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Beowulf

Karl Simrock: Beowulf - Kapitel 43
Quellenangabe
typeepos
booktitleBeowulf
authorKarl Simrock
firstpub1859
year1859
publisherJ. G. Cotta'scher Verlag
addressStuttgart und Augsburg
titleBeowulf
created20051005
sendergerd.bouillon
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39. Ongentheow.

        Da ließ er über die Klippen   des Kampfes Ausgang
Im Gehege melden,   wo der Helden Schar
Den morgenlangen Tag   in bangem Muthe saß,
Die Bordschildträger,   Beides erwartend,
5   Des Tages Wende   und die Wiederkehr
Des geliebten Mannes.   Da ließ unverschwiegen
Die Kunde, der über die   Klippen ritt;
Wahrhaft sprach er   das Wort vor Allen:

»Nun ist der Wedern   Wonnespender

10   An sein Todbett gefeßelt,   der Fürst der Geaten,
Bewohnt die Walstatt   durch des Wurmes Thaten.
Zur Seite liegt ihm   der Lebensfeind,
An Sachswunden siech.   Mit dem Schwerte konnt er
An dem Klagenswerthen   in keiner Weise
15   Wunden wirken.   Wiglaf sitzt nun
Ueber Beowulf,   der Geborne Weochstans,
Edling über Edling,   dem unlebenden,
Hält da herzkrank   Haupteswache
Bei dem lieben und dem leiden.

20  

                                                    Das Land erwarte nun
Schwere Kriegszeit,   wenn kund erst beiden,
Franken und Friesen   der Fall des Königs
Wird in der Ferne.   Verfeindet waren wir
Hart mit den Hugen,   seit Hygelak kam

25   Mit dem Floßheer gefahren   zu der Friesen Lande,
Wo in der Schlacht ihn schlug   der Hetwären Schar,
Die eilends mit Obmacht   ihn überzog,
Daß der Held in der Brünne   sich beugen muste
Und in der Feldschlacht fiel;   er gab hinfort nicht mehr
30   Bauge den Biedern.   Uns blieb seitdem
Der Merowinge   Milde verweigert.

»Auch vom Schwedenvolke   gesippter Treue
Erwart ich wenig.   Es ist ja weithin kund,
Wie Ongentheow dem alten   unterliegen muste

35   Hädkynn der Hredling   beim Hrefnawald,
Als übermüthig   zuerst heimsuchten
Uns Geatenkämpen   die Kriegsschilfinge.
Da gab ihm der grimme   Greis den Todesschlag
Im Gefecht der furchtbare   Vater Ochthers.
40   Er erschlug den Entführer   und befreite die Schöne,
Seine Gattin, der Greis,   die goldgeschmückte,
Onelas Mutter   und Ochtherens.
Darnach verfolgt' er   die feindlichen Streiter,
Bis sie mit genauer   Noth ihm entkamen,
45   Des Herrn beraubt,   ins Hrefnaholz.
Da umschloß er mit Scharen   die Schwertentronnenen,
Wundenmatten,   oft mit Weh bedrohend
Das schmächtige Häuflein   in schauriger Nacht.
Als gedächt er sie morgens   mit mordlichem Stahl
50   Zu grüßen, wohl gar   an den Galgen zu hängen
Den Vögeln zur Freude.   Doch mit frühstem Tage
Ward Trost zu Theil   den Trübgemuthen,
Als sie Hygelaks Horn   und Heerposaunen
Erhallen hörten,   da der hehre Fürst
55   Mit der Seinen Schar   ihn zu entsetzen kam.
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