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Bekenntnis zu Jesus Christus nach dem Johannes-Evangelium

Nikolaus Ludwig von Zinzendorf: Bekenntnis zu Jesus Christus nach dem Johannes-Evangelium - Kapitel 21
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authorNikolaus Ludwig von Zinzendorf
titleBekenntnis zu Jesus Christus nach dem Johannes-Evangelium
publisherAussaat Verlag GmbH.
editorErich Beyreuther
year1963
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
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Durst

Wer des Wassers trinken wird, das ich ihm gebe, den wird ewiglich nicht dürsten.
Johannes 4, 14

 

17. Januar 1747

Meine Seele dürstet täglich nach dir, und es ist mit ein Zeichen eines gesunden Menschen, daß er täglich hungrig und durstig ist. Aber freilich nach der Welt und nach dem Himmel selbst nicht, sondern nach der Nähe des Heilands, nach dem Umgange des Heilands. Das ist eine Sache, die mir erstaunlich wichtig ist, daß man den Heiland selbst und nicht ein Stück von seinem Rocke, von dem Gewand, damit er umgeben war, in der Idee hat, sondern er ist's. Er! Wenn ich nur dich habe!

Wer von ganzem Herzen so denken muß, weil es ihm sein Herz so sagt, weil's ihm so ums Herz ist: dem kann hernach kein Teufel seinen Glauben nehmen, dem können keine Umstände seinen Glauben nehmen, den kann die äußerste Stunde der Versuchung nicht in seinem Glauben irre machen, denn er hat seinen Glauben in die Person seines Heilands gesetzt und da ist er weit, weit über alles hinaus, mit seiner Hoffnung und mit seiner Seligkeit, und wo er ist, da ist der Himmel, wo er geht und steht, da ist die Seligkeit. Denn er weiß: Jesus ist sein Heiland, »daß ihn auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann«.

Denn wenn einer nicht so gesinnt ist, was will er sonst machen? was will so ein Apostel, so ein Petrus, so ein Johannes anfangen, wenn der Herr vor seinen Augen ans Kreuz geschlagen und vor seinen Augen vom Kreuz genommen und vor seinen Augen ins Grab gelegt wird, und ein großer Stein davorgewälzet wird, wo bleibt der Glaube, der seligmachende Glaube, ohne den man keine Stunde sein kann? Das Herz ist immer dasselbe geblieben; und wie der Heiland das Herz fand bei seinen Jüngern. Bleibe bei uns, brannte nicht unser Herz, da er mit uns redete? wir haben wohl gefühlt, daß er's war, unser Herz hat's uns gesagt. Wer ihn einmal geschmeckt hat, der kann ihn keinen Tag mehr missen. Denn solange es nur noch im Kopfe herumgeht, im Gedächtnis, ja da ist's noch schlecht bestellt. Aber wenn das Herz die Erfahrung wahrhaftig gehabt, die im Matthäus, im Johannes und in der Epistel an die Korinther steht, und er kann zu seinem Nachbarn sagen, siehe nur meine Augen an, siehe wie heiter sie geworden, dann ist es Realität, danach ist es einem lieb, daß man's im Text auch so findet.

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