Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Gustav Freytag >

Bilder aus der deutschen Vergangenheit

Gustav Freytag: Bilder aus der deutschen Vergangenheit - Kapitel 42
Quellenangabe
typetractate
booktitleBilder aus der deutschen Vergangenheit Band I
authorGustav Freytag
firstpub1859-67
yearca. 1980
publisherBertelsmann Verlag
addressGütersloh
titleBilder aus der deutschen Vergangenheit
created20040829
sendergerd.bouillon
Schließen

Navigation:

Bauren sind zwar Menschen, aber etwas ungehobelter und gröber als die andern. Betrachtet man ihre Sitten und Gebärden, so ist unschwer einen höflichen Menschen von einem Bauren zu unterscheiden. Einem Bauren gehört der Flegel in die Hand und ein Bengel an die Seite, ein Karst auf die Achsel und eine Mistgabel an die Tür. Ihre häßlichen Sitten sind jedermann bekannt, sowohl in Reden als Gebärden. Im Reden gilt's ihm allerdings gleich, was er vor Leute vor sich hat. In Gebärden wird er selten an seinen Hut gedenken, denselben abzuziehen; geschieht es aber, so geschieht es solchergestalt, daß er auf der Schulter liege, damit er ja nicht zu weit vom Kopf komme, und wer ihn von weitem sieht, der vermeint anders nicht, als daß er demjenigen, mit welchem er redet, den Hut an den Hals werfen wolle; zieht er aber den groben Deckel gar ab, so dreht er denselben herum wie eine Hafner(Töpfer)-Scheibe, oder speiet auf die Hände und putzet ihn, oder er liest die Fäselein und Häckerling davon ab, oder sieht ihn sonst an, als ob er ihn erkaufen wollte. Wenn sie essen, so brauchen sie keine Gabel, sondern greifen mit allen fünfen in die Schüssel, überdas ist einem Bauren nicht wohl möglich, daß er frei stehen kann, er muß einen Ort suchen, wo er sich widerlehne; steht er aber frei, so steuret er sich mit gebogenem Rücken auf seinen Stock. –

Man sollte gänzlich vermeinen und auch dafür halten, der langwierige dreißigjährige deutsche und noch fortwährende schwere Reichskrieg hätte die Bauren zahm und fromm gemacht; allem sie sind durch dieses große Strafübel nur ärger und verzweifelter geworden, und Hans in eodem oder Schelmen wie vor so nach geblieben! Denn sie haben dadurch zu ihren bäurischen Sitten auch der Soldaten ihre an sich genommen. Was die schlimmsten Soldaten tun, eben das, und vielleicht ein mehreres tun die Bauren. Indem teils Soldaten stehlen, treibet sie die äußerste Not dazu; daß aber die Bauren gutes Teils zugreifen, dazu beweget sie ihr Mutwille. Ein Bauer hat sein Stück Brot, das oft ein redlicher Soldat nicht hat. Zwischen den Bauren und Soldaten ist eine natürliche Feindschaft, gleich wie zwischen Katzen und Mäusen, beide diese Arten stehlen und naschen gerne und wird eine von der andern verfolget. Gleichwie die Soldaten denen Herren Bauren übel aufleuchten, wo sie ihrer mächtig werden, also und gleichergestalt legen die Bauren manchen, der dahinten bleibet, schlafen. Man hat zum öfteren erfahren, daß sie von dem und dem unter ihnen gezeuget: er hat manchen schlafen geleget, er hat da und da einen Reuter danieder gebüchset. Was? Sie rühmen sich selbst ihrer Mord- und Diebesstücklein und ist ihnen leid, daß sie es nicht ärger machen können, öfters haben die Bauren mehr als über Fremde und andere, übereinander selbst geklaget. Das ist nichts Neues, daß sie einander Butter, Käs, Fleisch, Speck, die Würste aus den Schornsteinen, Obst, Holz, Geld, Früchte, Wagenketten, Pflug im Feld, das weiße Zeug auf der Bleiche und sonst andere Sachen mehr aus- und durchführten. Ob sie es nun von den Soldaten oder die Soldaten von ihnen gelernet, ist eine dunkle Frage, es scheint, es sei einer so wert und gut als der andere. Über das sollte einer ungern einem Bauren, der ihm aufsässig ist, in einem wilden Wald begegnen, der Bauer dürfte ihm so trocken zutrinken, daß er davon taumelnd werden und des Aufstehens vergessen möchte. – Trinken die Soldaten viel Tabak: die Bauren tun dergleichen, ja sie haben die Pfeifen stetig im Maul und gehen damit in die Ställe und Scheuren. Ach, wie bald könnte ein ganzes Dorf in Brand geraten und in lichter Flamme aufgehen bei solchen unbesonnenen Nußbengeln, da sie doch selbst hernach am meisten mit und darunter leiden müssen. Die Erfahrung hat es leider mehr als zuviel bezeuget! – Sonderlich ekelt einem zum höchsten, daß so junge Buben von zwölf oder dreizehn Jahren allbereit das Tabaksaufen sich angewöhnet. Von dem schrecklichen Fluchen will ich nicht sagen: wer weiß, ob nicht die Bauren mehr und grausamer als die Soldaten selbst fluchen. Es möchte einer Blut schreien, daß die kleinen Baurenkinder die größten Flüche und Schwüre tun, und ihnen oft viel deutlicher und leichter vom Mund gehen, als wenn sie ihr Vaterunser oder das ba be bi bo bu in der Schule sollen beten und hersagen. Wer unter den Bauren wohnen muß, kennet die Bauren. Manche Soldaten bekümmern sich nicht sonderlich um Gottes Wort; man dürfte sagen, daß unter dem Firmament des Himmels schier auch keine gottlosen Leute als etliche unter den Bauren sind. Der frömmste Soldat hat eine Kuh gestohlen, und ebenso der frömmste Bauer hat dreimal seinen Herrn betrogen. –

Überdies ist es nichts Neues, daß die Bauren der schuldigen Ehrerbietung gegen ihre Geistlichen vergessen. Und hat es oft das Ansehen, als seien die Hüte den alten und jungen Bengeln auf die Köpfe gepicht oder genagelt, weil sie so gar nicht damit herunter wollen. Gleichfalls ist auch nicht unwissend, daß diejenigen weidlich bei den Bauren herhalten müssen, die es mit dem Pfarrer halten; denn solchen geben sie allerhand Schandnamen, heißen sie Verräter, Dankverdiener, Fuchsschwänzer, Heimträger und dergleichen, und können diese guten Leute nun und nimmermehr bei den andern Bauren Gnade erlangen oder ihnen angenehm sein. – Es ist ihnen eine verdächtige Sache, Ins-Pfarrhaus-gehen. Geschieht's ja zuweilen, daß einer in einer Verrichtung zum Pfarrherrn geht und wird von ihnen erblicket, so gibt es gleich einen Zusammenlauf und Linden-Rat ab, und wird von dem ganzen Parlament darüber vernünftelt, was er doch wohl müsse daselbst getan haben.

Etliche sind auch gar so vertraulich mit ihrem Pfarrherrn, daß sie fein richtig mit ihm abteilen und ihm oft das Holz auf dem Kirchhof oder an seiner Hofstätte nicht sicher ist; da wissen diese Holzmäuse so fein auf die Holzstöße hinauf zu skandieren, daß es eine ganze Lust zu sehen ist (wen es nicht betrifft). Die Bäume, Weintrauben und dergleichen helfen sie ihm so fleißig und getreulich abblatten, daß keine andern Diebe als sie darüberkommen.

Es gemahnet einen fast der Bauren als wie der Stockfische: dieselben sind am besten, wenn sie weich geschlagen und fein wohl geklopfet. Auch die lieben Bauren sind niemals geschlachter, als wenn man ihnen ihre völlige Arbeit auflegte, so bleiben sie fein unter der Zucht und mürb. Der Bauer will jedesmal ein Junker sein, wofern ihm der Herr zuviel Gnade erweist. Niemand weiß besser, wie halsstarrige Vögel die Bauren sind, als der sie eine Zeitlang kennet und verschiedene Jahre bei ihnen gelebt. Das ist gewiß: von bloßen guten Worten wird kein Bauer anders, sondern es müssen, so zu reden, Spieße und Stangen, d. i. scharfe Drohungen und ein rechter Ernst bei der Hand sein, soll er tun, was er tun soll. Die Bauren haben böse Gewissen. Und das ist nicht genug, sie müssen sich auch mit dem Leugnen noch ärger machen. Viel eher darf man sich getrauen, ums Geld zu bekommen, Bauren, die zehnfach einen (falschen) Eid schwören, als daß sie ein wahres Zeugnis geben sollten. Sonst ist bekannt und genugsam am Tag, wie die Bauren einander nicht leicht verraten; darum, wenn sie schon wider andere, so zeugen sie doch gar selten widereinander selbst. Und es ist auch eine gemeine Baurenregel unter ihnen, daß die Gemeinde zusammenhalten muß. Wer es nicht gesehen hätte, dürfte es nicht glauben. Je reicher die Bauren sind, je ärmer und unvermöglicher stellen sie sich; daher kommt es denn, daß sie manchmal weniger als die Armen von ihrem Gut geben. Nichtsdestoweniger verraten sich oft die reichen Bauren selbst, aber eher nicht, als wenn der Wein aus ihnen von Herzensgrund redet und sie die Nase begossen haben. Da saget mancher: Ich hab' alles genug, Korn genug, Geld genug, Wein genug, Haus und Hof, Vieh genug, liegend Gut genug; ich bin niemandem schuldig, was ich hab', ist mein allein und sonst keinem! Ei, wenn ich gleich kein Junker oder Edelmann bin, bin ich doch ein reicher Bauer.

So weit der harte Beurteiler aus der Genossenschaft des »Simplizissimus«. – Spott und Klage dieser Art ist in der kleinen Literatur jener Jahrhunderte häufig zu finden, und ähnliches berichten Reisende über die Erfahrungen, die sie auf der Landstraße gemacht. Wenn ein Hausvater Fuhrleute beherbergte, mußte er das kleine Gerät verstecken, Scheuer und Heuboden verschließen. In den Stuben der Dorfschenken waren um 1700 weder Leuchter noch Lichtscheren zu sehen, denn alles wäre von den Einkehrenden gemaust worden, es blieb kein Gebetbuch des Schenkwirts ungestohlen; an einen kleinen Wandspiegel war gar nicht zu denken – fünfhundert Jahre früher hatte jedes stattliche Dorfmädchen, wenn es zum Tanz auf den grünen Anger eilte, einen Handspiegel als Schmuckstück bei sich geführt. Für einen Durchreisenden war das Betreten der Schenke zuweilen sogar gefährlich. Der wüste Raum war nicht nur mit Tabaksrauch, auch mit Pulverqualm erfüllt. Denn noch war es ein Festvergnügen der Landleute, mit Pulver zu spielen und unglückliche Fremde durch Sprühteufel und kleine Raketen, die man ihnen vor die Füße oder an die Perücke warf, zu belästigen, dazu fehlten spöttische Reden und Grobheiten nicht.

Wir empfinden bei diesen und ähnlichen Klagen der Zeitgenossen nicht selten Erstaunen, wie die deutsche Natur noch in der tiefsten Entwürdigung eine Lebenskraft bewahrte, welche nach mehr als hundert Jahren den Beginn besserer Zustände möglich machte, und wir werden zuweilen in Zweifel sein, ob wir die Geduld der Unterdrückten bewundern oder die Schwäche einer Zeit betrauern sollen, welche so lange das Unerträgliche trug. Denn trotz allem, was der Parteieifer jemals zur Entschuldigung der Untertanenverhältnisse gesagt hat, sie waren eine endlose Quelle arger Unsittlichkeit für die Herren und ihre Beamten nicht weniger als für das Volk selbst. Die Sinnenlust des Gutsherrn, der Eigennutz des Gerichtshalters und Verwalters kamen in dieser Zeit, wo das Pflichtgefühl in allen Ständen schwach war, in tägliche Versuchung. Mehr als einmal eifern die Landesregierungen dagegen, daß der Amtmann die Bauern zwang, für ihn selbst Vieh zu mästen, Lein zu säen, zu spinnen, und übelberüchtigt waren die Gutsförster, welche mit den Bauern stille Holzgeschäfte machten und ihnen durch die Finger sahen, wenn sie Stämme des herrschaftlichen Waldes fällten. Wie aber die Stimmung des Landvolkes gegen die Gutsherren arbeitete, das mag man aus dem ruchlosen Sprichwort schließen, welches noch um 1700 geläufig war und aus dem Mund der reichen Mansfelder Bauern aufgezeichnet wurde: Jungen Sperlingen und jungen Edelleuten soll man beizeiten die Köpfe eindrücken.

Sehr langsam kam dem deutschen Landmann die Morgenröte eines neuen Tages. Zuerst half die Frömmigkeit der Pietisten dazu, Christenliebe, Erbarmen, inniges Mitgefühl mit den Armen und Leidenden modisch zu machen. Dann drangen die ersten Strahlen eines neuen Lichtes aus den Arbeitsstuben der Gelehrten, welche die fremdartigste und dem Landvolk unverständlichste Wissenschaft verkündigten, das, was man damals Philosophie nannte. Seit die Lehre von Leibniz und Wolff in einem größern Kreise der Gebildeten Schüler findet, ändert sich fast plötzlich auch das Urteil über den Bauern und sein Schicksal. Überall beginnt humane Auffassung der irdischen Dinge den Kampf gegen den orthodoxen Wahn. Wieder kommt etwas von dem Eifer der Apostel zu lehren, zu bessern, zu befreien in die Schüler und Verkünder der neuen Weltweisheit. Etwa seit 1700 zeigt sich in der kleinen Literatur wieder ein herzliches Interesse an dem Leben des Bauern. Die Gesundheit seines Berufes, der Nutzen und Segen seiner Arbeit werden gerühmt, seine guten Eigenschaften sorgfältig aufgesucht; alte Lieder desselben, in denen ein mannhaftes Selbstgefühl hübschen Ausdruck findet, die einst von treuherzigen Theologen des 16. Jahrhunderts überarbeitet waren, werden wieder in billigen Drucken verbreitet. Bescheiden rühmt sich darin der arme Landmann, daß schon Adam den Acker baute, er freut sich seines Federspiels: der Lerche im Feld, der Schwalbe im Stroh seines Daches und des »Hennemanns« auf dem Hof, und tröstet sich in seiner schweren Arbeit immer wieder mit dem himmlischen Ackermann Jesus.

Von anderer Seite half sogar die Härte des despotischen Staates. Dem Landesherrn gab der gedrückte Bauer in seinen Söhnen bereits die Mehrzahl der Soldaten, durch seine Abgaben die Mittel, den neuen Staat zu erhalten. Man kam allmählich zu der Einsicht, daß solches Material geschont werden müsse. Schon um 1700 ist das überall aus den Landesgesetzen zu erkennen. Auch der kaiserliche Hof folgte in seiner Weise der erwachenden Humanität. Er gab 1704 sogar den Schäfern ein schönes Privilegium, worin er sie und ihre Knechte für ehrlich erklärte und die deutsche Nation huldreich ermahnte, das Vorurteil gegen diese nützliche Menschenklasse aufzugeben und ihre Kinder nicht mehr wegen Abdeckerei und Zauberei vom Handwerk auszuschließen. Wenige Jahre darauf schenkte er ihnen einen gnädigen Wappenbrief, gab ihnen die Rechte einer Zunft mit Siegel, Lade und einer Fahne, auf welche ein frommes Bild gemalt war. Schärfer griffen die Hohenzollern ein, sie selbst durch vier Generationen die fürstlichen Kolonisten des östlichen Deutschlands. Am gründlichsten reformierte Friedrich II. in der eroberten Provinz, aus welcher schon mehrere Beispiele seiner segensreichen Arbeit angeführt sind. Als er Schlesien in Besitz nahm, waren die Dorfhütten Blockhäuser aus Baumstämmen mit Stroh und Schindeln gedeckt, ohne gemauerte Schornsteine, die feuergefährlichen Backöfen den Häusern angeleimt, der Ackerbau in traurigem Zustand, große Gemeindetriften und Weideplätze mit Maulwurfshügeln und Disteln bedeckt, kleine schwache Pferde, magere Kühe, die Gutsherren in der großen Mehrzahl harte Despoten, gegen welche bei der unbehilflichen kaiserlichen Rechtspflege und Verwaltung kaum irgendwie Recht zu finden war. Drei harte Kriege führte der König in Schlesien, Österreicher, Russen und seine eigenen Soldaten verzehrten und beschädigten viel in der Landschaft. Und doch waren wenige Jahre nach dem Siebenjährigen Krieg zweihundertfünfzig neue Dörfer und zweitausend neue Häuslerstellen erbaut, nicht selten waren steinerne Häuser und Ziegeldächer zu sehen. Alle hölzernen Rauchfänge, alle Lehmöfen an den Häusern hatte der Eroberer niedergerissen und das Volk zum Neubau gezwungen, Pferde aus Preußen, einschürige Schafe eingeführt, Torfgräber aus Westfalen, Seidenbauer aus Frankreich in das Land gerufen, Eichenwälder und Maulbeerbäume gepflanzt, sogar Prämien zur Anlage von Weinbergen ausgesetzt. Sein Befehl führte beim Beginn des Siebenjährigen Krieges neue Kartoffeln ein, das berühmte Patent des Justizministers von Carmer verordnete Aufhebung der Gemeindetriften und Weiden und Teilung unter die Stellenbesitzer. Mit großem Blick wurden dadurch Verhältnisse eingeleitet, die erst in der neuesten Zeit zur Durchführung gekommen sind. Die Erblichkeit des Eigentums wurde den Gutsuntertanen durch das Gesetz gesichert. Der Bauer erhielt das Recht, bei der Regierung des Königs zu klagen, und dies Recht war für ihn ein kurzes und energisches Recht geworden; denn so sehr der König den Adel begünstigte, wo er seinem Staat diente, so unablässig war er auch mit seinen Beamten bemüht, die Masse der Steuerzahler zu heben. Der Geringste durfte seine Bittschrift überreichen, und das ganze Volk wußte aus zahlreichen Beispielen, wie der König sie las. Manche Kulturversuche des großen Fürsten gelangen nicht, von vielen Seiten wurde der Druck eines Systems empfunden, welches die Kraft des Volkes so emsig steigerte, um sie hoch für den Staat auszunützen. Aber nirgend ist von den Zeitgenossen die Arbeit dieses mächtigen Gutsherrn so dankbar anerkannt worden, als von den Bauern der eroberten Provinz. Wenn sich auf seinen zahlreichen Reisen nach Schlesien das Landvolk in stiller Ehrfurcht um seinen Wagen drängte, so dauerte jeder Blick, jedes flüchtige Wort, das er zu einem der Dorfschulzen sprach, als eine teure Erinnerung, die sorgfältig von Generation zu Generation überliefert wurde und die noch heute in den Seelen haftet.

Immer größer wurde die Teilnahme der Gebildeten. Zwar Poesie und Kunst fanden in dem Leben der Bauern noch nicht einmal Stoffe, an welchen sich ein schaffendes Gemüt erwärmen konnte. Als Goethe »Hermann und Dorothea« schrieb, da war es ein neuer Fund für die Nation, daß auch das kleine Bürgertum künstlerischer Beachtung wert sei; tiefer hinein in das Volk wagte man sich noch lange nicht. Aber die ehrlichen Menschenfreunde, die populären Verkünder der Aufklärung im Bürgertum lehrten, predigten und schrieben mit herzlichem Eifer über den wunderlichen, unholden und doch so häufigen Mitmenschen, den Bauern, dessen Wesen oft fast nur aus einer Summe von unliebenswürdigen Eigenschaften zu bestehen schien, und der dabei doch für die übrigen Klassen der menschlichen Gesellschaft unleugbar die unentbehrliche Grundlage abgab.

Eine der wirksamsten Schriften dieser Art war von Christian Garve »Über den Charakter der Bauern, Breslau 1786«, nach Vorträgen, welche er kurz vor dem Ausbruch der Französischen Revolution gehalten. Der Verfasser war ein klarer, redlicher Mann, der das Beste wollte und durch ganz Deutschland mit Achtung angehört wurde, sooft er über eine soziale Frage sprach. Sein Büchlein hat durchaus menschenfreundliche Tendenz, das Leben des Bauern ist ihm genauer bekannt als manchem andern, welcher sich damals mit Besserung des Landvolkes beschäftigte. Auch die Vorschläge, welche er zur Hebung des Standes macht, sind zwar ungenügend, wie fast immer die Theorie gegenüber sozialen Schäden, aber verständig. Und doch, wenn man das wohlmeinende Buch jetzt durchblättert, so darf man wohl einen Schrecken empfinden. Denn fürchterlich erscheint uns, nicht was er über den Druck der Bauern erzählt, sondern die Weise, wie er selbst von zwei Dritteln des deutschen Volkes zu sprechen genötigt ist. Sie sind ihm und seinen Zeitgenossen Fremde, es ist etwas Neues und dem Humanitätsgefühl Lockendes, sich in die Zustände dieser eigentümlichen Menschen hineinzuversetzen. Es hat besonderen Reiz für ein pflichtvolles Herz, sich deutlich zu machen, wie die Dummheit, Roheit, Schlechtigkeit der Landleute im einzelnen beschaffen ist und woher sie kommt. Der Verfasser selbst vergleicht ihre Lage mit der des Juden, er erörtert ihre Seelenzustände ungefähr so wie unsere Philanthropen die der Bewohner eines Zellengefängnisses, er wünscht aufrichtig, daß das Licht der Humanität auch in ihre Hütten fallen möchte, er vergleicht ihre Faulheit und Trägheit mit der energischen Arbeitskraft, welche, wie man damals schon wußte, die Kolonisten in den Urwäldern einer neuen Welt entwickeln. Und er erklärt diesen Gegensatz wohlmeinend daraus, »daß in unsern alten und gleichsam schon alternden Staaten viele für einen arbeiten«, und eine Menge der Fleißigen fast ohne Belohnung ausgehe, deshalb sei Eifer und Lust bei einem großen Teil erloschen. Es ist fast alles wahr und gut, was er sagt, aber dies ruhige Wohlwollen, welches der Gebildete aus der Zeit von Immanuel Kant und dem Dichterhofe von Weimar seinem Volke gönnt, ist doch noch ohne jede Ahnung davon, daß der Kern der deutschen Volkskraft in diesem verachteten und verdorbenen Stand gesucht werden müsse, daß es hohle, unsichere und barbarische Zustände waren, in welchen er selbst, der Verfasser lebte, daß die Regierungen seiner Zeit keinerlei Garantie der Dauer besaßen, daß ein Staat, der große Quell männlicher Empfindungen und jedes edelsten Selbstgefühls, auch für den Gebildeten unmöglich ist, solange der Bauer wie ein Lasttier lebt; und wenig dachte er daran, daß schon der nächsten Generation nach bitteren Leiden und einer herben Schule durch die Siege eines auswärtigen Feindes alle diese Überzeugung aufgedrängt werden würde. – Und deshalb verdient seine Schrift wohl, daß die Gegenwart sich ihrer erinnere; die folgenden Seiten sollen wieder nicht die Lage der Bauern allein charakterisieren, auch die der Gebildeten. So aber spricht Garve:

Ein Umstand hat großen Einfluß auf den Charakter der Bauern, der, daß sie sehr untereinander zusammenhängen. Sie leben viel gesellschaftlicher unter sich als die gemeinen Bürger in den Städten. Sie sehen sich einander alle Tage, bei jeder Hofarbeit, des Sommers auf dem Felde, des Winters in der Scheune und der Spinnstube. Sie machen ein Korps aus wie die Soldaten und bekommen auch einen esprit de corps. Hieraus entstehen mehrere Folgen. Erstlich sie werden nach ihrer Art geschliffen, abgewitzigt durch den Umgang. Sie sind zum Verkehr mit ihresgleichen geschickter, sie haben von vielen Verhältnissen des gesellschaftlichen Lebens, von allen denjenigen nämlich, die in ihrem Stand und bei ihrer Lebensart vorkommen können, bessere Begriffe als der gemeine Handwerksmann. Dieser beständige Umgang, diese immerwährende Gesellschaft ist es auch bei ihnen wie bei den Soldaten, was ihren Zustand erleichtert. Es ist ein großes Glück, nur mit seinesgleichen, aber mit diesen viel und ohne Unterlaß umzugehen, damit eine genauere Bekanntschaft und eine wechselseitige Vertraulichkeit, wenigstens dem äußeren Betragen nach, entstehe, ohne welche der Umgang nie angenehm ist. Der Adel genießt dieser Vorteile. Er geht meistenteils nur mit seinesgleichen um, weil er sich aus Stolz von den niedrigeren absondert, und er kommt mit seinesgleichen viel zusammen, weil Muße und Reichtum ihn dazu in den Stand setzen. – Dem Bauer werden durch entgegengesetzte Ursachen ähnliche Vorteile zuteil. Seine Niedrigkeit ist so groß, daß sie ihn hindert, auch nur den Wunsch, noch mehr aber daran, die Gelegenheit zu haben mit Höheren umzugehen; er sieht fast nie andere Menschen als Bauern um sich. Und seine Dienstbarkeit, seine Arbeit bringt ihn mit diesen seinesgleichen häufig zusammen. –

Eben dieser Umstand macht aber auch, daß die Bauern wie ein Korpus agieren, daß bei ihnen gewissermaßen die Unbequemlichkeiten der demokratischen Verfassung eintreten, daß ein einziger unruhiger Kopf aus ihrem Mittel so viel über sie vermag und oft ganze Gemeinden aufwiegeln kann. Er ist ferner Ursache, daß Personen anderer Stände so wenigen moralischen Einfluß über die Bauern haben können, es sei denn durch Herrschaft und Zwang. Die Urteile, Vorstellungen, Beispiele der Höhern hören und sehen sie selten, immer nur auf kurze Zeit.

Ich habe lange studiert, was das Wort tückisch, welches ich nie öfter gehört habe, als wenn von Bauern die Rede gewesen ist, eigentlich bedeute. Es soll ohne Zweifel ein Gemisch von kindischem Wesen, von Einfalt, von Schwäche – mit Bosheit, mit List anzeigen.

Jeder erinnert sich ohne Zweifel solche Gesichter von Bauernknaben gesehen zu haben, wo das eine oder beide Augen unter den halbgeschlossenen Augenlidern wie verstohlen hervorschielen, deren Mund offen und zu einem spöttischen, etwas dummen Lachen verzogen, der Kopf gegen die Brust angedrückt oder doch zur Erde gesenkt ist, als wenn er sich verbergen wollte, mit einem Wort, Gesichter, in welchen sich Furcht, Blödigkeit, Einfalt mit Spott und Abneigung vermischt abmalen. Solche Knaben stehen, wenn man etwas von ihnen verlangt oder zu ihnen redet, unbeweglich und stumm wie ein Stock, sie antworten auf keine Frage, die der Vorübergehende tut. Ihre Muskeln sind wie steif und unbeweglich. Sobald aber der Fremde sich ein wenig entfernt hat, laufen sie zu ihren Kameraden und brechen in ein lautes Gelächter aus.

Der niedrige Stand des Bauern, seine Dienstbarkeit, seine Armut bringen ihm eine gewisse Furcht vor den Höheren bei; seine Erziehung und Lebensart macht ihn auf der einen Seite unbiegsam und trotzig, auf der andern in vielen Stücken einfältig und unwissend; der öftere Widerspruch seines Willens und seiner Vorteile mit dem Willen und den Befehlen seiner Vorgesetzten gibt seinem Gemüt eine Anlage zum Haß. Er wird also, wenn die Fehler seines Standes bei ihm nicht durch seine persönlichen Eigenschaften aufgehoben werden, jenem Knaben besonders im Betragen gegen seine Obern ähnlich sein. Und gerade die Obern und Herren des Bauern sind es auch, die ihm den tückischen Charakter zuschreiben. Er wird Verstellung an die Stelle offenbaren Widerstandes setzen, er wird vor den Augen derselben demütig, nachgebend, sogar ihnen ergeben scheinen, und wo er glaubt verborgen zu bleiben, wird er alles wider ihren Willen und ihr Interesse tun. Er wird auf Ränke und Intrigen sinnen, die demohnerachtet nicht so fein ausgesponnen sein werden, daß sie sich nicht sollten bald durchsehen lassen.

Man kann zwei Hauptverschiedenheiten, wie in den Schicksalen, so in dem Charakter der Bauern annehmen. Der ganz Unterdrückte, der unter dem Joch einer völligen Sklaverei seufzt, wird in seinem gewöhnlichen Zustand ganz fühllos sich alles gefallen lassen, ohne den mindesten Widerstand zu tun, selbst ohne den Wunsch nach Erleichterung in sich zu fühlen; er wird sich selbst zu den Füßen desjenigen werfen, der auf ihn treten will. Dann aber, wenn er aus dieser Schlafsucht durch besondere Umstände, durch Aufhetzungen, durch einen listigen und kühnen Anführer gebracht wird, dann wird er wütend wie ein Tiger und verliert auf einmal mit der Demut des Sklaven auch alle Gefühle der Menschlichkeit.

Der halbleibeigene Bauer, der Eigentum hat und den Schutz der Gesetze genießt, aber doch unter mehr oder weniger lästigen Bedingungen an die Erdscholle und mit ihr an den Dienst des Eigentümers derselben gebunden und seinem Richteramt unterworfen ist, dieser Bauer erträgt gemeiniglich seine Beschwerden nicht ohne Empfindlichkeit. Man darf nicht befürchten, daß er sich dieselben durch offenbare Gewalttätigkeit als Rebelle vom Halse zu schaffen suche, aber er führt dagegen einen immerwährenden geheimen Krieg mit seinem Herrn. Dessen Vorteile zu schmälern, seine zu vergrößern, das ist sein Wunsch, den er im Grunde seines Herzens immer mit sich herumträgt, und eine Absicht, die er insgeheim, sooft es angeht, zu verfolgen sucht. Untreue und kleine Diebereien, verübt an den Gütern seines Herrn, hält er für lange nicht so schändlich, als wenn er sie sich gegen seinesgleichen erlaubte. Er ist nicht der ganz demütige Sklave, er ist nicht der fürchterliche Feind seines Herrn; er ist aber auch kein freiwilliger, aus gutem Herzen gehorsamer Untertan; er ist das, was man wahrscheinlicherweise durch das Wort tückisch hat ausdrücken wollen.

Zu dem tückischen Wesen kann man als einen Bestandteil oder als eine Folge einen gewissen Eigensinn setzen, der den Bauern, wenn er in Leidenschaft ist oder wenn ein Vorurteil sich einmal bei ihm eingewurzelt hat, unterscheidet. So wie sein Körper und seine Glieder steif sind, so scheint es in diesem Falle auch seine Seele zu sein. Er ist alsdann taub gegen alle Vorstellungen, die man ihm macht, so einleuchtend sie sind und so fähig er mit unbefangenem Gemüt sein würde, ihre Richtigkeit einzusehen. Die richterlichen Personen, welche in Prozessen der Bauern arbeiten, werden zuweilen solche Individua gekannt haben, bei denen es zweifelhaft ist, ob die Hartnäckigkeit, mit der sie auf einer augenscheinlich absurden Idee bestehen, von ihrer Blindheit oder ob sie von einer entschlossenen Bosheit herkomme. Zuweilen kann ganze Gemeinden ein solcher Schwindelgeist anfallen. Sie sind alsdann gewissen Verrückten gleich, die, wie man es ausdrückt, eine ideam fixam haben, d. h. eine Vorstellung, welche ihr Gemüt ohne Abwechslung einnimmt oder die bei der kleinsten Veranlassung wiederkommt, und die, so falsch sie ist, nicht durch den Augenschein der Sinne, nicht durch Vorstellungen der Vernunft weggeschafft werden kann, weil sie wirklich nicht in der Seele, sondern in der Beschaffenheit der Organe ihren Grund hat.

So sprach Christian Garve. Sein letzter Rat war: bessere Dorfschulen. In ähnlichem menschenfreundlichen Sinne handelten einzelne Gutsherren. Gern möchten wir verkünden, daß ihre Zahl sehr groß gewesen sei, aber die häufigen Klagen über das Gegenteil, und der Eifer, mit welchem die humanen Aufklärer einzelne Beispiele – wie einen Rochow auf Rekahn, welcher auf eigene Kosten Dorfschulen eingerichtet hatte –, hervorheben, berechtigt zu dem Schluß, daß solche Humanität weniger aufgefallen wäre, wenn man sie häufiger geübt hätte. In der Tat gehörte für den einzelnen auch Klugheit dazu, gute Gesinnung für die Bauern in die Tat umzusetzen; es wurde mehrfach beobachtet, daß sie ihre Dienste weit williger den strengen Edelleuten taten als bürgerlichen Gutsherren, und daß diesen, wenn sie mit warmer Empfindung der Bauern freundlich sein wollten, ihr guter Wille zuweilen schlecht bekam. So hatte ein bürgerlicher Gutsbesitzer bei Übernahme des Gutes jedem seiner Bauern ein Geldgeschenk gemacht und ihnen mehrfache Nachsicht bewiesen; die nicht unnatürliche Folge war, daß sie ihm alle Dienste aufkündigten und in offenen Widerstand ausbrachen.

Während die deutschen Humanisten für den Landmann sorgten und schrieben, dröhnten schon jenseit des Rheins die Schläge eines Wetters, welches in wenig Jahren auch in Deutschland die Untertänigkeit des Bauern mit der gesamten alten Staatsordnung zerschlagen sollte. Um 1790 fiel auf, daß die Bauern sich eifrig um Politik kümmerten. Der Schulmeister las ihnen die Zeitungen vor und erklärte, die Hörer saßen unbeweglich, ganz Ohr, unter dicken Tabakswolken. In Kursachsen benutzten einzelne schon die neue Lesebibliothek in der Nachbarstadt. In der Pfalz, am Oberrhein wird das Landvolk unruhig und verweigert die Dienste. Und in dem reichsten Teil Kursachsens, in der Lommatzscher Pflege, und auf den Gütern der Grafen von Schönburg brechen in demselben Jahre noch einmal Bauernaufstände aus, noch einmal erheben die Empörten die alte Waffe der Unfreien, die Holzkeule mit Eisenringen beschlagen. Die Bauern sagen ihren Fronherren durch eine Deputation alle Hofdienste auf, sie besenden die Nachbargemeinden, von Dorf zu Dorf eilen die heimlichen Boten, die Gerichtshalter im Dienste des Edelmanns werden verjagt oder mit Stecken geschlagen, den ruhigen Gemeinden wird mit Feuer oder Schwert gedroht, in jedem Dorf stehen gesattelte Pferde, die Nachbarn von dem Anmarsch des Militärs zu benachrichtigen. Dasselbe stille Verschwören, die blitzschnelle Verbreitung des Aufstandes, dieselbe Verbindung von maßlosem Haß und natürlichem Rechtsgefühl wie in den Bauernkriegen des 16. Jahrhunderts. Den Gutsherren werden Reverse vorgelegt, welche die meisten in Güte unterschreiben, harten Edelleuten wird mit dem Ärgsten gedroht. Schnell steigern sie die Forderungen, bald wird nicht nur Befreiung von Fronden und Zinsen geheischt, auch die Rückerstattung bezahlter Strafgelder. Die Bauern sammeln sich in Haufen von mehr als tausend Mann, sie drohen die Stadt Meißen zu überfallen, sie greifen kleine Kommandos an. Aber sie widerstehen nirgend größeren Abteilungen Militär. Die verwegensten Haufen werfen Mützen und Knüttel weg, sobald die Reiter zum Einhauen kommandiert werden. Einer der Hauptanführer, ein zäher, trotziger Greis von siebzig Jahren beklagt sich noch in Ketten über die Mutlosigkeit seiner Haufen. Und die Bewegung wird ohne vieles Blutvergießen gedämpft. Aber es war charakteristisch für die Zeit, daß die Gutsherren selbst aus Furcht alles anwandten, um ein Vergeben und Vergessen herbeizuführen, und daß die Verurteilten während der Strafarbeit von den übrigen Verbrechern getrennt und schonend behandelt wurden; auch die Kleidung der Züchtlinge ward ihnen erspart. Aus den gleichzeitigen Berichten ist deutlich zu sehen, wie allgemein bei den oberen Behörden die Empfindung war, daß die Lage der Bauern den Humanitätsforderungen der Zeit nicht entspreche.

Zwei Jahre darauf tanzten in der Pfalz und im Kurfürstentum Mainz auch die deutschen Landleute um die rote Mütze auf dem Freiheitsbaum. Unaufhaltsam drang der französische Einfluß in Deutschland vor. Der Staat Friedrichs des Großen wurde zerbrochen, Deutschland bis zur Elbe wurde französisch, in den neuen französischen Besitzungen wurden Untertänigkeit und Dienste mit einer Hast und Rücksichtslosigkeit aufgehoben, welche darauf berechnet war, das Volk für die neue Herrschaft zu gewinnen. Die Rheinbundfürsten folgten mit größerer Rücksicht gegen ihre Privilegierten, aber doch unter dem starken Einfluß französischer Ideen. In Preußen sahen Regierung und Volk mit Schrecken, wie unsicher ein Staatsbau gewesen war, welcher von den Leibern und der Arbeitskraft der Bauern so viel, von ihrer Seele so wenig in Anspruch genommen hatte. Mit dem Jahre 1807 begann in Preußen die große Umwandlung in den Verhältnissen der Landleute; die Auseinandersetzung zwischen Gutsherren und Bauern hat dort mit manchen Schwankungen und Unterbrechungen ein halbes Jahrhundert gedauert, sie ist noch nicht zu völligem Abschluß gediehen. [...]

 << Kapitel 41  Kapitel 43 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.