er trug, dem neben ihm stehenden Bill in die Hände gedrückt und glitt jetzt mehr als er stieg an der steilen Leiter in den Raum hinunter. Einen Augenblick faßte er auf dem Rande des Zwischendecks festen Fuß, dann verschwand er in der Fluth, die kaum über dem ihm vorangegangenen Körper zu kreisen aufgehört hatte.

Alles stand in sprachloser Erwartung um die Luke her und schaute auf die unheimliche Fluth in den Raum nieder. Jeder andere Hader, jeder andere Gedanke war vergessen, und jedes Auge hing nur in peinlicher Spannung an den da unten jetzt langsam aufsteigenden Luftblasen, welche die Thätigkeit des Untergetauchten verkündeten.

»Bei Gott, der kommt auch nicht wieder!« rief François endlich mit vor Angst fast erstickter Stimme. – »Jean, – um Gottes wissen, Jean!«

»Da ist er!« tönte es plötzlich von den erleichterten Herzen der Schaar, aus deren Brust sich ein tiefer Seufzer aufrang. – Sie hatten in der Zeit nicht einmal zu athmen gewagt. – Das kohlschwarze, sonst so lockige, jetzt straff niederhängende Haar des jungen Franzosen wurde sichtbar, gleich darauf sein todtenbleiches Gesicht. Mit einer einzigen Armbewegung war er an der Leiter und hob sich, auf eine der Sprossen tretend, in die Höhe und mit den Schultern aus dem Wasser. – Er war allein.

»Kannst Du gar nichts fühlen, Jean?« rief ihm der erste Mate ermunternd hinunter, »er wird ja doch so entsetzlich schnell nicht hinweggewaschen sein. Lieber Gott, der Junge kann schwimmen wie ein Fisch, er muß sich beim Hinunterstürzen an den Kopf geschlagen haben.«

Jean erwiderte nichts, verschwand aber zum zweiten Mal unterm Wasser, und blieb diesmal länger aus als das erste Mal. Als er endlich wieder zu Tag kam, stieg er schweigend, ohne ein Wort zu sagen, an Deck und schnürte sein Bündel auf, um sich trockene Kleider anzuziehen.

»Armer Junge!« murmelte der Mate, als er dem Capitain, der sich rasch und mürrisch abwandte, in's Boot folgte. Der Steward aber, der sich neben den Zimmermann niedersetzte, brummte leise vor sich hin:

»Das ist mir auch noch nicht vorgekommen, daß Einer in einem Schiff drin ersaufen kann. Das hat die Kröte aber nur mir zum Possen gethan, damit ich jetzt Alles allein besorgen muß.«

In wenigen Minuten war das Boot zur Abfahrt bereit. » Good bye, Kameraden,« riefen Bob und Jim herüber, und die an Bord Zurückgebliebenen winkten mit der Hand.

»Stoßt ab – Gott verdamm' Euch!« zürnte aber der Capitain, den freundlichen Gruß unterbrechend – »und macht Euch da vorn Platz, daß Ihr, wenn wir einmal rudern müßten, nicht gehemmt seid.«

Der kranke Jack lag vorn auf seiner Matratze im Boot. Er war noch sehr schwach und sah unwohl aus, obgleich ihn das Fieber verlassen zu haben schien; dadurch entstand eine kleine Verzögerung, während die beiden Mates beschäftigt waren, die Segel in Ordnung zu bringen.

Der Sturm von gestern hatte gänzlich nachgelassen, die Luft war hell und klar, und eine leichte Ostbrise versprach ihnen eine rasche und glückliche Fahrt, nach Booby Island. Nur durch die Strömung aber und durch das Segel, das den leichten Wind doch schon etwas gefaßt hatte, waren sie ungefähr zwanzig Schritt vom Schiff abgetrieben, als plötzlich ein Ruf vom Schiff niederschallte und Aller Augen dorthin zog. Der Capitain, der ebenfalls aufsah, bekam eine Aschenfarbe, denn dort stand Hans, und in seinen Händen hielt er ein kurzes, in der Sonne blitzendes Doppelgewehr.

»Mörder!« entfuhr fast unwillkürlich den bleichen Lippen des Capitains der Angstlaut, der bis zu den Ohren seines früheren Opfers drang. Hans aber schüttelte verächtlich lächelnd mit dem Kopf und rief, indem er das Gewehr neben sich auf Deck stieß:

»Habt keine Furcht, Capitain Oilytt, ich will Euren letzten feigen Angriff auf mich nicht solcher Art erwidern. Hättet Ihr mich peitschen lassen, wäret Ihr jetzt ein todter Mann, aber den Schlag, den Ihr einem Gefesselten gabt, vergelt' ich Euch ein andermal. Wir sehen uns wieder,« und er drehte sich mit diesen Worten von dem Boot, das jetzt zum ersten Mal den Wind ordentlich in seine Segel faßte und rasch durch die grüne Fluth dahinschoß, ab. Als er sich aber wandte, sah er, wie Jean und Bill plötzlich auseinanderstoben, und in demselben Augenblick Pfiff auch eine Kugel, aber schlecht genug gezielt, über sie hin. Mit Blitzesschnelle flog er herum und riß die eigene Büchse in die Höhe, doch ein Blick auf das Boot sagte ihm, wie sehr er dabei das Leben anderer Menschen gefährden mußte. Er setzte das Gewehr rasch wieder nieder, hob aber, zum Zeichen seines Wohlbefindens, die Mütze, schwenkte sie um den Kopf und rief mit trotzigem Hohn:

»Dank' Euch, Capitain – werd's Euch zu Gute schreiben – auf Wiedersehen!«

Er sah, wie der Capitain im Boot einen Versuch machte, eine andere neben ihm liegende Muskete nach ihm hinzurichten, aber der erste Mate hinderte ihn daran, und fünf Minuten später war das Boot außer Schußweite – eine halbe Stunde später kaum noch in Sicht.

Die Matrosen blieben noch eine Weile auf Deck stehen, ehe sie an ihre Vorbereitungen gingen. Sie schauten, Jeder in seine Gedanken versenkt, dem wegschießenden Boote nach, so lange sie noch eine Gestalt darin unterscheiden konnten, und dann erst, als es nur noch wie ein schwarzer Punkt auf dem Wasser lag, reichte Hans Jean, Bill und François die Hand und dankte ihnen für die ausharrende Freundschaft.

»Oh Unsinn, Mann,« lachte Jean – »reiner Eigennutz von uns. Wir wollen nicht mit dem Alten nach Indien, ich möchte gern wieder nach Sidney zurück, und darum sind wir alle Drei hier geblieben, die Landreise zusammen zu versuchen.« Hans schüttelte aber zweifelnd mit dem Kopf und sagte bedächtig:

»Jean, Jean, Ihr irrt Euch da alle Drei in der Natur des Landes, das Ihr durchwandern wollt. Ich habe Euch das schon diese Nacht gesagt. Ich fürchte sogar, wir dürfen nicht einmal den Versuch wagen, wenn wir uns nicht der größten Gefahr aussetzen wollen. Die Schwarzen an diesen Küstenstrichen sind nichtswürdiges, blutdürstiges Gesindel.«

»Bah, wagen!« lachte Jean mit seiner ganzen sorglosen Keckheit, die nie einer Gefahr aus dem Wege ging, ja sie eher noch aufsuchte, als sie vermied, wenn er einmal die Wahl zwischen Beidem hatte. – »Wir sind hier vier entschlossene Männer und gut bewaffnet. Wetter noch einmal, wer mein Fleisch kochen oder braten wollte, würde es verdammt zäh finden! Gott sei Dank nur, daß wir den Alten mit seinem Schwarm los sind; für das Andere ist mir wahrhaftig nicht bange. Jetzt an die Ausrüstung, und in einer Stunde können wir segelfertig sein. Wenn uns nur der arme Teufel von Junge nicht heute Morgen ertrunken wäre!«

Jean hatte kaum das Wort ausgesprochen, als er wie von einer Natter gestochen in die Höhe sprang, denn dicht unter seinen Füßen – er stand keine zwei Schritt von der offenen Luke, flüsterte eine leise Stimme, die ihm das Blut aus dem Gesicht in's Herz zurücktrieb:

»Toean Jean – Toean Jean – ist Capitain fort?« – und im nächsten Moment kletterte der kleine Malaye, flink wie eine Katze, an dem Mittelpfosten des Decks auf, griff den obern Lukenrand und schwang sich an Deck – über das er zuerst einen flüchtigen, noch ängstlichen Blick warf. In der höchsten Freude haftete aber bald sein großes schwarzes Auge auf dem schimmernden Segel des fernen Boots, und in ein lautes jubelndes Lachen ausbrechend, sprang er wie besessen auf Deck herum.

Hans wußte von dem ganzen Vorfall nichts und begriff nicht, weshalb die Anderen so erschreckt waren und der Junge zurückgeblieben sein konnte. Jean sammelte sich aber zuerst wieder und rief mit komischer Wuth, denn es schien ihm nicht halb Ernst bei der Sache zu sein:

»Nun seh ein Mensch in der Welt so eine kleine schwarze Bestie an – trocken wie eine Pulverkammer, und läßt mich da zweimal hinunter zwischen die todten Pferde tauchen, um ihn wieder herauszufischen. Ob ich jetzt nicht wahrhaftig Lust habe, ihn kopfüber da hinunter zu schicken, wo ich gewesen bin, nur um zu probiren, wie sich's da im stockfinstern Raum bei den todten Thieren herumschwimmt – der kleine Heide, der!«

Timor aber, der wohl wußte, daß ihm von all' denen, die er noch an Bord sah, kein Leid geschähe, lachte, daß ihm die Thränen aus den Augen liefen, wobei Jean und François natürlich mit einstimmten, und erzählte seinen neuen Freunden nun, daß er unter keiner Bedingung mit dem alten garstigen Capitain hätte weiter segeln wollen, aber auch gar nicht gewußt habe, wie er von ihm anders abkommen konnte als auf solche Art.

»Als Ihr Alle damit beschäftigt waret, Euch zu zanken, wer dableiben wollte und mitgehen sollte,« erzählte der kleine Bursche in seinem gebrochenen Englisch, »und als ich sah, daß Niemand auf mich achtete, glitt ich auf das Heu in's Zwischendeck hinunter, warf ein kleines Fäßchen mit Nägeln, das ich mir schon heute Morgen früh zu dem Zweck dahin geschafft, in's Wasser hinunter, daß es recht aufplätscherte, meinen Strohhut dann dahinterher, und kroch nun, während ich einen lauten Schrei ausstieß, rasch zwischen ein paar Heuballen hinein und zwischen diesen fort, bis ich sicher war, daß sie mich nicht finden könnten, und wenn sie eine Stunde nach mir suchten. Dort bin ich liegen geblieben, bis ich hörte, daß Jean hier sagte, das Boot sei abgefahren. Nun bin ich da und will mit Euch gehen.« Er setzte sich hierauf ruhig auf eins der Wasserfässer nieder und schien geduldig eine Antwort auf seinen Vorschlag abwarten zu wollen.

Hans lachte und meinte, der kleine Strick habe jetzt gut auf eine Antwort warten, er wisse recht wohl, daß sie ihn nicht zurücklassen könnten. Er solle aber nur, was er mitzunehmen wünsche, zusammenpacken und dann helfen, daß sie ihren Proviant und Wasservorrath in Ordnung brächten, um die heutige, herrliche Brise wenigstens insoweit zu benutzen, Land zu erreichen.

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