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Bekenntnis zu Jesus Christus nach dem Johannes-Evangelium

Nikolaus Ludwig von Zinzendorf: Bekenntnis zu Jesus Christus nach dem Johannes-Evangelium - Kapitel 3
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authorNikolaus Ludwig von Zinzendorf
titleBekenntnis zu Jesus Christus nach dem Johannes-Evangelium
publisherAussaat Verlag GmbH.
editorErich Beyreuther
year1963
correctorJosef Muehlgassner
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Christus über alles

Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott.
Johannes 1, 1. 2

 

11. Juni 1741

Wer ist der Herr Jesus? Gott über alles gelobt in Ewigkeit, Römer 9, 5. Darum ist er Gott über alles, weil die ganze Schöpfung von allen Welten, von allen Geistern und allen Kreaturen durch ihn entstanden. Er ist die Ursache sowohl, daß ein Blatt auf dem Baume als daß ein Mensch ist. Er ist die Ursache, daß ein Stern am Himmel und ein Tropfen im Meere ist. Es ist alles von ihm und durch ihn und zu ihm geschaffen. Von dem kleinsten Würmlein bis zum höchsten Erzengel ist alles um seinetwillen.

Darum hat der arme Mensch Jesus solche übersteigende und unendlich weitgehende Namen, weil er der Schöpfer von allen Zeiten und Wesen ist.

So ist er, der die Ursache aller Dinge war, die Ursache der Rettung geworden, der Seligkeit.

Darum ist er selbst Mensch geworden und hat an dem eigenen Leibe alles durchgestanden dreißig Jahre und hat am Holze den Tod ausgestanden, die Strafe abgetan, dem Teufel seine Sachen zerstört, ans Holz geheftet und das Verderben aus dem Sattel gehoben.

 

3. Juni 1750

Die Lehre von der heiligen Dreieinigkeit ist ein Geheimnis. Wer da sicher gehen und sich nicht verfitzen will, muß sich an den Erlöser Jesus Christus halten. Davon findet sich eine Stelle im Neuen Testamente. Der Heiland pflegte von seiner Göttlichkeit wenig oder nichts zu reden und hatte sich selbst so darüber erklärt: »Ich suche nicht meine Ehre« Johannes 8, 50. Wie er's nun nie an sich fehlen ließ, immer vom Vater zu reden, so kam dem Philippus die Begierde an, den Vater zu sehen; er kriegte aber den Verweis: Philippus, solange bin ich bei euch und du kennst mich nicht! Wer mich sieht, der sieht den Vater.

So ungewöhnlich es dem Heilande war, in dem Tone (von sich) zu sprechen, so vielmehr müssen wir drauf aufmerken. Es gehört mit zu denjenigen Äußerungen, da er gesagt hat: Er könne noch den Augenblick, da er ins Leiden ging, etliche Legionen Engel haben, die für ihn streiten würden, wenn er nur wollte. Niemand nehme sein Leben von ihm, er habe es Macht, zu lassen und wieder zu nehmen. Das sind Sachen, die den Heiland über alle Kreaturen himmelhoch wegsetzen.

Welch einen Vorteil haben wir! Es ist eine strafbare Unbesonnenheit, wenn sich das menschliche Gemüt nicht an dem höchsten Gute begnügen kann, so wie es sich in unser armes Fleisch und Blut verkleidet hat und unser Bruder geworden, und will noch weiter gehen, mehr sehen, und sich mit einem Haufen Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten und doch vielleicht leeren Phantasien verwirren. Hin, zu eurem Jesus hin. Auf den muß man aufschauen, den kann man haben, mit dem kann man in die allerinnigste Gemeinschaft kommen. So lebt man ihm, so lebt man in ihm und durch ihn, wie es in dem alten Reimen heißt: »Herr Jesu, dir leb' ich, dir sterb' ich, dein bin ich tot und lebendig.«

So bedarf es also zum Seligwerden keines anderen Glaubens, als daß man die Geschichte von Jesus Christus von Herzen glaubt, ihn als seinen Erlöser und Seligmacher aufs kräftigste inne wird und sich an ihn hält, als sähe man ihn, als wäre er vor unsern Augen gekreuzigt.

Dabei sind wir selige Menschen. Aber wir wünschen es jedermann von ganzem Herzen, drängen nur niemanden nicht und mögen niemand zur Unzeit in etwas hineinführen. Je mehr wir Mitgenossen kriegen (wie ihrer denn gewiß viele Tausend sind, die wir nicht kennen), je mehr freut sich unser Herz, wir haben's gar zu gern.

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