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Bilder aus der deutschen Vergangenheit

Gustav Freytag: Bilder aus der deutschen Vergangenheit - Kapitel 15
Quellenangabe
typetractate
booktitleBilder aus der deutschen Vergangenheit Band I
authorGustav Freytag
firstpub1859-67
yearca. 1980
publisherBertelsmann Verlag
addressGütersloh
titleBilder aus der deutschen Vergangenheit
created20040829
sendergerd.bouillon
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1234. Die Seeschlacht bei Warnemünde

Zur Zeit, da Graf Alf befreundet war mit dem König von Dänemark und über das Land zu Holstein Gewalt hatte, da vergaß er treuen Dienst, den ihm die von Lübeck bewiesen hatten, als sie ihm wieder in das Land halfen, und wollte die Lübecker aus ihrer Freiheit drängen. Des war der Dänenkönig froh, sie schworen sich, zusammen die Stadt zu verderben. Der König sandte da ein großes Heer zu Schiff in die Trave und kam mit des Grafen Hilfe auch dahin über Land mit einem anderen großen Heer und baute über der Trave zwei starke Burgen; er ließ Koggen versenken vor dem Hafen und starke Ketten über die Trave schlagen. Als er da nicht mehr schaden konnte und wieder ins Land fuhr, da retteten sich die Bürger schnell, sie segelten kühn mit einer starken Kogge die Ketten entzwei und gruben lange die Wische aus gegenüber der Burg, die ward so tief, daß große Schiffe dahin fuhren ohne Hindernis.

Da der grimmige König sah, daß die kostbare Heerfahrt ihm wenig fromme, wurde sein Mut bitter. Er ließ sonderlich große Schiffe rüsten und gebot eine Heerfahrt dahin zu Wasser und zu Lande, noch viel größer, als er vorher gemacht hatte. Die Schiffe alle kamen nach Fehmarn, darunter waren acht Schiffe, größer als je auf der See gesehen waren, damit wollte er den Hafen damals stopfen. Die Bürger zu Lübeck vernahmen das bald. Ihr Tief hatten sie zum Teil aufgeräumt, sie legten nicht mehr als sechs große Schiffe mit gutem Zeuge wohlbemannt vor ihr Tief, die das bewahren sollten, daß des Königs Heer nicht hereinkam, wie es leider vorher hereingekommen war.

Da der König vernahm, daß die von Lübeck ihren Hafen und ihr Tief wehren wollten, fuhr er mit seinem Schiff vor die Warne, vielleicht weil er wähnte, daß sie mehr Helfer hätten, oder vielleicht um Sicherheit zu haben vor den wendischen Herren, die er oft bedroht hatte. Als die von Lübeck den König in der See wußten, überlegten sie sogleich, daß sie mit den Dänen in der See leichteren Streit hätten als in ihrem Hafen oder auf dem Lande, wo die Feinde mit Hilfe der Holsten stärker werden konnten. Sie nahmen zu Hilf den allmächtigen Gott und ihr Recht und zogen ihm mit kühnem Mut nach. Vor der Warne stritten sie mit ihm von der Prime bis zur Vesperzeit. Von den größten Schiffen gewannen sie vier, die verbrannten sie auf der Stelle, von den anderen Schiffen fuhren sie viele mit den Leuten auf den Grund des Meeres. Das allergrößte Schiff, worin mehr als 400 Mann mit vollen Waffen waren, das gewannen sie zuletzt mit großer Mühe, darin schlugen und fingen sie alles was da war. Der König entfloh mit Not, das größte Schiff mit den Gefangenen brachten sie freudig in die Trave. Der König kriegte da von kleinem Volk Scham und Schande, größere als ihm vorher oder nachher auf der Ostsee geschah, auch suchte er seitdem die von Lübeck nicht mehr heim. So gab ihnen Gott den Segen, daß sie geblieben sind bei ihrer Freiheit.

1394. Schiffe von Wismar im Eise

Im Winter, als die Gesandtschaft an den König von Dänemark vergeblich geschehen war, kam die Zeitung an den Fürsten von Mecklenburg, daß der Stockholm hart von den Dänen belagert würde und die Bürger allda großen Hunger litten, und wenn sie nicht mit dem ersten entsetzt würden, müßten sie aus Not die Stadt übergeben. Dem zuvorzukommen wurden in dem Tief von Wismar acht große Schiffe ausgerüstet, diese wurden mit Korn, Mehl und anderen Lebensmitteln beladen und mit kühnen Männern besetzt, den Holm zu befreien. Es war aber mitten in dem Winter, da diese Schiffe abliefen; sie hatten einen Hauptmann mit Namen Meister Hugo. Die Dänen hatten auch einen Haufen Schiffe in See wegen der Vitalienbrüder und anderer, die den Dänenreichen Schaden tun wollten.

Da begab es sich, daß hastig ein starker Frost ankam, daß die Schiffe in der See einfroren und konnten nirgend hinkommen. Als nun der Hauptmann von Wismar sah, daß der Frost so heftig überhand nahm, da sprach er zu den Schiffern und anderen Kriegsleuten also: ›Liebe Gesellen, ihr sehet, daß wir hier befroren liegen und dürfen uns nicht vermuten, daß so bald ein anderes Wetter einfallen wird, und ihr wißt, daß der Dänen Schiffe auch in See sind. Darum weiß ich gewiß, wenn dieser Frost bleibt, sie werden uns anfallen und sich mit uns versuchen; so haben sie einen großen Vorteil, daß sie aus ihrem Lande sich soviel verstärken können als sie wollen; deshalb ist besser, wir sehen vor ihrer Ankunft zu. Wollt ihr nun meinen Rat hören, so wollen wir unsere Schiffe so verwahren, daß wir sie vor den Dänen wohl behalten, wiewohl es Arbeit kosten will; dennoch dieweil es so kalt ist, so ist es besser, daß wir was zu tun haben, als daß wir sonst zu Tod frieren. Sehet da‹, sprach er, ›an dem Lande steht viel Holz, da wollen wir welche hinsenden, die sollen lange und große Bäume und Holz hauen und auf dem Eise mit geringer Arbeit an die Schiffe schaffen; die wollen wir auf beiden Seiten der Schiffe hinlegen und mit Wasser begießen, welches bald zufrieren wird, und unsern Schiffen einen Wall und Bollwerk geben.‹ [...]

Dieser Rat gefiel den andern allen wohl, sie holten die Bäume und zogen sie zu den Schiffen und begossen sie mit Wasser, und es ward so ein gläserner Wall. Diese Arbeit war kaum vollbracht, so kamen die Dänen mit Haufen übers Eis und vermeinten die Schiffe zu erobern; aber wiewohl der Dänen wohl vier waren auf einen Wismarschen, so mußten sie doch mit großem Schaden davonziehen und die Schiffe bleiben lassen. Das verdroß die Dänen über die Maßen sehr, und dieweil sie gesehen hatten, daß sie vor dem Bollwerk an die Schiffe nicht schießen konnten, wollten sie eine Kriegsmaschine zurichten, welche man nennt eine Katze, und liefen in das Holz, wo die Wismarschen die Bäume gehauen hatten. Der Hauptmann von Wismar, Meister Hugo, erkannte bald ihre Anschläge und ließ in der Nacht um die Schiffe große Wunen hauen, und die Eisschollen ließ er unterdrücken. Nicht lange darauf kamen die Dänen mit ihrem Volk und bedachten nicht, daß die Wismarschen geeist hatten, denn es war oben wieder zugefroren, und kamen mit großem Ungestüm und Hast und meinten, jetzt die Schiffe zu gewinnen, denn es verdroß sie, daß sie vormals mit Schande zurückweichen mußten. Aber es ist ein alt Sprichwort: Große Eile gibt selten gute Weile. So ging es den Dänen diesmal auch, denn sie fielen zu Haufen in das Wasser, und der eine drängte dem andern nach, so daß mehrere den Tag ertranken. Zu diesem Schaden mußten sie noch Spott dazu haben, denn die auf den Wismarschen Schiffen waren, riefen: Kaiz, Kaiz, Kaiz! So pflegt man zu rufen, wenn man die Katzen jagt.

So erhielten die Wismarschen ihre acht Schiffe durch List und Gewalt, bis Gott ein ander Wetter gab, daß das Eis verging, da liefen sie nach dem Holm und entsetzten die Stadt.

1427. Die Schlacht im Norsund

Die sechs Seestädte Lübeck, Hamburg, Stralsund, Rostock, Wismar und Lüneburg wollten sich versuchen gegen den König von Dänemark und sammelten in großen Hauptschiffen und anderen kleinen Schiffen, Snikken und Barsen über 8000 Mann, wohl versehen mit Waffen, Geschoß und allem Rüstzeug, was zum Streit gehört. Als die Schiffe allzumal wohl viktualiert waren, da schickte jede Stadt ihre Hauptleute auf ihre Schiffe, die das Volk regieren sollten, aber über alle Hauptleute ward mit Vollmacht der Städte gesetzt ein Oberhauptmann, der war genannt Herr Tidemann Steen, Ratmann zu Lübeck und damit er desto treulicher der Flotte vorstände, machte der Rat von Lübeck denselben zu einem Bürgermeister. Und befahl ihm ernstlich im Namen aller Städte, daß er in den Sund segelte und aus keiner Ursache eher daraus scheide, als bis die Bayenflotte durchgekommen wäre. Als dies zumal wohl bestellt war, segelten die Schiffe alle in den Norsund vor einem guten Wind. Gott vom Himmel gab der Flotte Gnade und stillte ihr Wetter und Wind und gab ihr ihre Feinde in ihre Hand, so daß nicht einer davongekommen wäre, wenn sie gewollt hätte.

Da die sechs Städte in den Sund gekommen waren, schauten sie vor Kopenhagen ihre Feinde vor sich in stolzen Schiffen. Der Städte Schiffe aber waren hochbordig und wohl für das Gefecht gebaut, und sahen zu den Schiffen der Dänen aus wie Kirche gegen Klause. Beide Flotten schienen auch in der Sonne wie zwei Berge von klarem Silber. Als die Dänen die Städte kommen sahen, hatten sie im Herzen des Streites Begehr, sie hißten ihre Segel zur Höhe und drehten auf ihre Feinde zu. Da das der Bürgermeister von Hamburg, Herr Heine Hoyer, sah, strich er schnell an die von Lübeck und sprach: ›Die Feinde kommen uns unter Augen, was ratet ihr, daß wir beginnen?‹ Da sagte der oberste Hauptmann, Herr Tidemann Steen: ›Wir wollen daran, in Gottes Namen.‹ Der Worte freute sich Herr Hoyer sehr. Da schickte sich jeglicher zur Wehr, und jeder sprach den Seinen zu in seinem Schiff. Die von Hamburg hatten den Vorstreit. Zur Hand fuhren die Dänen an die Schiffe der Städte, so daß etliche an die von Hamburg legten, und etliche legten an die von Lübeck, und man focht mannlich auf beiden Seiten. In diesem Gefecht flossen die Schiffe der Hamburger aus der Tiefe, wo es flott war, so daß sie auf den Grund zu sitzen kamen. Da wurden sie von den Dänen umringt und fochten mit ihnen lange, und als keine Hilfe kam, wurden sie gewonnen und die Mannschaft gefangen und nach Kopenhagen gebracht.

Den Hauptmann von Lübeck segelte eine große Barse an, darin waren Fürsten, Ritter und viele gute Leute, die dem Kriege den Hals gebrochen hätten, wenn sie in Gefangenschaft gekommen wären. Aber da sie beide zusammentreffen sollten, da fürchtete sich das große Schiff des Hauptmanns vor dem kleinen und wich über Seite und ließ die Barse vorüberschießen. Es wich vielleicht aus Zucht, wie die Knechte dem Herrn weichen. Da dies Weichen die Hauptleute der anderen Schiffe sahen, die nur tun sollten, was sie den lübischen Hauptmann tun sahen, so wichen sie auch aus Höflichkeit und ließen die Barse in Frieden. Aber all solche Zucht und Schonung deuchte nicht ehrlich dem Schiffer eines andern lübischen Schiffes, welcher Goswin Grul hieß, darin war der Ratmann Herr Johann Bere mit den Seinen. Der brachte sein Schiff unter die Feinde und sagte seinen Leuten, sie sollten sich wehren, wenn sie wollten. Die stellten sich da als stolze Degen und fochten mit den Dänen mannlich lange Weile und schlugen ihrer viele tot ohne großen eigenen Schaden. Sie wurden ihrer zuletzt mächtig, gewannen ihnen ihr Schiff ab und fingen sie alle. Desgleichen tat ein anderer Schiffer, Walter Bischop genannt, mit den Seinen und legte an ein großes Schiff der Schweden. Dieser Feinde wurden die Lübischen auch mächtig, gewannen das Schiff mit harten Schlägen und ergriffen alle, die darin waren, außer denen, die tot blieben oder sich selbst ertränkten. Von den anderen Hauptleuten waren wenige, die an die Feinde wollten, sondern sie ließen sich dünken, fernab wäre ein guter Harnisch.

Als dieser schmähliche Streit mit so großer Versäumnis geschehen war, nicht lange darauf räumte der lübische Hauptmann Tidemann den Sund ohne jegliche Not oder Gefahr, gegen das Gebot seines Rates und der anderen Städte, bevor die Bayenflotte in den Sund kam. Aber als er des morgens aus dem Sund gesegelt war, kam die Bayenflotte an demselben Tag in den Sund und meinte im Geleit der Städte aus der See durch den Sund zu fahren, wie ihnen geschrieben war. Da der König von den Schiffen vernahm, sandte er seine Stärke ihnen unter die Augen, zu fechten und sie womöglich zu gewinnen. Da ward ein harter Streit gefochten, viele Dänen wurden erschlagen und ertränkt, aber die Dänen behielten den Sieg und kaperten den größten Teil der Flotte. Der König nahm da an 46 Schiffe, beladen mit großem Gut; das war der Kaufmann übel zufrieden. Da dies dem lübischen Hauptmann Tidemann Steen und den andern Hauptleuten kund ward, wurden sie sehr betrübt, wanden ihre Segel auf und fuhren wieder zu deutschem Land.

Danach wurden die sechs Seestädte, welche ihr Volk im Sund gehabt hatten, nach Lübeck entboten. Da begannen die von Hamburg schwer zu klagen über den Bürgermeister Herrn Tidemann Steen, weil er gestattet hatte, daß ihre Hauptleute, Bürger und Söldner von den Dänen geschlagen und gefangen wären, und er könnte sie wohl gerettet haben mit den Seinen, wie er doch wohl verpflichtet war, und hätte das nicht getan, hätte ihnen auch keine Hilfe gesandt von den andern Städten, wenn er selbst nicht zur Rettung kommen konnte. Da die Klage von den Hamburgern getan war, verfolgten dieselbe Klage sofort die Bürger (Kaufleute) von Lübeck und sprach zu ihrem Rat so: ›Liebe Herren von Lübeck, wir fragen euch, ist Herr Tidemann Steen aus dem Sund gesegelt, bevor die Bayenflotte in den Sund kam, nach eurem Geheiß und Erlaubnis, oder nicht?‹

Auf der Bürger Frage antwortete Herrn Hinrik Rapesulver von Rats wegen und sprach: ›Das ist geschehen von ihm ohne unsere Vollmacht und Erlaubnis, wir hatten ihm das ernstlich verboten.‹ Da sprachen die Bürger zu Herrn Tidemann Steen und sagten: ›Herr Tidemann, hat jemand von uns, die mit Euch in dem Sund waren, anders getan, als Ihr ihm geheißen?‹ Da antwortete Herr Steen und sagte: ›Was da geschehen ist, daß ihr aus dem Sund gesegelt seid vor der Bayenflotte, das ist geschehen nach meinem Geheiß, das tat ich selbst um des Besten Willen und mit Vollmacht der anderen Hauptleute.‹ Da sprachen die Bürger wieder zu ihrem Rat und sagten: ›Hierauf bitten wir Recht über Herrn Tidemann, darum, weil er wider euer Gebot getan hat, und uns dadurch in unverwindlichen Schaden gebracht hat, und auch unsere Freunde leiblos und gutlos gemacht hat. Und das Recht begehren wir zur Stunde von euch, daß ihr und wir uns scheiden.‹

Da der Rat den Ernst der Bürger hörte, fürchtete er sich vor einem Auflauf und fragte die Bürger, ob der Mann Bürgen stellen dürfe. Da dies nicht sein konnte, so mußte Herr Tidemann in des Kaisers Schloß gehen, darin saß er fest über drei Jahre.

1443. In der Baye

In der Fasten kamen in die Baye einige Schiffe von Preußen und Livland in Flotte, darauf waren Admiral Kersten Truper und Jakob Winstein und fanden vor sich in der Baye die Jorcze (George?) von London mit mehreren Schiffen von England und von Irland. Etliche kurze Zeit vor Ostern wurden die aus Preußen und Livland, während sie in der Baye lagen, gewarnt, daß eine mächtige Flotte aus Holland, Seeland und Friesland hinkäme, welche Flotte alles, was aus Preußen und Livland wäre, nehmen wollte. Darum legten die Preußen ihre Schiffe zusammen und rüsteten diese so, daß sie sich verteidigen konnten. Am Montag zu Ostern kam die holländische Flotte vor die Baye, ihre kleinen Schiffe segelten binnen, die großen aber saßen draußen. Da sie sahen, daß sich die preußische Flotte zur Wehr bereitet hatte, legten sie auch binnen und ankerten ihre Schiffe. Und an demselben Abend kam ein Teil von ihnen ans Land, und wie sie so in der Taverne saßen, sagten sie, sie wollten den Englischen die Schwänze vor den Hintern abhauen mit mehreren unziemlichen Worten. Dies hörte ein Englischer von der Jorcze, vermerkte es übel, nahm einem Holländer sein Messer, trat es in Stücke und ging mit seinem Volk dort zu Schiff.

Da dies die englischen Admirale hörten, gingen sie zu den Admiralen von Holland und baten, daß sie ihrem Volk steuerten, auf daß keine Rauferei unter ihnen geschähe. Die Holländer sprachen, sie könnten ihr Volk nicht beraten; da sprachen die Englischen, da würden sie selbst zusehen müssen, daß sie ihnen steuerten.

Als am Dienstag zu Ostern kamen die holländischen Admirale, als Dyrik Willamsoen und Johann van der Nele ins Kloster zu den vorgenannten Admiralen aus Preußen und sagten, daß da ein Balneyer (Walfischfänger) läge, das Schiff hieße Meister Hanneke, das gehörte dem Regenten aus Holland und wäre ihm von den Englischen genommen, das wollten sie wieder nehmen und bäten die preußische Gesellschaft, daß sie sich nicht daran kehren sollte. Darauf ward ihnen geantwortet: hätten sie etwas mit den Englischen zu tun, das läge den Preußen nicht auf dem Wege; doch baten die Preußen die aus Holland, daß sie erst mit den Englischen sprächen, damit sie sich nicht untereinander schlügen. An demselben Vormittag kamen die Engländer und fuhren ans Land, wohl mit 400 oder 500 Mann gewappneten Volk, dort gingen sie zwei Mann hoch; als sie auf den Markt kamen, teilten sie sich, stellten vor jedes Schießhaus eine Riege und gingen ins Kloster und luden die Holländer zu sich ins Kloster, um sich dort zu vertragen. Und sie schieden dort in Eintracht ohne Zweiung voneinander, und jedermann ging, wohin es ihm beliebte.

Am Nachmittag kamen die Admirale von Holland zu den preußischen Admiralen und brachten einen jungen Mann von Amsterdam mit und sprachen, diesem wären wohl dreißig Nobel und anderes Geld genommen und baten die preußischen Admirale, daß sie ihm sein Geld wieder schicken und ferner gegen solche Räuber und Übeltäter helfen wollten, wie Recht wäre. Darauf antworteten die Preußen, daß sie von solchen Sachen nichts wüßten, aber sie wollten sich gern danach umhören, und auch sie selbst sollten sich mit erkundigen; könnte man etwas erfahren, wer es getan hätte, so wollten sie ihnen gegen diesen Mann helfen, wie Recht wäre.

In der Zeit, wo sich dies zutrug, waren die Admirale der beiden Flotten mit vielen anderen Schiffen von beiden Seiten in einer Taverne zu Gesellschaft. Da ward ein Auflauf und Schlägerei und großes Raufen auf der Straße, daß man die Holländer schmeißen sollte, und wo die Holländer in der Taverne saßen, da wurde nach den Fenstern zu ihrem Tisch geschossen. Bei diesem Ereignis wollten die Admirale von Holland mitsamt den anderen Schiffen, die bei den preußischen Admiralen in der Taverne waren, alle heraus, um ihre Leute zu retten. Das wollten ihnen jedoch die Admirale aus Preußen nicht gestatten, behielten sie binnen und gingen selbst mitten in den Auflauf und unterwiesen und steuerten dem Volk, so daß jedermann zufrieden ward, wobei einer von ihren Mitgesellen, Großohm genannt, schwer verwundet wurde. Darauf machten dieselben Preußen zwischen den vorgenannten Englischen und Iren als einem Teil und den Holländern als anderm Teil solch eine Verabredung, daß die Holländer und Seeländer zu Schiff gehen und ans Land fahren sollten bei Bunde (Bonge) und dort zur Kirche gehen, und die Englischen und Iren sollten ans Land fahren bei Borneff und dort zur Kirche gehen, und die Preußen versprachen den Engländern, was sie bedürften von Rudern, Balken und Bohlen und was sonst zu ihrer Ladung dienen möchte, das wollten sie ihnen gern nach Borneff senden. Das taten die Preußen den Holländern zugut, damit diese sich mit den Englischen und Iren nicht mengen sollten. Dieser selbige Auflauf, Lärm und Schlägerei ist durch die preußischen Admirale und ihre Mitgesellen gestillt und beigelegt, und wäre er von ihnen nicht beigelegt, so war zu befürchten, daß niemand von Holland und Seeland am Leben geblieben wäre, sie wären alle von den Englischen und Iren geschmissen worden. Diese Freundschaft und Vermittlung lassen aber die vielgenannten Holländer die vielgedachten Preußen und Livländer doch nicht genießen, sondern sie haben an einem von unseren Mitgesellen, Johann von Rostock genannt, ihren verbosten Willen und Untreue bewiesen, als dieser zu Schiff und Segel gehen wollte. Denn sie haben ihm sein Boot abgejagt, daß seine Kinder (Matrosen) daraus entlaufen mußten, und behielten das, bis der Holk lange in See war, da wurde ihm das Boot durch zwei seiner Kinder, die aus Holland waren, nachgebracht.

1473. Paul Beneke von Danzig

Gott weiß, daß mich in der Geschichte nichts Höher erfreut, als wenn ich lese, daß eine deutsche männliche Tat getan und ein kühnes unverzagtes Herz erwiesen ist, wie von unseren Vorfahren, den alten Deutschen, bei allen Chronikenschreibern gepriesen wird. Derenthalben will ich einem deutschen Helden die Ehre antun und seine Historia mit aller Umständlichkeit treulich beschreiben, wie ich sie in vielen Chroniken geschrieben finde, wiewohl ich billig dieselbe hätte mit anderem übergehen können.

Davon ist viel gesagt und geschrieben, daß die Englischen großen Mutwillen trieben gegen alle Osterstädte, Lübeck, Hamburg, Wismar, Danzig, und wiewohl viele Tageleistungen derselben geschehen sind, konnte doch ein Vertrag der Sache nicht geraten. Deshalb wurden die Osterstädte genötigt, Schiffe in der See mit Volk und Geschütz zu halten, welche die Kauffahrt von den Englischen bewachen mußten. Dazu war der Hader so heftig, daß [...] das eine Part dem andern so weh tat, als es konnte. Da begab es sich, daß die Englischen ein großes Schiff in der See hatten, welches ›Johannes‹ heißen mußte, und sie ließen sich hören, sie wollten damit die ganze See überwachen und die Osterlinge zwingen.

An dies große Schiff der Englischen kam ein Schiffer von Danzig, mit Namen Paul Beneke, welcher auch ein Orlogschiff führte, und kam mit den Englischen in Kampf und gewann das große Schiff und brachte es seinen Herren nach Danzig. Ein Rat von Danzig bemannte in der Eile das Schiff und setzte einen Ratmann darauf als Hauptmann. Aber da die Englischen das Schiff verloren und hörten, daß die Danziger damit in der See spazierten, trauten sie dem Schiff in der See nicht, in Sicht zu kommen. Also waren die von Danzig mit diesem großen Schiff den ganzen Sommer in der See, konnten aber keinen Profit schaffen, deshalb liefen sie nach der Elbe, Getränke und Proviant zu holen. Alldort verließ der Ratmann das Schiff und setzte Paul Beneke zum Hauptmann, damit er das Schiff um den Schagen segelte und vor die Weichsel bringe. Darauf reiste der Ratmann über Land und nach Hause.

Aber Paul Beneke, dieweil der Wind günstig war, lief unter die Küste von Flandern, in Hoffnung einer guten Beute, wie ihm auch widerfuhr. Denn als er unter Flandern kam, ward er zu wissen, daß zu Brügge etliche Florentiner, welche damals Finanzer und jetzt Fugger genannt werden, von den Englischen großes Geld genommen hätten, damit sie unter ihrem Namen englisches Gut nach England verschiffen möchten, und daß sie dafür zu Sluis eine große Galleye geheuert hätten, die sie mit Geschütz und Volk mächtig gerüstet und dazu mit Wappen und Banner des Herzogs Karl von Burgund geziert hätten, und damit dies unvermerkt bleibe, hätten sie Welsche und Florentiner daraufgesetzt.

Als dies Paul Beneke hörte, hatte er Verlangen, die Galleye zu besehen. Nicht lange darauf kamen die Florentiner mit der Galleye zur See, nicht anders, als wenn da eine Burg oder Schloß hergeflossen käme. Paul Beneke näherte sich der Galleye, bot ihnen seinen Gruß und fragte, woher sie kämen und wohin sie den Willen hätten. Aber der Hauptmann auf der Galleye, ein Lombarde, welcher der Padrone genannt wurde, gab ihm eine spöttische Antwort: Was er danach zu fragen hätte, ob er nicht die Wappen sowohl in den Bannern als auf der Galleye kenne, wo er denn zu Haus wäre, ob er denn wohl sonst schon Leute gesehen hätte. Denn der hoffärtige Lombarde ließ sich bedünken, der Deutsche mit seinem Schiff müßte dem Welschen wohl weichen.

Aber er fand einen rechtschaffenen deutschen Mann vor sich. Deshalb sprach Paul zu dem Lombarden, er solle Flagge streichen und die Güter von sich geben, die nach England zu Haus gehörten, und wenn er nicht in gutem wollte, so sollte er dennoch streichen und damit Schiff und Gut verloren haben. Diese Worte achtete der Welsche für große Torheit, daß der Deutsche aus seinem Schiff dem Welschen in so großer unangreifbarer Galleye dürfte so trotzige Worte geben. Deshalb achtete der Welsche den Deutschen nicht wert, daß er ihm antworten wollte. Alsbald war Paul Beneke und sein Volk fertig und drückten zu der Galleye heran und hielten mit dem Welschen eine Zeitlang Schußgefecht.

Aber dieweil das Volk in dem Schiff sah, daß die Welschen in der Galleye an Geschütz und Zahl des Volkes überlegen waren, wurden sie zaghaft und wichen mit dem Schiff zurück. Da dies die Welschen sahen, riefen und schrien sie ihnen mit allen Kräften nach. Da hub Paul Beneke in gar zornigem und traurigem Mut zu seinen Preußen an und sprach: ›Och, Gesellen, wat do wi nu? Wat will hiruth werden? Wo willen unde können wi dat verantworden? Nun wollte ich doch, daß ich diesen Tag nicht erlebt hätte, wo ich mit meinen Augen ansehen muß, daß so mancher ehrliche deutsche Kriegsmann und Schiffmann vor den Welschen verzagt und die Flucht nimmt. Was haben wir doch für Ursache, was macht uns so verzagt? Wäre uns nicht ehrlicher, daß wir alle vor unseren Feinden für unseres Vaterlandes Freiheit gestorben und zur Stelle geblieben wären, als daß wir die Schande unser Leben lang tragen sollen, daß die Kinder mit Fingern auf uns weisen und nachschreien: das sind die, die sich von den Welschen haben verjagen lassen. Gedenkt doch, welch einen Mut unsere Feinde, die Englischen, erhalten werden, daß die allezeit gewinnen und wir verlieren. Wie manchen frommen deutschen Seemann werden wir um Leib und Gut bringen; ach hätten wir das Spiel nicht angefangen. Es wäre besser, wir hätten vorher gutes Maß gehalten, daß uns die Welschen ihr Leben lang nicht vor Augen gekriegt hätten. Habe ich nicht vorher zu euch gesagt: Brüder, da wäre wohl eine gute Beute vorhanden, aber sie will Arbeit kosten, wolltet ihr wie ich Ernst anwenden, sie sollte uns nicht entgehen, aber unerschrockene Herzen und Fäuste wollen dazu gehören. Die Galleye ist groß, dazu als ein unförmlich Biest anzusehen, das ihr nicht gewohnt seid, viel größer als unser Schiff, dazu mit vielem Volk und Geschütz ausgerüstet; aber es sind Welsche und keine Deutschen. So wir aber unseren Vorvätern nach mit Herz und Faust wollen Deutsche sein, so sollte uns die Beute nicht entgehen und unser Lebtag uns gut tun. Da riefet ihr alle, man sollte an euch nichts anderes finden, als was deutschen Männern wohl ansteht; ach großer Gott, jetzt muß ich mit meinen Ohren anhören, daß Welsche uns nachrufen: so soll man die deutschen Hunde jagen. Sollte nicht ein ehrlicher Deutscher eher sterben, als so etwas hören.‹

Mit dergleichen Worten machte Paul Beneke seinem Volk das Blut wieder warm, daß sie sprachen: ›Lieber Herr Hauptmann, hier ist noch nicht viel versehen; daß wir eine Wendung getan, kann uns viel und unsern Feinden nichts nützen. Laßt uns also unsere Sache fleißig beschicken, wie uns das am profitierlichsten ist, wir sind doch Deutsche und wollen uns auch als Deutsche finden lassen. Man führe uns abermals vor die Feinde, die Welschen, sie sollen Hunde vor sich finden, die nicht laufen, sondern weidlich beißen können, sie sollen diesen Tag mit Gottes Hilfe unser sein, und wären der Welschen auch noch so viel, oder wir wollen alle sterben.‹

Als Paul Beneke merkte, daß der Kriegs- und Schiffleute Blut wieder warm und hitzig geworden war, wollte er sie auch nicht weiter verbittern, sondern er gab dem Schiffer gute Worte, daß er das Schiff an die Galleye steuern ließ. Da entfiel den Welschen der Mut, und da begannen sich die Preußen als Deutsche zu beweisen, unverzagt wie die Löwen zu den Welschen hinzudrängen und zu schlagen, und ehe die Welschen sich des versahen, waren die Deutschen bei ihnen in der Galleye und begannen zu würgen, was ihnen vor die Hand kam. Da hätte man mögen sein Wunder sehen, wie der große Padrone von der Galleye, der zuvor alle Deutschen fressen wollte, und der andere große Fugger auf die Erde fielen, sich vor die Brust schlugen und die Deutschen wie Götter anbeteten. Da ließ sich Paul Beneke abermals als ein Deutscher hören und sehen; denn wiewohl die Welschen nichts Gutes mit ihren spöttischen Worten von den Deutschen verdient, so konnte es doch das edle deutsche Blut nicht lassen, sondern mußte Barmherzigkeit beweisen gegen die, so jetzt überwunden sich demütigten und Gnade begehrten.

Als nun die Galleye gewonnen war, entstand dem Paul Beneke eine neue Mühe, denn das Kriegsvolk und Schiffvolk wollte gar nicht gestatten, daß die Galleye nach Danzig gebracht werden sollte. Weil des Gutes so viel darin war, viele tausend Gulden an Wert, fürchtete das Volk, die Beute möchte ihnen nicht ganz zuteil werden, denn sie wußten, daß ein Rat von Danzig als Reeder des Schiffes die Hälfte für sich nehmen würde; außerdem befürchtete das Volk, es würden so viele Briefe und Schriften hinterherkommen, daß sie wohl nichts von der Beute kriegen würden. Diese und andere Ursachen mehr stellten sie dem Hauptmann vor, daß sie ganz und gar nicht nach Danzig wollten, und wiewohl Paul Beneke allen möglichen Fleiß anwandte, wie einem ehrlichen Deutschen ansteht, seinem Herrn stets Treue zu beweisen, so konnte er doch das Volk nicht überreden, sondern sie blieben bei ihrem Vorsatz und liefen mit der Galleye und dem Schiff auf die Elbe und begehrten von dem Bischof von Bremen Geleit, damit sie die Beute teilen könnten. Das Geleit wurde ihnen gegeben, deshalb legten sie vor Anker und nahmen Geleit von dem Rat von Stade, denn ein Rat von Hamburg wollte sie nicht geleiten. So boten sie die Beute zu Kauf, aber sobald es zu Lübeck und zu Hamburg ruchbar wurde, ließen die Herren in beiden Städten bei Leib und Gut verbieten, daß niemand von den genommenen Gütern kaufen sollte; aber weil sie guten Kauf gaben, kriegten sie dennoch Käufer, wiewohl es hoch verboten war.

Es begab sich, daß in derselben Zeit zwischen den Osterstädten und den Englischen ein Tag zu Utrecht gehalten wurde. Da also die Lombarden die Zeitung erhielten, daß Paul Beneke die Galleye genommen hatte, reisten sie alsbald nach Utrecht und klagten kläglich, daß die Osterleute sie gekapert hätten, da sie doch nicht der Osterlinge Feinde wären, sie hingen auch große Drohworte daran; aber daß sie von den Englischen Geld genommen und gelobt, mit solcher Finanzerei das Gut derselben hinüberzubringen, davon schwiegen sie still. Die Herren der Städte gaben zur Antwort, sie wären nicht dazu da, um zu richten, sie könnten nichts als Fleiß anwenden, daß man die Sache zwischen den Englischen und den Osterstädten zu einem guten Vertrag brächte. Wäre ihnen etwas genommen, so möchten sie ihr Recht bei denen suchen, die es getan hätten; könnten ihnen die Städte in späterer Zeit helfen, so wollten sie es gern tun.

Als die Lombarden bei den Herren von Lübeck, Köln und Bremen, die zu Utrecht waren, keinen besseren Bescheid erhielten, bewirkten sie bei Herzog Karl von Burgund, den damals alle Welschen, Spanier und Franzosen fürchteten, daß er an Paul Beneke auf die Elbe seinen Sendboten schickte, welcher im Namen des Herzogs von Burgund Schiff und Ware zurückforderte, die in seinem Fahrwasser und dazu unter seinem Wappen genommen wären. Aber dieser Legat kriegte von Paul Beneke und den Seinen eine solche Antwort, daß er ledig wieder nach Hause ziehen mußte, und Paul Beneke und sein Volk teilten die Beute, also daß Paul Beneke die Hälfte der Beute von wegen des Rates zu Danzig empfing, die andere Hälfte teilten die Leute und wurden alle reich. Also brachte Paul Beneke die Hälfte der Beute dem Rat nach Danzig. Nicht lange danach bewirkten die Lombarden bei dem Herzog von Burgund, daß er einen Brief sandte an den Rat von Danzig, dieses Inhalts: er wollte von den in Danzig all dies Gut bezahlt haben oder so jemand von Danzig in sein Land käme, denselben wollte er mit Leib und Gut anhalten. Aber die von Danzig kehrten sich nicht groß an das Schreiben.

Diese Historia habe ich gern so fleißig geschrieben dem deutschen Helden zu Ehren, und wollte Gott, daß diese guten Städte viele solcher Hauptleute hätten, die sie in der Not gebrauchen könnten. – Aus dieser männlichen Tat des Paul Beneke entstand so viel, daß die Englischen den deutschen Kaufmann zu Brügge bearbeiteten, man möchte an die Herren der Städte schreiben und noch einmal einen Tag zu Utrecht ansetzen, sie wollten sich in allen Dingen billig finden lassen und nach dem Frieden trachten. Der Kaufmann schrieb an die Herren von Lübeck, Hamburg, Danzig, der Tag wurde gehalten, die Sache vertragen. Und so ward der Fehde ein Ende, die so manches Jahr gewährt, und die Englischen mußten den deutschen Kaufleuten für ihren Schaden 10 000 Pfd. Sterling geben, d. i. 60 000 rhein. Gulden, den Gulden zu 24 Schilling.

Soweit der Chronist. – Zur Zeit des Paul Beneke sandte seine Stadt einmal in einem Jahr 1100 Schiffe mit Getreide nach England, häufig 600–700 Schiffe. Und das Getreidegeschäft war damals nicht die größte Erwerbsquelle der Danziger, und Danzig war nicht die größte unter den 70 bis 80 Städten der Hansa [...]. Diese Blüte des norddeutschen Handels war aus dem freien Bund einzelner Städte erwachsen und aus Privilegien, welche der Schwäche anderer Mächte durch Gewalt und Geld abgerungen waren. Sie verging, sobald das Interesse der Staaten mächtiger wurde als das der Städte, und seit die Kriegsflotten der Holländer, Engländer, Nordmannen und zuletzt sogar der Russen stärker waren als die Orlogschiffe von Hamburg, Bremen, Lübeck und Danzig. Ganz allmählich sank im 16. Jahrhundert eine Stadt nach der andern aus dem Hansabund, herrisch wurde ein Hof und Kontor nach dem andern von den Fremden geschlossen. [...]

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